Die ganze galaktische Ebene oben und unten

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Bildcredit und Bildrechte: Moophz Himself (Maroun Habib)

Kann man die ganze Ebene unserer Galaxis auf einmal abbilden? Ja, aber nicht mit einer einzigen Aufnahme. Es war sogar einiges an Planung nötig, um es mit zwei Aufnahmen zu schaffen. Der obere Teil des Bildes ist der Nachthimmel über dem Libanon nördlich des Äquators. Das Bild entstand im Juni 2017, als das Zentralband der Milchstraße genau oben stand. Die untere Hälfte wurde sechs Monate später in gleicher Weise fotografiert, und zwar auf dem gegenüberliegenden Breitengrad südlich des Äquators in Chile.

Der Nachthimmel auf jedem der beiden Bild liegt also exakt gegenüber dem anderen und zeigt eine ganze Hälfte der galaktischen Ebene. Der südliche Teil wurde auf den Kopf gestellt und digital an die obere Hälfte geheftet. Daher bildet das Zentralband der Galaxis einen Kreis. Am Himmel leuchten viele Sterne und Nebel. Die Große Magellansche Wolke ist in der unteren Hälfte des ganzen galaktischen Kreises sehr auffällig.

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Der Pferdekopf: Ein weites Feld

Die Nebellandschaft wirkt fremd und vertraut zugleich. Sie zeigt eine bekannte Landschaft in Infrarot. Der Pferdekopfnebel rechts oben leuchtet rosarot. Normalerweise ist er eine dunkle Silhouette vor einem roten Emissionsnebel. Hier sind hinter dem Pferd nur Sterne verteilt. Links unten ist der helle Reflexionsnebel NGC 2023.

Gestaltung und Bearbeitung: Robert Gendler; Bilddaten: ESO, VISTA, HLA, Hubble-Vermächtnisteam (STScI/AURA)

Das weite Feld zeigt die interstellare Landschaft um den berühmten Pferdekopfnebel. Dafür wurden Bilder kombiniert, die vom großen VISTA-Teleskop auf der Erde und dem Weltraumteleskop Hubble stammen. Die staubigen Molekülwolken wurden im Licht von nahem Infrarot fotografiert.

Die Szene ist am Himmel etwa so breit wie zwei Drittel des Vollmondes. Der Pferdekopf ist ungefähr 1600 Lichtjahre entfernt. Daher ist das Bild in seiner geschätzten Entfernung von links nach rechts etwas mehr als 10 Lichtjahre breit.

Rechts oben ist der Pferdekopfnebel zu sehen. Er ist auch als Barnard 33 bekannt. In nahem Infrarot ist er eine leuchtende Staubsäule mit neuen Sternen. Der helle Reflexionsnebel NGC 2023 links unten umgibt einen heißen, jungen Stern und wird von ihm beleuchtet. Unter der Basis des Pferdekopfes liegen undurchsichtige Wolken am Rand von NGC 2023. Sie zeigen die verräterische, tiefrote Emission energiereicher Strahlen, die man als Herbig-Haro-Objekte bezeichnet. HH-Objekte werden von neuen Sternen ausgestoßen.

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Farbige Nachthimmellichtbänder um die Milchstraße

Die Milchstraße mit ihren dunklen Staubnebeln verläuft diagonal über den Himmel. Links und rechts wabern farbige Wellen aus Nachthimmel am sternklaren Himmel.

Bildcredit und Bildrechte: Xiaohan Wang

Was leuchtet am Himmel wie ein riesiger Regenbogen, der sich wiederholt? Es ist Nachthimmellicht. Die Luft leuchtet zwar die ganze Zeit, aber normalerweise ist das nur schwer zu erkennen. Doch eine Störung – etwa ein aufziehender Sturm – kann zu merklichen Wellen in der Erdatmosphäre führen. Solche Schwerewellen sind Schwingungen in der Luft. Man kann es mit Wellen vergleichen, die entstehen, wenn ein Stein in ruhiges Wasser fällt.

