NGC 6188: Drachen im Sternbild Altar

Vor einem blau schimmernden Hintergrund kämpfen zwei rötlich-braune Nebelfetzen, deren Form an Fabelwesen erinnert. Rechts unten ist ein runder Nebel, der an ein Drachenei erinnert.
Bildcredit und Bildrechte: Rod Prazeres

Wo findet man kämpfende Drachen am Himmel? Ein Beispiel sieht man hier im südlichen Sternbild Altar. Die Drachen bestehen nicht aus Schuppen, sondern aus eigenartig geformten Gas- und Staubwolken. Die himmlische Heimat der Fabelwesen ist auch unter der Katalognummer NGC 6188 bekannt. Sie ist etwa 4000 Lichtjahre von der Erde entfernt und liegt am äußeren Rand einer großen Molekülwolke.

Die Struktur Ara-OB1 ist in die Molekülwolke eingebettet. Darin entstanden massereiche Sterne, die nur ein paar Millionen Jahre jung sind. Sie formen die dunklen Gestalten und bringen den Nebel mit Sternwinden und intensiver UV-Strahlung zum Leuchten. Rechts unten gesellt sich noch ein ungewöhnlicher Nebel zu NGC 6188: der Emissionsnebel NGC 6164. Auch dieser Nebel entstand durch einen der massereichen Sterne in der Gegend.

Das Panorama wurde in Queensland aufgenommen, das zu Australien gehört. Es reicht am Himmel über ganze zwei Grad. Das ist so breit wie vier Vollmonde nebeneinander.

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Wolken wie Zuckerwatte um Rho Ophiuchi

Die Nebel um den Stern Rho Ophiuchi im Sternbild Schlangenträger sind bunt wie Zuckerwatte. Dieses Bild zeigt Reflexionsnebel, Emissionsnebel, Dunkelnebel und den Kugelsternhaufen M4.
Bildcredit und Bildrechte: Ángel Molina; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Diese Wolken sehen aus wie Zuckerwatte, doch man kann sie nicht essen! Das Bild entstand im spanischen Cádiz und zeigt den Komplex um den Stern Rho Ophiuchi. Es ist ein Gobelin mit jungen und alten astronomischen Phänomenen. Der bunte Wolkenkomplex ist eine Region mit Sternbildung in unserer Nähe. Dort gibt es Hunderte junger stellarer Objekte wie Protosterne und T-Tauri-Sterne.

Kleine Staubkörnchen reflektieren das Licht des Dreifach-Sternsystems im Zentrum. So entstehen die blauen Reflexionsnebel. Das ultraviolette Licht der heißen Sterne ionisiert den Wasserstoff, der sie umgibt. Das erzeugt die roten Emissionsnebel. Der rote Überriese Antares ist so groß, dass er den ganzen Asteroidengürtel im Sonnensystem umschließen könnte. Er beleuchtet die gelbe Region. Der dunkle interstellare Staub verdeckt einige Farben im Komplex.

Auch das JWST beobachtete die Region und zeigt, wie verborgene protoplanetare Scheiben um junge Sterne Schatten werfen. Protoplanetare Scheiben nennt man auch Proplyden, sie sind frühe Stadien bei der Entstehung von Planeten. Rechts unten sitzt der Kugelsternhaufen Messier 4. Er ist fast so alt wie das Universum und ist Zeuge eines weiteren chaotischen Ausbruch an Sternbildung in der Milchstraße.

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Der Supernova-Überrest der Meerjungfrau

Unter einem hellen, blau strahlenden Stern windet sich eine zart umrissene Gestalt. Manche erkennen darin eine Meerjungfrau, andere einen Kampffisch. Im Bild sind auch einige kleine Galaxien erkennbar. Der Hintergrund ist von winzigen Sternen übersät, dazwischen leuchten einige hellere Sterne.
Bildcredit und Bildrechte: Datenbeschaffung: Sy Ming Wong; Bearbeitung: Guangyan Gao; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Kann sich diese kleine Meerjungfrau in Sternenstaub statt in Meeresschaum verwandeln? Bei diesem schönen Nebel scheint es so. Das Bild zeigt den Nebel der Meerjungfrau (Mermaid Nebula), der auch Kampffisch-Nebel (Betta Fish Nebula) genannt wird. Er ist Teil des Supernova-Überrests G296.5+10.0. Die blaue Farbe, die man hier sieht, stammt von doppelt ionisiertem Sauerstoff (OIII). Wasserstoff strahlt das tiefe Rot ab.

