M78: Reflexion in Blau in einem Meer aus Rot

In einem Meer aus roten Nebeln leuchten in der Mitte zwei Reflexionsnebel: M78 und NGC 2071. Links oben verläuft ein Teil der Barnardschleife in Weiß.

Bildcredit und Bildrechte: Daniel McCauley

Im Sternbild Orion befindet sich ein riesiger Komplex aus Molekülwolken. Darin treten mehrere leuchtend blaue Nebel deutlich hervor. Mitten in diesem Bild liegen zwei sehr markante Reflexionsnebel. Sie sind Staubwolken, die im reflektierten Licht heller, eingebetteter Sterne erstrahlen. Der bekanntere Nebel ist M78 mitten im Bild. Er wurde schon vor über 200 Jahren katalogisiert. Links darüber liegt der weniger bekannte NGC 2071.

Forschende untersuchen diese Reflexionsnebel ständig, um besser zu verstehen, wie darin Sterne entstehen. Das diffuse rote Leuchten stammt von Wasserstoff. Er bedeckt einen Großteil im Orion-Komplex, der wiederum weite Teile im Sternbild Orion einnimmt. Der riesige Komplex ist etwa 1.500 Lichtjahre entfernt. In der Nähe sind der Orionnebel, der Pferdekopfnebel und die Barnardschleife. Letztere sieht man hier teilweise links oben als weißes Band.

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Orions Schätze über verschneiten Bergen

Unten steht eine Person in einer verschneiten Landschaft und leuchtet mit einer Taschenlampe auf den Boden. Am Horizont dahinter stehen Bäume und schneebedeckte Berge. Am Sternenhimmel oben schimmern mehrere bekannte rote Nebel.

Bildcredit und Bildrechte: Włodzimierz Bubak; Text: Ogetay Kayali (MTU)

Über einem vereisten Tal in der Tatra steht das bekannte Sternbild Orion mit seinen hellen Sternen und berühmten Nebeln. Das Foto entstand in Polens höchstem Gebirge, das im Süden steht. Der dunkle Nachthimmel passt gut zu der gebirgigen Umgebung und zeigt die Schönheit der Erde und unserer Galaxis.

Die Berge sind von Schnee bedeckt. Darüber strahlen die hellen Sterne in Orions Gürtel über einem Himmelsgebiet, das berühmt ist für seine hell leuchtenden interstellaren Gaswolken. Der große Orionnebel ist ein gewaltiges Gebiet, in dem Sterne entstehen. Es ist sogar mit freiem Auge sichtbar und leuchtet mitten im Bild. Die riesige Barnard-Schleife (Barnards‘ Loop), eine Wolke aus ionisiertem Wasserstoff, windet sich außen herum. Sie reicht fast um das ganze Sternbild.

Links schimmert das sanfte Leuchten des Rosettennebels. Der gräuliche Hexenkopfnebel steht rechts neben der Bildmitte. Er wird vom Licht naher Sterne erleuchtet. Der orange Riesenstern Beteigeuze am oberen Bildrand bildet die Schulter des Jägers Orion.

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NGC 55: Eine Galaxie voller Nebel

Die Galaxie NGC 55 im Bild wirkt flach. Sie schimmert wie ein Schatzkästchen voller Juwelen. Die leuchtenden Flecken sind Nebel aus Wasserstoff und Sauerstoff.

Bildcredit und Bildrechte: Wolfgang Promper; Text: Ogetay Kayali (MTU)

Kann man Nebel in anderen Galaxien sehen? Ja – manche Nebel leuchten hell genug, wenn man weiß, wie man sie findet. Wolken aus Wasserstoff und Sauerstoff geben Licht in ganz bestimmten Farben ab. Astronom*innen und Astrofotograf*innen können diese Farben mit Filtern isolieren. Dadurch heben sie Strukturen hervor, die sonst zu schwach leuchten, um sie zu bemerken.

Diese Aufnahme wurde 50 Stunden belichtet. Sie zeigt die Galaxie NGC 55, die wir fast von der Kante sehen. Leuchtender Wasserstoff (rot) und Sauerstoff (blau) sind hier besonders betont. Das Bild zeigt, dass die Galaxie von Emissionsnebeln übersät ist. Manche liegen in der Staubscheibe der Galaxie, manche darüber. So bietet sich ein detaillierter Blick auf ferne Sternbildungsgebiete.

