Ein dunkler Schleier im Schlangenträger

Das Bild ist von einem rot leuchtenden Nebel durchzogen, durch den ein dunkler Schleier verläuft.

Bildcredit und Bildrechte: Katelyn Beecroft

Die Emissionsregion Sh2-27 leuchtet in diffusem Licht von H-Alpha. Es dominiert diese kosmische Szene. Das Sichtfeld reicht über fast 3 Grad quer im nebelreichen Sternbild Ophiuchus (Schlangenträger) zur zentralen Milchstraße hin.

Über den Vordergrund legt sich ein dunkler Schleier aus dünnen interstellaren Staubwolken. Er wird hauptsächlich als LDN 234 und LDN 204 bezeichnet. Die Bezeichnungen der Objekte stammen aus dem Dunkelnebel-Katalog von 1962. Er wurde von der amerikanischen Astronomin Beverly Turner Lynds erstellt.

Sh2-27 ist die große, aber schwache HII-Region, die den Ausreißerstern Zeta Ophiuchi umgibt. Die HII-Region Zeta Oph sowie LDN 234 und LDN 204 sind wahrscheinlich etwa 500 Lichtjahre von uns entfernt. Bei dieser Distanz zeigt das Teleskopbild einen Bereich, der ca. 25 Lichtjahre breit ist.

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Koronale Schleifen auf der Sonne

Aus der Oberfläche der Sonne schießen am Sonnenrand schleifenförmige Fäden heraus. Das Bild ist viergeteilt und zeigt vier solche Schleifen. Sie verlaufen entlang von Magnetfeldlinien.

Bildcredit und Bildrechte: Andrea Vanoni

Auf unserer Sonne sieht man oft schleifenförmige Ausbrüche. Dabei schießt heißes Plasma aus der Oberfläche der Sonne. Die leuchtenden Massenauswürfe nennt man auch Protuberanzen. Am häufigsten treten sie entlang von Schleifen im Magnetfeld der Sonne auf. Dabei bewegen sich geladene Teilchen wie Elektronen und Protonen entlang dieser Magnetschleifen und machen sie sichtbar.

Viele koronale Schleifen sind groß genug, um die Erde zu umhüllen. Sie können über Tage hinweg bestehen. Oft treten sie in der Nähe aktiver Regionen auf, zu denen auch dunkle Sonnenflecken zählen.

Diese Bilder zeigen vier Schleifen, die in den Jahren 2024 und 2025 nahe am Sonnenrand beobachtet wurden. Die Aufnahmen entstanden in der italienischen Stadt Mantua mit einem privaten Teleskop. Sie zeigen eine ganz bestimmte Farbe des Lichts, die vor allem von Wasserstoff abgestrahlt wird.

Einige Sonnenprotuberanzen können aufbrechen. Dabei schleudern sie einen Teilchenstrom in unser Sonnensystem. Das wiederum wirkt sich auf das Weltraumwetter aus. Es kann nicht nur Polarlichter erzeugen, sondern auch Stromleitungen auf der Erde beeinflussen.

Knobelspiel: Astronomie-Puzzle des Tages

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Fröhliches Perihel!

Vor einem dunklen Hintergrund ist die helligkeitsinvertierte Sonne in orange-gelben Farbtönen abgebildet. Die Oberfläche ist wie ein Teppich mit Fasern oder Spikulen überzogen.

Bildcredit und Bildrechte: Peter Ward (Barden Ridge Observatory)

Der Orbit der Erde um die Sonne ist nicht kreisförmig, sondern eine Ellipse. Der Punkt auf der elliptischen Bahn, an dem die Erde der Sonne am nächsten ist, nennt man Perihel. Dieses Jahr findet das Perihel heute, am 4. Jänner, um 13.28 UTC (14.28 MEZ) statt. Die Erde ist dabei 147 Millionen Kilometer on der Sonne entfernt. Zum Vergleich: Beim Aphel am 3. Juli des vergangenen Jahres war die Erde bei einer Distanz von etwa 152 Millionen Kilometern am fernsten Punkt von der Sonne.

Die Jahreszeiten der Erde werden allerdings nicht durch die Entfernung zur Sonne bestimmt. Es ist reiner Zufall, dass der Anfang des Sommers auf der Südhalbkugel (und des Winters im Norden) zur Sonnwende im Dezember nur 14 Tage vom Datum des Perihels entfernt ist. Das H-alpha Bild der aktiven Sonne wurde am 21. Dezember gemacht.

