Seepferdchen in der Großen Magellanschen Wolke

Vor einem leuchtend türkisen Hintergrund zeichnen sich Dunkelwolken ab, eine davon erinnert an ein Seepferdchen.

Credit: NASA, ESA und Mario Livio (STScI)

Mache erkennen hier ein großes Ungeheuer im Weltraum. Doch es ist viel größer als ein Monster. Anderen erscheint es wie ein grasendes Seepferdchen. Aber das dunkle Objekt rechts ist eigentlich eine leblose Säule aus rauchartigem Staub. Sie ist etwa 20 Lichtjahre lang.

Die seltsame Staubform liegt in der benachbarten Großen Magellanschen Wolke in einer Sternbildungsregion neben dem Tarantelnebel. Der energiereiche Nebel erzeugt einen Sternhaufen. Er wird als NGC 2074 bezeichnet. Sein Zentrum liegt beim Hals des Seepferdchens.

Dieses Bild in zugewiesenen Farben entstand letztes Jahr mit der WFPC2 zu Ehren von Hubbles 100.000. Umlauf um die Erde. Die Weitwinkel-Planetenkamera 2 befand sich an Bord des Weltraumteleskops Hubble. Im Haufen entstehen junge Sterne, deren Licht und Winde gleichzeitig im Lauf der nächsten Millionen Jahre langsam die Staubsäulen erodieren.

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Die Große Magellansche Wolke

Die Große Magellansche Wolke ist bildfüllend abgebildet, in der Mitte verläuft diagonal eine helle balkenähnliche Sternansammlung, in der Galaxie sind rosarote Sternbildungsregionen verteilt.

Credit und Bildrechte: Robert Gendler

Beschreibung: Der portugisische Seefahrer Ferdinand Magellan aus dem 16. Jh und seine Besatzung hatten reichlich Zeit um während der ersten Weltumsegelung den südlichen Himmel zu studieren. Ein Ergebnis davon ist, dass zwei verschwommene wolkenartige Objekte, die mittlerweile als Satellitengalaxien unserer viel größeren Milchstraßen-Spiralgalaxie verstanden werden und für Himmelsbeobachter der Südhalbkugel leicht zu sehen sind, als die Magellanschen Wolken bekannt sind. Die Große Magellansche Wolke (LMC) mit einer Entfernung von etwa 160.000 Lichtjahren im Sternbild Schwertfisch (Dorado) ist hier auf einem bemerkenswert deiailreichen Mosaikbild aus 10 Einzelaufnahmen zu sehen. Sie ist die massereichste Satellitengalaxie unserer Milchstraße, erstreckt sich über etwa 30.000 Lichtjahre und ist der Schauplatz der nächstgelegenen Supernova in jüngster Zeit, SN 1987a. Der markante rötliche Knoten unten ist 30 Doradus (auch Tarantelnebel), ein riesiges Sternbildungsgebiet in der Großen Magellanschen Wolke. Um die Supernova zwischen den zahllosen Sternhaufen und Nebeln der LMC zu finden, betrachten Sie einfach diese gut beschriftete Ansicht.

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Das kosmische Netz des Tarantelnebels

In Sterne eingebettet ist ein blau gefaserter Nebel, der an eine komplexe Blume erinnert.

Credit und Bildrechte: Joseph Brimacombe

30 Doradus war ursprünglich als Stern katalogisiert. Doch es ist eine riesige Region in der nahen Großen Magellanschen Wolke (GMW), in der Sterne entstehen. Die spinnwebenartige Erscheinung der Region sorgte für den gängigen Namen Tarantelnebel. Bloß ist diese Tarantel etwa 1000 Lichtjahre groß und 180.000 Lichtjahre entfernt. Sie liegt im südlichen Sternbild Schwertfisch.

Die Sternschmiede in nächster Nähe der Erde ist der Orionnebel, er ist 1500 Lichtjahre entfernt. Wäre der Tarantelnebel an der Position des Orionnebels, würde er etwa 30 Grad am Himmel abdecken, das sind 60 Vollmonde nebeneinander.

Die spindeldürren Arme des Tarantelnebels umgeben den Sternhaufen NGC 2070. Er enthält einige der hellsten und massereichsten Sterne, die wir kennen. Dieses Bild wurde nach wissenschaftlichen Kriterien gefärbt. Es zeigt faszinierende Details im Nebel. Die kosmische Tarantel war auch der Schauplatz der am nächsten gelegenen Supernova in der jüngsten Vergangenheit.

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NGC 602 und mehr

Ein bläulicher Nebel ist von einem beigefarbenen Rand umgeben, im Inneren leuchtet ein Sternhaufen.

Credit: NASA, ESA und das Hubble-Vermächtnisteam (STScI / AURA) – ESA/Hubble-Arbeitsgemeinschaft

Beschreibung: Beim äußeren Rand der Kleinen Magellanschen Wolke, einer 200.000 Lichtjahre entfernten Satellitengalaxie, liegt der fünf Millionen Jahre junge Sternhaufen NGC 602. Der Haufen ist auf dieser prachtvollen Hubble-Aufnahme der Region von Gas und Staub umgeben. Fantastische Grate und zurückgegefegte Ränder lassen vermuten, dass energiereiche Strahlung und Stoßwellen der jungen, massereichen Sterne in NGC 602 das staubhaltige Material erodiert und eine eine vom Zentrum des Haufens ausgehende Abfolge von Sternbildung ausgelöst haben.

