Der Mond in allen Farben

Viele Fotos des Vollmonds, die einer Spirale angeordnet sind. Die Farben reichen von violett über braun, gelb, rot und verschiedene Grautöne.
Bildcredit und Bildrechte: Marcella Giulia Pace

Welche Farbe hat der Mond? Das hängt von der Nacht ab – und von der Zeit. Der dunkle Mond leuchtet, weil er Sonnenlicht reflektiert. Außerhalb der irdischen Atmosphäre erscheint er in einem prächtigen bräunlichen Grau. Dieses Bild zeigt eine Sammlung der scheinbaren Farben des Vollmonds wie wir sie von der Erde aus sehen können. Eine Astrofotografin hat die Bilder im Verlauf von 10 Jahren an verschiedenen Orten in Italien gemacht. Ein roter oder gelber Mond steht in der Regel nah am Horizont. Dort wird ein Anteil des blauen Lichts weggestreut, weil es einen langen Weg durch die Erdatmosphäre zurücklegt. Manchmal enthält diese auch feinen Staub. Ein blauer Mond ist seltener. Er kann entstehen, wenn größere Staubteilchen in der Atmosphäre sind. Es ist unklar, wie der violette Mond entstand. Es könnte eine Kombination mehrerer Effekte sein. Das letzte Bild zeigt die totale Mondfinsternis im Juli 2018. Dabei erschien der Mond blass rot. Während er im Erdschatten stand, erreichte ihn durch die Atmosphäre rund um die Erde gebrochenes Licht. Habt ihr jemals einen ungewöhnlich farbigen Mond gesehen?

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Erntemond hinter dem Ätna, der ausbricht

Über der italienischen Stadt Nikosia auf der Insel Sizilien geht der Vollmond auf. Der rot beleuchtete Rauch über dem Horizont steigt aus dem Ätna auf. Nach rechts wird der Himmel auf dem zusammengesetzten Bild immer dunkler.
Bildcredit und Bildrechte: Dario Giannobile

Habt ihr schon einmal gesehen, wie der Vollmond aufgeht? Dieses farbige Bild wurde letzte Woche fotografiert, und zwar in der Nähe der italienischen Stadt Nikosia auf Sizilien. Auf dem Bildkomposit geht der Mond auf, während der Himmel dunkel wird. Aus dem Ätna steigt Rauch auf und ragt über den Horizont. Das rosarote Band tiefer am Himmel ist der Venusgürtel.

Bei Vollmond stehen sich Mond und Sonne am Himmel gegenüber. Der Mond geht genau dann auf, wenn die Sonne untergeht. Der Zyklus einer Mondphase dauert ungefähr 29,5 Tage (doch der Mond braucht nur etwa 27 Tage, um die Erde zu umrunden). Üblicherweise gibt es einen Vollmond pro Monat. In manchen Kulturen auf der Nordhalbkugel nennt man den Vollmond im September Erntemond. Hat eure Kultur einen besonderen Namen dafür? (Ein Vollmond mit einem anderen Namen wäre genauso hell.)

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Bockmond und Venusgürtel

Über dem Meer ragen Berge der Insel Krk auf, über denen der Vollmond aufgeht. Zusammen mit dem Mond steigt auch ein bleigraues Band auf, das sich nach oben hin rosarot verfärbt. Es ist der Schatten der Erde, der oben in den Venusgürtel übergeht.
Bildcredit und Bildrechte: Aaron Gronstal

Bockmond ist der traditionelle Name für den Vollmond im Juli. Diese zart gefärbte Landschaft an der Adria wurde am 28. Juli auf der Insel Krk fotografiert, die vor der kroatischen Küste liegt. Über den fernen Bergen geht der volle Bockmond auf.

Wenn die Sonne untergeht, geht gleichzeitig der Vollmond auf. Daher steigt in der Dämmerung auch der Erdschatten auf. Er ist ein diffuses graues Band, das im Südosten über den Bergen am Horizont immer höher steigt. Über dem Erdschatten wölbt sich der rosarote Bogen der Gegendämmerung. Das zart getönte Band entsteht, wenn Sonnenlicht zurückgestreut wird. Man kennt es landläufig als Venusgürtel.

Als sich dieser volle Bockmond den östlichen Horizont mit dem Schatten der Erde auf die Atmosphäre und dem Venusgürtel teilte, bereitete er scheinbar die Bühne für den nächsten Neumond am 12. August, der seinen Schatten auf den Planeten Erde wirft – bei der totalen Sonnenfinsternis, auf die wir uns schon sehr freuen!

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Totale Mondfinsternis über Tsé Bit’a’í

Über dem Tsé Bit'a'í im Gebiet der Navajo zieht der Mond über den Himmel, während er in den Erdschatten eintaucht.
Bildcredit und Bildrechte: Satoru Murata; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Diese Woche wanderte der Vollmond durch den Erdschatten. Es war die einzige totale Mondfinsternis des Jahres. Die beeindruckende Bildfolge zeigt den Weg des Mondes am Nachthimmel. Die Fotoserie zeigt, wie der Erdschatten den Mond langsam bedeckt, bis er rot leuchtet.

Warum wird der Mond rot? Die Erdatmosphäre streut und bricht Sonnenlicht. Blaues und grünes Licht, also Licht mir kürzerer Wellenlänge, wird stärker gestreut. Übrig bleiben Rot-, Orange- und Gelbtöne, die den Mond färben.

Vorne steht der Tsé Bit’a’í („Fels mit Flügeln“), der auch Shiprock genannt wird. Der Vulkan liegt im Navajo-Gebiet. Er ist ein wichtiger Ort in den Geschichten der Navajo – voller Ursprungsmythen, Abenteuer und Helden.