Es ist ebenso Zufall, dass 11 Tage vor dem Perihel der Erde die Parker Solar Probe der NASA den historischen engsten Vorbeiflug an der Sonne machte. Die 2018 gestartete Sonde flog am 24. Dezember 2024 in einem Abstand von 6,2 Millionen Kilometern an der sichtbaren Oberfläche der Sonne vorbei. Dabei brach die Parker Solar Probe ihren eigenen Rekord des engsten Perihels einer Raumsonde von der Erde.

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Eine Winternacht im Dezember

Orion wirkt auf dieser Nachthimmelslandschaft sehr ungewöhnlich - er ist von einem roten Staubring umgeben, und am Kopf leuchtet eine rote runde Wolke. Am oberen Bildrand leuchten in der Mitte die Plejaden. In der Landschaft im Vordergrund steht ein von innen beleuchtetes Dach, am Horizont ist eine Gebirgskette.

Bildcredit und Bildrechte: Włodzimierz Bubak

In dieser lange belichteten nächtlichen Landschaftsaufnahme scheint der Orion seitlich aufzugehen und über eine ferne Bergkette zu klettern. Die winterliche Szene wurde in der langen Sonnenwendnacht auf der Nordhalbkugel im südlichen Polen aufgenommen.

Mithilfe der für die Aufnahme von rotem Wasserstoff-Licht optimierten Kamera treten großflächige Nebel am Himmel hervor. Sie sind sonst unsichtbar. Diese Nebel liegen am Rand der Orion-Molekülwolke. Sie gesellen sich zu den bekannten Gürtelsternen des Himmelsjägers und den hellen Riesensternen Beteigeuze und Rigel.

Das Auge des Stiers, der gelbliche Aldebaran, verankert den V-förmigen Sternhaufen der Hyaden über der Bildmitte. Das hellste Himmelsobjekt über den schneebedeckten Gipfeln der Landschaft ist allerdings der Jupiter. Er beherrscht als großer Gasplanet unser Sonnensystem. Am Himmel des Planeten Erde befindet er sich zur Zeit noch nahe der Oppositionsstellung.

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M51: Gezeitenströme und H-alpha- Klippen

Die Galaxie M51 mit ihrer Begleiterin ist auf diesem Bild von diffusen Hüllen umgeben, rechts leuchtet eine rot leuchtende Wasserstoffklippe.

Bildcredit und Bildrechte: Das Deep-Sky-Kollektiv – Tim Schaeffer, Carl Björk, Steeve Body, Fabian Neyer, Aki Jain, Ryan Wierckx, Paul Kent, Brian Valente, Antoine und Dalia Grelin, Nicolas Puig, Stephen Guberski, Mike Hamende, Julian Shapiro, John Dziuba, Mikhail Vasilev, Bogdan Borz, Adrien Keijzer

M51 ist ein faszinierendes Paar wechselwirkender Galaxien. Es ist der 51. Eintrag im berühmten Katalog von Charles Messier. Die große Galaxie mit wirbelartiger Spiralstruktur galt ursprünglich als Spiralnebel. Sie ist fast von vorne zu sehen und auch als NGC 5194 katalogisiert.

Ihre Spiralarme und Staubbahnen ziehen über ihre kleinere Begleitgalaxie NGC 5195. M51 ist etwa 31 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie befindet sich im Sternbild Jagdhunde (Canes Venatici). Bei direkter Betrachtung mit dem Teleskop erscheint sie schwach und unscharf.

Diese Aufnahme zeigt jedoch erstaunliche Details der auffälligen Farben und schwächeren Gezeitenströme des Galaxienpaars. Das Bild enthält umfangreiche Schmalbandaufnahmen. Sie heben eine riesige rötliche Wolke aus ionisiertem Wasserstoff hervor, die kürzlich im M51-System entdeckt wurde. Einigen ist sie als H-alpha-Klippen bekannt.

Die Weitwinkelaufnahme zeigt auch Staubwolken im Vordergrund der Milchstraße und weit entfernte Hintergrundgalaxien. Eine Arbeitsgemeinschaft von Astrofotografen hat über 3 Wochen Belichtungszeit mit Teleskopen auf der Erde zusammengetragen, um dieses vergrößerbare Porträt von M51 zu erstellen.

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Geister in Kassiopeia

Vor einem dunklen, schwach gestirnten Himmel türmen sich Nebelgebirge auf, die von einem rosaroten Leuchten umgeben sind.

