Komet ISON wird von der Sonne zerstört

Videocredit: NASA, ESA, SOHO

Die meisten Kometen zerfallen bei einer nahen Begegnung mit der Sonne. Doch vor fast genau zwei Jahren dachten manche, Komet ISON wäre groß genug, um seine gefährliche Annäherung an der Sonne zu überstehen. Dieses Video zeigt die dramatische Szene. Sie wurde vom Sonnen- und Heliosphären-Observatorium (SOHO) der NASA aufgezeichnet.

Viele Erdlinge beobachteten fasziniert, wie nach der engsten Annäherung eine helle Fläche austrat. Doch sie verblasste bald und sich löste sich auf. Man vermutet, dass von dem Kometen C/2012 S1 (ISON) keine großen Bruchstücke übrig blieben. Neben dem Kometen sieht man die aktive Sonne. Sie stößt Beulen aus heißem Plasma aus – man bezeichnet sie als koronale Massenauswürfe.

Die Sonde SOHO im Orbit um die Sonne startete 1995. Sie wurde ein historisches Hilfsmittel bei der Entdeckung und Verfolgung von Kometen, die man als Sonnenstreifer kennt. Vor zwei Monaten wurde ein Komet SOHO 3000 benannt. Es geschah anlässlich der 3000. Erfassung eines Kometen, der auf SOHO-Bildern entdeckt wurde. Diese Summe ist ungefähr die Hälfte aller Kometen, die wir kennen.

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Antarktisches Analemma

Am blauen Himmel über der Antarktis zieht die Sonne eine Schleife. Die Einzelbilder wurden in Abständen von je 1 Woche immer zur selben Zeit fotografiert.

Bildcredit und Bildrechte: Adrianos Golemis

Kehrt die Sonne jeden Tag zum selben Punkt am Himmel zurück? Nein. Eine bessere, anschaulichere Antwort auf diese Frage ist ein Analemma. Das ist ein Kompositbild, für das ein Jahr lang in gleichmäßigen Abständen immer am selben Ort und zur gleichen Uhrzeit fotografiert wird.

Dieses wöchentliche Analemma entstand bei der Station Dome Concordia in der Antarktis trotz niedriger Temperaturen und großer Windstärke. Das digitale Kompositbild ist vermutlich das erste Analemma aus der Antarktis. An mehreren Tagen wurde die 16-Uhr-Position der Sonne fotografiert. Das Bild zeigt die Sonne nur von September bis März, weil sie den Rest des Jahres unter dem Horizont stand.

Heute ist Äquinoktium. Die Sonne geht nach sechs Monaten Dunkelheit am Südpol auf und bleibt bis zum nächsten Äquinoktium im März 2016 über dem Horizont. Die Lichtbrechung der Atmosphäre ist dort stark. Umgekehrt geht die Sonne heute am Nordpol nach einem halben Jahr Tageslicht unter. Für den Rest der Erde dauern heute am Äquinoktium Tag und Nacht 12 Stunden (es gibt Abweichungen).

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Protuberanz auf der Sonne

Die Sonne ist teilweise invertiert dargestellt. Sonnenflecken und der Sonnenrand sind hell. Auf Bildern in sichtbarem Licht sind diese Merkmale dunkler. Über dem Horizont schwebt eine riesige Sonnenfackel, die sogar größer ist als der Planet Jupiter.

Bildcredit und Bildrechte: Alan Friedman (Averted Imagination)

In der schaurigen Landschaft schwebt weiß glühendes Plasma im schleifenförmigen Magnetfeld der Sonne über dem Sonnenrand. Die Ansicht vom 16. September reicht bis zum östlichen Horizont. Die Szene wurde mit einem Gartenteleskop fotografiert. Schmalbandfilter nahmen das Licht von ionisiertem Wasserstoff auf.

