Konjunktion der Sicheln

Am blauen Tageshimmel ist links unten die Mondsichel, rechts oben die winzige Sichel der Venus.

Bildcredit und Bildrechte: Aldo S. Kleiman

Diese Aufnahme aus Rosario in Argentinien entstand in der Dämmerung. Sie zeigt die enge Konjunktion der beiden hellsten Himmelsobjekte, die am 1. Februar im Westen am Abendhimmel des Planeten Erde zu sehen waren. Das Bild wurde mit einem Teleobjektiv aufgenommen und zeigt die zunehmende Mondsichel und die abnehmende Venussichel in den gegenüberliegenden Ecken.

Zum Aufnahmezeitpunkt war der zunehmende Mond etwa drei Tage alt. Die von der Sonne beleuchtete schmale Mondsichel wird bis zum 14. Februar zu einem hellen Vollmond heranwachsen.

Wie der Mond zeigt auch die Venus wechselnde Phasen, während sie die Sonne umläuft. Von der Erde aus gesehen, wird die von der Sonne beschienene Sichel dieses inneren Planeten schmaler, während die scheinbare Größe weiter zunimmt, wenn die Venus sich uns nähert.

Als Valentinsgruß aus dem Sonnensystem wird die Venus, die nach der römischen Göttin der Liebe benannt ist, am Abendhimmel der Erde um den 14. Februar herum außerdem ihre größte Helligkeit erreichen.

Zur Originalseite

LEDA 1313424: Die Zielscheiben-Galaxie

Die Galaxie mitten im Bild hat 9 konzentrische Ringe. Sie erinnert an eine Zielscheibe. Links daneben ist eine blaue kleine Galaxie, darüber zwei gelbliche Galaxien.

Bildcredit: NASA, ESA, Imad Pasha (Yale), Pieter van Dokkum (Yale)

Die riesige Galaxie LEDA 1313424 ist etwa 2,5-mal so groß wie unsere Milchstraße. Aufgrund ihrer auffälligen Form in diesem kürzlich vom Weltraumteleskop Hubble veröffentlichen Bild wird sie auch Bullseye- oder Zielscheiben-Galaxie genannt.

Solche Ringgalaxien entstehen durch Kollisionen mit anderen Galaxien. Besonders bemerkenswert hierbei ist, dass in dieser Aufnahme insgesamt neun Ringe gezählt wurden. Die Ringe breiten sich von ihrem Zentrum aus wie Wellen, wenn man einen Stein in einen Teich fallen lässt.

Bei der Zielscheiben-Galaxie war dieser „Stein“ natürlich selbst eine Galaxie. Die blaue Zwerggalaxie links neben der Mitte ist sehr wahrscheinlich der verantwortliche Kollisionspartner. Daten von Beobachtungen weisen darauf hin, dass diese Zwerggalaxie das Zentrum der Riesengalaxie durchdrang. Dabei entstanden die konzentrischen Ringe durch gravitative Wechselwirkung.

Die Zielscheiben-Galaxie ist im Sternbild Fische zu finden. Sie ist 567 Millionen Lichtjahre entfernt. In dieser Distanz umfasst diese beeindruckende Hubble-Aufnahme einen Bereich von etwa 530.000 Lichtjahren.

Zur Originalseite

IC 2574: Coddingtons Nebel

Mitten im Bild schwebt die kleine Galaxie IC 2574 hinter lose verteilten Sternen. Sie hat viele rötliche Sternbildungsregionen, die man an ihrem roten Leuchten erkennt.

Bildcredit und Bildrechte: Lorand Fenyes

Große Spiralgalaxien ernten oft scheinbar den ganzen Ruhm. Sie prahlen mit ihren jungen, hellen, blauen Sternhaufen in ihren wunderschönen, symmetrischen Spiralarmen. Aber auch kleine, unregelmäßige Galaxien bringen Sterne hervor.

