LDN 1622: Dunkler Nebel im Orion

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Bildcredit und Bildrechte: Chris Fellows

Die Silhouette einer dunklen Wolke dominiert diese kosmische Szene. „Lynds‘ Dark Nebula (Lynds dunkler Nebel, LDN) 1622 ist vor einer sanft leuchtenden Wasserstoffwolke erst in lang belichteten Aufnahmen deutlich zu sehen. Im Gegensatz dazu ist der hellere Reflexionsnebel vdB 62 leichter zu erkennen: Er befindet sich knapp oberhalb der dunklen Wolke!

LDN 1622 befindet sich in der Scheibe unserer Milchstraße, nahe zu einer Himmelsgegend die auch als Barnard’s Loop (Barnards Schleife) bekannt ist. Dabei handelt es sich um eine große Wolke, welche die zahlreichen Emissionsnebel im Gürtel und Schwert des Sternbilds Orion umgibt. Der Staub, der die dunkle Wolke LDN 1622 verursacht, befindet sich wahrscheinlich in einer ähnlichen Entfernung zu uns – ungefähr 1500 Lichtjahre entfernt. In dieser Entfernung beträgt der Durchmesser (im Bild 3 Grad groß) der Wolke immerhin 100 Lichtjahre! Junge Sterne liegen versteckt im Staub und wurden mit der Infrarotkamera des Spitzer Weltraum Teleskops beobachtet.

Dank der geisterhaften Erscheinung von LDN 1622 hat diese Wolke auch einen Spitznamen erhalten: Der Boogeyman Nebula, also der Butzemann-Nebel.

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Webb zeigt die Balkenspiralgalaxie NGC 1365

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Bildcredit: NASA, ESA, CSA, Janice Lee (NOIRLab) – Bearbeitung: Alyssa Pagan (STScI)

Nur 56 Millionen Lichtjahre entfernt im südlichen Sternbild Chemischer Ofen (Fornax) liegt NGC 1365, eine gewaltige Balkenspiralgalaxie mit einem Durchmesser von etwa 200.000 Lichtjahren. Das entspricht der doppelten Größe unserer eigenen Balkenspiralgalaxie, der Milchstraße.

Dieses gestochen scharfe Bild des Mid-Infrared Instrument (MIRI) des James-Webb-Weltraumteleskops offenbart im Infrarotlicht atemberaubende Details dieser prächtigen Spirale. Das Sichtfeld von Webb erstreckt sich über etwa 60.000 Lichtjahre quer durch NGC 1365 und erforscht dabei den Kern der Galaxie sowie helle, neuentstandene Sternhaufen. Das komplexe Netzwerk aus staubigen Filamenten und Blasen wird von jungen Sternen entlang der Spiralarme erzeugt, die sich vom zentralen Balken der Galaxie nach außen winden.

Astronom:innen vermuten, dass das Gravitationsfeld des Balkens von NGC 1365 eine entscheidende Rolle in der Entwicklung der Galaxie spielt: es leitet Gas und Staub in einen Strudel aus Sternentstehung und speist letztlich Material in das zentrale, sehr massereiche Schwarze Loch der aktiven Galaxie.

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Io in Echtfarben

Der Jupitermond Io füllt das ganze Bild. Er erinnert auf diesem bunt gefärbten Bild an eine Pizza. Seine Oberfläche ist großteils schwefelgelb. Dazwischen sind Vulkane wie Pickel verteilt.

Bildcredit: NASA, JPL, Projekt Galileo

Der seltsamste Mond in unserem Sonnensystem leuchtet in hellem Gelb. Dieses Bild zeigt, wie Io in „echten Farben“ aussehen würde – also so, wie das menschliche Auge ihn wahrnehmen würde. Die Aufnahme stammt von der Raumsonde Galileo und wurde im Juli 1999 aufgenommen. Die Raumsonde umkreiste Jupiter von 1995 bis 2003.

Ios Farben stammen von Schwefel und geschmolzenem Silikatgestein. Ein System aktiver Vulkane hält die ungewöhnliche Oberfläche des Mondes Io sehr jung.

