Kometenartige Knoten im Helixnebel

Das Bild zeigt Knoten aus Staub und Gas im Helixnebel so detailreich wie nie zuvor. Die Knoten erinnern entfernt an Kometen oder kleine, braune Blasen mit Schweifen, die nach unten gerichtet sind.
Bildcredit: NASA, ESA, CSA, STScI, JWST; Bearbeitung: A. Pagan (STScI)

Wie entstehen die ungewöhnlichen Knoten aus Gas und Staub in planetarischen Nebeln? Solche Knoten findet man auch im Ringnebel, im Hantelnebel und in NGC 2392. Sie wurden zunächst nicht vorhergesagt. Wir verstehen ihre Entstehung noch nicht gut.

Das Bild zeigt einen Teil des Helixnebels. Es entstand mit dem Weltraumteleskop James Webb im Infrarotlicht und zeigt viele Details. Die Knoten erinnern an Kometen. Sie haben circa dieselbe Masse wie die Erde. Doch sie sind typischerweise mehrere Male größer als Plutos Umlaufbahn.

Es gibt eine Hypothese, wie die Knoten entstanden sind und wie sie zerteilt wurden. Sie besagt, dass der Stern, der im Zentrum vergeht, einen sehr energiereichen Sternenwind mit geringer Dichte verströmt. Dieser Wind treibt dichteres Gas, das schon zuvor da war, nach außen.

Der Helixnebel ist ein Beispiel eines planetarischen Nebels in unserer Nähe. So ein Nebel entsteht, wenn die Existenz eines sonnenähnlichen Sterns zu Ende geht. Der Helixnebel hat die Katalogbezeichnung NGC 7293. Er ist etwa 650 Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Wassermann (Aquarius).

Offene Wissenschaft: 4000+ Codes in der Quellcodebibliothek für Astrophysik

Zur Originalseite

Die Galaxie M82 hat einen supergalaktischen Wind

Aus einer waagrechten, weiß schimmernden Wolke strömen nach oben und unten ein stark strukturierte Wolkenfetzen. Nahe beim weißen Nebel sind sie gelblich gefärbt, weit oben und unten rötlich.
Bildcredit: NASA, ESA, CSA, A. Smercina (STScI, Tufts), T. Williams (U. Manchester); Bildbearbeitung: A. Pagan (STScI)

Warum stößt die Zigarren-Galaxie roten Rauch aus? Diese Sternbildungs-Galaxie wird auch M82 genannt. Die große Spiralgalaxie M81 näherte sich ihr kürzlich und wühlte sie auf. Dies erklärt jedoch nicht ganz den Ursprung der rot leuchtenden Gas- und Staubwolken, die aus ihr hinausströmen.

Es gibt Hinweise, dass kombinierte Teilchenwinde dieses Gas und den Staub hinaustreiben. Die Winde gehen von vielen Sternen aus. Zusammen bilden sie einen galaktischen Superwind. Man nimmt an, dass die Staubteilchen aus dem Medium zwischen den Sternen von M82 stammen. Und sie sind sogar ähnlich groß wie Teilchen in Zigarrenrauch.

Das Fotomosaik kombiniert die Daten verschiedener Teleskope. Bilder im sichtbaren Licht stammen vom Weltraumteleskop Hubble. Aufnahmen im Infrarotlicht lieferte das Weltraumteleskop James Webb. Das Bild zeigt die helle Zentralgalaxie fast von der Seite. Gewaltige orangefarbene und rote Fasern aus Gas und Staub strömen nach oben und unten. Die Filamente sind über mehr als 10.000 Lichtjahre verteilt.

Die Zigarren-Galaxie ist 12 Millionen Lichtjahre entfernt. Im Infrarotlicht ist sie die hellste Galaxie am Himmel. Man kann sie schon mit einem kleinen Teleskop im sichtbaren Licht beobachten. M82 und das Sternbild Große Bärin (Ursa Major) sind zirkumpolar. Das bedeutet, dass sie in Mitteleuropa immer über dem Horizont stehen.

Zur Originalseite

Urbane Milchstraße über Seoul

Hinter einem Gewässer verläuft rechts eine Brücke. Die Lampen auf der Brücke spiegeln sich im Wasser. In der Mitte steht ein riesiges pyramidenförmiges Gebäude. Darüber verläuft die Milchstraße diagonal über den Himmel.
Bildcredit und Bildrechte: Shingoo Lee

So eine kosmische Ansicht sehen wir sonst nie. Hier wölbt sich die Milchstraße in der Nacht über Seoul in Südkorea. In der urbanen nächtlichen Landschaft am Himmel sieht man trotz der gleißenden Lichter der Stadt die zart schimmernde zentrale Region unserer Galaxis sowie dunkle, undurchsichtige Staubwolken.

