Juno zeigt Jupiters Wolken in Bewegung

Videocredit: NASA, JPL-Caltech, SwRI, MSSS; Bearbeitung: Gerald Eichstädt

Wie bewegen sich Jupiters Wolken? Um das herauszufinden, analysierte man Bilder der NASA-Sonde Juno von ihrem letzten Vorbeiflug an Jupiter und kombinierte sie digital zu einem Zeitraffervideo. Es dauert acht Sekunden. Die Bilder entstanden im Abstand von neun Minuten. Sie wurden digital extrapoliert. Das Video zeigt die Bewegung von Jupiters Wolken in 29 Stunden.

Die Animation entstand mit Computern. Sie erinnert an ein psychedelisches Paisleymuster und zeigt den Forschenden, dass runde Stürme wirbeln. Die Bänder und Zonen hingegen fließen. Diese Bewegung ist nicht überraschend. Schon zuvor konnte man sie auf Zeitraffervideos von Jupiter zu beobachten, aber noch nie so detailreich wie hier.

Die Region ist etwa viermal so breit wie Jupiters großer Roter Fleck. Junos Ergebnisse zeigen, dass Wetterphänomene auf Jupiter bis tief unter die Oberfläche der Wolken reichen können. Diese Erkenntnis ist neu und anders als erwartet.

Zur Originalseite

Der ungewöhnliche Felsen auf Tychos Gipfel

Das Gebirge im Bild ist der zentrale Berg im Krater Tycho auf dem Mond. Rechts unten ist ein Einschub, der die Position des Kraters zeigt. Das kleine Bild links oben zeigt den Krater im Detail. Mitten auf dem Berg liegt ein Felsbrocken, was rätselhaft ist, da der Krater durch einen Einschlag entstand.

Bildcredits – Hauptbild: NASA, Arizona State U., LRO; Einschub oben: NASA, Arizona State U., LRO; Einschub unten: Gregory H. Revera

Warum liegt auf dem Gipfel von Tychos Zentralberg ein riesiger Felsblock? Der Krater Tycho auf dem Mond ist ein Merkmal, das man sehr leicht erkennt. Man sieht ihn sogar mit bloßem Auge, wie das Bild rechts unten zeigt. Doch mitten im Krater Tycho (Einschub links oben) liegt etwas Ungewöhnliches, nämlich ein 120 Meter großer Felsbrocken! Der Lunar Reconnaissance Orbiter LRO, der um den Mond kreist, fotografierte ihn im letzten Jahrzehnt bei Sonnenaufgang mit sehr hoher Auflösung.

Zum Ursprung gibt es einige Hypothesen. Die wahrscheinlichste davon lautet, dass die gewaltige Kollision, die den Krater Tycho vor etwa 110 Millionen Jahren schlug, den Brocken hochschleuderte. Als er wieder herabfiel, landete er zufällig mitten auf dem neuen Zentralberg.

In den nächsten Milliarden Jahren tragen Mondbeben und Einschläge von Meteoriten den Zentralberg in Tycho langsam ab. Dabei taumelt der Felsblock wohl die 2000 Meter zum Kraterboden hinab und zerfällt.

Zur Originalseite

Saturns Ringe wie eine Harfe spielen

Die interaktive Grafik ist hier: apod.nasa.gov/apod/image/1804/saturn-harp/

Bildcredit: WISE, IRSA, NASA; Bearbeitung und Bildrechte: Francesco Antonucci

Klar habt ihr Saturns Ringe schon einmal gesehen. Aber habt ihr sie auch schon mal gehört? Wenn nicht, nützt diese Gelegenheit und spielt auf Saturns Ringen wie auf einer Harfe. Die Klangdarstellung spielt die Regionen von Saturns zentralem B-Ring als immer höhere Töne ab, je heller sie gefärbt sind.

Klickt zu Beginn im Webbrowser irgendwo ins Bild. Zupft Saiten nacheinander, indem ihr den Mast des Magnetometers am Bild der Raumsonde über die Saiten schiebt. Es gibt einen automatischen und einen manuellen Modus.

Das Bild in natürlichen Farben entstand im Juli 2017 gegen Ende der Mission Cassini. Dabei streifte die Sonde die Saturnringe und nahm die bisher am höchsten aufgelösten Bilder der Ringe auf. Die Ringe bestehen großteils aus Wassereis. Derzeit wird noch erforscht, warum sie bräunlich sind und nicht weiß. Wenn ihr die Moll-Tonart wählt, erscheint eine andere Falschfarbenversion des Bildes. Sie zeigt Regionen mit höherem Wassereisgehalt röter.

Zur Originalseite

Tauchgang auf Jupiter

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, SwRI, MSSS, Gerald Eichstadt, Justin Cowart

Diese Simulation zeigt einen Sturz in die obere Atmosphäre von Jupiter. Er ist der größte Gasriese im Sonnensystem. Die faszinierende Animation entstand aus Bilddaten von JunoCam und dem Mikrowellenradiometer, das sich an Bord der Raumsonde Juno befindet. Juno kreist um Jupiter.

Die Reise beginnt etwa 3000 Kilometer über Jupiters südlichen Wolkenoberflächen. Am Display links könnt ihr der Reise folgen. Wenn die Höhe sinkt, steigt die Temperatur, wenn ihr bei Jupiters berühmtem Rotem Fleck tiefer taucht. Der Rote Fleck ist das größte Sturmsystem im Sonnensystem. Junos Daten zeigen, dass er ungefähr 300 Kilometer in die Atmosphäre des Riesenplaneten hinabreicht. Im Vergleich dazu liegt der tiefste Punkt in den Ozeanen der Erde in einer Tiefe von nur etwa 11 Kilometern. Aber keine Panik. Ihr fliegt auch wieder hinaus.

