Wellen aus Nachthimmellicht über Tibet

Schwerewellen über Tibet erzeugen dieses Muster aus Nachthimmellicht nach einem schweren Gewitter.

Bildcredit und Bildrechte: Jeff Dai

Warum sieht der Himmel wie eine gewaltige Zielscheibe aus? Durch Nachthimmellicht. Nach einem gewaltigen Gewitter über Bangladesch im April 2014 traten über Tibet in China die hier abgebildeten riesigen runden Wellen aus leuchtender Luft auf. Das ungewöhnliche Muster entstand durch Schwerewellen in der Atmosphäre. Das sind Wellen mit schwankendem Luftdruck, die mit der Höhe, wo die Luft dünner wird – in diesem Fall in einer Höhe von etwa 90 Kilometer – zunehmen können.

Anders als Polarlichter, deren Energie von Kollisionen mit energiereichen geladenen Teilchen stammt, und die in hohen Breiten zu sehen sind, entsteht Nachthimmellicht durch Chemolumineszenz. Dabei entsteht Licht durch eine chemische Reaktion. Nachthimmellicht ist eher nahe am Horizont zu sehen und verhindert, dass der Nachthimmel jemals ganz dunkel wird.

Zur Originalseite

Eine 10.000 Kilometer lange galaktische Brücke

Diese Brücke reicht entlang der Milchstraße vom Observatorium El Sauce in Chile (oben, auf dem Kopf stehend) zum Saint-Veran-Observatorium in den französischen Alpen.

Bildcredit und Bildrechte: Maxime Oudoux, Jean-Francois GELY

Diese kreative Astro-Kooperation überbrückt den Himmel von der nördlichen zur südlichen Halbkugel entlang der Ebene unserer Milchstraße. Für dieses weitläufige Komposit einer Nachtlandschaft wurde der Himmel über dem Observatorium El Sauce in Chile (oben) und dem Saint-Veran-Observatorium in den französischen Alpen am selben Tag fotografiert.

Durch eine Zeitverzögerung von 6 Stunden wurde die Milchstraße über den Sternwartekuppeln ausgerichtet. Die Aufnahmen entstanden mit ähnlichen Kameras und Objektiven, die an den beiden Orten auf einfache Stative montiert waren.

Am dunklen chilenischen Himmel leuchtet Nachthimmellicht bei der Kuppel des Observatoriums sowie die Große und die Kleine Magellansche Wolke. Bei der ähnlichen Aufnahme in den französischen Alpen ist die Lichtverschmutzung deutlich erkennbar, doch die ferne Andromedagalaxie ist in der nördlichen Nacht noch am Horizont zu sehen.

Die beiden Observatorien sind etwa 10.000 Kilometer voneinander entfernt.

Zur Originalseite

Ein Weg zu den Sternen

Das Bild zeigt die Straße zum La Silla Observatorium in Chile mit einem Teleskop am Horizont und Sternen, Galaxien, Planeten und Nachthimmellicht.

Bildcredit: ESO, Petr Horálek (ESOFoto-Botschafter, Institut für Physik in Opava)

Beschreibung: Das Bild zeigt eine malerische Straße zu den Sternen, die sich dem La-Silla-Observatorium in Chile nähert. Vorne steht das 3,6-Meter-Teleskop der ESO, links seht ihr einige futuristisch anmutende Tragwerke für die geplanten BlackGEM-Teleskope. Diese Anordnung optischer Teleskope soll dabei helfen, visuelle Gegenstücke zu Entdeckungen von Gravitationswellen durch LIGO und andere Detektoren zu orten.

Doch hier gibt es noch viel mehr zu sehen. Rechts leuchtet rotes Nachthimmellicht, und schräg über die Bildmitte verläuft das Zentralband unserer Milchstraße. Jupiter steht in der Mitte knapp über dem Band, während Saturn über der 3,6-Meter-Teleskopkuppel steht. Ganz rechts prangen die beiden größten Begleitgalaxien unserer Milchstraße, die GMW und die KMW.

Dieses Panoramabild entstand aus vielen 15-Sekunden-Aufnahmen vom 30. Juni 2019. Zwei Tage später war auf La Silla eine seltene totale Sonnenfinsternis zu beobachten.

