Drei rote Flecken auf Jupiter

Das Bild zeigt einen Äquatorgürtel auf Jupiter in starker Vergrößerung, in dem starke Wirbelstürme erkennbar sind. Außer dem Großen Roten Fleck sind noch zwei weitere rote Sturmgebiete erkennbar sowie zwei weiße Ovale.

Credit: NASA, ESA, M. Wong, I. de Pater (UC Berkeley), et al.

Beschreibung: Seit etwa 300 Jahren zeigt die gebänderte Atmosphäre Jupiters Beobachtern mit Teleskopen eine bemerkenswerte Struktur: ein riesiges, wirbelndes Sturmsystem, bekannt als der Große Rote Fleck. 2006 tauchte ein weiterer roter Sturm auf, dessen Bildung beobachtet wurde, als kleinere weißliche ovale Sturmsysteme miteinander verschmolzen und dann den seltsamen rötlichen Farbton erhielten. Nun hat Jupiter einen dritten roten Fleck, der ebenfalls aus einem kleineren weißlichen Sturm entstand. Alle drei sind auf diesem Bild zu sehen, das aus Aufnahmen vom 9. und 10. Mai mit der Weitwinkel- und Planetenkamera 2 des Hubble-Weltraumteleskops entstand. Die Flecken breiten sich über den umgebenden Wolken aus, und ihre rote Farbe könnte von tieferem Material stammen, das durch die Sturmsysteme nach oben gebracht und ultraviolettem Licht ausgesetzt wurde, doch der genaue chemische Prozess ist noch unbekannt. Was das Größenverhältnis betrifft, hat der Große Rote Fleck fast den doppelten Durchmesser des Planeten Erde, die neuen Flecken haben beide weniger als einen Erddurchmesser. Der jüngste Rote Fleck ist weit links (im Westen) entlang des gleichen Wolkenbandes wie der Große Rote Fleck zu finden und driftet auf diesen zu. Wenn die Bewegung anhält, wird der neue Fleck im August dem viel größeren Sturmsystem begegnen. Die aktuelle vermehrte Bildung von roten Flecken auf Jupiter hängt wahrscheinlich mit einem langfristigen Klimawandel zusammen, da der Gasriese nahe dem Äquator wärmer wird.

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Logarithmische Spiralen

Die Bilder zeigen Spiralen, die auf den ersten Blick ähnlich aussehen. Es sind aber ganz verschiedene Objekte. Links ist die Spiralgalaxie M101, rechts ist der Wirbelsturm Rammasun zu sehen.

Bildcredits: M101: NASA, ESA, CFHT, NOAO; Taifun Rammasun: MODIS, NASA; Vergleich: Lawrence Anderson-Huang (Ritter Astrophysical Obs., Univ. Toledo)

Rechts ist der unangenehm nahe Taifun Rammasun, links die Galaxie M101. Sie ist 25 Millionen Lichtjahre entfernt. Scheinbar haben die beiden nicht viel gemeinsam. Anfangs war Rammasun nur etwa tausend Kilometer breit. M101 wird auch Feuerrad-Galaxie genannt und ist mehr als etwa 170.000 Lichtjahre groß. Damit sind die beiden Objekte von der Größe her sehr verschieden. Auch die physische Umgebung, in der sie entstanden und sich entwickelt haben, hat nichts gemeinsam.

Dennoch sehen die beiden Objekte einander sehr ähnlich. Beide haben Arme mit der Form einer einfachen und schönen mathematischen Kurve. Man nennt sie logarithmische Spirale. Ihre Öffnung wird geometrisch größer, je weiter die Kurve von der Mitte entfernt ist.

Andere Namen sind: gleichwinkelige Spirale, Wachstumsspirale, Bernoulli-Spirale oder spira mirabilis. Der Philosoph Descartes entdeckte sie im 17. Jahrhundert. Seither faszinieren in der Mathematik die vielen Eigenschaften der Spirale. Die abstrakte Form kommt in der Natur viel häufiger vor als bei diesem visuellen Vergleich. Solche Spiralen beschreiben die Spuren subatomarer Teilchen in einer Blasenkammer. Auch die Kerne einer Sonnenblume oder die Röschen von Romanesco sind spiralförmig angeordnet.

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Blick von der Raumstation auf Hurrikan Ivan

Hinter den Solarpaneelen der Internationalen Raumstation wirbelt der Sturm Ivan um sein gewaltiges Auge.

Credit: Besatzung Expedition 9, Internationale Raumstation, NASA

Neunzig Prozent der Häuser auf Grenada wurden von der destruktiven Kraft des Hurrikans Ivan zerstört. Am Höhepunkt war Ivan ein Hurrikan der Kategorie 5. Das ist die Kategorie mit der höchsten Energie auf der Saffir-Simpson-Skala. Ivan erzeugte anhaltende Stürme  mit 200 Kilometern pro Stunde. Er war der größte Hurrikan, der die USA 2004 traf. Ivan zählt zu den zehn mächtigsten der Geschichtsaufzeichnung.

Als der Hurrikan Ivan über den Atlantischen Ozean wirbelte, wurde das gewaltige Auge von der Internationalen Raumstation im Erdorbit fotografiert. Der Name Ivan wurde nun von der World Meteorological Organization für den Atlantischen Ozean außer Gebrauch gesetzt.

Hinweis: Astronomiekurse eines APOD-Herausgebers sind als Gratis-Podcast verfügbar.

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Eine Jupiter-Io-Montage von New Horizons

Vor dem halb beleuchteten Planeten Jupiter ist die Sichel des Mondes Io zu sehen, auf dem im Dunkeln heiße Lava leuchtet.

Credit: NASA, Johns Hopkins U. APL, SWRI

Während die Raumsonde New Horizons durchs Sonnensystem rast, nimmt sie atemberaubende Bilder der Planeten auf. Im Februar letzten Jahres passierte New Horizons Jupiter und seinen ständig aktiven Mond Io. Diese Montage zeigt Jupiter in drei Farben des Infrarotlichtes. Dadurch sieht der Rote Fleck weiß aus.

Jupiters komplexe Atmosphäre zeigt komplexe wirbelsturmartige Ovale, Wirbel und Bänder, die um den ganzen Planeten reichen. Io wurde digital in natürlichen Farben einmontiert. Zufällig stieg eine Gaswolke von Ios Vulkan Tvashtar auf. Reif und schwefelhaltige Lava bedecken den vulkanischen Mond. Unter der Gaswolke, die blaues Sonnenlicht streut, ist rot glühende Lava zu sehen.

Die Roboter-Sonde New Horizons ist auf der Reise zu Pluto, den sie 2015 erreicht.

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