Der Himmel am Land und in der Stadt

Der Nachthimmel verschwindet durch Lichtverschmutzung; Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Tomas Slovinsky; Text: Matipon Tangmatitham (NARIT)

Der dunkle Himmel verschwindet aus der Welt. Mit der Neuzeit kam die künstliche Beleuchtung. Sie hellt die Nacht auf. Lichter helfen den Menschen, nachts zu sehen. Doch viel Licht wird in den Himmel verschwendet. Diese Lichtverschmutzung ist nicht nur verschwendete Energie. Ihre Helligkeit in der Nacht stört Wildtiere, wenn sie von der Atmosphäre zur Erde zurück reflektiert wird. Außerdem schadet sie der Gesundheit der Menschen. Sie trägt aber nur wenig dazu bei, Verbrechen zu verhindern.

Lichtverschmutzung macht den dunklen Nachthimmel für die junge Generation zu einer Seltenheit. Sogar in großen Städten kann man etwas tun. Doch besonders ländliche Regionen profitieren von einer Beleuchtung, die so abgeschirmt ist, dass sie den Nachthimmel wenig beeinträchtigt und man ihn sehen kann.

Das Panorama zeigt 6 senkrechte Abschnitte nebeneinander. Sie wurden an verschiedenen Orten in der Slowakei aufgenommen, aber mit derselben Ausrüstung und zur selben Nachtzeit. Außerdem wurden sie auf die gleiche Weise digital nachbearbeitet. Am Stadthimmel ganz links sieht man keine Sterne. Doch der Landhimmel ganz rechts ist prächtig und dunkel.

Auch du kannst dazu beitragen, den schönen Nachthimmel zurückzuholen, indem du Beleuchtung verwendest, die den Himmel schützt.

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Panorama vom Pic du Midi

Die Milchstraße mit Plejaden, Hyaden und dem Sternbild Orion über dem Observatorium auf dem Pic du Midi; Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Patrick Lécureuil

Beschreibung: Dieses Panorama zeigt eine surreale Nachthimmelslandschaft, es wurde aus 12 Fotos zusammengefügt und blickt zum Winterabendhimmel im Westen über dem Observatorium auf dem Pic du Midi in den Pyrenäen auf dem Planeten Erde.

Im schroffen Vordergrund stehen Teleskopkuppeln und ein hoher Kommunikationsturm. Rechts treffen die Lichter der etwa 35 Kilometer entfernten Stadt Tarbes in Frankreich auf das ausgewiesene Lichtschutzgebiet, die weiter entfernten irdischen Lichter links stammen von Städten in Spanien.

Die Sterne und Nebel der nördlichen Wintermilchstraße wölben sich oben am Himmel. Die Sternhaufen der Plejaden und Hyaden, die Himmelsbeobachter auf dem Planeten Erde gut kennen, hängen noch nahe der Mitte über dem westlichen Horizont. Mitte Februar wurden die vertrauten Sterne im Sternbild Orion (links) fotografiert, dazu gehört der nicht mehr abgedunkelte Stern Beteigeuze.

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Perseïdenmeteore über der Slowakei

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Bildcredit und Bildrechte: Petr Horálek

Beschreibung: Heute ist eine gute Nacht, um Meteore zu sehen. Kometenstaub regnet während des jährlichen Meteorstroms der Perseïden auf den Planeten Erde herab und zieht Spuren am dunklen Himmel.

Dieses Bildkomposit wurde letztes Jahr während der Perseïden im Poloniny Dark Sky Park in der Slowakei fotografiert. Das ungewöhnliche Gebäude im Vordergrund ist ein Planetarium auf dem Gelände des Kolonica-Observatoriums.