Zur Originalseite

Bunte Bänder aus Nachthimmellicht um die Milchstraße

Nachthimmellicht und Schwerewellen um das Zentralband der Milchstraße.

Bildcredit und Bildrechte: Xiaohan Wang

Beschreibung: Warum leuchtet der Himmel wie ein riesiger, sich wiederholender Regenbogen? Der Grund ist Nachthimmellicht. Luft leuchtet zwar die ganze Zeit, aber das ist normalerweise schwierig zu sehen. Doch eine Störung – wie ein aufziehender Sturm – kann ein deutliches Kräuseln der Erdatmosphäre verursachen.

Diese Schwerewellen sind Schwingungen der Luft, ähnlich wie jene, die entstehen, wenn man einen Stein ins ruhige Wasser wirft. Rotes Nachthimmellicht stammt wahrscheinlich von OH-Molekülen in einer Höhe von etwa 87 Kilometern, die vom Ultraviolettlicht der Sonne angeregt werden. Orangefarbenes und grünes Nachthimmellicht stammen wohl von Natrium– und Sauerstoffatomen etwas höher oben.

Vor einigen Jahren war ein Fotograf in der Nähe des Keluke-Sees in der Provinz Qinghai in China unterwegs. Dabei fiel ihm zunächst das imposante Zentralband der Milchstraße auf. Also blieb er stehen, um es zu fotografieren. Überraschenderweise zeigte das Bild der empfindlichen Kamera ziemlich ausgeprägte Bänder aus Nachthimmellicht am ganzen Himmel. Dieses Bild wurde digital verstärkt, um die Farben noch lebendiger zu machen.

Zur Originalseite

Komet Leonard, vom Weltraum aus gesehen

Das Bild zeigt einen Kometen Leonard aus dem Weltraum. Ebenfalls zu sehen sind Polarlichter, ein Meteor, die Erdatmosphäre, Sterne und Satellitenspuren. Das Bild stammt vom Yangwang-1-Teleskop von Origin.Space.

Bildcredit und Bildrechte: Zhuoxiao Wang, Weltraumteleskop Yangwang-1, Origin.Space

Beschreibung: Wie sieht Komet Leonard im Weltraum aus? Dieses Bild des Weltraumteleskops Yangwang-1 von Origin.Space zeigt nicht nur den derzeit hellen Kometen, sondern auch einige weitere Attraktionen im All.

C/2021 A1 (Leonard) mit seinem ausgedehnten Schweif nahe der Bildmitte wurde vor fünf Tagen im sichtbaren und ultravioletten Licht aufgenommen. Rechts unten seht ihr die Erde, leuchtende Schichten der Erdatmosphäre verlaufen diagonal von links unten nach rechts oben. Vor den zahllosen fernen Sternen, die links oben den Hintergrund sprenkeln, sind die Spuren zweier Satelliten zu sehen. Die blassen Lichtstreifen, die diagonal von rechts unten nach links oben verlaufen, sind Polarlichter. Schließlich zeigt das Bild auch einen Meteor, dessen Spur knapp unter dem Nachthimmellicht verläuft.

Wenn ihr den Kometen Leonard in den nächsten Tagen auf der Erdoberfläche selbst sehen möchtet, haltet kurz nach Sonnenuntergang oder kurz vor Sonnenaufgang danach Ausschau.

Wien, Samstag, 18. Dezember, 17 Uhr: Himmelsbeobachtung bei Schönwetter im Sterngarten Georgenberg mit APOD-Übersetzerin Maria Pflug-Hofmayr (Anmeldung erforderlich)

Zur Originalseite

Glühwürmchen und Milchstraße über Russland

Panorama vom Milogradowka in der russischen Region Primorje mit Milchstraße, Saturn, Nachthimmellicht und Leuchtkäfer.

Bildcredit und Bildrechte: Anton Komlev

Beschreibung: Es begann mit einer Kiefer. Die Idee war, eine imposante Kiefer vor dem zentralen Band unserer Milchstraße zu fotografieren. Vor zwei Monaten wurde der Plan erfolgreich umgesetzt – beide sind markant abgebildet.

