Vom Kreuz des Nordens zum Kreuz des Südens

An einem farbenprächtigen Himmel wölbt sich die Milchstraße mit dicken Staubbahnen in der Mitte. Am Horizont leuchten einige orangefarbene Lichter, unter der Milchstraße sind Mond, Merkur, Venus und Saturn.

Bildcredit und Bildrechte: Nicholas Buer

Eine Straße verbindet das Kreuz des Nordens mit dem Kreuz des Südens. Doch man sieht sie nur, wenn man zur rechten Zeit am rechten Ort ist. Die Straße ist das zentrale Band der Milchstraße. Der passende Ort war hier der dunkle Laguna Cejar im Salar de Atacama. Er liegt im Norden von Chile. Die richtige Zeit war Anfang Oktober, kurz nach Sonnenuntergang.

Das Bild zeigt viele Himmelswunder: Den hellen Mond im Bogen der Milchstraße. Die Venus knapp über dem Mond. Saturn und Merkur knapp unter dem Mond. Ganz links zwei Begleitgalaxien, die Große und die Kleine Magellansche Wolke. Rotes Nachthimmellicht links am Horizont. Die Lichter kleiner Städte an mehreren Orten am Horizont.

Das Panoramas wurde aus 30 Bildern erstellt. Man möchte meinen, es eine wäre eine beschauliche Erfahrung gewesen. Doch dafür hätte man Ohrstöpsel gebraucht, um das ständige Kreischen wilder Esel auszublenden.

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Neptunmond Despina

Von unten ragt der Planet Neptun ins Bild. Davor wandert oben der Neptunmond Despina vorbei und wirft einen Schatten auf den Planeten.

Bildcredit: NASA, JPL – Rechte am bearbeiteten Bild: Ted Stryk

Despina ist ein kleiner Neptunmond. Die winzige Despina ist nur 148 Kilometer groß. Sie wurde 1989 auf Bildern der Raumsonde Voyager 2 entdeckt. Die Raumsonde fotografierte den Mond bei ihrer nahen Begegnung mit dem fernsten Gasriesenplaneten im Sonnensystem.

20 Jahre später durchsuchte der Amateur-Bildbearbeiter und Philosophieprofessor Ted Styrk die Daten von Voyager 2. Dabei entdeckte er etwas, das bis dahin niemandem aufgefallen war: Bei einem Transit warf Despina einen Schatten auf Neptuns blaue Wolkenoberflächen.

Das Kompositbild von Despina und ihrem Schatten wurde aus vier Archivaufnahmen zusammengesetzt. Die Bilder wurden am 24. August 1989 in Abständen von neun Minuten fotografiert. Despina wurde künstlich aufgehellt. So ist sie leichter erkennbar. In der antiken griechischen Mythologie ist Despina eine Poseidons Tochter. Poseidon ist der römische Gott Neptun.

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Wolken und Sicheln

Am blauen Himmel in der Abenddämmerung stehen oben die sehr schmale Mondsichel und unten die Sichel der Venus. Dazwischen fliegt ein Flugzeug.

Bildcredit und Bildrechte: Christoph Malin (TWAN)

Die Sichel der Venus leuchtet am westlichen Horizont in der Abenddämmerung, als der Himmel aufklarte. Der Schwesterplanet der Erde lächelte am 2. Jänner bei einer Konjunktion mit dem schmalen, jungen Sichelmond zwischen den tiefen Wolken am unteren Bildrand.

Die Begegnung der Sicheln von Mond und Venus sah man zu Neujahr auf der ganzen Welt am Himmel. Der doppelte Kondensstreifen gehörte zu einem Flugzeug über Appenzell in der Schweiz. Bald verschwindet die Venus vom Abendhimmel. Am 11. Jänner erreicht sie ihre untere Konjunktion. Ende Jänner kehrt sie als Morgenstern zum Himmel des Planeten Erde zurück. Auch der Mond ist dann wieder jung.

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Eine Neujahrssichel

Über der Silhouette steht die junge Sichelvenus am orangefarbenen Abendhimmel über Québec in Kanada.

Bildcredit und Bildrechte: Jay Ouellet

Das ist nicht der junge Sichelmond, der nach Sonnenuntergang über dem westlichen Horizont schwebt. Es ist vielmehr die Venus in einer Sichelphase, die mit einem langen Teleobjektiv am kühlen Abend des 30. Dezember 2013 im kanadischen Québec auf der Erde fotografiert wurde.

Das gleißend helle Himmelslicht sinkt jeden Tag tiefer in die Abenddämmerung. Doch ihre scheinbare Größe wächst, und beim Blick durch ein Fernglas wird sie zu einer immer dünneren Sichel, während sie sich ihrer unteren Konjunktion nähert. Sie steht dann am 11. Jänner zwischen Erde und Sonne. An den nächsten Abenden ist auch ein junger Sichelmond zu sehen, er begleitet die Venussichel in der Dämmerung im Westen.

Die ersten historischen Beobachtungen der Phasen der Venus machte Galileo 1610 mit seinem Teleskop. Sie waren ein Indiz, das mit dem kopernikanischen Modell des Sonnensystems übereinstimmte, nicht jedoch mit dem ptolemäischen System.

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Im Schatten Saturns

Saturn ist im Gegenlicht der Sonne abgebildet. Eine beschriftete Version zeigt die Positionen von Mars, Venus, Erde und Mond.

Bildcredit: Cassini-Bildgebungsteam, SSI, JPL, ESA, NASA

Im Schatten Saturns treten unerwartete Naturwunder zutage. Die Roboter-Raumsonde Cassini umkreist derzeit Saturn. Sie zog zu Beginn des Jahres in den Schatten des Riesenplaneten und blickte zur abgedunkelten Sonne. Cassini zeigte einen einzigartigen, gefeierten Anblick.

