Bei der Inside Passage geht der Erdschatten auf

Über dem Wasser geht der blaugraue Erdschatten auf. Darüber verläuft der rosa gefärbte Venusgürtel. Schatten und Venusgürtel spiegeln sich im Wasser.
Bildcredit und Bildrechte: Steve Cullen

Schaut bei Sonnenuntergang mal nach Osten statt nach Westen. Dort geht der dunkle Erdschatten am Horizont auf. Dabei tauchen gegenüber der untergehenden Sonne blasse, zarte Farben auf.

Die ruhige abendliche Landschaft mit Meer und Himmel entstand bei einer Kreuzfahrt durch die gut besuchte Inside Passage in Alaska. Sie verläuft im Pazifischen Nordwesten. Am Horizont klingt der Sonnenuntergang ab. Er weicht dem rosaroten Bogen der Gegendämmerung. Etwas poetischer wird er auch Venusgürtel genannt.

Bei Sonnenuntergang übersehen viele den hübsch gefärbte Bogen, weil der westliche Horizont heller leuchtet. Seine Farbe stammt von gefiltertem Sonnenlicht, das in der dichten Atmosphäre zurückgestreut wird. Der Bogen umarmt den blaugrauen Schatten der Erde. Er geht im Osten auf.

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Frische Tigerstreifen auf Saturns Mond Enceladus

Der Saturnmond Enceladus ist sehr hell. Links und oben laufen seltsame Streifen über die Oberfläche, die wie gefaltet wirken. Sie sind in Falschfarben-Blau gefärbt. Rechts unten zernarben viele Krater die Oberfläche.
Bildcredit: NASA, ESA, JPL, SSI, Cassini-Bildgebungsteam

Lassen die Tigerstreifen Dampf ab? Als Quelle vermutet man Ozeane unter der Oberfläche des Mondes Enceladus, der um Saturn kreist. Als Tigerstreifen bezeichnet man lange Strukturen auf der Oberfläche. Sie speien Eis. Dieses strömt aus dem kalten Inneren des Mondes in den Weltraum. Dabei entsteht eine Wolke aus feinen Eisteilchen über dem Südpol. Sie erzeugen Saturns rätselhaften E-Ring. Hinweise darauf kamen von der robotischen Raumsonde Cassini, die von 2004 bis 2017 um Saturn kreiste.

Dieses hoch aufgelöste Bild von Enceladus entstand bei einem Vorbeiflug in geringer Distanz. Die seltsamen Tigerstreifen sind blau gefärbt – das ist nicht die echte Farbe. Warum Enceladus so aktiv ist, bleibt ein Rätsel. Denn der ungefähr gleich große Nachbarmond Mimas ist offenbar ziemlich inaktiv.

Kürzlich analysierte man die Eiskörnchen, die aus dem Mond strömen. Dabei fand man Hinweise auf komplexe organische Moleküle im Inneren von Enceladus. Diese großen Moleküle sind reich an Kohlenstoff. Das ist ein Indiz, aber kein Beweis, dass es in diesen Ozeanen vielleicht Leben gibt.

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Nordlichter und leuchtende Nachtwolken

Über einem ruhigen Gewässer schimmern leuchtende Nachtwolken und ein grün-violettes Polarlicht in der Dämmerung.
Bildcredit und Bildrechte: Adrien Mauduit

Im ruhigen See spiegelt sich der Himmel nach dem Sonnenuntergang vom 17. Juni. Es war nahe der Sonnenwende. Die beschauliche Szene in der Dämmerung wurde in der Nähe von Bashaw in Alberta in Kanada im Norden des Planeten Erde fotografiert.

