Der Löwennebel Sh2-132

Der Löwennebel besteht aus rotbraun und orangefarben leuchtenden Staubnebeln, die das Bild füllen.

Bildcredit und Bildrechte: Imran Badr; Text: Natalia Lewandowska (SUNY Oswego)

Ist der Löwennebel der wahre Herrscher im Sternbild Kepheus? Die Energie dieses machtvollen, katzenartigen Nebels stammt von zwei massereichen Sternen. Jeder davon hat mehr als 20 Sonnenmassen.

Die energiereiche Materie stammt von Hüllen aus ionisiertem Gas, die sich ausdehnten. Sie leuchtet nicht nur, sondern ist auch so dicht, dass sie durch Gravitation kollabiert und Sterne zu bildet.

Sein offizieller Name lautet Sh2-132. Die Winkelbreite des Löwennebels ist etwas größer als der Vollmond. Die gasförmige ikonische Region ist etwa 10.000 Lichtjahre entfernt und liegt in einem Sternbild, das nach dem König von Aithiopia in der griechischen Mythologie benannt ist.

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SH2-308: Der Delfinkopfnebel

Der blasenförmige, blau leuchtende Nebel im Bild wirkt zart und fragil, seine Form erinnert an den Kopf eines Delfins.

Bildcredit und Bildrechte: Prabhu Kutti

Von schnellen Winden eines heißen, massiven Sterns getrieben, ist diese kosmische Blase riesig. Katalogisiert als Sharpless 2-308, liegt sie etwa 5000 Lichtjahre entfernt in Richtung des gut erkennbaren Sternbilds Großer Hund und bedeckt etwas mehr Himmel als ein Vollmond. Das entspricht einem Durchmesser von 60 Lichtjahren bei ihrer geschätzten Entfernung.

Der massereiche Stern, der die Blase erzeugt hat, ein Wolf-Rayet-Stern, ist der helle Stern nahe dem Zentrum des Nebels. Wolf-Rayet-Sterne haben mehr als die 20-fache Masse der Sonne und befinden sich vermutlich in einer kurzen, vor der Supernova liegenden Phase der Entwicklung massereicher Sterne. Die schnellen Winde dieses Wolf-Rayet-Sterns formen die blasenförmige Nebelstruktur, indem sie langsameres Material aus einer früheren Entwicklungsphase aufwirbeln. Der windgepeitschte Nebel ist etwa 70.000 Jahre alt.

Die relativ schwache Emission, die durch Schmalbandfilter in der tiefen Aufnahme erfasst wurde, wird vom Glühen ionisierter Sauerstoffatome dominiert, die in einem blauen Farbton abgebildet sind. SH2-308, auch bekannt als der Delfinkopfnebel, präsentiert eine größtenteils harmlose Kontur .

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Simeis 147, Überrest einer Supernova

Der rot leuchtende Nebel im Bild erinnert an ein wirres Knäul aus hellen Fäden.

Bildcredit und Bildrechte: Stéphane Vetter (Nuits sacrées)

Man verliert leicht den Faden, wenn man diesen komplex verschlungenen Fasern des Supernovaüberrestes Simeis 147 folgt. Er ist auch als Sharpless 2-240 katalogisiert. Der faserartige Nebel hat den landläufigen Namen Spaghettinebel. Er liegt an der Grenze der Sternbilder Stier (Taurus) und Fuhrmann (Auriga).

Die eindrucksvolle Gasstruktur bedeckt am Himmel fast 3 Grad, das entspricht 6 Vollmondbreiten. Die Entfernung der Trümmerwolke wird auf 3000 Lichtjahre geschätzt. In dieser Entfernung wäre der Nebel etwa 150 Lichtjahre breit.

Das Kompositbild enthält Daten, die mit Schmalbandfiltern aufgenommen wurden, um die Emissionen von leuchtendem Wasserstoff (rot) und Sauerstoff (blau) zu isolieren. Der Supernovaüberrest hat ein Alter von ungefähr 40.000 Jahren. Das bedeutet, dass das Licht der massereichen Sternexplosion erstmals die Erde erreichte, als Wollhaarmammuts frei herumliefen.

Außer dem weitläufigen Überrest hinterließ die kosmische Katastrophe auch einen Pulsar. Das ist der Überrest des ursprünglichen Sternkerns, nämlich ein rotierender Neutronenstern.

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Details im Rosetten-Feld

Ein belebtes Sternfeld enthält mehrere große rote Nebeln. Der Rosettennebel ist rechts unten. Der Nebel um den Kegelnebel links oben ist größer.

Bildcredit und Bildrechte: Olivier Bernard und Philippe Bernhard

Wo ist der Rosettennebel? Der große, rote, blumenförmige Nebel im linken oberen Bildausschnitt mag zwar die offensichtliche Antwort sein. Doch es ist nur diffuser Wasserstoffnebel, der den Konusnebel und den Fuchsfellnebel umgibt.

Der berühmte Rosettennebel befindet sich rechts unten. Er ist mit den anderen Nebeln durch unregelmäßige Filamente verbunden. Das Bild wirkt, als würde es noch weitere Blumen zeigen.

Das Zentrum des Rosettennebels wird als NGC 2237 bezeichnet. Es besteht aus dem offenen Sternhaufen NGC 2244, der aus hellen blauen Sternen besteht. Ihre Winde und ihr energiereiches Licht bringt das Zentrum des Nebels zum Leuchten.

Der Rosettennebel ist ungefähr 5000 Lichtjahre entfernt. Von der Erde aus gesehen ist er ungefähr 3 Vollmonde breit. Dieses Blumenfeld befindet sich im Sternbild Einhorn (Monoceros).