Doch das so entstandene Panorama aus 3 Bildern zeigt noch viel mehr. Zum Beispiel sind über den fernen Hintergrund farbenprächtige Sterne verteilt, links oben leuchtet der helle Altair. Der näher gelegene Planet Saturn ist links über dem Horizont zu sehen. Knapp außerhalb der Erdatmosphäre hinterlässt ein Satellit im Erdorbit auf der 25-Sekunden-Aufnahme rechts oben eine Spur. Auch die Erdatmosphäre selbst war unerwarteterweise sichtbar – als grünes Nachthimmellicht im oberen Bereich des Bildes.

Und zu guter Letzt war da zufällig ein Leuchtkäfer. Seht ihr ihn? Im unteren Teil des Bildes ist der gelb blinkende Leuchtkäfer mehrere Male zu sehen, als er vor den sanften Hügeln über dem Milogradowka in der russischen Region Primorje vorbeiflatterte.

Zur Originalseite

Perseïd da unten

Astronaut Ron Garan beobachtet auf der Internationalen Raumstation einen Meteor der Perseiden.

Bildcredit: NASA Besatzung ISS-Expedition 28, Ron Garan

Beschreibung: Erdlinge beobachten Meteorströme meist, indem sie nach oben schauen. Doch auf dieser bemerkenswerten Ansicht fotografierte der Astronaut Ron Garan am 13. August 2011 einen Meteor der Perseïden, indem er hinunterblickte. Aus Garans Perspektive an Bord der Internationalen Raumstation in einem etwa 380 Kilometer hohen Orbit blitzen die Perseïden-Meteore unten.

Perseïden sind aufgefegter Staub des Kometen Swift-Tuttle, die bis zur Weißglut aufgeheizt werden. Die leuchtenden Staubkörnchen des Kometen rasen etwa 100 Kilometer über der Erdoberfläche mit ungefähr 60 Kilometern pro Sekunde durch die dichte Atmosphäre. Hier seht ihr den verkürzten Meteorblitz rechts neben der Bildmitte unter dem gekrümmten Erdrand und einer Schicht aus grünlichem Nachthimmellicht gleich unter dem hellen Stern Arktur.

Möchtet ihr zu einem Meteorstrom hinaufschauen? Dann habt ihr Glück, denn der Meteorstrom der Perseïden 2021 erreicht diese Woche seinen Höhepunkt. Dieses Jahr sollten an dunklen Orten bei klarem Himmel sogar relativ blasse Meteore sichtbar sein, da der helle Mond großteils abwesend ist.

Interessante Perseïden-Einreichungen an APOD: 2018, 2019, 2020
Zur Originalseite

STEVE über Copper Harbor

Dieser STEVE (Strong Thermal Emission Velocity Enhancements) Mitte März in Copper Harbor in Michigan (USA) fotografiert.

Bildcredit und Bildrechte: MaryBeth Kiczenski

Beschreibung: Wie entsteht ein STEVE? Strong Thermal Emission Velocity Enhancements (STEVEs) wurden wahrscheinlich schon seit der Antike beobachtet, aber erst in den letzten fünf Jahren stellte sich heraus, dass sich ihre Farben und Formen von Polarlichtern unterscheiden.

STEVEs sind einzelne helle Streifen in Rosa oder Violett. Ihr Ursprung wird weiterhin erforscht. STEVEs hängen möglicherweise mit subauroralen Ionendrifts (SAIDs) zusammen, das sind überschallschnelle Flüsse aus heißen Ionen in der Atmosphäre. Aus derzeit unbekannten Gründen werden STEVEs häufig von grünen „Lattenzaun“-Polarlichtern begleitet.

Dieses Bild eines STEVE ist eine Kombination aus Vordergrund- und Hintergrundaufnahmen, die Mitte März in Copper Harbor in Michigan (USA) fotografiert wurden. Dieser helle STEVE dauerte mehrere Minuten, er reichte von einem Horizont bis zum anderen und erschien in der Zeit zwischen normalen Polarlichtern.

Zur Originalseite

Flug über die Erde bei Nacht II


Videocredit: NASA, Portal für Astronautenfotografie, ISS Expedition 53; Musik: The Low Seas (Die 126er)

Beschreibung: Diese Zeitrafferaufnahmen wurden 2017 auf der Internationalen Raumstation gefilmt und zu einem ruhigen Video der Erde bei Nacht kombiniert. Wer den niedrigen Erdorbit liebt, kann zu Beginn den Anblick von grünen und roten Nordlichtern genießen, die den Himmel überziehen.

