Der Komet und die Feuerkugel

Komet Leonard und eine Feuerkugel des Geminiden-Meteorstroms über dem Sacramento River und dem Mount Lassen in Kalifornien, USA.

Bildcredit und Bildrechte: Cory Poole

Beschreibung: Dieses Bild sollte einen Kometen zeigen. Genau genommen sollte eine Bildserie des hellsten Kometen 2021Komet Leonard – fotografiert werden. Doch das Universum hatte andere Pläne.

Im Bruchteil einer Sekunde blitzte unter dem Kometen ein Meteor auf, der so hell war, dass man ihn als Feuerkugel bezeichnen kann. Das Grün des Meteorblitzes war sogar intensiver als die Koma des Kometen. Die Ursache für das Grün des Meteors ist wahrscheinlich Magnesium, das vom kieselgroßen Kern des Meteors verdampfte. Das Grün des Kometen stammte wahrscheinlich von zweiatomigem Kohlenstoff, der kürzlich vom Kern des Kometen, der etwa so groß ist wie eine Stadt, ausgestoßen wurde.

Die Bilder entstanden vor 10 Tagen über dem Sacramento River und dem Mount Lassen in Kalifornien (USA). Das Foto der Feuerkugel entstand kurz vor dem Höhepunkt des Geminiden-Meteorstroms, der wenige Tage später stattfand. Letzte Woche war Komet Leonard mit bloßem Auge sichtbar. Nun verblasst er und wechselt zum Südhimmel.

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Planetenanordnung über Italien

Venus, Saturn, Jupiter, Mond und Uranus am Abendhimmel bei San Fermo in Bergamo.

Bildcredit und Bildrechte: Antonio Finazzi

Beschreibung: Es ist kein Zufall, dass Planeten in einer Reihe stehen. Es liegt daran, dass alle Planeten fast genau in einer gemeinsamen Ebene der Ekliptik um die Sonne kreisen. Wenn man sie von innerhalb dieser Ebene aus betrachtet, was Erdbewohnerinnen und -bewohner tun dürften, liegen alle Planeten in einem schmalen Band.

Es ist jedoch Zufall, wenn drei der hellsten Planeten fast in derselben Richtung erscheinen. Ein solches Zusammentreffen wurde zu Beginn des Monats fotografiert. Die oben gezeigten Planeten in einer Linie sind (von rechts nach links) Venus, Saturn und Jupiter, das Bild entstand kurz nach Sonnenuntergang in den Hügeln von San Fermo in Bergamo (Italien). Die Anordnung wird vom Erdmond und dem weiter entfernten Uranus ergänzt.

Wolkenbänder ziehen in Richtung Sonnenuntergang Streifen am Himmel. Komet Leonard wird bereits blasser, doch diese Planetenanordnung bleibt – ohne den Mond – noch den Rest des Monats bestehen.

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Stephans Quintett

Stephans Quintett mit den wechselwirkenden Galaxien NGC 7319, 7318A, 7318B und 7317.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble-Beobachtungsarchiv; Bearbeitung und Bildrechte: Bernard Miller

Beschreibung: Stephans Quintett ist hier eindrucksvoll abgebildet, es ist die erste kompakte Galaxiengruppe, die erste als solche erkannt wurde. Die Daten, aus denen das Bild erstellt wurde, stammen aus dem umfangreichen Beobachtungsarchiv von Hubble.

Nur vier dieser fünf Galaxien sind etwa 300 Millionen Lichtjahre entfernt und befinden sich in einem kosmischen Tanz wiederholter naher Begegnungen. Die Außenseiterin ist jedoch leicht erkennbar. Die wechselwirkenden Galaxien NGC 7319, 7318A, 7318B und 7317 haben einen gelblichen Farbstich. Sie neigen auch zu verzerrten Schlingen und Schweifen, die unter dem Einfluss der zerstörerischen gravitationsbedingten Gezeiten entstanden sind. Die vorwiegend bläuliche Galaxie NGC 7320 liegt näher, sie ist nur 40 Millionen Lichtjahre entfernt und gehört nicht zur wechselwirkenden Gruppe.

