M104: Die Gezeitenströme der Sombrero-Galaxie

Die Sombrerogalaxie im Bild ist schwer erkennbar, weil so viele blasse Sternströme und der Halo um die Galaxie abgebildet wurden. Doch der markante Staubring am Rand der zentralen Scheibe ist klar in der Mitte erkennbar. Außen ist die Galaxie von Sternen und kleineren Galaxien umgeben.
Bildcredit und Bildrechte: Engelbert Vollmer

Ein detailreiches Bild der Sombrero-Galaxie ist immer für eine Überraschung gut. M104 heißt auch Sombrero-Galaxie, denn auf kurz belichteten Bildern erinnert sie an einen Hut. Ein markantes Merkmal dieser riesigen Galaxie ist eine dunkle Krempe aus Staub, die um das Zentrum ihrer Scheibe läuft.

Doch wenn man die Galaxie viel längere belichtet, kommt ihre stürmische Vergangenheit zum Vorschein, denn sie besitzt einen hellen, dunstigen Hof. Dieser reicht weit über die zentrale Scheibe hinaus und enthält viele Sterne, die man nicht einzeln erkennt. In diesem Dunst aus Sternen verlaufen überraschende Strukturen. Eine davon ist ein diagonaler Ring. Diese Strukturen und Gezeitenströme sind neue Hinweise auf die turbulente Vergangenheit von M104. Sie entstanden, indem die Galaxie mit kleineren Galaxien kollidierte und verschmolz.

Die Sombrero-Galaxie ist insgesamt etwa 150.000 Lichtjahre breit. Ihr Licht braucht etwa 30 Millionen Jahre, um uns von dort zu erreichen. Dieses Bild wurde Mitte 2026 in sieben Tagen in Namibia fotografiert.

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Die Sombrerogalaxie Messier 104

Die Galaxie M104 schwebt hier mitten im Bild. Sie ist von einem breiten Staubring umgeben, daher erinnert ihr Aussehen an einen Sombrero.
Bildcredit: CTIO, NOIRLab, DOE, NSF, AURA; Bildbearbeitung: T. A. Rector (U. Alaska Anchorage), D. de Martin (NOIRLab / NSF) und M. Zamani (NSF, NOIRLab)

Die prachtvolle Spiralgalaxie Messier 104 ist berühmt für ihren breiten Ring aus dunklem Staub, den wir beinahe von der Kante her sehen. Die Silhouette der Staubscheibe zeichnet sich vor dem ausgedehnten Zentralbereich aus Sternen ab. Die Galaxie ähnelt dadurch einem Hut mit einer breiten Krempe. So ist auch ihr beliebter Spitzname zu erklären: Sombrerogalaxie.

Die Galaxie wird auch NGC 4594 genannt und wird in allen Farben des Spektrums beobachtet. Außerdem enthält sie ein extrem massereiches Schwarzes Loch in ihrem Zentrum. Sie ist etwa 50.000 Lichtjahre groß und 28 Millionen Lichtjahre von uns entfernt.

M104 ist eine der größten Galaxien am südlichen Rand des Virgo-Galaxienhaufens. Doch die Sterne liegen im Vordergrund in unserer Milchstraße. Die Nahaufnahme der altbekannten Galaxie entstand mit der Dark Energy Camera (DECam) am Blanco-Teleskop. Dieses hat eine Öffnungsweite von 4 m und gehört zum Cerro Tololo Inter-American Observatory (CTIO).

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Kollision von Galaxienhaufen

Vor dem dunklen Hintergrund schimmern Galaxien als verschwommene weiße Punkte. Eine leuchtend blaue Spirale breitet sich von der Mitte her aus.

Bildcredit: Röntgen: NASA/CXC/CfA/C. Watson et al.; Optisch: PanSTARRS; Bildbearbeitung: NASA/CXC/SAO/N. Wolk und P. Edmonds; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Diese prächtige Spiralstruktur leuchtet im Röntgenlicht. Sie ist ungefähr 20-mal so groß wie unsere Galaxie. Die Struktur ist Teil des Galaxienhaufens Abell 2029 und befindet sich in einer Entfernung von einer Milliarde Lichtjahren.

Galaxienhaufen sind die größten Strukturen im Universum, die durch Gravitation gebunden sind. So besteht auch Abell 2029 aus Tausenden von Galaxien. Sie sind in eine große Wolke aus heißem Gas eingebettet – sowie Dunkler Materie, die eine Masse von insgesamt mehreren Billionen Sonnenmassen hat. Sie ist für die meiste Masse verantwortlich. (Übrigens: Die Galaxien sieht man, wenn man den Mauszeiger über das Bild schiebt oder diesem Link folgt!)

