Malerischer Sonnenuntergang zum Äquinoktium

Eine Straße führt direkt zur Sonne, die gerade im Abendrot untergeht. Links und rechts ist die Straße von den Silhouetten blattloser Bäume gesäumt.

Bildcredit und Bildrechte: Roland Christen

Was ist am Ende der Straße? Die Sonne. In vielen Städte gibt es Straßen, die ost-westwärts verlaufen. Jedes Jahr geht an zwei Tagen die Sonne genau in der Mitte dieser Straßen auf und unter. Heute ist so ein Tag: ein Äquinoktium. Es ist nicht nur ein Tag mit gleicher Nacht- (aequus„-„nox) und Tageslänge, sondern auch ein Tag, an dem die Sonne exakt im Osten auf- und im Westen untergeht.*

Hier seht ihr eine malerische Straße im Nordwesten des US-Bundesstaates Illinois. Sie läuft annähernd von Osten nach Westen. Das Bild wurde heute vor einem Jahr beim März-Äquinoktium 2015 fotografiert. Es zeigt einen Sonnenuntergang am Ende der Straße.

In vielen Kulturen ist das März-Äquinoktium der erste Tag einer Jahreszeit. Auf der Nordhalbkugel der Erde ist das der Frühling und im Süden der Herbst. Verläuft eure Lieblingsstraße von Ost nach West? Heute bei Sonnenuntergang findet ihr das mit einem kurzen Blick heraus.*

*Anm. d. Ü: Das gilt streng genommen nur für den Äquator. An Orten weiter nördlich oder südlich verändert die Lichtbrechung der Erdatmosphäre die Zeit und Position, an der die Sonne auf- oder untergeht, beträchtlich.

Quiz (schwierig): Welche Straße ist hier zu sehen?

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Sonnwendsonne bei Lulworth Cove

Die Wellen bei der Lulworth Cove bilden ein auffälliges Interferenzmuster, das bei Sonnenuntergang gut erkennbar ist. Die Sonne folgt auf 5 Bildern dem tiefsten Tagesbogen des Jahres zur Sonnenwende.

Bildcredit und Bildrechte: Chris Kotsiopoulos (GreekSky)

Eine Aufnahme nach Süden und eine augenfällige Symmetrie machten am Sonnwendtag im Dezember die Lulworth Cove zu einem schönen Blickfang. Die Bucht liegt an der englischen Jura-Küste auf dem Planeten Erde.

Fünf Einzelbilder führten zu diesem einzigartigen Kompositbild. Sie folgen am kürzesten Tag des Jahres dem niedrigsten Tagesbogen der Sonne, und zwar von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Dieser ist zur Sonnenwende auf diesem nördlichen Breitenkreis zirka 103 Grad breit.

Die Bucht entstand durch die Erosion von Wellen. Sie erodierten die Form in den Kalksteinschichten der Küste. Die enge Öffnung zur Bucht erzeugt das runde Beugungsmuster der Wellen, das man durch den niedrigen Sonnenstand deutlich erkennt.

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Sonnenwende im Licht: ein Himmelsjahr

Videocredit und -rechte: Ken Murphy (MurphLab); Musik: Ariel (Moby)

Seht ihr den Tag der Wintersonnenwende? Jedes Bildfeld zeigt einen Tag. Mit 360 Filmfeldern ist der Himmel (fast) eines ganzen Jahres im Zeitrafferformat zu sehen. Die Filme wurden von einer Videokamera auf dem Dach des Exploratoriums in San Francisco (Kalifornien) aufgezeichnet. Die Kamera fotografierte ab Mitte 2009 bis Mitte 2010 alle 10 Sekunden ein Bild von vor Sonnenaufgang bis nach Sonnenuntergang. Rechts unten zeigt ein Zeitstempel die Ortszeit des Tages.

