Großer Wagen über dem Pyramid Mountain

Eine Landschaft mit hohen Bergen in der Ferne und immergrünen Bäume in der Nähe. Oben ist ein sternenklarer Himmel, an dem die Sterne des Großen Wagens leicht erkennbar sind. Ein Rollover-Bild beschriftet die Namen der Sterne des Großen Wagens.

Bildcredit und Bildrechte: Steve Cullen

Seit wann kennt ihr diese Sterngruppe? Viele Leute auf der ganzen Welt kennen sie. Doch verschiedene Kulturen verbinden mit dieser Sterngruppe unterschiedliche Bilder und Sagen. In Europa kennt man sie als Großer Wagen. Sie gehören zu einem Sternbild, das 1922 von der Internationalen Astronomischen Union Große Bärin (Ursa Major) genannt wurde.

Die anerkannten Namen dieser Sterne sind – von links nach rechts – Alkaid, Mizar und Alkor, Alioth, Megrez, Phekda, Merak und Dubhe. Meist hängen die Sterne in einem beliebigen Sternbild physisch nicht zusammen. Daher überrascht es, dass die meisten Sterne im Großen Wagen anscheinend nahe beisammen stehen und gemeinsam durch den Raum pflügen.

Diese Eigenschaft teilen sie mit weiteren Sternen in einem noch größeren Bereich am Himmel. Ihre gemessene gemeinsame Bewegung lässt vermuten, dass sie alle zu seinem losen, nahen Sternhaufen gehören. Vermutlich ist er nur etwa 75 Lichtjahre entfernt und bis zu 30 Lichtjahre groß. Der Haufen wird passend Ursa-Major-Gruppe genannt.

Das Bild zeigt die kultigen Sterne. Es wurde über dem Pyramid Mountain in Alberta (Kanada) fotografiert.

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Selbstporträt zeigt den Rover Curiosity auf dem Mars

Auf einer Anhöhe hockt der Rover Curiosity. Seltsamerweise sieht man seinen Arm nicht, obwohl er einen Schatten wirft. Der Grund dafür ist, dass das Bild ein Mosaik ist.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, MSSS

Habt ihr euch schon einmal auf dem Mars selbst fotografiert? Der Rover Curiosity auf dem Mars hat das getan. Dieses Selbstporträt entstand aus vielen kleineren Bildern. Darum ist der mechanische Arm, der die Kamera hält, nicht zu sehen (doch man sieht seinen Schatten!).

Dieses Bild wurde Mitte 2015 fotografiert. Es zeigt nicht nur den abenteuerlustigen Rover, sondern auch dunkles Schichtgestein, den hellen Gipfel des Mount Sharp und den rostigen roten Sand, der Mars bedeckt. Wenn ihr genau hinseht, erkennt ihr sogar, dass in einem von Curiositys Rädern, die immer älter werden, ein kleiner Stein steckt.

Derzeit – Ende 2017 – erforscht Curiosity weiterhin die Schichten aus Sedimentgestein, die er am Vera-Rubin-Grat entdeckt hat. Die Untersuchung soll helfen, die urzeitliche geologische Geschichte des Mars allgemein besser zu verstehen. Vor allem möchte man herausfinden, warum diese Gesteinsarten dort existieren.

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NGC 7822: Sterne und Staubsäulen in Infrot

Die Nebelwolken im Bild sind normalerweise nicht so hell. Sie wurden in Infrarotlicht aufgenommen.

Bildcredit: WISE, IRSA, NASA; Bearbeitung und Bildrechte: Francesco Antonucci

Junge Sterne in NGC 7822 höhlen die Stätten ihrer Entstehung aus. Im Nebel sind helle Ränder und komplexe Skulpturen aus Staub verteilt. Sie markieren die detailreiche Himmelslandschaft, die mit dem Satelliten Wide Field Infrared Survey Explorer (WISE) der NASA in Infrarotlicht aufgenommen wurde.