Der Nebel ist schätzungsweise einige tausend Lichtjahre entfernt und etwa 10.000 Jahre alt. Er entstand, als ein Stern mit großer Masse als Supernova explodierte. Das Ereignis hinterließ einen ungewöhnlichen Pulsar. Es ist ein junger Neutronenstern, der keine Radiowellen aussendet. Der Pulsar dreht sich etwa zweimal pro Sekunde um seine Achse.

Die hellen Sterne im Bild haben nichts mit dem Nebel zu tun. Man kann den Pulsar im Röntgenlicht nachweisen, aber bisher gibt es keinen bestätigten Nachweis im sichtbaren Licht. Deshalb sieht man den Pulsar hier nicht.

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Der Adlernebel und seine Freunde

Die dunkle Wolke über einer hellen, blau schimmernden Höhlung erinnert an einen Adler, der sich mit ausgebreiteten Schwingen hinunter stürzt. Sein Schnabel zeigt auf eine winzige Struktur, die berühmten Säulen der Schöpfung. Vor dem leuchtenden Blau liegt ein Sternhaufen, der das Gas in der Umgebung ionisiert und zum Leuchten bringt.
Bildcredit und Bildrechte: Emmanuel Delgadillo; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Was verschlingt hier scheinbar die Säulen der Schöpfung? Es ist der Adlernebel (M16). Er ist weder ein Vogel noch ein Flugzeug oder Superman. M16 kombiniert mehrere Arten von Himmelsobjekten.

NGC 6611 ist ein junger Sternhaufen, der scheinbar unter den Flügeln des Adlers hervorlugt. Das ultraviolette Licht dieser Sterne ionisiert das Gas in der Umgebung. Dabei entsteht der Emissionsnebel IC 4703. Eine Säule neigt sich von links zu den Säulen der Sternbildung. Beide Strukturen bestehen aus kaltem Gas und Staub. Sie bieten eine optimale Umgebung, in der Sterne entstehen können.

Eine frühere Theorie besagt, dass eine Supernova die Säulen der Schöpfung verdampfte. M16 ist 6000 Lichtjahren von uns entfernt. Daher könnten wir die Zerstörung der Säulen erst in Tausenden Jahren sehen. Doch es gibt keine überzeugenden Beweise für so eine Supernova. Daher entstehen vermutlich noch Millionen Jahre Sterne in den Säulen der Sternbildung.

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Thors Helm

Die faserartig leuchtende Blase erinnert an einen Helm mit Flügeln. Der Helm leuchtet blau, der Saum und die Flügel sind rot.
Bildcredit und Bildrechte: Josep Drudis, Christian Sasse

Der nordische Gott Thor hat nicht nur seinen eigenen Wochentag (den Donnerstag), sondern auch einen Helm am Himmel. Der Nebel NGC 2359 hat die Form eines Huts mit flügelartigen Ausläufern. Man nennt ihn auch als „Thors Helm“.

Mit einer Breite von etwa 30 Lichtjahren hat Thors Helm wahrhaft göttliche Maße. Eigentlich ist die kosmische Kopfbedeckung eine interstellare Blase. Sie wird vom schnellen Wind des hellen, massereichen Sterns mitten in Blase erzeugt. Der Zentralstern ist ein sogenannter Wolf-Rayet-Stern, also ein extrem heißer Riesenstern. Er hat vermutlich ein kurzes Stadium der Entwicklung erreicht, auf das bald die Explosion als Supernova folgt.

NGC 2359 ist etwa 15.000 Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Großer Hund. Das scharfe Bild ist eine Kombination aus lang belichteten Einzelaufnahmen. Diese wurden im Licht von leuchtendem Wasserstoff (rot) und Sauerstoff (blau) aufgenommen. Man geht davon aus, dass der zentrale Stern in Thors Helm in den nächsten paar tausend Jahren als spektakuläre Supernova explodiert.

Himmlische Überraschung: Welches Bild zeigte APOD zum Geburtstag? (ab 1995, deutsch ab 2007)

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Der Komet R3 PANSTARRS im Wandel der Zeit

Der Komet C/2025 R3 (PANSTARRS) zieht auf diesem Kompositbild von unten nach oben an den leuchtenden Nebeln im Sternbild Orion vorbei. Die Barnard-Schleife leuchtet rot, darin befinden sich der Orionnebel und viele weitere ionisierte Staubwolken. Rechts unten ist die markante V-Form der Hyaden im Sternbild Stier.
Bildcredit und Bildrechte: Jakub Kuřák und Martin Mašek (FZU der Tschechischen Akademie der Wissenschaften)

Wenn ein Komet ins innere Sonnensystem kommt, wird das normalerweise von großen Ankündigungen und Hoffnungen begleitet. Wird er besonders hell und fotogen? Doch was passiert, wenn der Komet das Sonnensystem wieder verlässt? Die Sonne erwärmt den Kometenkern nicht mehr so stark. Er stößt dann weniger Gas und Staub aus. Die Koma um den Kern schrumpft und verliert an Helligkeit, und der Kometenschweif wird kürzer.

