HD 61005 und seine Astrosphäre

In einem dichten Sternenfeld ist ein einzelner Stern mit einem Kasten markiert und vergrößert. Im Einschub sieht man seine Atmosphäre und Staubflügel.
Bildcredit: Röntgen: NASA / CXC / Johns Hopkins Univ. / C.M. Lisse et al.; Infrarot: NASA / ESA / STIS; Optisch: NSF / NoirLab / CTIO / DECaPS2; Bearbeitung: NASA / CXC / SAO / N. Wolk – Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Werfen junge Sterne Blasen? Das große Bild zeigt eine Sternfeldaufnahme vom Cerro Tololo Inter-American Observatory CTIO in Chile. Das eingefügte Bild zeigt den Stern HD 61005. Er ist ein sonnenähnlicher Stern, der nur 120 Lichtjahre entfernt ist. HD 61005 ist viel jünger als die Sonne, er ist nur ca. 100 Millionen Jahre alt. Er stößt einen schnellen, dichten Sternwind aus, der das kältere Gas und den Staub wegschiebt, die den Stern zuvor umgaben. So entsteht eine Blase, die man auch Astrosphäre nennt.

Das Röntgenobservatorium Chandra spürte die Blase um den Stern auf. Ihr Durchmesser beträgt rund 200-mal die Entfernung Erde-Sonne. Auch unsere Sonne hat so eine Blase, die Heliosphäre. Sie schützt die Planeten vor der kosmischen Strahlung.

Das eingeschobene Bild zeigt den Schotter, der von der Sternentstehung übrig blieb und den Hubble beobachtete. Die Trümmer sind flügelförmig um den Stern angeordnet. Das führte zu dem Spitznamen des Sterns: die Motte.

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NanoSail-D2

Die Bilder von NanoSail-D2 entstanden mit einem händisch nachgeführten Teleskop. Obwohl das Objekt sehr weit entfernt ist, sind viele Details erkennbar.

Bildcredit und Bildrechte: Ralf Vandebergh

Am 20. Januar 2011 entfaltete die NASA mit NanoSail-D2 ein sehr dünnes und stark reflektierendes Segel im All. Es war 10 Quadratmeter groß. Damit schuf man das erste Raumfahrzeug mit Sonnensegel in einer erdnahen Umlaufbahn. Das Segeln durch den Weltraum wurde oft als Science-Fiction angesehen. Es wurde bereits vor 400 Jahren vom Astronomen Johannes Kepler vorgeschlagen. Er beobachtete, wie der Sonnenwind Kometenschweife antrieb.

Moderne Raumfahrzeuge mit Sonnensegel nutzen den geringen, aber stetigen Druck des Sonnenlichts als Antrieb. Dazu zählen NanoSail-D2, Japans interplanetares Raumfahrzeug IKAROS oder Lightsail A der Planetary Society.

Das Sonnensegel von NanoSail-D2 glitzerte im Sonnenlicht, als es die Erde umkreiste. Es war regelmäßig hell und mit bloßem Auge sichtbar. Diese sehr detaillierten Bilder entstanden, indem der Fotograf das umlaufende Raumschiff mit Sonnensegel mit einem kleinen Teleskop händisch verfolgte.

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Polar-Korona

Panoramaufnahme einer isländischen Landschaft mit See im Vordergrund. Am Himmel ist sehr helles Polarlicht in rot, grün, und violett zu sehen.

Bildcredit und Bildrechte: Roi Levi

Dank des Maximums des 25. Sonnenzyklus war das Jahr 2025 großartig für Nordlichter (und Südlichter). Die starke Aktivität der Sonne dürfte im Jahr 2026 noch andauern. Genießt dieses spektakuläre Polarlicht, während ihr den Beginn des neuen Jahrs feiert. Das Nordlicht erfüllte den sternenbedeckten Nachthimmel über dem Kirkjufell in Island.

Die eindrucksvolle Polarlicht-Korona strahlte während eines starken geomagnetischen Sturms. Er entstand im März 2025 durch intensive Sonnenaktivität während der Tagundnachtgleiche. Wenn ihr direkt von unten in die Schleier eines Polarlichts blickt, könnt ihr so eine Korona sehen. Das Panorama der nordischen Landschaft und des eindrucksvollen Schauspiels am Himmel besteht aus 21 Einzelbildern.