In der Zwerggalaxie IC 2574 gibt es rötliche Regionen aus leuchtendem Wasserstoff. Dort gibt es klare Anzeichen intensiver Sternbildung. Sternenwinde und Supernova-Explosionen wühlen die turbulenten Regionen in IC 2574, in denen Sterne entstehen, auf. Dabei schleudern sie Material ins interstellare Medium der Galaxie. Das löst weitere Sternbildung aus. Ähnliches geschieht auch in Spiralgalaxien.

IC 2574 ist nur 12 Millionen Lichtjahren entfernt und Teil der M81-Galaxiengruppe. Sie ist im nördlichen Sternbild Großer Bär zu sehen. Das prachtvolle Inseluniversum ist auch als Coddington-Nebel bekannt. Es hat einen Durchmesser von etwa 50.000 Lichtjahren. Im Jahr 1898 wurde es vom amerikanischen Astronomen Edwin Coddington entdeckt.

Zur Originalseite

Komet G3 ATLAS geht über einem Hügel in Chile unter

Videocredit und -rechte: Gabriel Muñoz

Wohin verschwindet Komet ATLAS? Auf diesem Zeitraffervideo bewegt sich der Komet selbst kaum. Doch durch die Erdrotation taucht er hinter einen Hügel.

Komet C/2024 G3 (ATLAS) wurde am 22. Jänner mit einer gewöhnlichen Kamera in Araukanien in Zentralchile gefilmt. In den letzten Wochen war Komet ATLAS auf der Südhalbkugel der Erde ein eindrucksvoller Anblick am Abendhimmel. Er war so hell und auffällig, dass er der große Komet 2025 werden hätte können.

Leider zieht Komet G3 ATLAS nirgendwohin, weil der Kern bei seiner nahen Begegnung mit der Sonne letzten Monat zerbrochen ist. Die verteilten Reste des Kometen bestehen aus Gestein und Eis. Manche davon kreisen weiterhin um die Sonne. Einige folgen dem auswärts gerichteten Teil der Bahn, die der Kometenkern genommen hätte.

Zur Originalseite

Gegendämmerungsstrahlen: Regenbogenfächer über Spanien

Über einem Strand in Spanien breitet sich am Horizont ein Fächer aus Gegendämmerungsstrahlen aus. Die Strahlen wird von einem Regenbogen am wolkigen Himmel begrenzt.

Bildcredit und Bildrechte: Julene Eiguren

Kann dein Regenbogen das auch? Spät abends geht die Sonne wie gewohnt im Westen unter. An diesem Abend war das oben dargestellte farbenfrohe Schauspiel jedoch 180 Grad weiter – im Osten – zu bestaunen. Dort war nicht nur ein Regenbogen zu sehen, sondern auch Gegendämmerungsstrahlen, die vom Mittelpunkt des Regenbogens auszugehen scheinen.

Das hier gezeigte Bild wurde in Lekeitio im nördlichen Spanien aufgenommen, wobei die Sonne sich hinter der Kamera befindet. Der Regenbogen entsteht durch Sonnenlicht, das an den herabfallenden Regentropfen gebrochen und reflektiert wird. Gegendämmerungsstrahlen entstehen, wenn Sonnenlicht am westlichen Horizont strahlenförmig durch die Wolken bricht. Diese Lichtstrahlen laufen einmal quer über den Himmel und scheinen sich am gegenüberliegenden Horizont wieder zu sammeln – eine optische Täuschung.

Regenbögen zu betrachten ist immer aufregend, Gegendämmerungsstrahlen zu sehen ist ein durchaus seltenes Vergnügen, aber beides gleichzeitig zu erwischen ist noch ungewöhnlicher und wirkt schon beinahe surreal.

Knobelspiel: Astronomie-Puzzle des Tages

Zur Originalseite

Wolf-Rayet-Stern 124: Sternwindmaschine

Ein orangerot leuchtender Nebel mit starker Struktur umgibt einen hell leuchtenden Stern in der Bildmitte. Der Nebel füllt einen Großteil des Bildes.

