WR 134 – Ringnebel

In einem rot leuchtenden Nebelfeld mit vielen Sternen zeichnet sich eine halbringförmige Struktur ab.

Bildcredit und Bildrechte: Don Goldman

Dieser bunte kosmische Schnappschuss entstand mit Schmal- und Breitbandfiltern. Das Bildfeld im Sternbild Schwan (Cygnus) ist etwa so groß wie der Vollmond. Es betont den Rand eines ringartigen Nebels im Licht von ionisiertem Wasserstoff und Sauerstoff.

Die komplexen, leuchtenden Bögen sind in interstellare Gas- und Staubwolken in der Region eingebettet. Es sind Hüllen aus Material, das vom Sternenwind des Wolf-Rayet-Sterns WR 134 aufgefegt wurde. WR 134 ist der helle Stern bei der Bildmitte. Er ist etwa 6000 Lichtjahre entfernt. Das Bildfeld hat somit eine Diagonale von mehr als 50 Lichtjahren.

Massereiche Wolf-Rayet-Sterne stoßen ihre äußeren Hüllen mit mächtigen Sternwinden ab, wenn sie einen Großteil ihres Kernbrennstoffs verbraucht haben. Sie beenden diese Schlussphase als massereicher Stern mit einer spektakulären Supernovaexplosion. Die Sternenwinde und Supernovae am Ende reichern die interstellare Materie mit schweren Elementen an. Diese Elemente landen in späteren Sterngenerationen.

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Thors Helm

In der Mitte leuchtet ein türkisblauer Nebel, der von weißen Schlieren überzogen ist. Links und rechts laufen rötliche Arme nach oben, sodass das ganze Gebilde an einen geflügelten Helm erinnert.

Credit und Bildrechte: Star Shadows Remote Observatory und PROMPT/UNC; (Steve Mazlin, Jack Harvey, Rick Gilbert und Daniel Verschatse)

Beschreibung: Diese helmförmige kosmische Wolke mit flügelähnlichen Fortsätzen wird landläufig Thors Helm genannt. Sogar für einen nordischen Gott hätte Thors Helm heroische Ausmaße – er ist etwa 30 Lichtjahre groß. Tatsächlich ist der Helm eher eine interstellare Blase, die vom schnellen Wind des hellen, massereichen Sterns mitten in der Höhlung, der durch die umgebende Molekülwolke fegt, aufgebläht wird.

Der Zentralstern ist als Wolf-Rayet-Stern bekannt, also ein extrem heißer Riese, vermutlich in einer Entwicklungsstufe kurz vor einer Supernova. Der Nebel ist als NGC 2359 katalogisiert und befindet sich etwa 15.000 Lichtjahre entfernt im Sternbild Großer Hund (Canis Major).

Das scharfe Bild, das mit Breitband- und Schmalbandfiltern entstand, zeigt auffällige Details der faserartigen Strukturen im Nebel und eine türkise Farbe, die von der starken Strahlung von Sauerstoffatomen im leuchtenden Gas stammt.

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NGC 6888: Der Sichelnebel

Das Bild zeigt einen runden Nebel mit rosaroten fluffigen Strukturen, der von einer bläulich leuchtenden Hülle umgeben ist.

Credit und Bildrechte: Daniel López, IAC

NGC 6888 ist auch als Sichelnebel bekannt. Er ist eine kosmische Blase mit einem Durchmesser von etwa 25 Lichtjahren, die vom Wind ihres gleißend hellen, massereichen Zentralsterns aufgeblasen wird.

Dieses schöne Porträt des Nebels stammt vom Isaac-Newton-Teleskop auf dem Roque de los Muchachos auf der Kanarischen Insel La Palma. Das Farbkompositbild entstand aus Schmalband-Bilddaten, die Licht von Wasserstoff- und Sauerstoffatomen in dem windgeblasenen Nebel festhielten. Von den Wasserstoffatomen stammt der blaugrüne Farbton, der die detailreichen Falten und Filamente umhüllt.

Der Zentralstern von NGC 6888 ist als Wolf-Rayet-Stern (WR 136) klassifiziert. Der Stern stößt mit seinem starken Sternwind seine äußere Hülle ab, wobei er alle 10.000 Jahre soviel Masse auswirft, wie die Sonne besitzt. Die komplexen Strukturen im Nebel entstehen wahrscheinlich durch den starken Wind. Dieser trifft auf Materie, die in einer früheren Phase abgestoßen wurde.

Der Stern verheizt seinen Brennstoff mit einer ungeheuren Geschwindigkeit. Seine Existenz ist fast zu Ende, wahrscheinlich erlischt er mit einem Knall als spektakuläre Supernovaexplosion. NGC 6888 befindet sich im nebelreichen Sternbild Schwan (Cygnus), er ist etwa 5000 Lichtjahre entfernt.

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Thors Smaragdhelm

In einem Feld voller Sterne schimmert eine grünliche Wolke mit flügelähnlichen Fortsätzen, deren Ränder dunkelrosa leuchten. Die Form erinnert an den Helm des nordischen Gottes Thor.

Credit und Bildrechte: Robert Gendler

Diese helmförmige kosmische Wolke mit flügelartigen Fortsätzen wird Thors Helm genannt. Sie hat einen Durchmesser von etwa 30 Lichtjahren. Damit hat sie sogar für einen nordischen Gott heroische Ausmaße.

Doch der Helm ähnelt eher einer interstellaren Blase. Mitten in der Blase leuchtet ein heller, massereicher Wolf-Rayet-Stern. Seine schnellen Winde fegen durch die Molekülwolke, die ihn umgibt, und formen sie. Er ist ein extrem heißer Riese. Vermutlich befindet er sich in einem kurzen Stadium seiner Entwicklung vor einer Supernova.

Der Nebel ist als NGC 2359 katalogisiert. Er ist etwa 15.000 Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Großer Hund (Canis Major). Das scharfe Bild zeigt beachtliche Details der faserartigen Struktur im Nebel und starke smaragdfarbige Emissionen. Sie stammen von Sauerstoff-Atomen im leuchtenden Gas.

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NGC 6888: Der Sichelnebel

Der Sichelnebel leuchtet unten heller als oben. Er entsteht, indem ein Wolf-Rayet-Stern im Schwan seine äußeren Hüllen abstößt. Die rosarote Hülle ist von vielen nadelfeinen Sternen umgeben.

Credit und Bildrechte: Franck Bugnet

Wie entstand der Sichelnebel? Er liegt mitten im Bild und sieht aus wie ein Kokon im Weltraum, der sich entfaltet. Der Sichelnebel entstand durch den hellsten Stern in seiner Mitte. Eine führende Hypothese besagt, dass die Entstehung des Sichelnebels vor 250.000 Jahren begann. Damals wurde der massereiche Zentralstern zu einem Wolf-Rayet-Stern (WR 136).

Er warf seine äußeren Hüllen mit einem starken Sternenwind ab. Dabei stößt er alle 10.000 Jahre soviel Masse aus, wie die Sonne besitzt. Dieser Wind traf auf das umgebende Gas, das von einer früheren Entwicklungsphase übrig war. Er komprimierte es zu einer Reihe komplexer Hüllen und brachte es zum Leuchten.

Der Sichelnebel ist auch als NGC 6888 bekannt. Er ist etwa 4700 Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Schwan (Cygnus). Der Stern WR 136 explodiert vielleicht in den nächsten Millionen Jahren als Supernova.

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