Leuchtende Nachtwolken sieht man meist in den Sommermonaten in hohen Breiten. Sie hängen tief über dem Horizont und übertragen Licht an einen dunkleren Himmel. Die eisigen Erscheinungen schweben am Rande des Weltalls. Sie entstehen, wenn Wasser auf Meteorstaub oder Vulkanasche extrem hoch oben kondensiert, wo noch Sonnenlicht scheint. Die Sonnenaktivität löste in dieser kurzen nördlichen Nacht ein hübsches Nordlicht aus (Aurora borealis). Es schimmerte ebenfalls am Rand des Weltalls.

Heute ist Sonnenwende

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Urzeitliches im Meer und am Himmel

Die Milchstraße wölbt sich über runden Gebilden, die im seichten Wasser liegen. Diese sehen aus wie Steine, doch es sind so ziemlich die ältesten Lebewesen der Erde. In der Urzeit reicherten sie die Atmosphäre mit Sauerstoff an.
Bildcredit und Bildrechte: Jingyi Zhang

Stromatolithen sehen zwar wie runde Steine aus, doch sie leben. Sie sind sogar moderne Versionen einer der ältesten Lebensformen, die wir kennen. Aus fossilen Funden vermuten wir, dass Stromatolithen vor etwa 3,7 Milliarden Jahren auf der Erde entstanden sind. Das war, bevor viele der vertrauten Sterne am heutigen Nachthimmel auftauchten.

Dieses Bild entstand in Westaustralien. Nur der urzeitliche Bogen der zentralen Milchstraße ist älter als die Stromatolithen, die vorne wachsen. Sogar die Magellanschen Wolken unter dem Bogen der Milchstraße gab es nicht in ihrer heutigen Form. Sie sind Begleitgalaxien der Milchstraße.

Stromatolithen nehmen Biofilme von Milliarden Mikroorganismen auf. Diese wandern langsam zum Licht. Mit diesem Licht setzten Stromatolithen in der Urzeit Sauerstoff in der Luft frei. So machten sie die Erde für andere Lebensformen bewohnbar, zum Beispiel am Ende auch für Menschen.

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Sechs Planeten von Yosemite

Über dem See Tenaya im Yosemite-Nationalpark leuchten fünf Planeten am Nachthimmel hinter dem Leuchten am Horizont. Links steigt die Milchstraße senkrecht auf.
Bildcredit und Bildrechte: Rogelio Bernal Andreo (Deep Sky Colors)

Seit der Antike beobachten Menschen, wie die fünf Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn, die man mit bloßem Auge sieht, über den Nachthimmel des Planeten Erde wandern. Daher überrascht es vielleicht, dass man in dieser Nacht an einem klaren, ruhigen See sechs Planeten mit bloßem Auge sehen konnte. Seht mal!

Links steht der sehr helle gelbliche Mars neben der blassen Milchstraße, man sieht ihn gut. Saturn ist in das diffuse Sternenlicht der Milchstraße gehüllt. Jupiter steht rechts tief über dem Horizont. Er leuchtet hinter den Bäumen vor dem Schein der fernen Stadtlichter. Letztes Wochenende sah der aufmerksame Beobachter noch drei weitere Planeten, als er diese nächtliche Szene bewunderte. Sie breitete sich über dem schönen, hoch gelegenen See Tenaya im Yosemite-Nationalpark aus.

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Roter Wolkenbogen über Delaware

Über einem ruhigen Sandstrand wölbt sich in der Dämmerung ein roter Wolkenbogen. Von links strömt die Brandung über den Sand auf der rechten Seite. Wolken am Himmel sind rötlich beleuchtet.
Bildcredit und Bildrechte: Michael C. Neff (Neffworks Artography)

Was ist das für ein Regenbogen? Hier gab es keinen Regen. Der Bogen im Bild ist ein roter Wolkenbogen. Der ungewöhnliche Himmelsbogen wurde letzten Monat in Rehoboth Beach (Delaware, USA) gesichtet, als die Sonne unterging. Der Fotograf merkte, dass das, was er sah, außergewöhnlich war. Er fotografierte es mit der einzigen Kamera, die gerade verfügbar war: einem Smartphone.