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Komet Lemmon und sein veränderlicher Ionenschweif

Fünf Bilder des Kometen Lemmon sind nebeneinander aufgereiht. Unten sind Koma und Kern, der Schweif steigt jeweils nach oben auf. Beschreibung im Text.

Bildcredit und Bildrechte: Victor Sabet und Julien De Winter

Wie verändert sich ein Kometenschweif? Das hängt vom Kometen ab. Der Ionenschweif des Kometen C/2025 A6 (Lemmon) hat sich deutlich verändert. Das zeigt diese Bildreihe, die an fünf Tagen zwischen 25. September und 3. Oktober (von links nach rechts) in Texas (USA) aufgenommen wurde.

An manchen Tagen war der Ionenschweif des Kometen etwas komplexer als an anderen Tagen. Die Gründe für diese Veränderungen sind vielfältig. Es kommt darauf an, wie viel Material der Kometenkern gerade ausstößt. Auch die Stärke und Komplexität des Sonnenwinds, der vorbeiströmt, und die Rotationsrate des Kometen spielen eine Rolle. Im Laufe einer Woche kann sogar der veränderte Blickwinkel von der Erde zu scheinbaren Unterschieden im Anblick führen. Das Gas, das der Komet ausstößt, wird vom Sonnenwind hinausgedrückt. Daher zeigt der Ionenschweif immer von der Sonne weg.

Komet Lemmon ist derzeit erst auf dem Weg ins Sonnensystem hinein und wird noch heller. Am 21. Oktober kommt er der Erde am nächsten. Am 8. November passiert der Komet den sonnennächsten Punkt seiner Bahn.

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Die besten Bilder nah an der Sonne

Videocredit: NASA, JHUAPL, Naval Research Lab, Parker Solar Probe

Ihr alle seht die Sonne. Niemand von euch war jemals dort. Die NASA startete im Jahr 2018 die automatische Parker Solar Probe (PSP). Sie sollte erstmals Bereich ganz nah an der Sonne erforschen.

Dieses Video zeigt im Zeitraffer den Blick von der PSP seitlich am Sonnenschutzschild vorbei. Es entstand im Dezember, als die Sonde der Sonne so nah wie keine andere von Menschen gebaute kam. Sie flog in nur etwa fünf Sonnendurchmessern an der heißen Oberfläche der Sonne vorbei. Die Weitwinkelkameras (WISPR) der PSP nahmen diese Bilder während sieben Stunden auf. Ihr könnt sie hier aber innerhalb von fünf Sekunden sehen.

Sie zeigen die Korona der Sonne und zusammenstoßende koronale Materieauswürfe in nie zuvor gesehener Genauigkeit. Im Hintergrund ziehen Sterne vorbei.

Die Sonne ist die dominierende Energiequelle unseres Planeten. Ihr variabler Sonnenwind drückt außerdem die Erdatmosphäre zusammen und verursacht Polarlichter. Er beeinflusst Stromnetze und kann sogar Kommunikationssatelliten in ihrer Umlaufbahn um die Erde beschädigen.

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Parker: Das Sonnensystem in der Nähe der Sonne

Videocredit: NASA, JHUAPL, Forschungslabor der Marine, Parker Solar Probe; Hut ab: Richard Petarius III; Musik: Russische Ostern, konzertante Ouvertüre, Opus 36 von N. Rimski-Korsakow; Quelle: Musopen; Aufführung: Tschechisches Nationales Symphonieorchester (via Musopen); Musik-Credit: Wikimedia Commons

Wenn ihr lange genug wartet, kommt ein Komet. Davor seht ihr unser Sonnensystem von innerhalb der Merkurbahn. Dort umrundet die NASA-Sonde Parker Solar Probe die Sonne. Von ihr stammt dieses Video. Es zeigt koronale Ströme im Sonnenwind, einen kleinen koronalen Massenauswurf und Planeten. Die Reihenfolge ihres Auftritts ist: Merkur, Venus, Saturn, Erde, Mars und Jupiter.