Die hell leuchtende Spirale im Bild ist das heiße Gas im Galaxienhaufen. Es besteht hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium. Seine Temperatur beträgt mehrere Millionen Grad Celsius. Diese Struktur wurde kürzlich untersucht. Dazu wertete man Röntgen-Daten des NASA-Teleskops Chandra aus. Es zeigte sich, dass Abell 2029 vor etwa 4 Milliarden Jahren mit einem kleinen Galaxienhaufen kollidierte. Diese Kollision beeinflusste das Schwerefeld, sodass sich das Gas im Haufen hin und her bewegte. So entstand die spiralförmige Struktur.

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Markarjans Kette

Eine Kette aus Galaxien verläuft diagonal durchs Bild - von rechts unten nach links oben. Sie wird Markarjans Kette genannt, zu der auch Markarjans Augen gehört.
Bildcredit und Bildrechte: Chuck Ayoub

Diese Teleskopansicht zeigt eine Kette von Galaxien, die nahe beim Zentrum des Virgo-Galaxienhaufens verläuft. Man nennt sie Markarjans Kette. Sie beginnt bei den markanten linsenförmigen Galaxien M84 (im Bild unten) und M86 (rechts unten). Von dort lässt sich der sanfte Bogen der Kette nach links oben verfolgen. Mitten im Bild befinden sich die beiden Galaxien NGC 4438 und NGC 4435, die miteinander wechselwirken. Man nennt sie auch Markarjans Augen.

Die Entfernung zum Virgo-Haufen wird auf 50 Millionen Lichtjahre geschätzten. Damit ist er der am nächsten gelegene Galaxienhaufen. Er enthält bis zu etwa 2000 Galaxien und übt einen spürbaren gravitativen Einfluss auf unsere Lokale Galaxiengruppe aus.

Mindestens sieben Galaxien in Markarjans Kette bewegen sich anscheinend gemeinsam durch den Virgo-Haufen. Andere Mitglieder sind womöglich nur zufällig Teil der Kette.

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M104: Die Sombrero-Galaxie im Infrarotlicht

Ein rot leuchtender, scheinbar schwebender Ring umläuft eine bläulich leuchtende, transparente ovale Wolke. Vor dem schwarzen Hintergrund sind außerde, einzelne Lichtpunkt zu sehen.

Bildcredit: NASA, JPL, Caltech, SSC, R. Kennicutt (Steward Obs.) et al.

Dieser schwebende Ring ist so groß wie eine Galaxie. Er ist in der Tat eine Galaxie – oder zumindest ein Teil davon, denn er gehört zur fotogenen Sombrero-Galaxie. Sie ist eine der größten Galaxien im nahe gelegenen Virgo-Galaxienhaufen. Im sichtbaren Licht verfinstert das dunkle Staubband den mittleren Teil der Sombrero-Galaxie. Im Infrarotlicht leuchtet es hell.

Dieses Bild wurde digital nachgeschärft. Es zeigt dieses Infrarotleuchten. Das Weltraumteleskop Spitzer hat es vor kurzem aufgenommen. Ihr seht es hier zusammen mit einem Falschfarben-Bild des NASA-Weltraumteleskops Hubble im sichtbaren Licht.

Die Sombrero-Galaxie hat die Katalogbezeichnung M104. Ihr Durchmesser beträgt rund 50.000 Lichtjahre. Sie ist etwa 28 Millionen Lichtjahre von und entfernt. Ihr könnt M104 mit einem kleinen Teleskop im Sternbild Jungfrau beobachten.

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3I/ATLAS: Aussicht vom Planeten Erde

Mitten im Bild leuchtet die türkisgrüne Koma des interstellaren Kometen 3I/ATLAS. Nach rechts oben zieht ein blasser Schweif. Dahinter sind Sterne im Sternbild Jungfrau.

Bildcredit und Bildrechte: Rolando Ligustri

Am 29. Oktober erreichte der Komet 3I/ATLAS sein Perihel, das ist der sonnennächste Punkt seiner Bahn. Nun ist er auf dem Weg nach draußen.