Die Nachtszene verläuft von Nordwesten nach Südosten über Nordamerika zum Golf von Mexiko und der Küste von Florida. Der zweite Abschnitt zeigt die Stadtlichter von Europa, überquert das Mittelmeer und den hellen Nil in Nordafrika. Vom Außenposten im Orbit aus sieht man unten unstete Blitze in Gewittern, und über dem gekrümmten Horizont steigen Sterne durch das zarte Nachthimmellicht der Atmosphäre.

Auch von zu Hause aus könnt ihr nun jederzeit die Lebenszeichen auf dem Planeten Erde sehen.

Zur Originalseite

Regenbogen-Nachthimmellicht über den Azoren

Nachthimmellicht über dem Mount Pico auf den Azoren, die zu Portugal gehören, dahinter ein spektakulärer Nachthimmel mit Milchstraße und M31, der Andromedagalaxie.

Bildcredit und Bildrechte: Miguel Claro (TWAN); Überblendete Beschriftung: Judy Schmidt

Beschreibung: Was leuchtet am Himmel wie ein riesiger, sich wiederholender Regenbogen? Nachthimmellicht. Luft leuchtet zwar die ganze Zeit, doch es ist meist kaum zu sehen. Doch eine Störung – wie ein aufziehender Sturm – kann die Erdatmosphäre deutlich kräuseln.

Diese Schwerewellen sind Schwingungen in der Luft, ähnlich solchen, die entstehen, wenn ein Stein in ruhiges Wasser fällt. Die Langzeitbelichtung, die fast entlang der senkrechten Wellen aus Nachthimmellicht ausgerichtet ist, macht die gewellte Struktur besonders gut sichtbar.

Gut, aber woher stammen die Farben? Das tiefrote Leuchten stammt wahrscheinlich von OH-Molekülen in einer Höhe von etwa 87 Kilometern, die durch Ultraviolettlicht von der Sonne angeregt werden. Das orangefarbene und grüne Nachthimmellicht stammt wahrscheinlich von Natrium– und Sauerstoffatomen, die sich etwas höher oben befinden.

Dieses Bild wurde bei einer Besteigung des Mount Pico auf den Azoren fotografiert, die zu Portugal gehören. Das Licht am Boden stammt von der Insel Faial im atlantischen Ozean. Durch das gebänderte Nachthimmellicht hindurch ist ein spektakulärer Himmel zu sehen, mit dem zentralen Band unserer Milchstraße, das durch die Bildmitte verläuft, und links oben seht ihr M31, die Andromedagalaxie.

Zur Originalseite

Raketenstart, gesehen von der Raumstation


Videocredit: ISAA, NASA, Besatzung Expedition 57 (ISS);
Bearbeitung: Riccardo Rossi (ISAA, AstronautiCAST); Musik: Spannender abenteuerlicher cineastischer Hintergrund von Maryna

Beschreibung: Habt ihr schon einmal einen Raketenstart gesehen – aus dem Weltraum? Wenn ihr dieses Zeitraffervideo genau betrachtet, seht ihr – von der Internationalen Raumstation (ISS) aus –, wie eine Rakete in den Erdorbit startet.

Die russische Sojus-FG startete im November 2018 vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan, ihre Nutzlast war eine Progress MS-10 (auch 71P), die notwendige Versorgungsgüter zur ISS zu transportierte. Besondere Anblicke im 90-Sekunden-Video (aus etwa 15 Minuten komprimiert) sind Stadtlichter, Wolken links unten auf der Erde, diagonal über die Mitte verlaufen blaue und goldene Bänder von atmosphärischem Nachthimmellicht, und rechts oben gehen ferne Sterne hinter der Erde unter.

Ihr seht, wie eine Unterstufe zur Erde zurückfällt, während das robotische Versorgungsschiff seine Triebwerke zündet und mit der Annäherung an die ISS beginnt. Dieses Weltraumlabor feierte 2018 seinen 20. Jahrestag. Astronauten an Bord der ISS im Erdorbit führen neben eher praktischen Arbeiten auch zahlreiche wissenschaftliche Experimente durch, die das Wissen der Menschheit erweitern und künftige kommerzielle Industrie im niedrigen Erdorbit ermöglichen.

Zur Originalseite