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Das Helle, das Dunkle und das Staubige

Rechts unten ist das Bild sternklar, links oben ist es voller dunkler und dunkelroter Nebel mit wenigen hellen Sternen. In der MItte sind hellrote Ranken.

Bildcredit und Bildrechte: Gábor Galambos

Diese farbige Landschaft ist am Himmel etwa so breit wie drei Vollmonde. Sie liegt in einem nebelreichen Sternfeld in der Ebene unserer Galaxis, der Milchstraße im königlichen nördlichen Sternbild Kepheus.

Mitten im Bild liegt die helle rötliche Emissionsregion Sharpless (Sh)2-155. Sie liegt am Rand der Molekülwolke in dieser Region und ist etwa 2400 Lichtjahre entfernt. Die Molekülwolke ist auch als Höhlennebel bekannt. Sie ist etwa 10 Lichtjahre breit. Die hellen Wände der kosmischen Höhle bestehen aus Gas, das vom ultravioletten Licht der heißen jungen Sterne in ihrer Umgebung ionisiert wird.

Die interstellare Leinwand zeigt auch staubige, bläuliche Reflexionsnebel wie vdB 155 (links) und dichte Staubwolken. Astronomische Untersuchungen förderten Anzeichen von Sternbildung zutage. Dazu zählt der helle rötliche Fleck von Herbig-Haro (HH) 168 links oben. Er stammt von der energiereichen Strahlung eines neu entstandenen Sterns.

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In der Taurus-Molekülwolke

Im Bild sind wenige hell leuchtende Sterne und viele schwache Sterne verteilt. Dazwischen sind braune Nebel mit rötlich leuchtenden Einschlüssen.

Bildcredit und Bildrechte: Yuexiao Shen, Joe Hua

Der kosmische Pinsel der Sternbildung gestaltete diese interstellare Leinwand aus Emissionen, Staub und dunklen Nebeln. Das Teleskop-Mosaik ist 5 Grad breit. Es umrahmt eine Region, die am Himmel nördlich vom hellen Stern Aldebaran liegt, und zwar am inneren Rand der lokalen Blase in der Taurus-Molekülwolke.

Die Emission links unten ist als Sh2-239 katalogisiert. Sie besitzt Anzeichen von eingebetteten jungen stellaren Objekten. In der Region sind Herbig-Haro-Objekte verteilt. Diese Objekte gehen mit neu entstandenen Sternen einher. Sie sind von verräterischen rötlichen Strahlen aus verdichtetem Wasserstoff gekennzeichnet.

T Tauri ist der Prototyp der Klasse veränderlicher T-Tauri-Sterne. Er leuchtet neben einem gelblichen Nebel, der historisch als Hinds Veränderlicher Nebel (NGC 1555) bekannt ist. T-Tauri-Sterne gelten heute als junge Sterne, weniger als ein paar Millionen Jahre alte, sonnenähnliche Sterne in einem frühen Stadium der Entstehung.

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Die Reflexionen des Geistnebels

Aus den bräunlich leuchtenden Nebeln im sternbedeckten Bild scheinen Gespenster aufzusteigen oder Gesichter zu schreien.

Bildcredit und Bildrechte: Bogdan Jarzyna

Erkennt ihr in diesem interstellaren Feld mit Sternen und Staub irgendwelche Gestalten? Die juwelengeschmückte Weite ist voller Wolken, die das Sternenlicht schwach reflektieren. Sie treiben im königlichen Sternbild Kepheus durch die Nacht.

Diese geisterhaften Erscheinungen sind weit von eurer Nachbarschaft auf dem Planeten Erde entfernt. Sie lauern in der Ebene der Milchstraße am Rand des Kepheus-Fackel-Molekülwolkenkomplexes, der etwa 1200 Lichtjahre entfernt ist.

VdB 141 oder Sh2-136 ist auch als Geistnebel bekannt. Er misst mehr als zwei Lichtjahre und ist heller als die anderen spukhaften Schimären. Er befindet sich im unteren Teil des Bildes. Im Reflexionsnebel befinden sich verräterische Anzeichen dichter Kerne, die in einem frühen Stadium der Sternbildung kollabieren.

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Ein kosmischer Zoo im Kepheus

Links leuchtet eine runde helle Emission mit rötlichem Rand, rechts ein weniger heller roter Wulst mit einem schwach leuchtenden bläulichen Inneren.

Bildcredit und Bildrechte: Yann Sainty

Die ausgebreiteten Emissionsnebel IC 1396 und Sh2-129 vereinen leuchtendes interstellares Gas und dunkle Staubwolken. Dieses Sichtfeld im nördlichen Sternbild des Königs Kepheus ist fast 12 Grad breit.

Der Nebel IC 1396 (links) ist Hunderte Lichtjahre groß und etwa 3000 Lichtjahre entfernt. Er wird von seinem Zentralstern zum Leuchten gebracht. Zu den dunklen Nebelgestalten zählen eine gewundene dunkle Wolke rechts unter der Mitte, die landläufig als Elefantenrüssel bekannt ist. Er ist Dutzende Lichtjahre lang und enthält das Rohmaterial für Sternbildung. Bekanntlich verbirgt er im Inneren Protosterne.

Die hellen Knoten und zurückgefegten Emissionsrate von Sh2-129 rechts sind ähnlich weit vom Planeten Erde entfernt. Ihre Erscheinung führte zum landläufigen Namen Fliegender Fledermausnebel. In der fliegenden Fledermals befindet sich der jüngste Neuzugang dieses königlich-kosmischen Zoos: Es ist die blasse, bläuliche Emission von Ou4, dem riesigen Tintenfischnebel.

Beim rechten unteren Bildrand befindet sich eine dunkle Markierung am Himmel, die als Barnard 150 katalogisiert ist. Sie ist auch als dunkler Seepferdchennebel bekannt.

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