NGC 55 wird auch die Perlenkettengalaxie genannt. Oft vergleicht man sie mit der Großen Magellanschen Wolke (GMW), einer Begleitgalaxie unserer Milchstraße. Allerdings ist NGC 55 mit einer Entfernung von 6,5 Millionen Lichtjahren viel weiter weg.

Knobelspiel: Astronomie-Puzzle des Tages

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Der verlorene Marsmond Phobos

Ein sehr stark verkraterter rötlicher Himmelskörper mit einer grob kugelähnlichen Form. Einige der Krater sind sehr groß.

Bildcredit: NASA, LPL (U. Arizona), MRO, HiRISE

Dieser Mond ist dem Untergang geweiht. Der rote Planet Mars ist nach dem römischen Kriegsgott benannt. Er hat zwei winzige Monde: Phobos und Deimos. Ihre Namen stammen aus dem Altgriechischen und bedeuten „Furcht“ und „Schrecken“. Diese Marsmonde könnten eingefangene Asteroiden aus dem Hauptgürtel sein. Dieser befindet sich zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter. Sie könnten auch aus noch weiter entfernten Regionen unseres Sonnensystems stammen.

Der größere Mond Phobos ist kraterübersät und ähnelt in der Tat einem Asteroiden. Dieses beeindruckende Farbbild zeigt Phobos im Blick des Mars Reconnaissance Orbiter. Diese robotische Raumsonde kann kleine Details von gerade einmal 10 Meter Größe fotografieren.

Phobos Bahn verläuft sehr eng um den Mars, nur 5800 Kilometer über Oberfläche des Planeten. Unser Mond ist rund 400.000 Kilometer von der Erde entfernt. Deswegen ziehen Gezeitenkräfte den Marsmond zum Planeten. In vielleicht 50 Millionen Jahren wird Phobos voraussichtlich zerfallen. Danach werden seine Trümmer einen Ring um den Planeten bilden.

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Orion zeigt, wie die Erde untergeht

Links ragt das Raumschiff Orion ins Bild, rechts der Mond der Erde. Unten am Mondrand schimmert eine kleine blaue Murmel, die Erde.

Bildcredit: NASA, Artemis 1

Dieser Schnappschuss aus dem Weltraum entstand am 21. November 2022. Hier verschwinden gerade acht Milliarden Menschen, weil der helle Rand des Mondes ihre Heimatwelt verdeckt. Es war der sechste Tag der Mission Artemis I. Eine Außenkamera des Raumschiffs Orion nahm das Bild auf.

Das Raumschiff Orion flog dabei kontrolliert am Mond vorbei und näherte sich seiner Oberfläche auf 130 Kilometer. Beim Vorbeiflug gewann Orion genug Geschwindigkeit für eine ferne rückläufige Umlaufbahn um den Mond. Diese führte die Kapsel 92.000 Kilometer vom Mond fort. Sie war rückläufig (retrograd), weil das Raumschiff in Gegenrichtung zur Umlaufbahn des Mondes um die Erde kreiste.

Als das Raumschiff Orion am 28. November 2022 den Mond umrundete, erreichte es seine größte Entfernung von der Erde. Sie betrug etwas mehr als 400.000 Kilometer. Dabei brach Orion den Rekord von Apollo 13. Seither ist es das am weitesten entfernte Raumschiff, das es Menschen möglich machen sollte, das Weltall zu erforschen.

Die Mission Artemis II soll vier Astronaut*innen um den Mond führen und wieder zurückbringen. Der Start ist schon für 6. Februar geplant.

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Der planetarische Nebel Abell 7

Der kugelförmige planetarische Nebel Abell 7 schimmert mitten im Bild in roten und blauen Farben. Dahinter sind wenige Sterne verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh

Der planetarische Nebel Abell 7 ist sehr blass. Er ist ca. 1800 Lichtjahre von uns entfernt und liegt – von der Erde aus gesehen – südlich von Orion im Sternbild Hase (Lepus). Dahinter sind Sterne in der Milchstraße verstreut. Er hat eine einfache, kugelförmige Gestalt mit einem Durchmesser von ca. 8 Lichtjahren.

