Venus bei Nacht in Infrarot von Akatsuki

Die Raumsonde Akatsuki zeigt die Atmosphäre der Venus in Infrarot. In diesem Licht wirkt sie sehr lebhaft und vielschichtig, anders als auf Bildern in sichtbarem Licht.

Bildcredit: JAXA, ISAS, DARTS; Bearbeitung und Bildrechte: Damia Bouic

Warum sind die Venus und die Erde so verschieden? Um das herauszufinden, startete Japan die Roboter-Raumsonde Akatsuki. Die Sonde machte eine ungeplante abenteuerliche Reise um das innere Sonnensystem, die 5 Jahre dauerte. Ende 2015 erreichte sie den Orbit um die Venus. Akatsuki hatte zwar ihre geplante Betriebsdauer überschritten. Doch die Sonde und ihre Instrumente funktionierten so gut, dass ein Großteil der ursprünglichen Mission durchgeführt wurde.

Akatsuki ist auch als Venus Climate Orbiter bekannt. Ihre Instrumente erforschten Unbekanntes über die Schwester der Erde. Man wollte wissen, ob die Vulkane immer noch aktiv sind, ob es in der dichten Atmosphäre Blitze gibt und warum die Winde so viel schneller sind als die Rotationsgeschwindigkeit des Planeten.

Dieses Bild entstand mit Akatsukis IR2-Kamera. Darauf zeigt die Nachtseite der Venus ein schartiges Band um den Äquator aus hohen, dunklen Wolken. Sie absorbieren infrarotes Licht von heißeren Schichten, die tiefer in der Venusatmosphäre liegen. Der helle, orange und schwarz gefärbte Streifen rechts oben ist ein falsches digitales Artefakt. Es bedeckt einen Teil der viel helleren Tagseite der Venus.

Als man Akatsukis Bilder und Daten auswertete, zeigte sich, dass die Venus einen Strom um den Äquator besitzt, ähnlich wie die Windbänder der Erde.

Zur Originalseite

Der Blizzard von 1938 auf der Oberen Halbinsel Michigan

Aus einer meterhohen Schneewechte ragt ein Strommast. Das Bild entstand beim Jahrhundertsturm, der 1938 auf der Oberen Halbinsel von Michigan wütete.

Bildcredit: Bill Brinkman; Dank an: Paula Rocco

Was kann ein Schneesturm anrichten? Im Jahr 1938 fand auf der Oberen Halbinsel von Michigan ein Jahrhundertsturm statt. Dabei waren manche Schneewechten so hoch wie Telefonmasten. Der Schneesturm begann diese Woche vor 80 Jahren. Dabei fiel in nur zwei Tagen fast ein Meter unerwarteter Neuschnee.

Als der Schnee fiel und orkanartige Winde diesen unglaublich hoch aufhäuften, wurden viele Straßen nicht nur unpassierbar, sondern sogar unräumbar. Menschen saßen fest. Autos, Schulbusse und ein Zug blieben stecken. Es wütete sogar ein gefährliches Feuer. Zum Glück starben nur zwei Menschen, obwohl einige Studenten tagelang in einer Schule festsaßen. Ein Einheimischer fotografierte dieses Bild kurz nach dem Sturm.

Am Ende schmolz der Schnee. Wenn solche Schneestürme wiederholt auftreten, entstehen in schneereichen Regionen auf der Erde dauerhafte Gletscher. Doch ohne Schnee schmelzen sie.

Zur Originalseite

Tauchgang auf Jupiter

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, SwRI, MSSS, Gerald Eichstadt, Justin Cowart

Diese Simulation zeigt einen Sturz in die obere Atmosphäre von Jupiter. Er ist der größte Gasriese im Sonnensystem. Die faszinierende Animation entstand aus Bilddaten von JunoCam und dem Mikrowellenradiometer, das sich an Bord der Raumsonde Juno befindet. Juno kreist um Jupiter.