Obwohl die Kometenstaubteilchen parallel verlaufen, scheinen die Meteore des Stroms eindeutig von einem einzigen Punkt am Himmel im namensgebenden Sternbild Perseus auszuströmen. Der Radiant-Effekt ist der Perspektive geschuldet, da parallele Spuren wie Bahngleise scheinbar in der Ferne zusammenlaufen. Der Meteorstrom der Perseïden erreicht voraussichtlich heute nach Mitternacht seinen Höhepunkt, leider hellt dieses Jahr der fast volle Mond den Himmel auf.

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Helle Bänder in der Nacht

Über dem Horizont steigen links Zodiakallicht und rechts die Milchstraße auf. Im ruhigen Fluss unten spiegeln sich die Strichspuren von Sternen.

Bildcredit und Lizenz: Ruslan Merzlyakov (RMS Photography)

Was sind diese zwei Bänder am Himmel? Das rechte Band ist häufiger zu sehen. Es ist das zentrale Band unserer Milchstraße. Die Sonne kreist in der Scheibe dieser Spiralgalaxie. Von innen gesehen läuft ihr fast gleichmäßig helles Band um den ganzen Himmel. Die Milchstraße steht das ganze Jahr über am Himmel. Man sieht sie, wenn man weit genug von einer Stadt entfernt ist.

Das linke Band ist seltener zu sehen. Es ist Zodiakallicht und entsteht, wenn Sonnenlicht von Staub reflektiert wird, der um die Sonne kreist. Das Zodiakallicht schimmert nahe bei der Sonne am hellsten. Daher sehen wir es kurz vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang. Vor allem in den Monaten März und April sieht man im Norden das Band aus Zodiakallicht ziemlich gut am Abend nach Sonnenuntergang. Kürzlich fanden Forschende heraus, dass Zodiakalstaub vorwiegend von Kometen stammt, die nahe an Jupiter vorbeizogen.

Nur zu bestimmten Zeiten im Jahr sieht man beide Bänder nebeneinander, so wie hier. Im Bild spiegeln die beiden Lichtstreifen scheinbar das Ufer des Liver Å an den Himmel. Das Panorama entstand aus Bildern, die vor etwa drei Wochen im dänischen Nordjylland nacheinander fotografiert wurden.

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Unter der Galaxie

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Bildcredit und Bildrechte: Yuri Beletsky (Carnegie Las Campanas Observatory, TWAN)

Die Große Magellansche Wolke ist eine Galaxie. Sie begleitet die Milchstraße. Auf dieser Aufnahme, die mit Teleskop entstand, steht sie über dem südlichen Horizont. Vorne steht das Las-Campanas-Observatorium auf der Erde. Die kleine Galaxie leuchtet im September am dunklen Himmel in der chilenischen Atacama. Sie ist eindrucksvolle 10 Grad breit. Das entspricht 20 Vollmonden nebeneinander.

Das Panorama entstand mit einer empfindlichen Digitalkamera. Es zeichnete auch ein blasses Nachthimmelslicht auf, das alles durchdringt. Für das Auge ist es unsichtbar. Die irdischen Lichter vorne sind scheinbar hell. Doch eigentlich sind sie die sehr schwache Beleuchtung der Wohnhäuser für Astronominnen und Techniker am Observatorium. Die flache Bergkuppe am Horizont unter der Galaxie ist der Las-Campanas-Gipfel. Dort entsteht das Giant Magellan Telescope.

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Dunkler Winterhimmel im spanischen Nationalpark Monfragüe

Das Bild wurde im spanischen Nationalpark Monfragüe fotografiert. Es zeigt prächtige Kultobjekte am Winterhimmel. Der Nationalpark wurde zum Lichtschutzgebiet erklärt.

Bildcredit und Bildrechte: José Luis Quiñones

Auch ihr könnt so einen Nachthimmel sehen. Denn im spanischen Nationalpark Monfragüe wurde kürzlich der Nachthimmel offiziell vor künftiger Lichtverschmutzung geschützt. Dort entstand dieses Kompositbild.

