Junge Sterne in NGC 346

Die massereichen Sterne in NGC 346 im Sternbild Tukan auf diesem Hubble-Bild sind kurzlebig, aber energiereich.

Bildcredit: NASA, ESA, Antonella Nota (ESA/STScI) et al.,

Die massereichen Sterne von NGC 346 sind kurzlebig, aber sehr energiegeladen. Der Sternhaufen ist in die größte Sternbildungsregion in der Kleinen Magellanschen Wolke eingebettet, diese ist etwa 210.000 Lichtjahre entfernt.

Die stellaren Winde und die Strahlung der Sterne sprengen eine interstellare Höhlung in die großen Gas- und Staubwolken mit einem Durchmesser von etwa 200 Lichtjahren. Dabei lösen sie Sternbildung aus und prägen den dichten inneren Rand der Region.

Die Sternbildungsregion ist als N66 katalogisiert und enthält anscheinend auch eine große Population junger Sterne. Die jungen, etwa 3 bis 5 Millionen Jahre alten Sterne, die im eingebetteten Sternhaufen verstreut sind, verbrennen in ihren Kernen noch keinen Wasserstoff.

Auf diesem Falschfarbenbild des Weltraumteleskops Hubble sind sichtbares und nahinfrarotes Licht in Blau und Grün abgebildet. Das Licht der Emissionen von atomarem Wasserstoff ist rot.

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Das Grinsen der Gravitation

Diese Grinsekatze im Sternbild Ursa Major ist ein Galaxienhaufen, der dahinter liegende Galaxien zu Bögen verzerrt, wie von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie vorhergesagt.

Bildcredit: Röntgen – NASA / CXC / J. Irwin et al. ; Optisch – NASA/STScI

Albert Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie, die vor mehr als 100 Jahren publiziert wurde, sagte das Phänomen der Gravitationslinsen voraus. Dieses Phänomen verleiht weit entfernten Galaxien eine drollige Erscheinung, wenn man sie mit den Augen der Weltraumteleskope Chandra und Hubble in Röntgen- und sichtbarem Licht betrachtet.

Diese Gruppe wird landläufig als Grinsekatze bezeichnet. Die beiden großen elliptischen Galaxien sind von suggestiven Bögen gerahmt. Diese Bögen sind optische Bilder weit entfernter Hintergrundgalaxien, die von der gesamten Gravitationsmasse der Gruppe im Vordergrund gebrochen werden. In dieser gravitativen Masse überwiegt Dunkle Materie.

Die beiden großen elliptischen „Augen“-Galaxien sind die hellsten Mitglieder ihrer jeweiligen Galaxiengruppen, die gerade miteinander verschmelzen. Ihre relative Kollisionsgeschwindigkeit von fast 1350 Kilometern pro Sekunde heizt Gas auf Millionen Grad auf. Dabei entsteht Röntgenleuchten, das hier in Violett abgebildet ist.

Neugierig auf die Galaxiengruppenverschmelzung? Die Grinsekatzen-Gruppe lächelt im Sternbild Ursa Major in einer Entfernung von 4,6 Milliarden Lichtjahren.

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Der Katzenpfotennebel NGC 6334

Der Katzenpfotennebel NGC 6334 im Sternbild Skorpion

Bildcredit und Bildrechte: Stefan Steve“ Bemmerl (Sternwarte Saulburg)

Nebel werden häufig mit vertrauten Formen verglichen, und genauso häufig geraten Katzen in Schwierigkeiten. Doch keine bekannte Katze könnte diesen gewaltigen Katzenpfotennebel im Sternbild Skorpion gebildet haben.

Die Katzenpfote ist ein 5500 Lichtjahre entfernter Emissionsnebel, dessen rote Farbe von einer Fülle an ionisierten Wasserstoffatomen stammt. Er wird auch als Bärentatzennebel bezeichnet und ist als NGC 6334 katalogisiert. In den letzten Millionen Jahren sind dort Sterne entstanden, die fast zehnmal so schwer sind wie die Sonne.