Zur Originalseite

Merkur, visualisiert von MESSENGER

Videocredit: NASA, JHUAPL, CIW; Bearbeitung: Roman Tkachenko; Musik: Open Sea Morning von Puddle of Infinity

Wie ist es, wenn man über den Planeten Merkur fliegt? Die Robotersonde MESSENGER der NASA umkreiste Merkur von 2011 bis 2015. Ihre Bilder und Daten wurden digital zu einem virtuellen Flug kombiniert. Er zeigt einen Großteil der Oberfläche des heißen Planeten.

Die innerste Welt im Sonnensystem sieht so ähnlich aus wie der Erdmond. Das Gelände auf der Oberfläche ist grau und voller Krater. MESSENGER fand viel über Merkur heraus. Dazu gehört, dass es in den Schatten bei seinen Polen wahrscheinlich Wassereis gibt.

Zu Beginn des Videos sieht man die Seite von Merkur, die zur Sonne zeigt. Am Ende verschwindet die virtuelle Raumsonde in der Merkurnacht. Merkur dreht sich so langsam, dass er bei zwei Wanderungen um die Sonnen nur dreimal um sich selbst rotiert. 2018 soll die europäische und japanische Sonde BepiColombo starten. Sie soll Merkurs Oberfläche besser kartieren und sein Magnetfeld sondieren.

Zur Originalseite

Erde und Mond

Bildrechte: NASA, JPL, Galileo-Projekt; Bearbeitung und Lizenz: Gordan Ugarkovic

Nur selten werden Erde und Mond zusammen fotografiert. Diesen Monat vor 25 Jahren bot sich eine der besten Gelegenheiten. Damals sauste die Jupitersonde Galileo am System unserer Heimatwelt vorbei. Die Raumsonde Galileo näherte sich auf etwa 15 Erde-Mond-Distanzen. Von dort aus sah sie, wie unser natürlicher Begleiter an unserer Heimatwelt vorbeiglitt.

Dieses Video kombiniert 52 historische Bilder, die farbverstärkt wurden. Der Mond wirkt zwar neben der Erde klein. Doch kein anderer Planet im Sonnensystem hat einen Begleiter, dessen Größe so ähnlich ist. Rechts außen ist die Sonne. Sie beleuchtete etwa die Hälfte jeder Kugel. Die rotierende Erde zeigt Wolken, blaue Ozeane und braune Kontinente.

Heute Nacht leuchtet auf der ganzen Erde ein fast voller Eichen–Supermond. Er scheint von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang.

Zur Originalseite

Der ungewöhnliche Berg Ahuna Mons auf Ceres

Mitten im Bild ragt der Berg Ahuna Mons auf. Er steht auf dem Zwergplaneten Ceres.

Bildcredit: Mission Dawn, NASA, JPL-Caltech, UCLA, MPS/DLR/IDA

Wie entstand dieser ungewöhnliche Berg? Ahuna Mons ist der größte Berg auf dem Zwergplaneten Ceres. Sie ist der größte bekannte Asteroid in unserem Sonnensystem und umkreist unsere Sonne im Hauptasteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter.

Ahuna Mons ist anders als alles, was wir je zuvor gesehen haben. Vor allem sind ihre Hänge nicht von alten Kratern bedeckt, sondern mit jungen, senkrechten Streifen. Eine Hypothese besagt, dass Ahuna Mons ein Eisvulkan ist. Er entstand kurz nach einem großen Einschlag auf der gegenüberliegenden Seite des Zwergplaneten. Der Einschlag könnte das Gelände durch gebündelte Erdbebenwellen gelockert haben.

Die hellen Streifen enthalten wohl viel reflektierendes Salz. Sie sind vielleicht ähnlich zusammengesetzt wie die Materialien, die man vor kurzer Zeit in den berühmten hellen Flecken von Ceres fand.

Das Digitalbild ist doppelt überhöht. Es entstand aus Oberflächenkarten der Robotermission Dawn von Ceres vom letzten Jahr.

Offene Wissenschaft: Stöbert in +1500 Codes der Quelltextbibliothek für Astrophysik

Zur Originalseite

Cassinis letztes Bild

Das letzte Bild der Raumsonde Cassini zeigt ihren Einschlagsort, als er noch auf der Nachtseite des Planeten lag. Saturns Oberfläche wurde dort von den Ringen beleuchtet, die Sonnenlicht reflektieren.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute

Wie geplant tauchte die Raumsonde Cassini am 15. September in die obere Atmosphäre von Saturn. Davor erforschte sie 13 Jahre lang das Saturnsystem. Die Schubdüsen der Raumsonde feuerten bis zum Ende. Nach dem großen Finale – das war beispiellosen Serie von 22 Tauchgängen zwischen Saturn und den Ringen – stürzte die Sonde in die Atmosphäre.

Cassinis letztes Signal erreichte nach 83 Minuten den Planeten Erde und den Antennenkomplex Deep Space Network im australischen Canberra. Dort verlor man um 11:55 UT den Kontakt mit der Raumsonde. Für die Raumsonde war Saturn hell. Die Sonne stand oben, als Cassini mit 113.000 km/h in die wirbelnden Wolkenoberflächen des Gasriesen pflügte.

Cassinis letztes Bild zeigt den Ort des Einschlags Stunden früher, als er noch auf der Nachtseite des Planeten lag. Die Oberflächen der Wolken werden von den Ringen beleuchtet. Es ist Sonnenlicht, das von den Saturnringen reflektiert wird.

Zur Originalseite