Die Reise beginnt etwa 3000 Kilometer über Jupiters südlichen Wolkenoberflächen. Am Display links könnt ihr der Reise folgen. Wenn die Höhe sinkt, steigt die Temperatur, wenn ihr bei Jupiters berühmtem Rotem Fleck tiefer taucht. Der Rote Fleck ist das größte Sturmsystem im Sonnensystem. Junos Daten zeigen, dass er ungefähr 300 Kilometer in die Atmosphäre des Riesenplaneten hinabreicht. Im Vergleich dazu liegt der tiefste Punkt in den Ozeanen der Erde in einer Tiefe von nur etwa 11 Kilometern. Aber keine Panik. Ihr fliegt auch wieder hinaus.

Zur Originalseite

Juno sieht einen komplexen Sturm auf Jupiter

Mitten im Bild rotiert ein gewaltiger Wirbelsturm. Die Raumsonde Juno fotografierte ihn auf der Oberfläche von Jupiter.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, SwRI, MSSS; Bearbeitung: Gerald Eichstädt und Seán Doran

Manche Stürme auf Jupiter sind ziemlich komplex. Die robotische Raumsonde Juno der NASA umkreist derzeit den größten Planeten im Sonnensystem. Sie fotografierte diesen Wirbelsturm Ende des letzten Monats.

Das Bild ist etwa 30.000 km breit. Damit ist das Sturmsystem etwa so groß wie der Planet Erde. Die Störung rotiert gegen den Uhrzeigersinn. Sie besitzt ein Wolkenmuster mit hell gefärbten Aufwinden. Diese bestehen vermutlich vorwiegend aus Ammoniakeis. Die hellen Wolken reichen am höchsten hinauf. Sie werfen sogar erkennbare Schatten.

Juno umkreist und erforscht Jupiter in den nächsten Jahren. Die Daten, die uns sendet, sollen helfen, den Wasseranteil in Jupiters Atmosphäre besser zu ermitteln. Man will auch herausfinden, ob der Planet unter den faszinierenden Wolken eine feste Oberfläche besitzt.

Zur Originalseite

Wirbelsturmsaison – animiert

Videocredit: M. R. Radcliff (USRA) et al., NASA – GSFC, SVS; Musik: Elapsing Time von C. Telford und R. A. Navarro (ASCAP)

Auf welchen Wegen wandern Wirbelstürme? Seit langer Zeit will man gefährliche Stürme besser verstehen. Daher sammelte die NASA die Daten von mehreren Satelliten und kombinierte sie. Das Video zeigt eine Simulation der Wirbelsturmsaison vom letzten Jahr. Sie wurde mit Supercomputern aus diesen Daten modelliert.

Das Video zeigt Aerosole, die in der Luft schweben. Rauch ist weiß gefärbt. Meersalz ist blau und Staub braun. Von August bis Oktober 2017 wurden die Daten für das Video auf der Nordhälfte der westlichen Erdhalbkugel aufgezeichnet. Die Aerosole machen Winde sichtbar, die mitunter unsichtbar sind. Mitten in vielen faszinierenden Strömungen wirbeln rechts Orkane über den Atlantik. Einige Wirbelstürme peitschten Inseln und Küstenregionen in Nordamerika. Danach verflüchtigten sie sich im Nordatlantik.

Es lohnt sich, die Wettermuster dieses Jahres zu analysieren. Dann erhalten wir vielleicht schon nächstes Jahr genauere Vorhersagen von Unwettern.

Zur Originalseite

Wirbel um das Auge des Wirbelsturms Irma

Videocredit: NASA, Satellit GOES-16, SPoRT

Warum ist mitten in einem Wirbelsturm ein Auge? Das wissen wir bisher nicht genau. Was in und um das Auge eines Wirbelsturms geschieht, ist jedoch gut bekannt. Warme Luft steigt an den Rändern des Auges auf. Sie kühlt ab, rotiert, breitet sich über dem großen Sturm aus und sinkt hauptsächlich am äußeren Rand ab.

Im Auge herrscht Niederdruck. Auch dort sinkt Luft ab und erwärmt sich. Dadurch entsteht Verdunstung, Beruhigung und Aufklaren. Sogar Sonnenlicht kann hineinströmen. Am Rand des Auges türmt sich ein Augenwall auf. In diesem Bereich herrscht der stärkste Wind. Es ist besonders gefährlich hinauszugehen, wenn das ruhige Auge vorüberzieht, weil bald wieder der brachiale Augenwall des Sturms folgt.