Dieses detailreiche Bild zeigt den Katzenpfotennebel in Licht, das von Wasserstoff, Sauerstoff und Schwefel abgestrahlt wird.

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Marsfinsternis: Phobos quert die Sonne

Videocredit: NASA, JPL-Caltech, ASU MSSS, SSI

Was zieht hier vor der Sonne vorbei? Es sieht aus wie ein Mond, aber es kann nicht der Erdmond sein, weil es nicht rund ist. Es ist der Marsmond Phobos. Dieses Video wurde vor einem Monat vom Rover Perseverance auf der Marsoberfläche gefilmt.

Phobos ist mit einem Durchmesser von 11,5 Kilometern 150 Mal kleiner als Luna (unser Mond), aber 50 Mal näher an seinem Heimatplaneten. Tatsächlich ist Phobos so nahe am Mars, dass er voraussichtlich in den nächsten 50 Millionen Jahren zerbricht und auf den Mars stürzt.

In naher Zukunft führt der niedrige Orbit von Phobos zu schnelleren Sonnenfinsternissen als auf der Erde. Dieses Video läuft in Echtzeit – der Transit dauerte tatsächlich wie gezeigt etwa 40 Sekunden. Der Kameramann war der Roboter-Rover Perseverance (Percy). Dieser erforscht weiterhin den Krater Jezero auf dem Mars. Dabei sucht er nicht nur nach Hinweisen auf die wässrige Vergangenheit der nun trockenen Welt, sondern auch nach urzeitlichem mikrobiellen Leben.

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Die inneren Ringe der Spiralgalaxie NGC 1512

Kernring um das Galaxienzentrum von NGC 1512 im Sternbild Pendeluhr.

Bildcredit: NASA, ESA, Weltraumteleskop Hubble

Die meisten Galaxien haben keine Ringe – warum hat diese Galaxie zwei? Das helle Band nahe dem Zentrum von NGC 1512 ist ein Kernring um das Galaxienzentrum, in dem kürzlich entstandene Sterne hell leuchten.

Doch die meisten Sterne und das dazugehörige Gas und der Staub umkreisen das galaktische Zentrum in einem Ring, der viel weiter draußen verläuft – hier nahe am Bildrand. Dieser Ring wird – gegen die Intuition – als innerer Ring bezeichnet. Bei genauem Hinsehen erkennt ihr, dass dieser innere Ring die Enden eines diffusen Zentralbalkens verbindet, der waagrecht durch die Galaxie verläuft.

Es wird angenommen, dass die Ringstrukturen durch Asymmetrien in NGC 1512 in einem langwierigen Prozess entstehen, der als säkulare Entwicklung bezeichnet wird. Durch die Schwerkraft dieser Galaxienasymmetrien,einschließlich des Sternbalkens fallen Gas und Staub vom inneren Ring zum Kernring und verstärken so seine Sternbildungsrate.

Manche Spiralgalaxien haben noch einen äußeren dritten Ring, der die jeweilige Galaxie noch weiter draußen umkreist.

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Feuerfall im Mondschein

Horsetail Feuerall im Mondlicht bei El Catitan im Yosemite-Nationalpark in den USA

Bildcredit und Bildrechte: Tara Mostofi

An manchen Tagen im Februar sieht man im Yosemite-Nationalpark bei Sonnenuntergang einen flüchtigen Feuerfall, wenn Wasser fließt, das Wetter mitspielt und die Richtung zur untergehenden Sonne genau passt. Der Horsetail Fall tritt im Park zu bestimmten Jahreszeiten auf. Er wird oft an Aussichtspunkten unter dem Denkmal fotografiert, wenn er vor dem Schatten der El Capitans steilen Wänden isoliert leuchtet. Dann wird der Wasserfall noch von rötlichen Sonnenstrahlen beleuchtet und nimmt kurz dramatisches, feuriges Aussehen an.