Rotes Nachthimmellicht entsteht wahrscheinlich durch OH-Moleküle, wenn sie in einer Höhe von etwa 87 km durch ultraviolettes Sonnenlicht angeregt werden. Orangefarbenes und grünes Nachthimmellicht stammen vermutlich von Atomen von Natrium und Sauerstoff in etwas größerer Höhe.

Als der Fotograf eine Fahrt in der Nähe des Krummsees in der chinesischen Provinz Qinghai machte, fiel ihm zuerst vor allem das prächtige zentrale Band der Milchstraße auf. Als er anhielt und es fotografierte, verliefen auf dem detailreichen Bild, das dabei entstand, überraschende Bänder von Nachthimmellicht auf, die ziemlich markant waren. Sie bedeckten den ganzen Himmel. Das Bild wurde digital bearbeitet, um die Farben noch lebendiger zu machen.

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Nahaufnahme von NGC 7331

Die Spiralgalaxie NGC 7331 liegt schräg im Bild. Ihr heller, gelblicher Kern ist von mächtigen Spiralarmen umgeben, die von dunklen Staubwolken geprägt sind. Dazwischen schimmern blaue Sternhaufen und rötliche Regionen, in denen Sterne entstehen.

Bildcredit und Lizenz: ESA/Hubble und NASA/D. Milisavljevic (Purdue-Universität)

Die große Spiralgalaxie NGC 7331 wird oft mit unserer Milchstraße verglichen. NGC 7331 ist etwa 50 Millionen Lichtjahre entfernt und steht im nördlichen Sternbild Pegasus. Man erkannte sie früh als Spiralnebel. Sie ist eine der helleren Galaxien, die nicht in Charles Messiers berühmtem Katalog aus dem 18. Jahrhundert enthalten sind.

Die Scheibe der Galaxie ist zu unserer Sichtlinie geneigt. Daher wirken lang belichtete Fotos mit Teleskop häufig sehr tief. Die Nahaufnahme entstand mit dem Weltraumteleskop Hubble. Sie zeigt die prächtigen Spiralarme der Galaxie und ihre dunklen Staubbahnen.

Die Galaxie enthält auch helle bläuliche Haufen mit massereichen jungen Sternen. In ihren aktiven Regionen entstehen Sterne. Man erkennt sie an ihrem verräterischen rötlichen Leuchten. In der gelblich Region in der Mitte gibt es eine Population älterer, kühler Sterne. Wie bei der Milchstraße liegt im Zentrum der Spiralgalaxie NGC 7331 ein sehr massereiches Schwarzes Loch.

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Ein Elefantenrüssel in Kepheus

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Bildcredit und Bildrechte: Bearbeitung – Robert Gendler, Roberto Colombari; Daten – Subaru-Teleskop (NAOJ), Robert Gendler, Adam Block

Hier seht ihr den staubigen Elefantenrüssel-Nebel. Er windet sich in IC 1396, einem Komplex aus Emissionsnebeln und jungen Sternhaufen. IC 1396 liegt im hohen Sternbild Kepheus. Die Nahaufnahme entstand aus Bilddaten von großen und kleinen Teleskopen.

Der kosmische Elefantenrüssel ist auch als vdB 142 bekannt und mehr als 20 Lichtjahre lang. Die farbige Ansicht betont helle, zurückgefegte Grate. Diese umfassen Taschen aus kühlem interstellarem Staub und Gas. Solche Wolken, die in dunkle Ranken eingebettet sind, enthalten das Rohmaterial für neue Sterne. Im Inneren verbergen sich oft Protosterne.

Der relativ blasse Komplex IC 1396 ist fast 3000 Lichtjahre entfernt. Die große Region ist am Himmel mehr als 5 Grad breit. Das Feld der dramatischen Szene misst ein 1 Grad, es ist also etwa so breit wie 2 Vollmonde.

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Drei Galaxien und ein Komet

Eine Bergkette bildet den Horizont. Rechts neben einem steil abfallenden Hang wölbt sich der prächtige Schweif des Kometen McNaught. Von links steigt die südliche Milchstraße nach oben auf. Rechts schimmern die Große und die Kleine Magellansche Wolke.