Der Fotograf verstärkte die schönen, komplexen Formen in der kosmischen Wolke, indem er die Aufnahme lange belichtete. Dabei verwendete er Schmalbandfilter, um die Emissionen der Atome von Wasserstoff und Sauerstoff aufzuzeichnen. Abell 7 ist viel zu schwach, um ihn mit bloßem Auge wahrzunehmen.

Ein planetarischer Nebel gilt als eine sehr kurze Endphase in der Entwicklung von Sternen. Unsere Sonne durchläuft diese Phase in 5 Milliarden Jahren. Der zentrale Stern im Nebel war einst ähnlich wie die Sonne und wirft seine äußeren Schichten ab. Abell 7 ist geschätzt 20.000 Jahre alt. Sein Zentralstern ist ein verblassender Weißer Zwerg und schon 10 Milliarden Jahre alt.

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LDN 1622: Dunkler Nebel im Orion

Die Astronomin Beverly Turner Lynds katalogisierte die dunkle Wolke im Bild als LDN 1622. Sie hat den Spitznamen Butzemann-Nebel und liegt vor einer Wolke aus leuchtendem Wasserstoff.

Bildcredit und Bildrechte: Chris Fellows

Die Silhouette einer dunklen Wolke prägt diese kosmische Szene. LDN 1622 (Lynds‚ dunkler Nebel 1622) liegt vor einer sanft leuchtenden Wolke aus Wasserstoff. Man erkennt ihn erst auf lang belichteten Aufnahmen deutlich. Im Gegensatz dazu findet man den helleren Reflexionsnebel vdB 62 leichter: Er liegt knapp über der dunklen Wolke.

LDN 1622 befindet sich in der Scheibe unserer Milchstraße nahe bei einer Gegend am Himmel, die als Barnards Schleife bekannt ist. Diese große Wolke umgibt die vielen Emissionsnebel im Gürtel und Schwert des Sternbilds Orion. Der Staub der dunklen Wolke LDN 1622 ist wahrscheinlich ähnlich weit von uns entfernt, nämlich ungefähr 1500 Lichtjahre. Die Wolke ist im Bild 3 Grad breit. In ihrer Entfernung beträgt ihr Durchmesser daher ganze 100 Lichtjahre! Im Staub sind junge Sterne versteckt. Sie wurden mit der Infrarotkamera des Weltraumteleskops Spitzer beobachtet.

Dank ihrer gespenstischen Erscheinung erhielt die Wolke LDN 1622 den Spitznamen Butzemann-Nebel (Boogeyman Nebula).

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Webb zeigt die Balkenspiralgalaxie NGC 1365

Der helle Kern der Balkenspiralgalaxie NGC 1365 im Sternbild Chemischer Ofen ist von Spiralarmen umgeben, die hier etwas zerfleddert wirken, weil das Bild mit dem Infrarotteleskop James Webb aufgenommen wurde.

Bildcredit: NASA, ESA, CSA, Janice Lee (NOIRLab) – Bearbeitung: Alyssa Pagan (STScI)

NGC 1365 ist eine gewaltige Balkenspiralgalaxie im südlichen Sternbild Chemischer Ofen (Fornax). Sie ist nur 56 Millionen Lichtjahre entfernt und etwa 200.000 Lichtjahre breit. Damit ist ihr Durchmesser etwa doppelt so groß wie der unserer Balkenspiralgalaxie, der Milchstraße.

Das Bild entstand mit dem Mid-Infrared Instrument (MIRI) am Weltraumteleskop James Webb und ist gestochen scharf. Es zeigt atemberaubende Details der prächtigen Spirale im Infrarotlicht. Das Sichtfeld von Webb zeigt einen etwa 60.000 Lichtjahre breiten Ausschnitt von NGC 1365. Es erforscht dabei den Kern der Galaxie und helle, neu entstandene Sternhaufen. Junge Sterne in den Spiralarmen erzeugen das komplexe Netzwerk aus staubigen Filamenten und Blasen. Die Arme winden sich vom zentralen Balken der Galaxie nach außen.

Astronom*innen vermuten, dass das Gravitationsfeld des Balkens von NGC 1365 eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Galaxie spielt. Es leitet Gas und Staub in einen Strudel aus Sternbildung und speist schließlich Material in das zentrale, sehr massereiche Schwarze Loch der aktiven Galaxie.

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