Diese Finsternis war speziell: Sie war der erste Vollmond im neuen Mondjahr und für viele Kulturen ein bedeutendes Ereignis. Man sah sie von Ostasien bis Nordamerika, doch sie verband Menschen weltweit – eine kosmische Erinnerung, dass wir alle unter demselben Himmel leben.

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Vollmondlicht

Über drei Hügelkuppen steht der fast volle Mond. Man erkennt deutlich die dunklen Flecken. Am oberen Rand verläuft der Terminator, dort sind ein paar Krater erkennbar. Zwischen zwei Kuppen steht ein Beobachter mit Teleskop.

Bildcredit und Bildrechte: Zhengjie Wu und Jeff Dai (TWAN)

Bei Vollmond ist der Mond am hellsten. Heute Nacht könnt ihr im Licht des ersten Vollmonds im Jahr 2026 stehen. Der Vollmondzeitpunkt ist am 3. Januar um 10:03 Uhr Weltzeit.

Etwa 7 Stunden später, um 17:16 Uhr Weltzeit, erreicht die Erde den sonnennächsten Punkt ihrer elliptischen Umlaufbahn um die Sonne im Jahr 2026: das Perihel. Der Januar-Vollmond war auch nicht weit vom Punkt seiner größten Annäherung an die Erde entfernt, dem Perigäum. In diesem Mondphasenzyklus fand das Perigäum des Mondes am 1. Januar um 21:44 Uhr Weltzeit statt.

Ihr könnt auch den Planeten Jupiter sehen, der heute Nacht fast seine größte Helligkeit für 2026 erreicht. Er steht am Himmel nahe beim Vollmond. Vergesst aber nicht, nach den seltenen, hellen Feuerkugeln des Sternschnuppenstroms der Quadrantiden Ausschau zu halten, wenn ihr draußen den Nachthimmel beobachtet!

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Eine Supermond-Korona

Der volle Mond leuchtet durch dünne Wolken, deren wellige Struktur sichtbar ist. Der Mond ist umgeben von konzentrischen farbigen Ringen, die einem kreisrunden Regenbogen ähneln.

Bildcredit und Bildrechte: Eric Houck

Diese bunten Ringe um den Mond sind eine Korona. Ihr könnt solche Ringe manchmal sehen, wenn der Mond durch dünne Wolken leuchtet. Der Effekt entsteht durch die Beugung des Lichts an gleich großen Wassertropfen, die sich in einer weitgehend lichtdurchlässigen Wolke vor dem Mond befinden.

Verschiedene Farben des Lichts entsprechen verschiedenen Wellenlängen. Deswegen wird jede Farbe unterschiedlich stark gebeugt und abgelenkt. Lichthöfe um den Mond sind einer der wenigen farbigen Beugungseffekte, die ihr mit bloßem Auge leicht erkennen könnt.

Dieses Foto einer Mondkorona entstand letzte Woche beim Supermond in der Nähe von Knights Ferry in Kalifornien in den USA. Rechts neben dem Vollmond leuchtet der orangefarbene Riesenstern Botein. Auch um die Sonne gibt es ähnliche Koronen. Sie sind in der Regel schwerer zu erkennen, weil die Sonne so hell ist.

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Vollmond im Perigäum

Der orange-gelbe Vollmond im Bild hat eine Kappe aus Wolken. Er geht über Kayseri in der Türkei auf.

Bildcredit und Bildrechte: Betul Turksoy

Was ist groß, hell und schön, kann eine Kappe aus Wolken tragen und befindet sich am erdnächsten Punkt seiner elliptischen Bahn? Ein Vollmond im Perigäum, natürlich! Er ist hier kurz vor dem Untergang in der Morgendämmerung des 5. November zu sehen. Die Aufnahme entstand in Kayseri in der Türkei.

Ein Vollmond, der im oder nahe beim Perigäum stattfindet, wird landläufig als Supermond bezeichnet. Er ist etwas größer und heller als ein durchschnittlicher Vollmond. Von den drei Supermonden im Jahr 2025 hat der hier abgebildete Vollmond im Perigäum die geringste Distanz zur Erde. Dieser Vollmond, der mit Sonnenuntergang aufgeht, wird auch Jägermond genannt. Er folgt dem sogenannten Erntevollmond vom Oktober.

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Jenga-Mond

Der Vollmond geht über einem Gebäude auf, das an einen Jenga-Turm erinnert. Er leuchtet gelb am noch hellen Himmel in der Dämmerung, der vom Erdschatten grau gefärbt ist.

Bildcredit und Bildrechte: Mike Carroll

In der Nacht des 6. Oktober schien ein großer, heller Vollmond. Es war der Erntemond. Der Erntemond ist berühmt aus Festen, Geschichten und Liedern. Und es ist einfach der traditionelle Name für den Vollmond, der dem Herbstäquinoktium auf der Nordhalbkugel am nächsten liegt.

Der Überlieferung nach ist der Name passend gewählt: Obwohl das Tageslicht immer kürzer wird, konnten die Bauern im Norden am Ende der Wachstumsperiode ihre Ernte im Licht eines Vollmonds einbringen. Er schien von der Abenddämmerung bis zum Morgengrauen.

Später als in anderen Jahren war der Erntemond im Oktober 2025 für manche auch ein Supermond. Dieser Begriff etabliert sich zunehmend als Bezeichnung für einen Vollmond in der Nähe des Mondperigäums. Diese Teleskopaufnahme zeigt den (fast) vollen Mond. Er ging am 5. Oktober über einem markanten Wolkenkratzer in New York City auf – ein Vorschlag für einen weiteren Spitznamen des Vollmonds.

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