Komet Lemmon und die Milchstraße

Über den Meili Snow Mountains in China steigt die Milchstraße wie eine gewaltige Staubwolke auf. Rechts daneben fächert der Komet Lemmon seine Schweife auf. Nach links zeigt der blaue Ionenschweif, nach rechts der weiße Staubschweif. In der Milchstraße sind unter anderem der Lagunennebel und der Trifidnebel erkennbar.

Bildcredit und Bildrechte: Lin Zixuan (Tsinghua U.)

Wie sah Komet Lemmon aus, als er am schönsten war? Ein Beispiel ist dieses Bild. Es zeigt drei Himmelsspektakel in verschiedenen Distanzen. Das nächstgelegene davon sind die schneebedeckten Meili-Berge im chinesischen Himalaya.

Das mittlere Prachtstück ist Komet Lemmon. Anfang des Monats erreichte er seine größte Pracht. Er hat nicht nur einen weißen Staubschweif, der nach rechts zeigt, sondern auch einen blauen Ionenschweif, der vom Sonnenwind verzerrt ist und nach links zieht. Links ist die prachtvolle, weit entfernte zentrale Ebene unserer Galaxis, der Milchstraße. Sie zeigt dunklen Staub, rote Nebel und Milliarden sonnenähnlicher Sterne.

Komet C/2025 A6 (Lemmon) verblasst bereits und zieht sich ins äußere Sonnensystem zurück. Das Gebirge des Himalaya erodiert in den nächsten Milliarden Jahren allmählich. Doch die Milchstraße bleibt bestehen. Sie bildet neue Berge und Kometen – und zwar noch viele Milliarden Jahre.

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Komet Lemmons wandernder Schweif

Über Alfacar ragen zerklüftete Berge auf, darüber breitet sich der stark strukturierte Schweif des Kometen Lemmon aus. Am Himmel funkeln helle Sterne, über dem Gebirge schimmert der Himmel grünlich.

Bildcredit und Bildrechte: Ignacio Fernández

Was passiert mit dem Schweif des Kometen Lemmon? Die Antwort weiß ganz allein der Wind – in diesem Fall dem Sonnenwind. Er ist ein kontinuierlicher Strom geladener Teilchen von der Sonne und war in letzter Zeit sehr wechselhaft. Die Sonne stößt Energieausbrüche aus, sogenannte koronale Massenauswürfe. Sie lenken die geladenen Teilchen des Kometen ab.

Das führt dazu, dass der blau gefärbte Ionenschweif des Kometen C/2025 A6 (Lemmon) nicht nur beeindruckend komplex ist, sondern auch einige ungewöhnliche Wendungen nimmt.

Das Bild ist ein Komposit aus Langzeitbelichtungen aus Alfacar in Spanien vom letzten Monat. Es zeigt den ikonischen Tumult im inneren Sonnensystem. Der Komet Lemmon verblasst nun, während er sich von der Erde und der Sonne entfernt und zurück in das äußere Sonnensystem fliegt.

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Komet Lemmon über dem Lomnický štít

Über dem Lomnický štít in der Hohen Tatra leuchtet Komet Lemmon mit seinen unglaublich langen Schweifen.

Bildcredit und Bildrechte: Robert Barsa

Der Komet Lemmon bot Kameras in aller Welt eine ordentliche Schau. Als der fotogene Komet C/2025 A6 (Lemmon) Ende Oktober der Erde am nächsten kam, entwickelte er zwei lange, malerische Schweife: einen blauen Ionenschweif und einen weißen Staubschweif.

Der Ionenschweif wird vom veränderlichen, aber immer vorhandenen Sonnenwind von der Koma weggeblasen. Er erreichte eine Länge von 20 Mal dem Durchmesser des Vollmonds, wie wir auf dieser lange belichteten Aufnahme sehen können. Der kürzere, aber breitere Staubschweif wird auch von der Koma abgestoßen. Er leuchtet, weil er das Sonnenlicht reflektiert.