Im Bild sind viele Kultobjekte des Nachthimmels verteilt. Sie prägen den nördlichen Winter. Dazu gehören sehr helle Sterne wie Sirius, Beteigeuze und Prokyon. Helle Sternhaufen sind zum Beispiel die Plejaden. Blasse Nebel wie der Kalifornien– und der Rosettennebel werden fotografisch dargestellt.

Noch vor 100 Jahren waren viel mehr Menschen mit einem dunkleren Nachthimmel vertraut als heute. Der hauptsächliche Grund ist Lichtverschmutzung. Zu den Parks, die auf ähnliche Weise als Lichtschutzgebiete geschützt wurden, zählen der Nationalpark im Death Valley in den USA und der kanadische Grasslands-Nationalpark. Auch in Gebieten wie Flagstaff in Arizona und einem Großteil der Insel Hawaii ist der Nachthimmel geschützt.

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Strichspuren über dem Cerro Tololo

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Bildcredit und Bildrechte: Babak Tafreshi (TWAN), AURA

Es war ein mondheller Abend. Die Schweinwerfer von Autos markierten die Straße zum Inter-American Observatory auf dem Cerro Tololo in Chile. Oben gingen die Sterne unter. Sie zogen die verwackelten Spuren am Himmel. Der Blick reicht vom Cerro Pachon, dem Sitz von Gemini Süd, zum bergigen Horizont. Die Szene wurde mit Teleobjektiv auf einem lang belichteten Bild und auf Video festgehalten.

Dank der Aussicht auf Bergspitze läuft eine sehr lange, klare Sichtlinie durch die Schichten der Atmosphäre. In den Schichten ändert sich die Brechung. Sie versetzt und verzerrt die sonst stabilen Spuren der untergehenden Sterne. Es ist der gleiche Effekt wie bei den verzerrten Formen von Sonne und Mond an einem fernen Horizont.

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Wenn Wega im Norden steht

Zwei Bilder zeigen, wie die Sterne am Himmel scheinbar um einen Stern kreisen. Links kreisen sie um den Polarstern. Rechts kreisen sie um den Stern Wega, der in 12.000 Jahren der Himmelsnordpol sein wird.

Bildcredit und Bildrechte: Miguel Claro | Dark Sky Alqueva

In nur ungefähr 12.000 Jahren ist Wega der Nordstern. Sie ist dann der hellste Stern nahe beim Himmelsnordpol unseres Planeten. Wenn ihr dann mit Kamera und Stativ den Nachthimmel lange belichtet, laufen die konzentrischen Bögen der Strichspuren um einen Punkt nahe beim Stern Wega, weil die Achse der Erde rotiert.

Derzeit steht praktischerweise der helle Polarstern nahe beim Himmelsnordpol. Doch das ändert sich, weil die Rotationsachse der Erde wie ein wackelnder Kreisel rotiert. Die Periode der Präzession dauert etwa 26.000 Jahre.

Eure Kamera steht aber jetzt bereit, und ihr möchtet nicht 12.000 Jahre warten, bis Wega unser Nordstern ist? Dann seht euch diese einfallsreiche Demonstration an. Die aktuellen Strichspuren sind links. Zum Vergleich zeigt das rechte Bild Strichspuren, die das Jahr 14.000 n. Chr. simulieren. Beide Bilder wurden im April im portugiesischen Lichtschutzgebiet Alqueva in Alentejo fotografiert.

Der Astronom Miguel Claro erzeugte Strichspuren der fernen Zukunft, die auf Wega zentriert sind, indem er die Rotation von zwei den Sternen nachgeführten Kameras kombinierte. So entstand die scheinbare Verschiebung des Himmelsnordpols der Erde. (Nachtrag: Dank an APOD-Leserinnen und -Leser. Sie wiesen darauf hin, dass die Wega als Polstern fast an derselben Position in der Landschaft steht, wo sich jetzt der Polarstern befindet).

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