Doch ein Horsetail-Feuerfall kann auch im Mondlicht fotografiert werden. Bei Mondlicht ist der Feuerfalleffekt noch schwerer zu erkennen, wenn ein heller Mond in der passenden Richtung am westlichen Horizont untergeht. Bei diesem gut geplanten Bild eines flüchtigen Horsetail-Feuerfalls, beleuchtet von einem hellen Dreiviertelmond, der in den frühen Morgenstunden des 15. April unterging, war der Himmel klar genug.

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NGC 3572 und die südlichen Kaulquappen

NGC 3572 im Sternbild Carina (Schiffskiel) ist ein Emissionsnebel und wird auch als die Südlichen Kaulquappen bezeichnet.

Bildcredit und Bildrechte: Carlos Taylor

Diese kosmische Himmelslandschaft zeigt leuchtendes Gas, dunkle Staubwolken und junge Sterne in NGC 3572 – ein schöner Emissionsnebel mit Sternhaufen, der am fernen südlichen Himmel durchs nautische Sternbild Carina segelt. In der Entfernung des Sternhaufens von schätzungsweise 9000 Lichtjahren misst der Teleskopausschnitt etwa 100 Lichtjahre, die Sterne von NGC 3572 befinden sich oben in der Mitte.

Das interstellare Gas und Staub ist Teil der Molekülwolke, in welcher der Sternhaufen entstanden ist. Dichte Materieströme im Nebel, die von den Sternwinden und der Strahlung abgetragen werden, entfernen sich eindeutig von den energiereichen jungen Sternen. Wahrscheinlich entstehen darin weiterhin neue Sterne. Ihre Form erinnert an die Kaulquappen von IC 410 am nördlichen Sternenhimmel.

In den kommenden Dutzenden bis Hunderten Millionen Jahren werden Gas und Sterne im Haufen aufgelöst, und zwar durch gravitationsbedingte Gezeiten und gewaltige Supernovaexplosionen, welche die kurzen Leben der massereichen Sterne im Haufen beenden.

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NGC 3521: Galaxie in einer Blase

Die Spiralgalaxie NGC 3521 im Sternbild Löwe ist 50.000 Lichtjahre von uns entfrnt.

Bildcredit und Bildrechte: Mark Hanson und Mike Selby

Die prächtige Spiralgalaxie NGC 3521 ist an die 35 Millionen Lichtjahre entfernt und befindet sich im nördlichen Frühlingssternbild Löwe. NGC 3521 leuchtet am Himmel des Planeten Erde relativ hell und ist schon mit kleinen Teleskopen gut sichtbar. Trotzdem wird sie von Hobbyfotograf*innen zugunsten anderer Spiralgalaxien im Löwen wie M66 und M65 oft übergangen. Auf diesem farbenprächtigen kosmischen Porträt ist sie jedoch sehr präsent.

Die Galaxie umfasst etwa 50.000 Lichtjahre und besitzt typische fleckige, unregelmäßige Spiralarme, die von Staub, rosaroten Sternbildungsregionen und Haufen aus jungen blauen Sternen gesäumt sind. Auf diesem detailreichen Bild ist NGC 3521 in blasse, riesige blasenähnliche Hüllen eingebettet. Die Hüllen bestehen wahrscheinlich aus Gezeitentrümmern, das sind Sternströme, die aus Begleitgalaxien herausgerissen wurden, als diese in der fernen Vergangenheit mit NGC 3521 verschmolzen sind.

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Planeten über einer ägyptischen Pyramide

Planetenparade mit den Planeten Jupiter, Venus, Mars und Saturn über einer ägyptischen Stufenpyramide.

Bildcredit und Bildrechte: Osama Fatehi

Die morgendliche Planetenparade geht weiter. Die Planeten Jupiter, Venus, Mars und Saturn stehen seit Mitte April am Morgenhimmel in einer Reihe und sind auf der ganzen Welt zu sehen.