Die grelle Lichtverschmutzung im Ballungsraum ist enorm. Doch ein Infrarotfilter zeichnete auch die blassen kosmischen Details auf. Der Filter ist vor allem für infrarotes Licht durchlässig, doch es drang auch etwas sichtbares Licht aufs Bild. Daher wirkt die Szene trotzdem natürlich.

Der Aussichtspunkt für das Bild liegt im Ttukseom Hangang Park in Seoul. Vorne fließt der Hangang, über den eine hell beleuchtete Eisenbahnbrücke führt. Der Lotte World Tower mit seinen 123 Stockwerken dräut hinten in der Mitte. Er ist das höchste Gebäude in Südkorea.

Zur Originalseite

Hubble zeigt die Säulen des Adlernebels in Infrarot

Vor einem zarten blauen Leuchten zeichnen sich dunkle, säulenförmige Nebel ab. In den dunklen Wolken entstehen neue Sterne.
Bildcredit: NASA, ESA, Hubble, HLA; Processing: Luis Romero Ventura

Im Adlernebel entstehen neue Sterne. Sie verdichten sich unter dem Einfluss der Schwerkraft in den Säulen aus dichtem Gas und Staub und zünden dann. Durch die intensive Strahlung der neu entstandenen jungen Sterne verdampft das umgebende Material und gibt den Blick frei.

Dieses Bild entstand mit dem Weltraumteleskop Hubble im nahen Infrarot. So ist es möglich, durch einen Großteil des dichten Staubs zu blicken. Dieser macht die Säulen im sichtbaren Licht undurchsichtig. Die riesigen Strukturen sind teilweise einige Lichtjahre lang. Umgangssprachlich nennt man sie „Säulen der Schöpfung„.

Der Adlernebel ist mit dem offenen Sternhaufen M16 verbunden. Er ist ca. 6500 Lichtjahre von uns entfernt. Auch für kleine Teleskope lohnt sich dieses Ziel. Der Adlernebel liegt in einem nebelreichen Teil des Himmels im zweigeteilten Sternbild Schlange im Schlangenschwanz (Serpens Cauda).

Himmlische Überraschung: Was zeigte APOD zum Geburtstag? (ab 1995, deutsch ab 2007)

Zur Originalseite

Titan sehen

Sieben Bilder des Mondes Titan. In der Mitte als gelblich-verwaschene Scheibe. Außenrum als Kugel mit vielen Oberflächendetails, gesehen aus sechs verschiedenen Richtungen.
Bildcredit: VIMS Team, Univ. Arizona, U. Nantes, ESA, NASA

Eine dichte Atmosphäre verhüllt die Oberfläche des größten Saturnmonds Titan. Deswegen ist sie sehr schwierig zu sehen. In der oberen Atmosphäre von Titan schweben kleine Teilchen. Sie bilden einen fast undurchdringlichen Nebel. Er streut sichtbares Licht und verbirgt Details auf der Oberfläche vor neugierigen Blicken.

Titans Oberfläche lässt sich im Infraroten besser beobachten. Infrarote Strahlung wird schwächer gestreut und die Atmosphäre verschluckt weniger davon. In der Mitte seht ihr ein Bild von Titan im sichtbaren Licht. Außen sind sechs Bilder des Mondes in Infrarot angeordnet. Sie zeigen den Mond in Falschfarben.

Die Bilddaten in Infrarot wurden 13 Jahre lang mit dem Visual and Infrared Mapping Spectrometer (VIMS) aufgenommen und einheitlich bearbeitet. VIMS ist ein Spektrometer, das Karten im sichtbaren und infraroten Licht erstellt. Es befand sich an Bord der Raumsonde Cassini, die Saturn von 2004 bis 2017 umrundete.

Für das Jahr 2027 plant die NASA eine revolutionäre Quadrocopter-Mission zu Titan.

Zur Originalseite

Webb zeigt den Cranium-Nebel

Ein Sternenfeld umgibt einen Nebel, der an ein Gehirn erinnert. Im Inneren des blauen äußeren Ovals liegt eine helle Nebelwolke.

Bildcredit: NASA, ESA, CSA, STScI; Bearbeitung: J. DePasquale (STScI)

Was geht diesem Nebel durch den Kopf? Er heißt Cranium-Nebel, weil er einem menschlichen Gehirn ähnelt. Seine Entstehung ist ein Rätsel. Der Cranium-Nebel trägt auch die Bezeichnung PMR 1.