Das Bild ist in der geschätzten Entfernung der Kleinen Magellanschen Wolke etwa 200 Lichtjahre breit. Im Hintergrund dieser gestochen scharfen Hubble-Ansicht ist auch eine interessante Auswahl an Galaxien zu sehen. Diese sind Hunderte Millionen Lichtjahre weiter entfernt als NGC 602.

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Offener Haufen NGC 290: ein stellares Schmuckkästchen

Im Bild glitzern die dicht gedrängten bläulichen Sterne des Sternhaufens NGC 290.

Credit: ESA und NASA; Danksagung: E. Olszewski (U. Arizona)

Beschreibung: Juwelen funkeln hell, doch nur Sterne leuchten. Wie Edelsteine einem Schmuckkästchen glitzern die Sterne des offenen Haufens NGC 290 auf dieser hübschen Darstellung mit Glanz und Farbe. Der fotogene Sternhaufen wurde kürzlich mit dem Weltraumteleskop Hubble im Erdorbit abgebildet.

Offene Sternhaufen sind jünger, enthalten wenige Sterne und einen viel höheren Anteil an blauen Sternen als Kugelsternhaufen. NGC 290 liegt etwa 200.000 Lichtjahre entfernt in einer benachbarten Galaxie, der Kleinen Magellanschen Wolke (KMW). Der offene Haufen enthält Hunderte Sterne und hat einen Durchmesser von etwa 65 Lichtjahren.

NGC 290 und andere offene Sternhaufen sind gute Laboratorien, um herauszufinden, wie sich Sterne mit verschiedener Masse entwickeln, da alle Sterne in einem offenen Haufen etwa zur selben Zeit entstanden sind.

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Die Tarantelzone

Im Bild sind faserförmige rosarote und violette Nebelfasern verteilt, darum leuchten großteils schwache Sterne.

Credit und Bildrechte: Robert Gendler

Der Tarantel-Nebel hat einen Durchmesser von mehr als 1000 Lichtjahren. Er ist eine riesige Sternbildungsregion in unserer Nachbargalaxie, der Großen Magellanschen Wolke (GMW). Dieses kosmische Spinnentier leuchtet in diesem ausgedehnten Mosaik links oben. Das Bild zeigt einen Teil der GMW mit einem Durchmesser von mehr als 6000 Lichtjahren.

In der Tarantel (NGC 2070) liefern intensive Strahlung, stellare Winde und Stoßwellen von Supernovae im zentralen jungen Haufen massereicher Sterne, der als R136 katalogisiert ist, die Energie für das Leuchten des Nebels und formen die spinnenartigen Fasern.

Rund um die Tarantel befinden sich weitere gewaltige Sternbildungsregionen mit jungen Sternhaufen, Filamenten und blasenförmigen Wolken. Der kleine, sich ausdehnende Überrest der Supernova 1987a befindet sich nahe der Bildmitte. 1987a war die nächstgelegene Supernova in jüngster Vergangenheit. Das reichhaltige Feld ist am Himmel etwa so groß wie vier Vollmonde und liegt im südlichen Sternbild Schwertfisch (Dorado).

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Die Große Magellansche Wolke – detailreich abgebildet

Die Große Magellansche Wolke sieht auf dieser lang belichteten Aufnahme ähnlich wie eine Balkenspiralgalaxie aus.

Credit und Bildrechte: Yuri Beletsky (ESO)

Ist das eine Spiralgalaxie? Nein, es ist die Große Magellansche Wolke (GMW), die größte Begleitgalaxie unserer Galaxis. Die GMW ist als irreguläre Zwerggalaxie klassifiziert, weil sie normalerweise chaotisch aussieht. Doch diese detailreiche Weitwinkelaufnahme zeigt die GMW in ihrer ganzen Pracht. Überraschenderweise ähnelt die GMW auf lang belichteten Aufnahmen einer Balkenspirale.

Die Große Magellansche Wolke liegt etwa 180.000 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schwertfisch (Dorado). Sie hat einen Durchmesser von etwa 15.000 Lichtjahren und war der Schauplatz von SN1987A, der hellsten und am nächsten gelegenen Supernova der Neuzeit. Wie auch die Kleine Magellansche Wolke (KMW) ist die GMW am Südhimmel der Erde mit bloßem Auge zu sehen.

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Der N44-Komplex

Siehe Beschreibung. Ein Klick auf das Bild liefert die höchste verfügbare Auflösung.

Credit und Bildrechte: Don Goldman, Macedon Ranges Observatory

N44 ist ein wahrhaft gewaltiger Komplex von Emissionsnebeln. Er hat einen Durchmesser von etwa 1000 Lichtjahre und leuchtet am südlichen Himmel in einer Nachbargalaxie: der Großen Magellanschen Wolke, die 170.000 Lichtjahre entfernt ist.

Sternwinde und die intensive Strahlung heißer, junger leuchtstarker Sterne in N44 formen Fasern und Bänder aus dem Nebelgas und bringen sie zum Leuchten. Doch auch Supernovae, das sind die finalen Explosionen massereicher, kurzlebiger Sterne, trugen wahrscheinlich zu den gewaltigen, aufgeblasenen Formen bei. Der Haufen aus jungen Sternen in der Mitte liegt in einer Riesenblase mit einem Durchmesser von fast 250 Lichtjahren.

Diese detailreiche Falschfarbenaufnahme mit komplexen Strukturen bildet die Emissionen von Wasserstoff, Sauerstoff und Schwefel in blauen und grünen Farbtönen ab.

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