3I/ATLAS ist erst das dritte interstellare Objekt, von dem wir wissen, dass es unser Sonnensystem durchquert hat. Diese Ansicht von der Erde zeigt seine grünliche Koma und die schwachen Schweife vor den Sternen im Sternbild Jungfrau. Die Aufnahme entstand am 14. November mit einem kleinen Teleskop.

Doch der interstellare Eindringling wird weiterhin bei einer beispiellosen Beobachtungskampagne im gesamten Sonnensystem erforscht. Raumfahrzeuge und Weltraumteleskope vom Erdorbit bis zur Marsoberfläche und darüber hinaus sind daran beteiligt.

Der Komet aus einem fremden Sternsystem wurde zwar kürzlich heller. Trotzdem braucht man immer noch ein Teleskop, um 3I/ATLAS von der Erde aus zu sehen. Er steht jetzt im November am Morgenhimmel über dem Horizont. Um den 19. Dezember erreicht er seinen erdnächsten Punkt. Dieser ist rund 270 Millionen Kilometer entfernt.

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SWAN, ATLAS und Mars

Die Kometen C/2025 R2 (SWAN) und C/2025 K1 (ATLAS) begegnen einander auf diesem Teleskopfeld. Am unteren Bildrand begleitet sie der Planet Mars. SWANs Schweif breitet sich schräg nach rechts oben aus, der Schweif von ATLAS darüber ist im Vergleich nur sehr kurz.

Bildcredit und Bildrechte: Adam Block

Der Komet C/2025 R2 (SWAN) ist ein neuer Besucher im inneren Sonnensystem. Er wurde hier am 21. September fotografiert. Der Komet präsentiert einen langen Ionenschweif, der sich diagonal über das fast 7 Grad breite Teleskopsichtfeld ausbreitet.

Auch C/2025 K1 (ATLAS), ein weniger heller Komet, hat seinen ersten Auftritt im inneren Sonnensystem. Man sieht ihn links über SWANs grünlicher Koma. Dahinter ist ein Meer von Sternen im Sternbild Jungfrau (Virgo). Die beiden neuen Kometen wurden erst 2025 entdeckt. Auf diesem Himmelsausschnitt begleitet sie der rötliche Planet Mars (unten). Er ist ein besser bekannter Wanderer am Nachthimmel des Planeten Erde.

Die Kometen liefern sich hier scheinbar ein Kopf-an-Kopf-Rennen auf ihrer Reise durch das innere Sonnensystem und um die Sonne. Doch der Komet SWAN hatte am 12. September sein Perihel bereits hinter sich. Das Perihel ist die größte Annäherung eines Himmelskörpers an die Sonne. Er zieht nun auf seiner Bahn hinaus. Der Komet ATLAS wandert noch nach innen. Er erreicht sein Perihel am 8. Oktober.

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Komet C/2025 R2 (SWAN)

Der Kopf des Kometen C/2025 R2 (SWAN) ist rechts unten, er ist von einer hellgrünen Koma umgeben. Nach links oben breitet sich der gefaserte Schweif aus. Im Hintergrund sind Sterne verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Team Ciel Austral

Der Komet C/2025 R2 (SWAN) ist ein neuer Besucher aus dem äußeren Sonnensystem. Er ist auch als SWAN25B bekannt und wurde erst Ende letzter Woche entdeckt, und zwar am 11. September. Das war nur einen Tag, bevor der Komet das Perihel, den sonnennächsten Punkt seiner Bahn, erreichte.

Erstmals sichtete ihn Wladimir Bezugly auf Aufnahmen des Instruments SWAN auf der Raumsonde SOHO, welche die Sonne beobachtet. Der Komet war überraschend hell. Doch wegen des gleißenden Sonnenlichts war er schwer zu erkennen.

Auf dieser Aufnahme mit Teleskop vom 17. September ist er am Himmel noch immer in Sonnennähe. Das Bild zeigt die grünliche Koma und den Schweif von C/2025 R2 (SWAN). Spica, der Hauptstern im Sternbild Jungfrau, leuchtet knapp unter dem oberen linken Bildrand. Der Komet ist etwa 6,5 Lichtminuten von der Erde entfernt.

Nach Sonnenuntergang ist er vor allem auf der Südhalbkugel nahe dem Westhorizont etwas leichter mit Ferngläsern zu beobachten. Am 2. Oktober zieht Komet C/2025 R2 (SWAN) in der Nähe von Zubenelgenubi, dem Hauptstern der Waage, vorbei. Seine erdnächste Passage steht um den 20. Oktober bevor.

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