Zwei Welten, eine Sonne

Zwei Bildfelder zeigen einen Sonnenuntergang auf der Erde (links) und auf dem Mars (rechts). Der Sonnenuntergang auf dem Mars wirkt sehr bläulich und ungewohnt.

Bildcredit und Bildrechte – linkes Bild: Damia Bouic; rechtes Bild: NASA, JPL-Caltech, MSSS; Digitale Bearbeitung: Damia Bouic

Wie sehr unterscheiden sich Sonnenuntergänge auf dem Mars und auf der Erde? Zum Vergleich wurden zwei Bilder unseres alltäglichen Sterns bei Sonnenuntergang fotografiert. Ein Bild entstand auf der Erde und eines auf dem Mars. Diese Bilder wurden auf die gleiche Winkegröße skaliert. Sie sind hier Seite an Seite dargestellt.

Ein kurzer Blick zeigt, dass die Sonne auf dem Mars kleiner wirkt als auf der Erde. Das ist einleuchtend, da der Mars 50% weiter von der Sonne entfernt ist als die Erde. Noch auffälliger ist, dass der Sonnenuntergang auf dem Mars um die Sonne herum merklich bläulicher wirkt als die typischen orangen Farben um die untergehende Sonne auf der Erde. Der Grund für die blauen Farbtöne auf dem Mars ist nicht vollständig erklärbar. Er hängt vermutlich mit den Eigenschaften des Marsstaubs zusammen, der Licht nach vorne streut.

Der irdische Sonnenuntergang wurde im März 2012 im französischen Marseille fotografiert. Der Mars-Sonnenuntergang wurde letzten Monat von der robotischen NASA-Raumsonde Curiosity im Krater Gale auf dem Mars fotografiert.

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Mondaufgang im Schatten des Mauna Kea

Der Mauna Kea wirft seinen langen Schatten über das Meer. Im Vordergrund ist ein Gipfel zu sehen, hinter den Wolken leuchtet der Mond im Schattenkegel, darüber ist der Erdschatten und ein rötlicher Gürtel zu sehen, der in den blauen Himmel übergeht.

Bildcredit und Bildrechte: Michael Connelley (U. Hawaii)

Wie kann der Mond durch einen Berg hindurch aufgehen? Das kann er nicht. Was hier fotografiert wurde, ist ein Mondaufgang im Schatten eines großen Vulkans. Der Vulkan ist der Mauna Kea auf Hawaii in den USA. Er ist ein beliebter Ort für spektakuläre Fotos, da er möglicherweise der beste Beobachtungsort auf dem Planeten Erde ist.

Die Sonne ist gerade in der entgegengesetzten Richtung hinter der Kamera untergegangen. Außerdem ist die volle Phase des Mondes vorbei. Wäre er exakt in seiner vollen Phase, würde er – möglicherweise verfinstert – an der Spitze des Schattens aufgehen.

Der Mond geht aber im dreieckigen Schattenkegel des Vulkans auf. Er ist Korridor aus Dunkelheit, der sich in der Ferne verjüngt wie zusammenlaufende Bahngleise. Der Mond ist zu groß und zu weit entfernt, als dass ihn der Schatten des Vulkans genau treffen könnte. Durch die Brechung des Mondlichtes in der Erdatmosphäre ist der Mond leicht oval verzerrt. Vorne stehen Aschenkegel von alten Vulkanausbrüchen.

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Vollmond im Erdschatten

Der Vollmond ist merkwürdig dunkel, weil er in den rötlichen Schatten der Erde getaucht ist. Nur oben schimmert er hell und bläulich, denn dorthin fällt Sonnenlicht, das von der oberen Ozonschicht der Erde gefiltert wird.

Bildcredit und Bildrechte: Rolf Olsen

Letzte Woche, am 4. April 2015, tauchte der Vollmond vollständig – wenn auch nur kurz – in den dunklen Kernschatten der Erde. Die totale Phase der Mondfinsternis dauerte weniger als 5 Minuten. Es war die kürzeste totale Mondfinsternis des Jahrhunderts.