Bildcredit: Hubble-Vermächtnisarchiv, NASA, ESA; Bearbeitung und Lizenz: Judy Schmidt

Manche Sterne explodieren in Zeitlupe. Wolf-Rayet-Sterne sind massereich und selten. Sie sind so heiß und stürmisch, dass sie sich direkt vor unseren Teleskopen langsam auflösen. Sie stoßen gewaltige Sternwinde mit leuchtenden Gasklumpen aus. Jeder davon hat typischerweise 30 Mal mehr Masse als die Erde.

Der Wolf-Rayet-Stern WR 124 leuchtet mitten im Bild. Er erzeugt den Nebel, der ihn umgibt. Dieser ist sechs Lichtjahre groß und ist als M1-67 bekannt. Warum sich dieser Stern seit 20.000 Jahren langsam sprengt, wird erforscht. WR 124 ist 15.000 Lichtjahre entfernt. Wir finden ihn im Sternbild Pfeil (Sagitta).

Das Schicksal jedes Wolf-Rayet-Sterns hängt von seiner Masse ab. Doch bei vielen endet ihre Existenz wohl mit einer spektakulären Explosion wie einer Supernova oder einem Gammablitz.

Zur Originalseite

Komet G3 ATLAS löst sich auf

Die Bildfelder wurden täglich von 18.-23. Januar aufgenommen. Anfangs hat der Komet noch einen hellen Kern und einen schmalen Schweif, am Ende verschwindet der Kern, der Schweif ist breit, lang und fahl.

Bildcredit: Lionel Majzik

Was passiert mit dem Kometen G3 ATLAS? Mitte Jänner zog er nahe an der Sonne vorbei. Danach wurde der Kopf des Kometen immer blasser. Ende Jänner wurde Komet C/2024 G3 (ATLAS) ein kopfloses Wunder. Trotzdem zeigte er nach Sonnenuntergang weiterhin eindrucksvolle Schweife am Himmel der irdischen Südhalbkugel.

Diese Bilder des Kometen G3 ATLAS wurden in aufeinanderfolgenden Jännernächten im chilenischen Río Hurtado aufgenommen. Der Kopf des Kometen ist in den früheren Tagen (links) eindeutig heller und kompakter als in den späteren Tagen (rechts). Wahrscheinlich ist der Hauptgrund, dass der Kern des Kometen aus Eis und Gestein am Kopf zerbrochen ist.

Komet G3 ATLAS zog weit innerhalb der Bahn des Planeten Merkur um die Sonne, als er ihr am nächsten kam. In dieser Nähe zerstört die Hitze viele Kometen. Einige Bruchstücke des Kometen G3 ATLAS werden weiterhin um die Sonne kreisen.

Galerie: Komet G3 ATLAS

Zur Originalseite

Perlmuttwolken über Schweden

Über einer verschneiten Landschaft mit einigen Häusern im Vordergrund wabern bunt schillernde Wolken.

Bildcredit und Bildrechte: Vojan Höfer

Leuchtend und schimmernd ziehen schillernde Farb-Wellen über diese Himmelslandschaft in Nordschweden. Diese Perlmuttwolken treten selten auf.

Das Bild zeigt ihr unvergessliches Erscheinen am 12. Januar. Die Sonne stand dabei vor Ort knapp unter dem Horizont.

Sie gehören zu den polaren Stratosphärenwolken. Sie entstehen, wenn es in der unteren Stratosphäre ungewöhnlich kalt ist. Dann bilden sich in dieser normalerweise wolkenlosen Schicht der Erdatmosphäre Eiskristalle.

Die Wolken in einer Höhe von 15 bis 25 Kilometer sind von der Sonne beschienen und beugen das Sonnenlicht. Am Erdboden ist die Sonne dann nicht direkt sichtbar.

Zur Originalseite