Dies ist eines der dramatischsten Videos, die es von einem Auge und dem rotierenden Augenwall gibt. Das Zeitraffervideo entstand letzte Woche, es wurde vom Satelliten GOES-16 der NASA im Weltraum gefilmt. Dargestellt ist einer der gewaltigsten tropischen Wirbelstürme der Geschichte: Wirbelsturm Irma.

Wirbelstürme können extrem gefährlich sein. Ihre Gefahren sind nicht auf das Auge des Sturms begrenzt.

Aktuelle Bilder der Erde

Zur Originalseite

Europa und Jupiter von Voyager 1

Mitten im Bild ist der große Rote Fleck auf Jupiter. Darüber ist ein dunkler Fleck, es ist der Schatten des Mondes Io. Rechts unten ist der Mond Europa, der einen Ozean unter der Oberfläche besitzt. Die Oberfläche von Jupiter ist von wild gemusterten Wirbelstürmen überzogen.

Bildcredit: NASA, Voyager 1, JPL, Caltech; Bearbeitung und Lizenz: Alexis Tranchandon / Solaris

Was sind diese Flecken auf Jupiter? Der größte ist der große Rote Fleck. Er ist rechts neben der Mitte und am weitesten entfernt. Der Rote Fleck ist ein riesiges Sturmsystem. Es wütet wohl seit seiner wahrscheinlichen Beschreibung durch Giovanni Cassini vor 352 Jahren auf Jupiter. Noch wissen wir nicht, warum dieser große Fleck rot ist.

Der Fleck links unten ist Europa. Das ist einer von Jupiters größten Monden. Bilder der Voyagersonden aus dem Jahr 1979 stützen die aktuelle Hypothese, dass Europa unter der Oberfläche einen Ozean besitzt. Somit ist der Mond ein guter Ort, um nach außerirdischem Leben zu suchen.

Doch was ist mit dem dunklen Fleck rechts oben? Das ist der Schatten von Io, er ist ein anderer großer Jupitermond. Voyager 1 entdeckte, dass Io vulkanisch so aktiv ist, dass man keine Einschlagkrater fand. Beim Vorbeiflug von Voyager 1 an Jupiter im Jahr 1979 entstanden sechzehn Bilder. Sie wurden kürzlich überarbeitet und zu diesem Bild kombiniert.

Heute vor vierzig Jahren startete Voyager 1 von der Erde zu einer der bisher interessantesten Forschungsreisen im Sonnensystem.

40. Jahrestag: Voyager-Poster kostenlos herunterladen

Zur Originalseite

Eine Wasserhose in Florida

Hinter einer Palme am Ufer ist eine Bucht. Aus dem Wasser steigt eine riesige Wassersäule auf, die sich oben wie ein Elefantenrüssel windet und in einer dunklen Wolke verschwindet.

Bildcredit und Bildrechte: Joey Mole

Was geschieht über dem Wasser? Hier ist eines der besten Bilder einer Wasserhose, die je fotografiert wurden. Es ist eine Art Wirbelsturm, der über Wasser auftritt. Wasserhosen sind rotierende Säulen aus feuchter Luft, die aufsteigt. Sie entstehen meist über warmem Wasser. Sie können so gefährlich sein wie Wirbelstürme und erreichen eine Windgeschwindigkeit von mehr als 200 km/h.

Manche Wasserhosen entstehen weit entfernt von Gewittern, sogar bei relativ heiterem Wetter. Sie können fast durchsichtig sein. Man erkennt sie dann zunächst nur als seltsames Muster auf dem Wasser. Dieses Bild entstand im Juli 2013 bei der Tampa Bay in Florida. Der Atlantik vor der Küste von Florida ist wohl die aktivste Region der Welt für Wasserhosen. Jedes Jahr entstehen Hunderte. Manche vermuten, dass sie sogar für einige Verluste im Bermudadreieck verantwortlich sind.

Zur Originalseite