Stephans Quintett liegt im hoch fliegenden Sternbild Pegasus. Das Bildfeld umfasst in der geschätzten Entfernung des Quartetts wechselwirkender Galaxien etwa 500.000 Lichtjahre. Doch rechts oben knapp außerhalb des Feldes fanden Astronom*innen eine weitere Galaxie, NGC 7320C, die ebenfalls 300 Millionen Lichtjahre entfernt ist. Mit ihr steigt das wechselwirkende Quartett zum Quintett auf.

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Geminid im Norden

Feuerkugel der Geminiden unter dem Stern Kapella in der Tengger-Wüste in Zentralchina.

Bildcredit und Bildrechte: Alvin Wu

Beschreibung: Die karge Weite der Tengger-Wüste im Norden von Zentralchina (Planet Erde) liegt im Vordergrund dieser sternklaren Szene. Das Weitwinkelpanorama wurde in der örtlichen Dämmerung des 14. Dezembers kurz nach Monduntergang aufgenommen.

Am dunklen Himmel umgeben die Sterne des nördlichen Wintersechsecks die leuchtende Milchstraße. In dieser Nacht wurde zum Höhepunkt des jährlichen Meteorstroms der Geminiden auch der überraschende Blitz einer hellen Feuerkugel festgehalten. Seine dolchartige Spur unter dem hellen Stern Kapella am westlichen Horizont zeigt rückwärts zum Radianten des Meteorstroms in den Zwillingen.

Das Sternbild Zwillinge ist leicht erkennbar. Die hellen Zwillingssterne – der bläuliche Kastor und der gelbliche Pollux – stehen oben in der Mitte.

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Geminiden des Südens

Geminiden im Süden von Uruguay über einer Landschaft mit Glühwürmchen.

Bildcredit und Bildrechte: Fefo Bouvier

Beschreibung: In dieser mondbeschienenen Landschaft, die in der Nacht von 13. auf 14. Dezember im Süden von Uruguay (Planet Erde) fotografiert wurde, blinken Glühwürmchen. In dieser Nacht fielen beim jährlichen Meteorschauer der Geminiden Meteore vom leicht bewölkten Himmel.

Die Einzelbilder wurden in einem Zeitraum von 1,5 Stunden mit einer nach Süden gerichteten Kamera aufgenommen und zu einem Kompositbild arrangiert. Süden war die Gegenrichtung zum Radianten des Stroms im Norden, daher die laufen die Spuren der Geminiden scheinbar am Gegen-Radianten unter dem südlichen Horizont zusammen.

Radiant und Gegenradiant sind jedoch ein Phänomen der Perspektive. Während die Erde durch den Staubschweif des rätselhaften Asteroiden 3200 Phaethon fegt, verlaufen die Bahnen der Staubkörnchen, die den Geminiden-Meteorschauer bilden, in Wirklichkeit parallel. Sie treten mit einer Geschwindigkeit von etwa 22 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre.

Wien, Samstag, 18. Dezember, 17 Uhr: Himmelsbeobachtung bei Schönwetter im Sterngarten Georgenberg mit APOD-Übersetzerin Maria Pflug-Hofmayr (Anmeldung erforderlich)

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Komet Leonard, vom Weltraum aus gesehen

Das Bild zeigt einen Kometen Leonard aus dem Weltraum. Ebenfalls zu sehen sind Polarlichter, ein Meteor, die Erdatmosphäre, Sterne und Satellitenspuren. Das Bild stammt vom Yangwang-1-Teleskop von Origin.Space.

Bildcredit und Bildrechte: Zhuoxiao Wang, Weltraumteleskop Yangwang-1, Origin.Space

Beschreibung: Wie sieht Komet Leonard im Weltraum aus? Dieses Bild des Weltraumteleskops Yangwang-1 von Origin.Space zeigt nicht nur den derzeit hellen Kometen, sondern auch einige weitere Attraktionen im All.