Der Norden des Mondes glitt knapp unter dem oberen Rand des Kernschattens der Erde dahin. Er blieb relativ hell. Über den Rest der Mondseite, die zur Erde zeigt, ergoss sich eine Palette blauer und roter Farbtöne. Das gerötete Licht im Schatten auf der Mondoberfläche wird durch die tiefere Atmosphäre gefiltert. Vom Mond aus gesehen stammt es von allen Sonnenaufgängen und -untergängen am Rand der Erde.

Auch das bläulichere Licht am Schattenrand dringt durch die Erdatmosphäre. Doch hier fließen die Sonnenstrahlen durch Schichten, die hoch oben in der Stratosphäre liegen. Dieses Licht wird vom Ozon gefärbt. Ozon absorbiert rotes Licht und ist durchlässig für blaue Farbtöne.

Dieses scharfe Teleskopbild der Totalität wurde im neuseeländischen Auckland fotografiert. Der Nordpol des Mondes zeigt zum oberen Bildrand.

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Jupiter und Venus auf der Erde

Am Horizont steht eine Person. Sie hält die Planeten Venus und Jupiter scheinbar in den Händen. Am dunkelblauen Himmel leuchten Sterne, am Horizont ist das letzte Abendrot.

Bildcredit: Marek Nikodem (PPSAE)

Man sah es auf der ganzen Welt. Die Konjunktion von Venus und Jupiter war 2012 bei Sonnenuntergang unabhängig vom Wohnort fast überall auf der Erde zu sehen. Jeder konnte sie bei klarem Westhorizont beobachten. Das Foto zeigt die Komposition eines kreativen Fotografen. Er entfernte sich 2012 weit von den Stadtlichtern der polnischen Stadt Szubin, um beide Planeten bei der engen Annäherung zu fotografieren.

Die hellen Planeten waren nur drei Grad voneinander entfernt. Seine Tochter machte eine lustige Pose. Hinten leuchtete noch ein zarter roter Sonnenuntergang. Morgen früh (Montag) kommen die beiden Planeten einander sogar noch näher. An manchen Orten sind sie kurz vor Sonnenaufgang nur 0,2 Grad voneinander getrennt.

Beinahe Hyperraum: APOD-Zufallsgenerator

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Manhattanhenge: Ein Sonnenuntergang in New York City

Die Sonne geht genau am Ende einer Häuserschlucht in Manhattan unter. Vorne fahren Autos, die Straße ist von Wolkenkratzern gesäumt, der Himmel blau und klar. Ein Klick auf das Bild zeigt das unverzerrte Bild.

Bildcredit und Bildrechte: Neil deGrasse Tyson (AMNH)

Nächsten Samstag sieht man in New York bei schönem Wetter am rechten Ort, wie sich die Stadt bei Sonnenuntergang in ein modernes Stonehenge verwandelt. Die Straßen von Manhattan werden dann eindrucksvoll von Sonnenlicht geflutet, wenn die Sonne genau am westlichen Ende jeder Straße untergeht.

Normalerweise verschwindet der Sonnenuntergang hinter den riesigen Gebäuden in den gitterförmig angeordneten Straßen des größten Bezirks von New York City. Dieser Effekt macht Manhattan zu einer Art modernem Stonehenge, obwohl es etwa 30 Grad nordöstlich ausgerichtet ist. Wäre das Straßennetz von Manhattan perfekt ost-west-gerichtet, würde man den heutigen Effekt zum Frühlings– und Herbst-Äquinoktium sehen – am 21. März und 21. September. Das sind die einzigen Tage, an denen die Sonne genau in Ost-West-Richtung auf- und untergeht.

Dieses Bild wurde oben waagrecht gestreckt. Die Sonne geht von der Park Avenue aus gesehen in der 34. Straße unter. Keine Bange, wenn der Sonnenuntergang am Samstag hinter Wolken versteckt ist. Es passiert jedes Jahr Ende Mai und Mitte Juli. Wichtig ist, dass ihr dabei niemals direkt in die Sonne blickt!

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Ein grüner Blitz von der Sonne

Die untergehende Sonne im Bild ist stark verzerrt durch die Lufthülle der Erde, über der dunkelgelben Form mit rötlichem Rand befindet sich ein schmaler, grün leuchtender Strich.