Jupiters gewaltige Gezeitenkräfte ziehen Io in die Länge. Außerdem gleichen sie die Schwankungen durch die anderen galileischen Monde aus. Dabei entsteht Reibung. Sie erhitzt das Innere von Io so stark, dass geschmolzenes Gestein durch die Oberfläche bricht. Ios Vulkane sind so aktiv, dass sie den Mond Io quasi von innen nach außen kehren. Seine Lava ist teilweise so heiß, dass sie im Dunkeln leuchtet.

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CTB 1: Der Medulla-Nebel

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Bildcredit: Pierre Konzelmann

Wodurch wird dieser ungewöhnliche Nebel erzeugt? CTB 1 ist eine sich ausdehnende Gashülle. Vor etwa 10.000 Jahren explodierte ein Stern im Sternbild Kassiopeia und hinterließ diesen Nebel.

Im Kern des Sterns erzeugten Elemente durch Kernfusion einen stabilisierenden Druck. Als diese Elemente verbraucht waren explodierte der Stern. Dabei entstand dieser Supernovaüberrest, der wegen seiner Ähnlichkeit mit der Form eines Gehirns den Spitznamen Medulla Nebel trägt. Er leuchtet immer noch im sichtbaren Licht, weil die Kollision des Nebels mit dem umgebenden interstellaren Gas Hitze erzeugt.

Warum dieser Nebel auch im Röntgenlicht glüht, ist derzeit noch Gegenstand der Forschung. Laut einer Hypothese wurde bei der Supernova ein energiereicher Pulsar erzeugt. Er könnte den Nebel durch rasch ausströmende Winde mit Energie versorgen. Tatsächlich wurde ein Pulsar im Radiowellenbereich entdeckt. Offenbar wurde er durch die Supernovaexplosion mit mehr als 1000 Kilometern pro Sekunde weggeschleudert.

Der Medulla Nebel ist von der Erde aus gesehen so groß wie der Vollmond aber extrem lichtschwach. Es waren daher 84 Stunden Belichtungszeit an einem kleinen Teleskop in Texas, USA nötig, um dieses Bild zu erzeugen.

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Weltraumteleskop Webb zeigt Jupiter

Jupiter im Infrarotlicht, aufgenommen vom Weltraumteleskop James Webb. Manche von Jupiters Wolken sind ungewöhnlich gefärbt, zum Beispiel der große Rote Fleck, ein Ring, mehrere Monde und ein helles Polarlicht.

Bildcredit: NASA, ESA, CSA, Jupiter-ERS-Team; Bearbeitung: Ricardo Hueso (UPV/EHU) und Judy Schmidt

Diese Infrarot-Ansicht von Jupiter von Webb ist erhellend. Das Weltraumteleskop James Webb machte hoch aufgelöste Infrarotbilder von Jupiter. Sie zeigen die Unterschiede zwischen hellen Wolken hoch oben – dazu gehört auch der große Rote Fleck – und dunklen, tief liegenden Wolken.

Darüber hinaus zeigt dieses Bild von Webb auch Jupiters Staubring, helle Polarlichter und die Monde Amalthea und Adrastea. Das Magnetfeld des stark vulkanischen Mondes Io lenkt elektrisch geladene Teilchen auf Jupiter. Ein Indiz dafür sieht man im südlichen Polarlicht-Oval. Einige Objekte sind so hell, dass das Licht an Webbs Optik merklich abgelenkt wird und Streifen entstehen.

Das Webb-Teleskop läuft in Erdnähe um die Sonne. Sein Spiegel hat einen Durchmesser von mehr als sechs Metern. Damit ist es das größte astronomische Teleskop, das je ins All startete. Seine Lichtsammelfläche ist sechsmal größer als die von Hubble.

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Apollo 14: Aussicht von Antares

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Bildcredit: Edgar Mitchell, Apollo 14, NASA; MosaikEric M. Jones

Am 5. Februar 1971 landete das Antares-Modul von Apollo 14 auf dem Mond. Gegen Ende des Aufenthalts schoss Astronaut Ed Mitchell durch das Fenster der Landefähre eine Reihe von Fotos der Mondoberfläche. Eric Jones, der Herausgeber des Apollo Lunar Surface Journal, setzte sie zu diesem detallierten Mosaik zusammen.