Viele Kometen ziehen in die äußeren Bereiche des Sonnensystems. Von dort kehren sie oft erst nach Hunderten oder Tausenden Jahren wieder. Doch manche Kometen schleudert die Gravitation der Planeten hinaus. Sie verlassen dann das Sonnensystem für immer. Zu diesen Kometen gehört Komet C/2025 R3 (PANSTARRS).

Der Komet R3 (PANSTARRS) wurde für diese Aufnahme in vielen Nächten lange belichtet. Die Bilder entstanden in der ersten Mai-Hälfte nahe dem Cerro Paranal in Chile. Die oberen Aufnahmen entstanden später. Der Ionenschweif wird dort immer kürzer.

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Der Überrest der Vela-Supernova

In der Mitte ist ein Gewirr aus leuchtenden Stoßfronten in einem Gas. Es ist von rot leuchtenden Nebeln umgeben. Der Vela-Supernova-Überrest wurde vielleicht von Menschen zu Beginn der Geschichte beobachtet.
Bildcredit und Bildrechte: José Mtanous

Die Explosion ist vorbei, doch sie hinterließ Spuren. Vor etwa zwölftausend Jahren explodierte ein ganz gewöhnlicher Stern im Sternbild Vela. Dabei erzeugte er einen seltsamen Lichtpunkt. Dür die Menschen, die zu Beginn der aufgezeichneten Geschichte lebten, war er für kurze Zeit sichtbar. Die äußeren Schichten des Sterns prallten auf das interstellare Medium. Dabei lösten sie eine Stoßwelle aus, die man heute noch sieht.

Das Bild entstand in der Khomas-Region in Namibia. Es zeigt einen Teil dieser gewaltigen Stoßwelle mit vielen Fasern im sichtbaren Licht. Die Aufnahme wurde insgesamt 60 Stunden lang belichtet. Emission von Wasserstoff (rot) und Sauerstoff (blau) betonen die feinen Details.

Das Gas fliegt vom explodierten Stern weg. Dabei zerfällt es und reagiert mit dem interstellaren Medium. So entsteht Strahlung in vielen verschiedenen Farben und Energiebereichen. Im Zentrum des Supernova-Überrests im Sternbild Vela (Segel des Schiffs) befindet sich ein Pulsar. Das ist ein Stern, der so dicht ist wie Kernmaterie. Er dreht sich mehr als zehnmal pro Sekunde um sich selbst.

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Der Kristall

Der Nebel, der beinahe das Bild füllt, erinnert an eine Kristallkugel. Innen ist er weiß wie Bergkristall, außen umgibt ihn ein blauer Rand, der einen leichten Hof hat. Um den Stern sind wenige Sterne verteilt.
Bildcredit: Internationales Gemini-Observatorium/NOIRLab/NSF/AURA; Bildbearbeitung: J. Miller und M. Rodriguez (Internationales Gemini-Observatorium/NSF NOIRLab), T.A. Rector (Universität von Alaska Anchorage/NSF NOIRLab), D. de Martin und M. Zamani (NSF NOIRLab); Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Was seht ihr in dieser Kristallkugel? Das Bild zeigt NGC 1514, den man als Kristallkugelnebel kennt. Er wurde mit dem Teleskop Gemini Nord auf dem Mauna Kea beobachtet, der zu Hawaiʻi gehört. NGC 1514 ist 1500 Lichtjahre entfernt. Er wurde 1790 von Wilhelm Herschel entdeckt.

Ein planetarischer Nebel entsteht, wenn ein Stern zu einem Roten Riesen wird und seine äußeren Gashüllen abstößt. Der Kern des Sterns erhitzt die ausgeworfene Hülle aus Gas auf Temperaturen, die heißer sind als die Oberfläche unserer Sonne. Das bringt das Gas zum Leuchten und erzeugt Bilder wie dieses.

Die leicht asymmetrische Form des Kristallkugelnebels verrät sein Geheimnis: Der helle Stern in der Mitte hat einen Begleiter. Die beiden Sterne umkreisen einander mit einer Umlaufzeit von etwa neun Jahren und formen dabei das Gas um sie herum. In etwa 10.000 – 25.000 Jahren lösen Sternwinde den Nebel auf.

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