Einer Idee nach ist er ein planetarischer Nebel um einen Weißen Zwerg. Der einst sonnenähnliche Stern stieß demnach seine äußere Atmosphäre ab. Das geschah, als ihm der Brennstoff für die Kernfusion ausging und der Stern in sich zusammenfiel. Eine andere Theorie besagt, dass der zentrale Stern viel mehr Masse hat. Vielleicht ist er ein Wolf-Rayet-Stern. Dieser stößt mit seinen turbulenten Sternwinden Gas und Staub aus. Die dunkle, vertikale Teilung und die dünne äußere Hülle aus Gas machen all das noch mysteriöser.

Das Webb-Weltraumteleskop nahm dieses Bild im mittleren Infrarotbereich auf. Das zweite Bild, das ihr als Rollover seht, entstand im nahen Infrarot. Das System erinnert an ein Hirn. Es wird weiterhin beobachtet. Das könnte klären, ob es still und leise verschwindet oder ob es in vielen Jahren als Supernova explodiert.

Zur Originalseite

Webb und Hubble zeigen IC 5332

Die Galaxie IC 5332 wurde vom Weltraumteleskop James Webb abgebildet. Das Bild ist von einer alternativen Ansicht in sichtbarem Licht überlagert. Man sieht sie, wenn man den Mauspfeil über das Bild schiebt. (Smartphones: Link im Text)

Bildcredit: ESA/Webb, NASA, CSA, J. Lee und die Teams PHANGS-JWST und PHANGS-HST; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Wie sieht das Universum durch eine Infrarot-Brille aus? Unsere Augen nehmen nur sichtbares Licht wahr. Doch Astronom*innen wollen mehr sehen. Das heutige APOD zeigt die Spiralgalaxie IC 5332. Sie wurde von zwei NASA-Weltraumteleskopen aufgenommen: Webb zeigt sie im mittleren Infrarotbereich, Hubble bildete sie im ultravioletten und sichtbaren Licht ab. Schiebt den Mauspfeil über das Bild (oder folgt diesem Link), dann könnt ihr die beiden Ansichten aus dem Weltraum vergleichen.

An Bord von Webb befindet sich das Mid InfraRed Instrument (MIRI). Es muss bei einer extrem frostigen Temperatur von -266 °C betrieben werden, sonst würde es die Infrarotstrahlung messen, die das Teleskop selbst abstrahlt.

Das Hubble-Bild betont die Spiralarme der Galaxie. Sie sind durch dunkle Regionen voneinander getrennt. Das Webb-Bild offenbart dagegen eine feinere, stärker verflochtene Struktur. Interstellarer Staub streut und absorbiert das Licht der Sterne in der Galaxie. Das führt zu den dunklen Staubspuren im Hubble-Bild. Doch derselbe Staub strahlt Wärme im Infrarotlicht ab. Daher leuchtet er auf dem Bild von Webb.

Astronom*innen kombinieren die Beobachtungen der beiden Teleskope. Damit bringen sie die „kleinen Maßstäbe“ von Gas und Sternen in Beziehung mit den wirklich großen Dimensionen der Struktur und der Entwicklung von Galaxien.

Zur Originalseite

Weltraumteleskop Webb zeigt Jupiter

Jupiter im Infrarotlicht, aufgenommen vom Weltraumteleskop James Webb. Manche von Jupiters Wolken sind ungewöhnlich gefärbt, zum Beispiel der große Rote Fleck, ein Ring, mehrere Monde und ein helles Polarlicht.

Bildcredit: NASA, ESA, CSA, Jupiter-ERS-Team; Bearbeitung: Ricardo Hueso (UPV/EHU) und Judy Schmidt

Diese Infrarot-Ansicht von Jupiter von Webb ist erhellend. Das Weltraumteleskop James Webb machte hoch aufgelöste Infrarotbilder von Jupiter. Sie zeigen die Unterschiede zwischen hellen Wolken hoch oben – dazu gehört auch der große Rote Fleck – und dunklen, tief liegenden Wolken.

Darüber hinaus zeigt dieses Bild von Webb auch Jupiters Staubring, helle Polarlichter und die Monde Amalthea und Adrastea. Das Magnetfeld des stark vulkanischen Mondes Io lenkt elektrisch geladene Teilchen auf Jupiter. Ein Indiz dafür sieht man im südlichen Polarlicht-Oval. Einige Objekte sind so hell, dass das Licht an Webbs Optik merklich abgelenkt wird und Streifen entstehen.

Das Webb-Teleskop läuft in Erdnähe um die Sonne. Sein Spiegel hat einen Durchmesser von mehr als sechs Metern. Damit ist es das größte astronomische Teleskop, das je ins All startete. Seine Lichtsammelfläche ist sechsmal größer als die von Hubble.

Zur Originalseite