Die magnetische Plasmawand ist etwa 600.000 km breit. Dagegen wirken andere Welten im Sonnensystem zwergenhaft. Der majestätische Gasriese Jupiter hat einen Durchmesser von nur 143.000 km, der Planet Erde ist sogar kleiner als 13.000 km. Die gewaltige Struktur wird wegen ihrer Erscheinung als Heckenprotuberanz bezeichnet, doch sie ist alles andere als stabil. So große Sonnenprotuberanzen sind relativ häufig.

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ISS-Doppeltransit

Die Oberfläche der Sonne hat dunkle Markierungen. Unten in der Mitte ist eine große Sonnenfleckengruppe. Oben und fast in der Mitte kreuzt die Internationale Raumstation ISS vor der Sonne.

Bildcredit und Bildrechte: Hartwig Luethen

Nicht ein-, sondern zweimal kreuzt die Internationale Raumstation ISS auf diesem Komposit aus Videobildern die Sonne, während sie auf ihrer Bahn den Planeten Erde umrundete. Die Szenerie wurde am 22. August an einem gut gewählten Ort im deutschen Schmalenbeck abgelichtet. Dort kreuzten sich die Schattenpfade der ISS. Sie waren nur 7 Kilometer breit.

Die Transite vor der Sonnenscheibe dauerten höchstens eine Sekunde. Sie lagen zeitlich etwa 90 Minuten auseinander. Das entspricht einem Erdumlauf. Aus der großen Sonnenfleckengruppe AR 2043 brachen Fackeln aus. Die Gruppe lag unter der Mitte und blieb komfortable 150 Millionen Kilometer entfernt. Die Entfernung zwischen Kamera und ISS betrug beim ersten (oberen) Transit 656 km. Beim zweiten Transit, der näher bei der Mitte verlief, war die Raumstation 915 km entfernt.

Die Winkelgröße der auffallend scharfen Silhouette der ISS ist bei der ersten näheren Passage merklich größer. Morgen quert der Mond die Sonne*. Doch sogar an gut gewählten Orten verfehlt sein dunkler Kernschatten die Erdoberfläche knapp. Daher ist nur eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen.
*In Europa ist das Ereignis unbeobachtbar.

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Verzerrter Sonnenuntergang und grüner Blitz über Italien

Hinter dem Meer geht die Sonne über der Kirche San Pietro im italienischen Porto Venere unter. Sie wirkt eigentümlich geschichtet. Die oberste Schicht hat einen grünen Rand. Der Himmel dahinter leuchtet rot.

Bildcredit und Bildrechte: Paolo Lazzarotti

Das war ein seltsamer Sonnenuntergang. Zum einen war die sonst runde Sonne geometrisch verzerrt und mehrfach geschichtet. Andererseits leuchteten manche Schichten ungewöhnlich grün. Der Sonne ging es natürlich gut. Ihre seltsame Erscheinung entstand gänzlich in der Erdatmosphäre. Dort wurde ihr Licht gebrochen.

Wenn Luftschichten in der Erdatmosphäre ungewöhnlich warm sind, erscheinen Teile der Sonne manchmal verzerrt, sogar mehrfach. Der Effekt ist bei Sonnenaufgang und -untergang am stärksten. Dann betreffen Inverseionsschichten ganze Höhenlagen über dem Horizont. Verschiedene Farben der Sonne können unterschiedlich stark abgelenkt werden. Dabei leuchtet das oberste Bild der Luftspiegelung manchmal kurzzeitig grün. Das Phänomen ist als grüner Blitz bekannt.

Das Bild wurde im Februar im italienischen Porto Venere fotografiert. Vorne steht die Kirche San Pietro.

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Die Sonnenfleckengruppe AR 2339 kreuzt die Sonne

Images Credit: NASA, SDO; Videobearbeitung und Videorechte: Stanislav Korotkiy (AstroAlert) und Mikhail Chubarets; Musik: Pas de Deux (Bird Creek)

Wie entwickeln sich Sonnenflecken? Große, dunkle Sonnenflecken – und die aktiven Regionen, die sie enthalten – können wochenlang bestehen. Doch sie verändern sich ständig. Diese Änderungen waren vor wenigen Wochen besonders offenkundig, als die Aktive Region AR 2339 am Rand der Sonne auftauchte. Die darauf folgenden 12 Tage wurde sie vom Solar Dynamics Observatory (SDO) der NASA beobachtet.