Der Blick reicht über das Fra Mauro-Hochland nordwestlich der Landestelle. Das Bild entstand, nachdem die Astronauten von Apollo 14 ihren zweiten und letzten Spaziergang auf dem Mond beendet hatten. Im Vordergrund ist ihr Modular Equipment Transporter zu sehen: ein zweirädriges, rikschaähnliches Gerät für den Transport von Werkzeugen und Proben.

Nahe dem Horizont befindet sich oberhalb der Bildmitte ein 1,5 Meter großer Felsbrocken, der den Namen „Turtle Rock” (Schildkrötenfelsen) erhielt. Im flachen Krater unterhalb des Turtle Rock erkennt man den langen weiße Griff eines Probenahmegeräts, das Mitchell wie einen Speer dorthin geworfen hat.

Mitchells Mondspaziergangskollege Alan Shepard, der auch der erste Amerikaner im Weltraum war, hatte mit einem improvisierten 6er-Eisen zwei Golfbälle geschlagen. Einer von Shepards Golfbällen ist als weißer Fleck unterhalb von Mitchells Speer zu sehen.

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NGC 7023: Der Irisnebel

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Bildcredit und Bildrechte: Justus Falk

Diese kosmischen Wolken sind 1300 Lichtjahre entfernt in den fruchtbaren Sternenfeldern des Sternbilds Kepheus entstanden. NGC 7023 wird Irisnebel genannt. Er ist nicht der einzige Nebel, der Assoziationen zu Blumen weckt. Dennoch zeigt dieses lang belichtete Teleskopbild die Farbpalette und Symmetrien des Irisnebels, eingebettet in die ihn umgebenden Felder interstellaren Staubs.

Innerhalb des Irisnebels selbst umgibt staubiges Nebelmaterial einen heißen, jungen Stern. Die dominierende Farbe des helleren Reflexionsnebels ist Blau, was charakteristisch für Staubkörner ist, die Sternenlicht reflektieren. Die zentralen Filamente des Reflexionsnebels leuchten mit einer schwachen rötlichen Photolumineszenz, da einige Staubkörner die unsichtbare ultraviolette Strahlung des Sterns effektiv in sichtbares rotes Licht umwandeln.

Infrarotbeobachtungen deuten darauf hin, dass dieser Nebel komplexe Kohlenstoffmoleküle enthält, die als PAK bekannt sind. Die staubigen blauen Blütenblätter des Irisnebels erstrecken sich über ca. sechs Lichtjahre.

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Plato und die Montes Alpes

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Bildcredit und Bildrechte: Luigi Morrone

Der dunkle Boden des 95 Kilometer breiten Kraters Plato und die sonnenbeschienenen Gipfel der Alpen des Mondes glänzen in diesem scharfen teleskopischen Schnappschuss der Mondoberfläche. Die Alpen der Erde erhoben sich über Millionen von Jahren, während die Kontinentalplatten langsam zusammenstoßen. Doch die Alpen des Mondes bildeten sich plötzlich. Es war die Kollision, bei der auch die riesige Tiefebene des Mare Imbrium, das Meer des Regens, entstanden ist. Der flache Boden dieses Meeres ist unterhalb des Gebirgszuges zu sehen. Die auffällige gerade Struktur, die sich durch die Berge zieht, ist das Alpental Vallis Alpes. Es verbindet das Mare Imbrium mit dem nördlichen Mare Frigoris, dem Meer der Kälte. Das Tal ist etwa 160 Kilometer lang und bis zu 10 Kilometer breit. Der große, helle Berg rechts unterhalb des Kraters Plato heißt Mont Blanc. Ohne Atmosphäre und deshalb auch ohne Schnee sind die Mondalpen allerdings kein idealer Ort für den Winterurlaub. Dennoch würde eine 75 Kilo schwere Schifahrerin auf dem Mond nur etwa 12 Kilogramm wiegen.

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