Zwischen Erde und Mars taucht Komet Tempel 1 auf. Er hat einen markanten Schweif. Die ständigen flüchtigen Streifen stammen von energiereichen Teilchen der Sonne, die auf Parkers Kamera einschlagen. Die Kamera ist zur Seite gerichtet.

Das Zeitraffervideo wurde letztes Jahr bei der 21. Begegnung aufgenommen. Es war Parkers 21. Annäherung an die Sonne. Die Daten und Bilder der Raumsonde Parker werden untersucht. So versteht man besser, wie sich die dynamische Sonne auf das Weltraumwetter der Erde und die Stromnetze der Menschen, Raumsonden und Astronautinnen* im All auswirkt.

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Komet Pons-Books mit Gegenschweif

Rechts oben ist der Kopf des Kometen Pons-Brooks. Seine beiden Schweife zeigen scheinbar in verschiedene Richtungen, tatsächlich zeigen sie von uns aus gesehen nach hinten. Der Ionenschweif verläuft diagonal nach unten durchs ganze Bild, der Staubschweif ist verkürzt, er zeigt nach oben und fächert sich nach links bis zum Ionenschweif auf.

Bildcredit und Bildrechte: Rolando Ligustri

Warum hat Komet Pons-Brooks zwei Schweife, die in entgegengesetzte Richtungen weisen?

Am auffälligsten ist der bläuliche Ionenschweif, der sich quer durch das Bild nach unten erstreckt. Der Ionenschweif wird durch den Sonnenwind geradewegs von der Sonne weggedrückt.

Oben rechts im Bild sieht man die helle zentrale Koma des Kometen 12P/Pons–Brooks. Auf der linken Seite der Koma zeigt sich der weit aufgefächerte Staubschweif des Kometen. Dieser Schweif wird vom Strahlungsdruck der Sonne weggeschoben und gebremst. Daher bleibt er eher entlang des Kometenorbits zurück und kann aus bestimmten Blickwinkeln in der entgegengesetzten Richtung zum Ionenschweif erscheinen.

Am unteren Rand des Bildes, das letzte Woche in Namibia aufgenommen wurde, ist der helle Stern Alpha Leporis zu sehen. Vor zwei Tagen durchlief der Komet den erdnächsten Punkt seiner Bahn. Er kann am besten vom Südhimmel aus beobachtet werden, während er langsam schwächer wird und ins äußere Sonnensystem zurückkehrt.

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Seitlicher Blick von der Parker Solar Probe

Videocredit: NASA, JHUAPL, Naval-Forschungslabor, Parker Solar Probe; Bearbeitung: Avi Solomon; h/t: Richard Petarius III; Musik: Beethovens 7. Sinfonie, Zweiter Satz; Musik-Credit: Wikimedia Commons

Was passiert in der Nähe der Sonne? Um das herauszufinden, schickte die NASA die robotische Parker Solar Probe (PSP) zu Sonne. Sie soll vor allem die Regionen nah an der Sonne erforschen. Der schleifenförmige Orbit der PSP bringt die Sonde alle paar Monate bei jedem Umlauf näher an die Sonne.

Dieses Zeitraffervideo vom letzten Jahr zeigt den Blick seitlich aus dem Sonnenschild der PSP. Da war die Sonde bereits innerhalb der Merkur-Bahn. Die Weitwinkelkamera Wide Field Imager for Solar Probe (WISPR) der PSP nahm elf Tage lang auf. Diese wurden digital zu einem einminütigen Video verkürzt. Man sieht deutlich, wie die Sonnen-Korona weht, besonders bei einem koronalen Massenauswurf. Hinten ziehen Sterne, Planeten und sogar das Zentralband der Milchstraße vorüber.

Beobachtungen der PSP zeigen, dass die nahe Umgebung der Sonne überraschend komplex ist. Es werden auch so genannte „Switchbacks“ beobachtet. Das sind Umschaltvorgänge, bei denen sich das Magnetfeld der Sonne kurz umkehrt.

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