Dieses Bild wurde letzten Monat fotografiert, es zeigt die Planeten über der Djoser-Stufenpyramide, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Pyramide befindet sich in der ägyptischen Nekropole Sakkara, sie wurde im 27. Jh. v. Chr. erbaut und ist eine der ältesten Pyramiden, die wir kennen. Das Zwei-Bild-Komposit besteht aus einem Vordergrundbild, das am Abend in der Blauen Stunde aufgenommen wurde, und ein Hintergrundbild vom Morgen danach am selben Ort.

Die morgendliche Planetenlinie verändert sich langsam. Ende des letzten Monats tauschten die Planeten Jupiter und Venus ihre Plätze, und Ende dieses Monats tauschen Jupiter und Mars, wenn sie in einem Abstand von einem Grad aneinander vorbeiziehen. Natürlich ist diese malerische Winkelausrichtung der Planeten ein Zufall. Alle dieser Welten ziehen weiterhin um die Sonne, wie schon seit Milliarden Jahren, lange bevor die antike Pyramide von Djoser errichtet wurde.

Interessante APOD-Einreichungen: Planetenparade 2022 am Morgen
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Die Plejaden und Merkurs Natriumschweif

Das Bild zeigt den Planeten Merkur unter dem Sternhaufen
der Plejaden. Merkur sieht merkwürdigerweise wie ein Komet aus, denn er hat einen langen Ionenschweif aus Natrium.

Bildcredit und Bildrechte: Sebastian Voltmer

Das ist kein Komet. Unter dem Sternhaufen der Plejaden befindet sich in Wirklichkeit ein Planet, nämlich Merkur. Bei Langzeitbelichtungen des innersten Planeten unseres Sonnensystems kann man etwas Unerwartetes entdecken: einen Schweif. Merkurs dünne Atmosphäre enthält kleine Mengen an Natrium. Dieses leuchtet, wenn es vom Licht der Sonne sie angeregt wird. Das Sonnenlicht löst diese Moleküle auch von Merkurs Oberfläche und treibt sie weg. Das gelbe Leuchten von Natrium ist relativ hell.

Dieses detailreiche Bild wurde letzte Woche auf der spanischen Insel La Palma mit einem Filter aufgenommen, der vorwiegend für gelbes Licht durchlässig ist, das von Natrium abgestrahlt wird. Es zeigt Merkur und seinen Natriumschweif. Merkurs Schweif wurde schon in den 1980er-Jahren vorhergesagt, aber erst 2001 entdeckt. Viele Details des Schweifes wurden bei mehreren Beobachtungen der robotischen NASARaumsonde MESSENGER entdeckt, die Merkur zwischen 2011 und 2015 umkreiste.

Natürlich sind Schweife normalerweise bei Kometen zu sehen.

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Partielle Sonnenfinsternis über Argentinien

Sonnenfinsternis hinter Wolken über Patagonien in Argentinien.

Bildcredit und Bildrechte: Aixa Andrada

Was ist mit der Sonne passiert? Vor zwei Tagen gab es in Teilen Südamerikas eine partielle Sonnenfinsternis, dabei bedeckte der Mond einen Teil der Sonne. Dieses Bild zeigt die partiell bedeckte Sonne hinter Wolken, als sie über Patagonien in Argentinien unterging. Die Erde ist nach rechts geneigt.

Während der Finsternis schob sich der Mond teilweise zwischen Erde und Sonne. Es war ein visuell eindrucksvoller Anblick, doch die leichte Verdunklung der Umgebung während dieser partiellen Finsternis war weniger spürbar als die Trübung durch eine dicke Wolke.

In etwa zwei Wochen ist in ganz Südamerika und Teilen von Nordamerika eine totale Mondfinsternis zu sehen, bei der sich die Erde zur Gänze zwischen Mond und Sonne schiebt. In ungefähr zwei Jahren kreuzt eine totale Sonnenfinsternis über Nordamerika.

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