Bildcredit und Bildrechte: Christophe Vergnes, Hervé Laur

Diese hell umrissenen, fließenden Strukturen in dieser Teleskopansicht in Richtung des Sternbilds Kassiopeia sehen in wahrhaft kosmischen Ausmaßen gespenstisch aus. Die geschwungenen kometenförmigen Wolken auf dieser farbenfrohen Himmelslandschaft sind IC 59 (links) und IC 63. Es sind natürlich keine Geister, sondern Nebelwolken, die etwa 600 Lichtjahre entfernt sind. Die Nebel lösen sich jedoch langsam unter dem Einfluss der energiereichen Strahlung des heißen, leuchtkräftigen Sterns Gamma Kassiopeiae auf.

Gamma Cas ist physisch nur 3 bis 4 Lichtjahre von den Nebeln entfernt. Er liegt knapp über dem rechten Bildrand. IC 63 liegt etwas näher an Gamma Cas. Er wird von rotem H-alpha-Licht dominiert. Dieses Licht entsteht, wenn die Wasserstoffatome, die von der ultravioletten Strahlung des heißen Sterns ionisiert wurden, mit Elektronen rekombinieren. IC 59 ist weiter von dem Stern entfernt. Er zeigt weniger H-alpha-Emission, dafür aber den charakteristischen bläulichen Farbton von Staub, der Sternenlicht reflektiert.

Das Gesichtsfeld der Aufnahme ist 1° breit. Es erstreckt sich bei der geschätzten Entfernung der interstellaren Objekte über 10 Lichtjahre.

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Eine dreieckige Protuberanz schwebt über der Sonne

Über der Sonnenoberfläche, die an einen langhaarigen Teppich erinnert, schwebt eine dreieckige Sonnenprotuberanz.

Bildcredit und Bildrechte: Andrea Vanoni

Warum schwebt da ein Dreieck über der Sonne? Ihr Aussehen mag zwar ungewöhnlich sein, die Erscheinung an sich ist es aber nicht: Es handelt sich um einen Teil einer sich entwickelnden Sonnenprotuberanz. Magnetfeldschlaufen, die die Oberfläche der Sonne durchbrechen, kanalisieren den Strom geladener Teilchen und halten solche gasartigen Strukturen manchmal monatelang in der Schwebe. Eine Protuberanz leuchtet hell, da sie besonders heißes, dichtes oder undurchsichtiges Sonnenplasma enthält.

Die ungewöhnliche dreieckige Struktur entstand letzte Woche. Diese markante Protuberanz war größer als unsere Erde und wurde von einer Reihe von Sonnenfotograf*innen aufgenommen. Auch das Solar Dynamics Observatory (SDO) der NASA hat dokumentiert, wie sie innerhalb eines Tages entstand und explosionsartig auflöste.

Dieses Bild wurde im roten Licht aufgenommen, das von leuchtendem Wasserstoff ausgestrahlt wird. Sogenannte Fibrillen bedecken die Chromosphäre der Sonne. Der Himmel im Hintergrund ist so dunkel, dass keine Sterne zu sehen sind. Die Oberfläche unserer Sonne war dieses Jahr recht aktiv.

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AR 3664 am Rand der Sonne

Die linke Bildhälfte füllt ein Teil der Sonne, durch die Mitte verläuft senkrecht der helle Rand. Nach rechts ragen schleifenförmige Protuberanzen in den schwarzen Weltraum.

Bildcredit und Bildrechte: Sebastian Voltmer

Kürzlich löste eine riesige aktive Region Polarlichter aus. Wie sah die am Sonnenrand aus? Dort zeigte AR 3664 ihre dreidimensionale Struktur.

Die riesige, vielarmige Sonnenprotuberanz reicht von der chaotischen Sonnenfleckenregion AR 3664 hinaus in den Weltraum. Sie ist nur eine von vielen Teilchenwolken, die von der gewaltigen Sonnenregion ausgestoßen wurden. Die Erde passt leicht unter die ausladende Protuberanz. Das Bild der sich ständig verändernden Region wurde vor zwei Tagen fotografiert.

Gestern wurde die stärkste Sonneneruptionen seit Jahren ausgestoßen, sie ist nicht im Bild. Es war eine Explosion der oberen X-Klasse. Die Strahlung dieser Eruption traf rasch auf die Erdatmosphäre und verursachte Ausfälle im Kurzwellenfunk in Nord- und Südamerika.

Zwar rotierte AR 3664 inzwischen weiter und zeigt nun leicht von der Erde fort. Aber noch immer könnten Teilchen von AR 3664 und anschließenden koronalen Massenauswürfen (KMA) gekrümmten Magnetfeldlinien durchs innere Sonnensystem folgen und weitere Polarlichter auf der Erde hervorrufen.

Galerie: Aktive Region 6443 auf der Sonne

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