NGC 7822 liegt im nördlichen Sternbild Kepheus am Rand einer riesigen Molekülwolke. Die leuchtende Region mit Sternbildung ist etwa 3000 Lichtjahre entfernt. Die Energie für die atomare Lichtemission im Gas des Nebels stammt von der energiereichen Strahlung heißer Sterne. Ihre mächtigen Winde und ihr Licht formen und erodieren die dichteren Säulen. Im Inneren der Säulen könnten durch Gravitationskollaps immer noch Sterne entstehen. Doch die Säulen werden erodiert. Das schneidet entstehende Sterne am Ende vom Vorrat an Sternenstoff ab.

In der geschätzten Entfernung von NGC 7822 ist dieses Feld etwa 40 Lichtjahre breit.

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Am Freitag lächelte der Mond

Über dem dunklen Horizont schimmert ein violetter Himmel. Links liegt eine sehr schmale Mondsichel, rechts leuchten zwei Planeten. Venus steht knapp über dem Horizont, Jupiter ist weiter oben.

Bildcredit und Bildrechte: Tunç Tezel (TWAN)

Am Freitag lächelte der alte Mond. Morgenmenschen konnten das sehen. Die abnehmende Sichel war von der Sonne beleuchtet. Sie wurde auf dieser klaren, stimmungsvollen Szene bei Bursa in der Türkei auf dem Planeten Erde fotografiert. In den zarten Farben der Dämmerung leuchten die nahen Himmelslichter Jupiter (oben) und Venus am östlichen Horizont.

Heute ist Samstag und Neumond. Anfang nächster Woche folgt die zunehmende Sichel der untergehenden Sonne, wenn sie im Westen untergeht. Dann begleitet das Lächeln des jungen Mondes Saturn und Merkur am frühen Abendhimmel.

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Großer Feuerkugelmeteor

Über einer verschneiten Berglandschaft strahlt eine sehr helle Feuerkugel. Darüber schimmert der Große Wagen in der Dämmerung. Im Tal liegt das Dorf La Villa.

Bildcredit und Bildrechte: Ollie Taylor

Dieser Gipfelblick zeigt den Himmel in der abklingenden Dämmerung in rosigen Farben. Das Bild wurde am 14. November bei Minusgraden auf einem Gebirgspass fotografiert. Es zeigt verschneite, zerklüftete Berge. Im Tal liegt das Dorf La Villa (Stern) in Alta Badia in den italienischen Dolomiten.

Oben hängt das Sternbild Großer Bär über dem nördlichen Horizont. Doch am meisten fasziniert eine mächtige Feuerkugel. Sie kam zufällig aufs Bild, als sie unter der vertrauten Sterngruppe Großer Wagen aufblitzte. Der Feuerball zischte von Osten nach Westen über den nördlichen Horizont.

Die große Feuerkugel wurde in vielen Regionen von Europa gesichtet. Die Berichte gingen an die amerikanische Meteorgesellschaft und an die internationale Meteororganisation. Noch nie in deren Geschichte gab es mehr Meldungen einer Feuerkugel. Die Bahn des Meteors wurde über Deutschland gemessen. Sie hat ihren Ursprung beim aktiven Radianten des Meteorstroms der Tauriden im November. Die Tauriden entstehen aus dem Staub des Kometen Encke.

Der Meteorstrom der Leoniden

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Der Tarantelnebel

Die rötliche Wolke im Bild besteht aus verworrenen Fasern. In der Mitte leuchtet sie heller. Im ganzen Nebel sind Blasen verteilt. Der Hintergrund ist von kleinen Sternen dicht übersät.

Bildcredit und Bildrechte: Ignacio Diaz Bobillo

Der Tarantelnebel ist eine riesige Region, in der Sterne entstehen. Er ist etwa 180.000 Lichtjahre entfernt und liegt in der Große Magellansche Wolke. Diese kleine Galaxie ist eine Begleiterin der Milchstraße. Das kosmische Spinnentier ist etwa tausend Lichtjahre breit. Es ist die größte, gewaltigste Region mit Sternbildung in der ganzen Lokalen Gruppe. Für dieses Bild kartierten Schmalbandfilter die Emissionen ionisierter Atome von Wasserstoff und Sauerstoff.