Bildcredit und Bildrechte: Miloslav Druckmuller (Technische Universität Brünn)

Das diffuse Sternenlicht und die dunklen Nebel in der südlichen Milchstraße wölben sich über den Horizont. Sie steigen auf dieser nächtlichen Landschaft diagonal nach rechts auf. Das atemberaubende Mosaik ist ganze 100 Grad breit. Vorne liegt das schroffe Gelände im argentinischen Teil von Patagonien.

Das Bild zeigt die Innenansicht unserer Galaxis und unseren Blick von außen auf zwei unregelmäßige Begleitgalaxien. Es sind die Große und die Kleine Magellansche Wolke. Der breite Schweif und die helle Koma des Kometen McNaught stehen knapp über dem Horizont. Er war der prachtvolle Komet 2007.

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Carina über Lake Ballard

Über einem Hügel, der aus der Ebene eines trockenen Salzsees ragt, steigt die Milchstraße auf. Im Bild sind auch die Sterne Alpha und Beta Centauri, der Carinanebel, der Kohlensack und das Kreuz des Südens. Die Szene ist von Mondlicht beleuchtet.

Bildcredit und Bildrechte: William Vrbasso

Der große Carinanebel ist ein Juwel am Südhimmel. Man kennt ihn auch als NGC 3372. Er ist eine der größten Regionen mit Sternbildung in unserer Galaxis. Der Nebel ist leicht mit bloßem Auge erkennbar. Er leuchtet auf dieser heiteren Landschaft hoch am Nachthimmel über dem unverkennbaren Hügel beim Lake Ballard. Das ist ein ausgetrockneter Salzsee in Westaustralien. Das Bild entstand am 25. Dezember 2017.

Die Milchstraße steigt im Süden vom Horizont auf. An der Milchstraße liegen über der rechten Flanke des Hügels die hellen Sterne Alpha und Beta Centauri. Über der Hügelkuppe befinden sich das Kreuz des Südens und der dunkle Kohlensack. Die Szene ist ein Mosaik aus 22 Bildfeldern. Es wurde beschnitten, um die Schönheit der Region in der südlichen Milchstraße noch besser zur Geltung zu bringen.

In der kurzen Sommernacht wurden die Mosaikbilder des Himmels mit einer Kamera auf einer Montierung aufgenommen, die den Sternen folgte. Um den Vordergrund im Mondlicht abzulichten, wurde der Antrieb gestoppt.

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Weitwinkelfeld von M78

Mitten im Bild schimmern die bläulichen Nebel M87 und McNeils veränderlicher Nebel. Die beiden sind von einem Meer aus Sternen und rot leuchtendem Wasserstoff umgeben. Dazwischen verlaufen dunkle, dichte Staubranken.

Bildcredit und Bildrechte: Fabian Neyer

Im fruchtbaren Sternbild Orion gibt es reichlich interstellare Staubwolken und leuchtende Nebel. Einer der hellsten ist M78. Er leuchtet mitten in der bunten Weitwinkelansicht. Man findet ihn nördlich vom Gürtel des Orion.

Der bläuliche Reflexionsnebel ist ungefähr 1500 Lichtjahre entfernt. Sein Durchmesser beträgt etwa 5 Lichtjahre. Der Farbton entsteht durch Staub, der das blaue Licht heißer, junger Sterne besonders gut reflektiert. Links neben M78 liegt der Reflexionsnebel NGC 2071. Rechts daneben ist McNeils Nebel. Er ist kompakter und fasziniert, denn in jüngster Zeit erkannte man ihn als veränderlichen Nebel. Er ist mit einem jungen, sonnenähnlichen Stern verbunden.

Die rötlichen Lichtflecken stammen von Herbig-Haro-Objekten. Das sind die energiereichen Strahlen von Sternen, die gerade entstehen. Sie zeichnen sich vor dem dunklen Staub ab. Die Aufnahme zeigt auch das blassere, alles durchdringende Leuchten von atomarem Wasserstoff in der Region.

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