Als Erstes ist die Nachtseite Saturns zu sehen. Sie wird teilweise von seinem majestätischen Ringsystem reflektiert. Saturns ausgedehntes Ringsystem erscheint so majestätisch wie immer, sogar aus dieser seltsamen Perspektive. Viele der Ringteile leuchten nur als irreguläre Sicheln. Auf diesem Bild in natürlichen Farben streuen sie Sonnenlicht zu Cassini.

Auch mehrere Monde und Ringmerkmale sind erkennbar. Saturns E-Ring wirkt relativ markant. Das ist jener Ring, der durch die ungewöhnlichen Eisfontänen des Mondes Enceladus entsteht, nämlich der äußerste, oben sichtbare Ring.

Links oben stehen in die weit entfernten Planeten Mars und Venus. Rechts unten ist der vielleicht erstaunlichste Anblick von allen: Es ist der beinahe unsichtbare, blassblaue Punkt der Erde. Fast übersieht man ihn.

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Kepler-78b: erdgroßer Planet entdeckt

Die Illustration zeigt links die Erde in grünen und blauen Farbtönen. Kepler 78b rechts mit 1,8 Erdmassen leuchtet gelb und rot.

Illustrationscredit: David A. Aguilar (CfA)

Kepler-78b ist nur wenig größer als die Erde, doch eigentlich sollte er nicht existieren. Seine Größe ist ungewöhnlich, und zwar in dem Sinn, dass seine Größe jener der Erde am nächsten kommt.

Auch sein Orbit ist einzigartig in Bezug darauf, dass er einen sonnenähnlichen Stern umkreist. Diesem Stern kommt er 40-mal näher als der Planet Merkur der Sonne. In so geringer Entfernung ist sogar Gestein flüssig. Modelle der Planetenentstehung prognostizieren, dass auf einer so engen Bahn kein Planet entstehen kann, und Modellen der Planetenentwicklung zufolge sollte die Umlaufbahn von Kepler-78b absinken. Daher ist der Planet dem Untergang geweiht. Er verschmilzt vielleicht mit seinem Zentralstern.

Die Illustration zeigt Kepler-78b im Vergleich zur Erde. Der Planet wurde mit der Raumsonde Kepler im Erdorbit durch Bedeckung entdeckt. HARPS-Nord untersucht ihn weiterhin hinsichtlich leichter Schwankungen. HARPS-Nord ist ein Spektrograf am 3,6-Meter-Teleskop des Telescopio Nazionale Galileo auf den Kanarischen Inseln.

Neue Schätzung: 20% der sonnenähnlichen Sterne haben einen bewohnbaren erdgroßen Planeten

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ISON, Mars, Regulus

Komet Ison (oben), der Planet Mars, der helle Stern Regulus und die Zwerggalaxie Leo I teilen sich ein zwei Grad hohes Bildfeld.

Bildcredit und Bildrechte: Pete Lawrence (Digital-Astronomy)

Dieser Himmelsschnappschuss zeigt von oben nach unten im selben Bildfeld den Kometen ISON, den Planeten Mars und Regulus, den Alphastern im Sternbilde Löwe. Die Szenerie vom frühen Morgenhimmel des 15. Oktober zeigt etwa zwei Grad am östlichen Horizont.

Von den drei Objekten leuchtet der groß angekündigte Komet ISON (C/2012 S1) am schwächsten. Mit in einer Entfernung von 14 Lichtminuten (1,7 AU) ist er der Erde am nächsten. Mars ist nicht viel weiter von uns entfernt, nämlich etwa 16,5 Lichtminuten (2 AU). Seine normale rötliche Farbe ist auf dieser Aufnahme ausgewaschen.

Regulus überstrahlt aus einer Entfernung von 75 Lichtjahren sowohl den Kometen als auch den Planeten. Der sehr blasse Lichtfleck über Regulus ist die Zwerggalaxie Leo I. Sie ist 800.000 Lichtjahre entfernt und geht im Glanz des hellen, bläulichen Sterns fast unter.

Komet ISON soll noch heller werden. Noch ist nicht klar, wie hell, aber er bleibt am Nachthimmel weniger hell als der Vollmond. ISONs Kern ist etwa 1 bis 4 Kilometer groß und könnte seine sehr enge Begegnung mit der Sonne am 28. November großteils überdauern. Falls er bestehen bleibt, erscheint er Anfang Dezember auf der Nordhalbkugel vor Sonnenaufgang wieder über den Osthorizont.

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Die Erde winkt Saturn

Das Bild der Erde ist eine Fotocollage aus Bildern, die von ihren Bewohnern zur Mission Cassini geschickt wurden. Eine hoch aufgelöste Version der Collage zeigt die Einzelbilder.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, Cassini-Projekt, Erdbewohner

Diese freundliche Fotocollage entstand aus mehr als 1400 Bildern. Sie wurden von Bewohnern des Planeten Erde zur 19. „Winke Saturn“-Aktion der Mission Cassini geschickt.

Das Basisbild der Erde entspricht dem Blick der Raumsonde Cassini im Saturnorbit an diesem Tag, als ihre Kameras Bilder der Erde fotografierten. Unser Planet Erde stand als blasser blauer Punkt im Hintergrund. Saturn war zu dieser Zeit 9,65 Astronomische Einheiten entfernt. Daher brauchte das Licht all dieser winkenden Erdbewohner länger als 80 Minuten für die Reise zu Cassinis Kameras.

Hier ist etwas zum Schmunzeln: Ladet die hoch aufgelöste Datei (28 MB-JPG) hier herunter und vergrößert die Bilder der Collage.

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