Die Tarantel ist als NGC 2070 katalogisiert. Der zentrale junge Haufen R136 besteht aus massereichen Sternen. Intensive Strahlung, Sternwinde und Erschütterungen durch Supernovae in R136 liefern die Energie für das Leuchten im Nebel. Sie formen auch die spinnenartigen Fasern. Um die Tarantel sind weitere Gebiete mit Sternbildung verteilt. Darin befinden sich junge Sternhaufen, Fasern und leer gefegte blasenförmige Wolken.

Das Bild zeigt rechts unten sogar den Schauplatz der nächstliegenden Supernova der Neuzeit, SN 1987A. Das reichhaltige Sichtfeld umfasst etwa 1 Grad oder zwei 2 Vollmonde im südlichen Sternbild Schwertfisch (Dorado). Wenn der Tarantelnebel näher wäre, sagen wir 1500 Lichtjahre entfernt im lokalen, Sterne bildenden Orionnebel, würde er den halben Himmel bedecken.

Beobachtet den Leoniden-Meteorstrom

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NGC 7789: Carolines Rose

Der Sternhaufen NGC 7789 mitten im Bild erinnert durch sein Muster aus hellen Sternen und Lücken an eine Rose.

Bildcredit und Bildrechte: Guillaume Seigneure

Der Sternhaufen NGC 7789 liegt in den reichen Sternfeldern der Milchstraße. Er ist etwa 8000 Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Kassiopeia. Die Astronomin Caroline Lucretia Herschel entdeckte ihn Ende des 18. Jahrhunderts. Er ist auch als Carolines Rose bekannt. In kleinen Teleskopen hat er eine blumenartige visuelle Erscheinung. Diese entsteht durch das komplexe Muster aus Sternen und Lücken im Haufen.

Der galaktische offene Sternhaufen zeigt auch sein Alter. Man schätzt, dass er 1,6 Milliarden Jahre jung ist. Alle Sterne im Haufen entstanden wohl gleichzeitig. Doch bei den helleren Sternen mit mehr Masse ging der Wasserstoff in ihren Kernen rascher zur Neige. Sie waren früher Hauptreihensterne wie die Sonne. Inzwischen entwickelten sie sich zu den vielen Roten Riesen, die auf dem hübschen Kompositbild einen gelblichen Schimmer haben. Forschende messen Farbe und Helligkeit der Haufensterne. Sie modellieren die Masse und somit das Alter jener Sterne, die gerade anfangen, aus der Hauptreihe „abzubiegen“ und zu Roten Riesen zu werden.

Carolines Rose ist größer als 50 Lichtjahre. Sie misst einen halben Grad (die Winkelgröße des Mondes) und schimmert mitten im Weitwinkel-Teleskopbild.

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Die Plejaden – detailreich und staubhaltig

Die Plejaden sind auf diesem Bild in einen Teppich aus braunen Staubfasern eingebettet. Normalerweise wird nur der blaue Reflexionsnebel abgebildet, der die Plejaden direkt umgibt.

Bildcredit und Bildrechte: Juan Carlos Casado (TWAN, Earth and Stars)

Der bekannte Sternhaufen der Plejaden zerstört langsam Teile einer Wolke aus Gas und Staub, die vorüberzieht. Die Plejaden sind der hellste offene Sternhaufen am irdischen Himmel. Man sieht sie an fast jedem nördlichen Ort mit bloßem Auge.

Die junge Staubwolke, die vorbeizieht, gehört vermutlich zum Gouldschen Gürtel. Das ist ein ungewöhnlicher Ring mit junger Sternbildung. Er umgibt die Sonne in der lokalen Milchstraße. In den letzten 100.000 Jahren bewegten sich Teile des Gouldschen Gürtels zufällig durch die älteren Plejaden. Dabei kam es zu einer starken Reaktion zwischen Sternen und Staub.

Der Druck des Sternenlichts verdrängt den Staub im blauen Reflexionsnebel, der sie umgibt. Dabei werden kleinere Staubteilchen stärker verdrängt. Ein kurzfristiges Ergebnis davon ist, dass Teile der Staubwolke faserartig und schichtförmig wurden.

Dieses detailreiche Bild zeigt links unten den Kometen C/2015 ER61 (PanSTARRS).

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