Wolken bestehen aus Wassertröpfchen. In einem Wolkenbogen reflektiert eine Gruppe aus Wolkentröpfchen das Licht der hellen Sonne (oder des Mondes) von der Seite, die am Himmel gegenüber liegt. Ähnliche Phänomene sind Nebelbögen oder Glorien in Flugzeugen.

Die rote Farbe entstand hier, weil Luft in der Atmosphäre vorwiegend blaues Licht streut. Daher erscheint zugleich ein Großteil des Himmels blau. Wenn ihr genau hinseht, erkennt ihr außen einen überzähligen Bogen. Er entsteht durch Quantenbeugung.

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Eine Sonnensäule über Norwegen

Hinter einem norwegischen Fjord geht die Sonne unter. Sie bildet zwei Sonnensäulen - eine durch die Reflexionen auf dem Wasser, eine zweite durch Reflexionen an Eiskristallen in der Luft, die zu Boden flattern.
Bildcredit und Bildrechte: Thorleif Rødland

Habt ihr schon mal eine Sonnensäule gesehen? So eine ungewöhnliche Lichtsäule kann entstehen, wenn die Luft kalt ist und die Sonne auf- oder untergeht. Wenn dann auch noch flache, sechsseitige Kristalle aus Eis in hoch oben liegenden Wolken entstehen und zu Boden flattern, können sie das Sonnenlicht reflektieren.

Wenn die Kristalle zu Boden flattern, kommen sie durch den Luftwiderstand die meiste Zeit fast waagrecht zu liegen. Ein Teil des Sonnenlichts wird an den gut ausgerichteten Kristallen reflektiert. So entsteht der Effekt einer Sonnensäule. Dieses Bild entstand letzte Woche. Darauf reflektiert eine Sonnensäule Licht von der Sonne, die hinter dem Fensfjord in Norwegen untergeht.

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Iapetus: Saturns bemalter Mond

Der Saturnmond Iapetus ist hell wie Eis und wirkt wie beschmutzt. Der Schmutz ist im Bild auf der rechten Seite. Unten ist ein großer Krater mit Zentralberg. Der Schmutz bedeckt auch einige Krater auf der Oberfläche.
Bildcredit: NASA, ESA, JPL, SSI, Cassini-Bildgebungsteam

Was ist mit dem Saturnmond Iapetus passiert? Große Teile dieser seltsamen Welt sind dunkel wie Kohle, andere sind hell wie Eis. Woraus das dunkle Material besteht, ist unbekannt. Doch Infrarotspektren zeigen, dass es vielleicht eine dunkle Form von Kohlenstoff enthält. Iapetus besitzt auch einen ungewöhnlichen Äquatorwall. Damit erinnert er an eine Walnuss.

Um diesen scheinbar bemalten Mond besser zu verstehen, lenkte die NASA im Jahr 2007 die Roboter-Raumsonde Cassini, die im Saturnorbit kreiste, weniger als 2000 km an ihn heran. Dieses Bild entstand in einer Entfernung von etwa 75.000 km. Cassinis Flugbahn erlaubte eine sehr detailreiche Abbildung der Halbkugel von Iapetus, die auf der Bahn des Mondes immer nach hinten zeigt.

Im Süden ist ein riesiger Einschlagskrater. Er misst gewaltige 450 km und liegt über einem älteren Krater, der ähnlich groß ist. Das dunkle Material nimmt zum östlichen Rand von Iapetus hin zu. Es verdunkelt Krater wie Hochland. Wenn man genau hinsieht, zeigt sich, dass die dunkle Beschichtung üblicherweise zum Äquator des Mondes zeigt. Sie ist weniger als einen Meter dick.

Eine führende Hypothese besagt, dass das dunkle Material vorwiegend Schmutz ist. Er bleibt übrig, wenn relativ warmes, schmutziges Eis sublimiert. Eine erste Schicht des dunklen Materials stammt vielleicht von den Trümmern von Einschlägen auf anderen Monden.

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