C/2021 A1 (Leonard) mit seinem ausgedehnten Schweif nahe der Bildmitte wurde vor fünf Tagen im sichtbaren und ultravioletten Licht aufgenommen. Rechts unten seht ihr die Erde, leuchtende Schichten der Erdatmosphäre verlaufen diagonal von links unten nach rechts oben. Vor den zahllosen fernen Sternen, die links oben den Hintergrund sprenkeln, sind die Spuren zweier Satelliten zu sehen. Die blassen Lichtstreifen, die diagonal von rechts unten nach links oben verlaufen, sind Polarlichter. Schließlich zeigt das Bild auch einen Meteor, dessen Spur knapp unter dem Nachthimmellicht verläuft.

Wenn ihr den Kometen Leonard in den nächsten Tagen auf der Erdoberfläche selbst sehen möchtet, haltet kurz nach Sonnenuntergang oder kurz vor Sonnenaufgang danach Ausschau.

Wien, Samstag, 18. Dezember, 17 Uhr: Himmelsbeobachtung bei Schönwetter im Sterngarten Georgenberg mit APOD-Übersetzerin Maria Pflug-Hofmayr (Anmeldung erforderlich)

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HH 666: Staubsäule mit Strahl in Carina

Das Bild zeigt die Staubsäule HH 666 im Carina-Nebel, aufgenommen mit dem Weltraumteleskop Hubble.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble; Bearbeitung und Bildrechte: Mehmet Hakan Özsaraç

Beschreibung: Manche erkennen hier einen Bienenstock. Tatsächlich zeigt dieses Bild des Weltraumteleskops Hubble eine mehr als zwei Lichtjahre lange kosmische Staubsäule. In ihrem Inneren befindet sich Herbig-Haro 666 – das ist ein junger Stern, der mächtige Strahlen ausstößt.

Die Struktur liegt in einem der größten Sternbildungsgebiete in unserer Galaxis, dem Carinanebel, dieser leuchtet etwa 7500 Lichtjahre entfernt am Südhimmel. Der geschichtete Umriss der Säule wird von den Winden und der Strahlung von Carinas jungen, heißen, massereichen Sternen geformt. Einige von ihnen entstehen noch im Inneren des Nebels.

Eine Ansicht in Infrarotlicht, das den Staub durchdringt, zeigt die beiden schmalen, energiereichen Strahlen, die von einem noch verborgenen jungen Stern ausströmen.

Verschoben: Führung im Sterngarten Georgenberg, Wien: Himmelsbeobachtung bei Schönwetter am Samstag, 18. Dezember, 17 Uhr mit APOD-Übersetzerin Maria Pflug-Hofmayr (Anmeldung erforderlich)

Offene Wissenschaft: Mehr als 2600 Codes in der Quellcodebibliothek für Astrophysik
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Meteore und Polarlichter über Island

Geminiden-Meteore über dem Kirkjufell in Island bei Grundarfjörður.

Bildcredit und Bildrechte: James Boardman-Woodend; Beschriftung: Judy Schmidt

Beschreibung: Was passiert hinter diesem Berg? So manches. Der Berg ist der Kirkjufell, er ist ziemlich alt und liegt im Westen von Island in der Nähe der Stadt Grundarfjörður. Vor dem steil abfallenden Bergmassiv liegt ein Fjord, der gerade zufror, als dieses Bild Mitte Dezember 2012 fotografiert wurde. Die schönen Farben der Polarlichter im Hintergrund waren zwar ziemlich blass für das freie Auge, wurden aber auf der 25 Sekunden belichteten Aufnahme deutlich sichtbar.

Was dieses Bild besonders interessant macht, sind die Streifspuren von Meteoren der Geminiden. Diese Meteore würden vielleicht nicht auffallen, wenn das Polarlicht deutlich heller gewesen wäre. Links verläuft das weit entfernte Band unserer Milchstraße, während Sterne im lokalen Teil der Milchstraße über den Hintergrund ausgebreitet sind.