Die Videos sind chronologisch angeordnet. Links oben ist der 28. Juli und etwa in der Mitte der 1. Jänner. In den Videos zeigt Dunkelheit die Nacht, blau einen klaren Tag und Grau eine Wolkendecke bei Tag. Viele Videos zeigen komplexe Wolkenmuster, die im Laufe des Tages über das Weitwinkelfeld der Kamera wandern. Die Anfangsdunkelheit in der Mitte zeigt die spätere Dämmerung im Winter mit weniger Tageslichtstunden.

Zwar hat jeder Tag 24 Stunden, doch die Nacht dauert im Dezember in den Wintermonaten auf der Nordhalbkugel am längsten. Daher zeigt das Bildfeld mit der längsten Nacht den Tag der Wintersonnenwende. Sie findet heute auf der Nordhalbkugel statt. Wenn alle Videos gemeinsam enden, beginnen Sonnenuntergang und Dunkelheit zuerst an den Wintertagen in der Mitte. Die letzten sind die Hochsommerbilder in der unteren Reihe.

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Sonnenuntergang und Grüner Blitz beim Goldenen Tor

Videocredit und -rechte: Alex Rivest; Musik: Eureka von Huma-Huma

Die Kulisse ist die Bucht von San Francisco. Gerade geht die Sonne hinter der Golden Gate Bridge unter. Gleich seht ihr einen doppelten Sonnenuntergang mit einem seltenen grünen Blitz am Ende. Seht genau zu! Durch den Verkehr auf der Brücke ist die Luft ungewöhnlich warm. Im Zeitrafferfilm bricht sie das Licht der Sonne zur Erde. So entsteht ein zweites Bild über der Sonne.

Das zweite Bild der Sonne verschwindet, nachdem das Hauptbild unter die Brücke taucht. Es ist der erste „Sonnenuntergang“. Die ganze Zeit ziehen vorne Schiffe vorbei. Autos fahren über die Brücke. In der Ferne ziehen Wolken über den Himmel und reflektieren das Sonnenlicht. Die Szene endet mit einem Pfad in der unruhigen Erdatmosphäre, der nur energiereiches sichtbares Sonnenlicht durchlässt. Daher ist letzte Blick auf unseren Heimatstern ein grüner Blitz.

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Mammatuswolken über Saskatchewan

Über einem Baum hängen blasenartige Wolken vom Himmel. Sie werden seitlich von der Sonne beleuchtet.

Bildcredit und Lizenz: Craig Lindsay, Wikipedia

Warum wirken diese Wolken wie Blasen? Normalerweise sind die Unterseiten von Wolken flach. Wenn nämlich feuchte, warme Luft aufsteigt und dabei abkühlt, kondensiert sie bei einer gewissen Temperatur zu Wassertröpfchen. Diese Temperatur entspricht meist einer bestimmten Höhe. Wenn die Wassertröpfchen wachsen, entsteht eine undurchsichtige Wolke.

Unter bestimmten Bedingungen entstehen jedoch Wolkentaschen. Sie enthalten große Tröpfchen aus Wasser oder Eis, welche in die klare Luft fallen und dabei verdampfen. Solche Taschen treten zum Beispiel in der turbulenten Luft nahe bei einem Gewitter auf. Man bezeichnet sie als Mammatuswolken. Besonders dramatisch sehen sie aus, wenn die Sonne seitlich darauf scheint.

Diese Mammaten wurden im Sommer 2012 über Regina in Saskatchewan in Kanada fotografiert.

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Partielle Sonnenfinsternis über Texas

Hinter den Silhouetten von Bäumen, Gestrüpp und einer Windmühle geht eine Sichel unter. Es ist die Sonne, die teilweise vom Mond verdeckt wird. Der Himmel ist leuchtend rot.