Dieses Zeitraffervideo zeigt, wie manche Sonnenflecken auseinandertreiben, während andere verschmelzen. Die ganze Zeit verlagern sich die dunklen zentralen Umbrae. Die helleren Penumbrae außen flimmern und flackern. Die umgebende Sonne flackert scheinbar, weil die gelben Granulen im Laufe von Stunden kommen und gehen. Die Granulen sehen aus wie ein Teppich.

Sonnenflecken sind relativ kühle Regionen. Dort dringt das lokale Magnetfeld durch die Sonnenoberfläche, was die Aufheizung verhindert. Letzte Woche erreichte eine noch aktivere Region – AR 2371 – die Vorderseite der Sonne. Sie löste mächtige Sonnenfackeln zu aus, die hier auf der Erde zu eindrucksvollen Polarlichtern führten.

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Alle Farben der Sonne

Das Spektrum der Sonne wurde hier extrem weit aufgefächert, sodass es auf viele Zeilen umgebrochen werden musste, um ins Bild zu passen. Oben sind rote Farben, in der Mitte leuchtet das Spektrum grün und unten blau.

Bildcredit und Bildrechte: Nigel Sharp (NSF), FTS, NSO, KPNO, AURA, NSF

Wir wissen noch immer nicht, warum im Licht der Sonne einige Farben fehlen. Hier sind alle sichtbaren Farben der Sonne abgebildet. Sie entstehen, wenn Sonnenlicht durch ein prisma-artiges Gerät gelenkt wird. Das Spektrum stammt vom McMath-Pierce-Sonnenteleskop. Es zeigt, dass unsere Sonne fast jede Lichtfarbe abstrahlt, obwohl sie weiß erscheint. In gelbgrünem Licht leuchtet sie am hellsten.

Die dunklen Streifen im Spektrum entstehen, wenn Gas in oder über der Sonnenoberfläche Licht absorbiert, das darunter abgestrahlt wurde. Weil verschiedene Arten Gas unterschiedliche Lichtfarben schlucken, kann man feststellen, aus welchen Gasen die Sonne besteht. Helium wurde zum Beispiel erstmals 1870 im Sonnenspektrum entdeckt. Erst später fand man es auch hier auf der Erde. Inzwischen wurden die meisten Absorptions-Spektrallinien zugeordnet – aber noch nicht alle.

Neue Übersetzungen: APOD ist jetzt auf kroatisch und montenegrinisch verfügbar

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LightSail A

Die Raumsonde LightSail A blickt im Erdorbit auf ihr silbrig glänzendes Sonnensegel. Das Bild ist lila gefärbt. Über dem Segel strahlt die Sonne.

Bildcredit: The Planetary Society

LightSail A reiste per Anhalter in den niedrigen Erdorbit. Dort führte es eine herausfordernde Testmission durch und entfaltete am 7. Juni sein 32 m² großes Mylar-Sonnensegel. Das dramatische Bild stammt von einer der Fischaugenkameras. Sie ist so groß wie ein Brotlaib und fotografierte das entfaltete Segel, das im Sonnenlicht glänzte.

LightSail A war mit geöffnetem Segel vor dem letzten Orbit von der Erde aus sichtbar. Letztes Wochenende trat es in die Atmosphäre ein. Die erfolgreiche Demonstration ebnet den Weg für die Raumsonde LightSail B. Ihr Start ist für April 2016 geplant.

Durch den Weltraum zu segeln war einst Stoff für Science-Fiction. Es wurde vor 400 Jahren vom Astronomen Johannes Kepler vorgeschlagen. Er beobachtete, wie Kometenschweife vom Sonnenwind verweht werden. Doch moderne Sonnensegelentwürfe wie jenes, das von LightSail A getestet wurde, setzen auf den geringen, aber stetigen Schub des Sonnenlichts.

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