Morgen Nacht erreicht der Strom der GeminidenMeteore wieder seinen Höhepunkt, manchen Himmelsbeobachterinnen und -beobachtern bietet er vielleicht unvergessliche visuelle Erfahrungen.

Verschoben: Führung im Sterngarten Georgenberg, Wien: Himmelsbeobachtung bei Schönwetter am Samstag, 18. Dezember, 17 Uhr mit APOD-Übersetzerin Maria Pflug-Hofmayr (Anmeldung erforderlich)

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Komet Leonard vor dem Sternhaufen M3

Komet C/2021 A1 Leonard über Kalifornien mit dem Kugelsternhaufen M3.

Bildcredit und Bildrechte: Dan Bartlett

Beschreibung: Komet Leonard ist nun mit bloßem Auge sichtbar – aber nur knapp. Da er heute nahe an der Erde vorbeizieht, ist der Komet dieses Wochenende am besten zu sehen, und zwar kurz nach Sonnenuntergang tief über dem Horizont im Westen. Noch sieht man den Kometen am besten im Norden, doch ab Ende Dezember sieht man ihn am besten südlich des Erdäquators.

Dieses Bild des Kometen C/2021 A1 (Leonard) wurde vor einer Woche in Kalifornien in den USA fotografiert. Die detailreiche Aufnahme zeigt die grüne Gas-Koma und den wachsenden Staubschweif des Kometen, der durchs innere Sonnensystem zieht und nur wenige Lichtminuten entfernt ist. Er wurde fotografiert, als er fast genau vor dem Kugelsternhaufen M3 vorbeizog. Im Vergleich zum Kometen ist M3 ungefähr 35.000 Lichtjahre entfernt.

In einer Woche zieht Komet Leonard ungewöhnlich nahe an der Venus vorbei und von dort weiter. Anfang Januar erreicht er seine größte Annäherung an die Sonne.

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Postkarte vom Südpol

Partielle Sonnenfinsternis am 4. Dezember über dem Südpolteleskop und dem BICEP-Teleskop in der Antarktis.

Bildcredit und Bildrechte: Aman Chokshi

Beschreibung: An diesem Standort, der etwas mehr als einen Kilometer vom geografischen Südpol des Planeten Erde entfernt ist, war die Sonnenfinsternis am 4. Dezember als partielle Finsternis zu sehen. Zum Höhepunkt der Finsternis bedeckte der Neumond 90 Prozent der Sonnenscheibe.

Natürlich kletterten die Besatzungen des Südpolteleskops (links) und des BICEP-Teleskops (rechts) auf  das Dach des Dunkelsektor-Labors der Amundsen-Scott-Station, um zuzusehen. Das Zeitraffer-Kompositbild entstand in der Nähe des lokalen Finsternismaximums, alle vier Minuten wurde ein Bild der Sonne am kalten antarktischen Himmel fotografiert. Auf dem Dach seht ihr (von links nach rechts) Brandon Amat, Aman Chokshi, Cheng Zhang, James Bevington und Allen Forster mit erhobenen Armen.

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Sonnenfinsternis an einem Polartag

Sonnenfinsternis im antarktischen Sommer beim Union-Gletscher.

Bildcredit und Bildrechte: Stephanie Ziyi Ye

Beschreibung: Im arktischen und antarktischen Sommer bleibt die Sonne während eines Polartages 24 Stunden oder länger über dem Horizont. Dieses Zeitrafferbild vom 4. Dezember wurde mit Fischauge fotografiert, es folgt dem Lauf der Sonne auf Einzelbildern, während sie am Sommerhimmel über dem Union-Gletscher in der Antarktis einen Kreis zieht.

Natürlich wurde der Himmel über dem Union-Gletscher an diesem Tag tatsächlich dunkel, obwohl die Sonne über dem Horizont stand. Die verfinsterte Sonne wurde während der kurzen Phase der Totalität fotografiert und befindet sich unten in der Mitte des Bildes. Am Rand der Zentrallinie der Finsternis auf der Erde verdunkelt der Mondschatten den Himmel darüber.

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