Bildcredit und Bildrechte: Jimmy Westlake (Colorado Mountain College) und Linda Westlake

Es war ein typischer Sonnenuntergang in Texas, wenn man davon absieht, dass ein Großteil der Sonne fehlte. Der Verbleib des fehlenden Sonnenstücks war kein Geheimnis. Es lag hinter dem Mond. Dieses Bild ist eines der interessanteren, die bei einer partiellen Sonnenfinsternis 2012 fotografiert wurden. Es zeigt eine temporäre Sichelsonne. Sie ging am rötlichen Himmel hinter Gestrüpp und einer Windmühle unter.

Das Bild entstand etwa 30 Kilometer westlich von Sundown im US-amerikanischen Texas. Es war kurz nach Ende des Feuerring-Effekts. Der Mond wanderte von der Mitte der Sonne weiter. Heute sieht man auf der Erde wieder eine partielle Sonnenfinsternis. Zum Leid der Einwohner von Texas findet die heutige Finsternis nur im Süden von Afrika und in der Antarktis statt.

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Verzerrter Sonnenuntergang und grüner Blitz über Italien

Hinter dem Meer geht die Sonne über der Kirche San Pietro im italienischen Porto Venere unter. Sie wirkt eigentümlich geschichtet. Die oberste Schicht hat einen grünen Rand. Der Himmel dahinter leuchtet rot.

Bildcredit und Bildrechte: Paolo Lazzarotti

Das war ein seltsamer Sonnenuntergang. Zum einen war die sonst runde Sonne geometrisch verzerrt und mehrfach geschichtet. Andererseits leuchteten manche Schichten ungewöhnlich grün. Der Sonne ging es natürlich gut. Ihre seltsame Erscheinung entstand gänzlich in der Erdatmosphäre. Dort wurde ihr Licht gebrochen.

Wenn Luftschichten in der Erdatmosphäre ungewöhnlich warm sind, erscheinen Teile der Sonne manchmal verzerrt, sogar mehrfach. Der Effekt ist bei Sonnenaufgang und -untergang am stärksten. Dann betreffen Inverseionsschichten ganze Höhenlagen über dem Horizont. Verschiedene Farben der Sonne können unterschiedlich stark abgelenkt werden. Dabei leuchtet das oberste Bild der Luftspiegelung manchmal kurzzeitig grün. Das Phänomen ist als grüner Blitz bekannt.

Das Bild wurde im Februar im italienischen Porto Venere fotografiert. Vorne steht die Kirche San Pietro.

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Komet PanSTARRS und Sichelmond

In der Dämmerung leuchtet der Sichelmond mitten im Bild am dunkelvioletten Himmel. Links daneben ist die Silhouette eines Baumes. Rechts oben breitet Komet PanSTARRS seine Schweife aus.

Bildcredit und Bildrechte: Yuri Beletsky (Las Campanas Observatory, Carnegie Institution)

Ein Komet wurde rasch und unerwartet heller. Komet C/2014 Q1 (PanSTARRS) wurde letztes Jahr entdeckt. Nun ist er vielleicht ein paar Tage an manchen Orten kurz nach Sonnenuntergang mit bloßem Auge zu sehen. Der Komet umrundete die Sonne am 6. Juli und verlor offenbar einiges an Gas und Staub. Heute kommt er der Erde am nächsten. Daher nimmt die scheinbare Helligkeit und die Winkelbreite seiner Schweife stark zu.

Dieses Bild wurde vor zwei Tagen fotografiert. Es zeigt den Kometen PanSTARRS mit einem kurzen, weißen Staubschweif. Der Schweif wird nach rechts blasser. Sein langer blauer Ionenschweif zeigt von der Stelle weg, wo kurz zuvor die Sonne unterging. In der Bildmitte leuchtet der Sichelmond.

Morgen zieht Komet PanSTARRS nur 7 Grad am hellen Jupiter vorbei. In der Nähe steht die noch hellere Venus. Weil der Komet so nahe bei der Sonne steht, ist er mit seinen Schweifen in der hellen Abenddämmerung am besten mit Fernglas oder auf lang belichteten Fotos zu sehen.

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