Bildcredit und Bildrechte: Daniel López (El Cielo de Canarias)

Viele glauben, es wäre ein Märchen. Andere meinen, es gibt ihn, aber die Ursache wäre unbekannt. Manche brüsten sich damit, ihn gesehen zu haben. Es geht um den grünen Blitz von der Sonne. Tatsache ist: Es gibt den grünen Blitz, und seine Ursache ist bekannt.

Wenn die untergehende Sonne aus der Sicht verschwindet, hat der letzte Schimmer eine erstaunlich grüne Farbe. Der Effekt ist meist nur zu sehen, wenn ein ferner Horizont sehr niedrig ist. Der Blitz dauert nur ein paar Sekunden. Auch wenn die Sonne aufgeht, ist ein grüner Blitz sichtbar. Um ihn zu beobachten, braucht man aber eine sehr genaue Zeitplanung.

Das Bild oben zeigt einen dramatischen grünen Blitz und einen sogar noch selteneren roten Blitz. Beide wurden kürzlich bei einem Sonnenuntergang beobachtet. Er war am Observatorium auf dem Roque de los Muchachos auf den Kanarischen Inseln in Spanien zu sehen. Die Sonne wird nicht teilweise grün oder rot. Der Effekt entsteht in Schichten der Erdatmosphäre, wenn sie sich wie Prismen verhalten.

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Die teilweise verfinsterte Sonne geht unter

Über dem Meer geht hinter Wolkenfetzen die Sonne unter. Ein kleines Stück ist vom Mond bedeckt, sodass man rechts oben eine Kerbe in der Sonne sieht.

Bildcredit und Bildrechte: Andrew Wall

Wenn ihr genau schaut, seht ihr etwas Ungewöhnliches bei dieser untergehenden Sonne. Links neben der Sonne fliegen Vögel, aber das ist nicht sehr ungewöhnlich. Ein dunkles Meer bedeckt den unteren Rand der Sonne. Dunkle Wolken ziehen vor einem Teil der Mitte, doch auch das ist nicht gerade selten.

Viel ungewöhnlicher ist der bedeckte Teil rechts oben. Das ist keine abdeckende Wolke – es ist der Mond. Gestern wanderte der Mond vor einem Teil der Sonne vorbei. In Australien war das zu beobachten. Obwohl viele Orte störende Wolken meldeten, blitzte gelegentlich bei Sonnenuntergang eine teilweise bedeckte Sonne hervor. Dieses Bild wurde gestern im südaustralischen Adelaide am westlichen Horizont fotografiert.

Das Finsternismaximum war nur in einem kleinen Teil der Antarktis sichtbar. Dort bedeckte der ganze Mond die ganze Mitte der Sonne. Es entstand eine ringförmige Finsternis, bei der ein Feuerring der Sonne über den Rand hinausragt. Die nächste Sonnenfinsternis findet am 23. Oktober 2014 statt. Es ist wieder eine partielle Finsternis. Sie ist im Großteil von Nordamerika bei Sonnenuntergang zu sehen.

Galerie der gestrigen Finsternis

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Mammatuswolken über Nebraska

Über einem dunkelbraunen Gebäude türmen sich Wolken am Himmel. Sie hängen wie Blasen herab und werden von der Sonne seitlich beleuchtet.

Bildcredit und Bildrechte: Jorn Olsen Photography

Wann sehen Wolken unten wie Blasen aus? Die Unterseiten von Wolken sind meist flach. Wenn feuchte, warme Luft aufsteigt und abkühlt, kondensieren Wassertröpfchen bei einer bestimmten Temperatur. Diese entspricht normalerweise einer bestimmten Höhe.

Wenn Wassertröpfchen wachsen, entsteht eine undurchsichtige Wolke. Unter gewissen Umständen entstehen Wolkentaschen mit großen Tröpfchen aus Wasser oder Eis. Sie fallen in die klare Luft und verdampfen dabei. Solche Taschen entstehen manchmal in der stürmischen Luft nahe bei einem Gewitter. Mammatus wirken besonders dramatisch, wenn die Sonne sie von der Seite beleuchtet.

Diese Mammatuswolken wurden im Juni 2004 über Hastings in Nebraska fotografiert.

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