Dieses Bild wurde vor zwei Wochen aufgenommen. Es zeigt den Kometen vor der Kulisse des Lomnický štít in der Hohen Tatra, Standort des Lomnický-Stit-Observatoriums in der Slowakei. Der Komet Lemmon verblasst nun, während er sich auf seiner Bahn von der Erde entfernt. Der riesige, ausdünstende Schneeball erreicht im Laufe der Woche den sonnennächsten Punkt seiner Bahn.

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Komet Lemmon mit zwei Schweifen

Vor dem Kometen C/2025 A6 (Lemmon) verläuft die braune, gewellte Leuchtspur eines Meteors. Dahinter ist ein Teppich voller kleiner Sterne.

Bildcredit: Massimo Penna

Wie viele helle Schweife hat Komet Lemmon? Zwei. In der Aufnahme oben könnte man meinen, dass es drei sind. Aber warum? Der Grund ist die braune Zickzacklinie. Dabei handelt es sich jedoch um die lang anhaltende Leuchtspur eines Meteors. Während der Aufnahme verlief diese Leuchtspur zufällig vor dem weit entfernten Kometen C/2025 A6 (Lemmon).

Leuchterscheinungen von Sternschnuppen werden meist als Meteore bezeichnet. Das heiße Gas und der feine Staub, die in der Erdatmosphäre verbleiben, bilden die sichtbare Leuchtspur. Diese verschwindet meist einigen Sekunden nach einem hellen Meteor.

Die zwei hellen Kometenschweife sind der blaue Ionenschweif und der weiße Staubschweif. Sie verlaufen quer durch das Bild. Die echten Kometenschweife stammen aus dem Kern des Kometen innerhalb der Koma, die hier grün leuchtet.

Die Aufnahme entstand vor einigen Tagen in Manciano in Italien. Diese Woche sieht man den Kometen Lemmon am nördlichen Himmel nach Sonnenuntergang im Nordwesten. An sehr dunklen Standorten sieht man ihn er sogar ganz schwach mit freiem Auge.

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Komet Lemmon über der Hohen Tatra

Vorne ragt eine Bergkette auf. Darüber ist der ein heller Komet zu sehen. Der Komet hat lange, helle Schweife, der der längere Schweif schimmert hellblau.

Bildcredit und Bildrechte: Tomáš Slovinský und Constantine Themelis

Komet Lemmon liefert Kameras auf der ganzen Welt eine ziemliche Schau. Diese Woche erreichte er den erdnächsten Punkt seiner Bahn. Der fotogene Komet C/2025 A6 (Lemmon) fächert nun zwei lange Schweife auf: einen blauen Ionenschweif und einen weißen Staubschweif.

Der allgegenwärtige Sonnenwind, der sich ständig verändert, treibt den Ionenschweif hinaus ins All. Das energiereiche Sonnenlicht ionisiert den ihn, daher leuchtet er. Die Struktur im Ionenschweif wird davon bestimmt, wie viel Gas jeden Augenblick ausgestoßen wird. Der Staubschweif wird vom Sonnenlicht vom Kometen fort getrieben. Er leuchtet, weil er Sonnenlicht reflektiert.

Dieses Bild ist ein verstärktes Komposit aus 50 Aufnahmen. Sie wurden vor zwei Tagen im slowakischen Mlynica fotografiert. Die Berge im Vordergrund sind die Hohe Tatra, die teilweise die Slowakei von Polen trennt. Am besten sieht man Komet Lemmon auf lang belichteten Aufnahmen mit Kamera. Doch am nördlichen Himmel wird die Eiskugel, die sich auflöst, sogar mit bloßem Auge zart sichtbar, wenn der Himmel im Westen nach Sonnenuntergang dunkel ist.

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Komet Lemmon finden

Über einem ruhigen See schimmert der Komet Lemmon. Rechts daneben ist der Große Wagen, der sich im Wasser spiegelt. Links biegt sich das Ufer mit Geröll und einem Wald. Das Bild entstand in der violett leuchtenden Dämmerung.

Bildcredit und Bildrechte: Petr Horalek / Institut für Physik Opava

Wenn ihr heute Abend den Großen Wagen am Himmel entdeckt, habt ihr gute Chancen, auch den Kometen Lemmon zu erspähen. Nach Sonnenuntergang lohnt sich ein Blick nach Nordwesten. Dort, knapp unter der Deichsel des bekannten Sternbilds, zeigt sich der schwache, aber ausgedehnte Komet C/2025 A6 (Lemmon).

Mit bloßem Auge kann man den Besucher im inneren Sonnensystem nur schwer erkennen. Die Kamera kann hier hilfreich sein, denn sie kann lichtschwache Objekte oft besser sichtbar machen. Haltet Ausschau nach einem verschwommenen, grünlichen „Stern“ mit Schweif. Auch wenn dieser vermutlich nicht so lang erscheint wie hier, lohnt sich der Blick. Dieses beeindruckende Foto wurde vor zwei Nächten an der Talsperre Seč in Tschechien aufgenommen.

Aktuelle Aufnahmen des Kometen C/2025 A6 (Lemmon) zeigen einen dynamischen Ionenschweif. Er ist länger als der Teil, den das menschliche Auge erfassen kann. Der Komet hat derzeit fast seine größte Annäherung an die Erde erreicht. Anfang November erreicht er seinen sonnennächsten Punkt. Das ist ein idealer Zeitpunkt, um diesen Besucher aus dem inneren Sonnensystem zu beobachten.

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Lemmon Tree

Scheinbar stürzt der Komet Lemmon mit langem Schweif und grünlichem Kopf auf einen Baum. In Wirklichkeit steht er weit entfernt am Sternenhimmel.

Bildcredit und Bildrechte: Uroš Fink

Der Baum ist nicht in Gefahr: Das liegt daran, dass der Komet, der hier fotografiert wurde, weit vom Baum und der Erde entfernt ist. Der Komet C/2025 A6 (Lemmon) wird zurzeit immer heller und heller, während er sich durch das innere Sonnensystem bewegt. Er hat seinen sonnennächsten Punkt bereits hinter sich. Nun nähert er sich langsam der Erde. Wahrscheinlich erscheint er nächste Woche, wenn er unserer Heimat am nächsten kommt, am hellsten. Er nähert sich bis auf eine halbe astronomische Einheit, das ist die Entfernung Erde-Sonne.

Es ist möglich, dass Lemmon dann sogar für das freie Auge sichtbar wird! Wenn man seine Handykamera verwendet, hat man eine größere Chance den Kometen zu sehen – solange man weiß, wohin man sie richten muss. Lemmon war bisher frühmorgens am besten sichtbar. Nun sieht man ihn auf der Nordhalbkugel auch am Abendhimmel, und zwar kurz nach Sonnenuntergang über dem Westhorizont.

Dieses Bild wurde vor ungefähr einer Woche in Slowenien aufgenommen.

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Komet Lemmon und sein veränderlicher Ionenschweif

Fünf Bilder des Kometen Lemmon sind nebeneinander aufgereiht. Unten sind Koma und Kern, der Schweif steigt jeweils nach oben auf. Beschreibung im Text.

Bildcredit und Bildrechte: Victor Sabet und Julien De Winter

Wie verändert sich ein Kometenschweif? Das hängt vom Kometen ab. Der Ionenschweif des Kometen C/2025 A6 (Lemmon) hat sich deutlich verändert. Das zeigt diese Bildreihe, die an fünf Tagen zwischen 25. September und 3. Oktober (von links nach rechts) in Texas (USA) aufgenommen wurde.

An manchen Tagen war der Ionenschweif des Kometen etwas komplexer als an anderen Tagen. Die Gründe für diese Veränderungen sind vielfältig. Es kommt darauf an, wie viel Material der Kometenkern gerade ausstößt. Auch die Stärke und Komplexität des Sonnenwinds, der vorbeiströmt, und die Rotationsrate des Kometen spielen eine Rolle. Im Laufe einer Woche kann sogar der veränderte Blickwinkel von der Erde zu scheinbaren Unterschieden im Anblick führen. Das Gas, das der Komet ausstößt, wird vom Sonnenwind hinausgedrückt. Daher zeigt der Ionenschweif immer von der Sonne weg.

Komet Lemmon ist derzeit erst auf dem Weg ins Sonnensystem hinein und wird noch heller. Am 21. Oktober kommt er der Erde am nächsten. Am 8. November passiert der Komet den sonnennächsten Punkt seiner Bahn.

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