Rote Dämmerungsstrahlen einer Sonnenfinsternis

Strahlenbüschel von einer teilweise verfinsterten Sonne unter dem Horizont in Uruguay

Bildcredit und Bildrechte: Fefo Bouvier

Was passiert hinter dieser Insel? Sowohl erwartete als auch unerwartete Dinge. Erwartet waren vielleicht die abgebildeten Lichtstrahlen – so genannte Strahlenbüschel – von der Sonne. Außerdem bedeckte zu dieser Zeit – Ende des letzten Monats – der Mond teilweise die Sonne. Erwartungsgemäß leuchteten die Sonnenstrahlen ziemlich hell, als sie unter dem Horizont durch Lücken in Wolken leuchten.

Unerwartet war jedoch, dass die Strahlenbüschel ziemlich rötlich leuchten, wahrscheinlich aufgrund einer Fülle an Aerosolen in der Erdatmosphäre, die einen großen Teil des blauen Lichts streuen.

Erwartet wurde voller Hoffnung eine unvergessliche Szene, als der Mond die Sonne verdeckte. Leider verdeckten an diesem Standort – in Uruguay mit Blick nach Argentinien – Wolken die Finsternis, was nicht gänzlich unerwartet war. Doch nach dem Zusammenpacken, um nach Hause zu fahren, tauchten unerwartet diese leuchtend roten Strahlenbüschel auf. Übrigens ist diese Insel am Horizont eigentlich eine Doppelinsel.

Zur Originalseite

Schiefer Turm, aktive Sonne

Sonnenuntergang mit Sonnenflecken hinter dem Schiefen Turm von Pisa.

Bildcredit und Bildrechte: Antonio Tartarini

Beschreibung: Der natürliche Filter der dunstigen Atmosphäre erlaubte diese Ansicht vom 27. März einer bekannten Architektur bei Sonnenuntergang. Die großen Sonnenflecken der aktiven Regionen 2975 und 2976 zeichnen sich dunkel auf der Sonnenscheibe ab, diese ist zwischen dem Dom zu Pisa und seinem berühmten Schiefen Turm eingekeilt.

Nur einen Tag später beobachteten Raumsonden, welche die Sonne beobachten, wie die aktive Region 2975 Sonnenfackeln und zwei koronale Massenauswürfe (KMA) auswarf. Der größere KMA traf am 31. März auf die Magnetosphäre und löste einen geomagnetischen Sturm und Polarlichter in hohen Breiten am Nachthimmel aus. Am 30. März die brach die aktive Region 2975 erneut mit einer mächtigen Sonnenfackel der X-Klasse aus, die auf der Erde einen vorübergehenden Funkausfall verursachte.

Zur Originalseite

Ein malerischer Sonnenuntergang zur Tagundnachtgleiche

Sonnenuntergang bei einer Straße in Illinois, die von Ost nach West verläuft.
Bildcredit und Bildrechte: Roland Christen

Was ist da am Ende der Straße? Die Sonne. In vielen Städten gibt es Straßen, die von Osten nach Westen verlaufen, und an zwei Tagen im Jahr geht die Sonne genau in der Mitte auf und unter. Heute ist so ein Tag: Tagundnachtgleiche. Nicht nur sind heute die Nacht- („aequus“-„nox“) und die Tageszeit gleich lang, sondern heute geht außerdem die Sonne genau im Osten auf und im Westen unter.1

Diese malerische Straße im Nordwesten von Illinois in den USA verläuft ungefähr von Osten nach Westen. Das Bild wurde zur Tagundnachtgleiche im März 2015 fotografiert. Es zeigt, wie die Sonne am Ende der Straße untergeht. In vielen Kulturen gilt das März-Äquinoktium als erster Tag einer Jahreszeit: Frühling auf der Nordhalbkugel der Erde und Herbst im Süden.

Verläuft eure Lieblingsstraße von Osten nach Westen? Heute Abend könnt ihr das bei Sonnenuntergang mit einem kurzen Blick prüfen.

Zur Originalseite

  1. Die Atmosphäre der Erde führt hier Abweichungen. ↩︎

Vollmond und Tänzer

Vollmond über der sardinischen Hauptstadt Cagliari und ein Vogelschwarm.

Bildcredit und Bildrechte: Elena Pinna

Beschreibung: Am Montag ging bei Sonnenuntergang der Vollmond im Januar auf. Dieses Foto entstand in der Nähe von Cagliari, der Hauptstadt der italienischen Insel Sardinien. Es zeigt seine warmen Farbtöne über dem östlichen Horizont.

Die vertrauten Muster auf der Vorderseite des Mondes aus Licht und Schatten entstehen durch helle, zerklüftete Hochländer und glatte dunkle Mondmeere. Die Muster entstehen durch Pareidolie, sie ruft die visuelle Illusion eines menschlichen Gesichts wie dem Mann im Mond oder eines vertrauten Tieres wie dem Mondhasen hervor.

Für einen Augenblick fügte der schwirrende Formationsflug eines Schwarms von Staren, der auf dem Schnappschuss eingefroren wurde, der Szene ein weiteres Pareidolie-Element hinzu. Manche erkennen darin die zarte Figur eines vom Mondlicht verzauberten Tänzers.

Zur Originalseite

Abziehendes Gewitter bei Sonnenuntergang

Diese Mammatus-Cumulonimbus zog 2013 im Süden von Alberta in Kanada abends über den Himmel.

Bildcredit und Bildrechte: Alan Dyer (The Amazing Sky)

Welche Art von Wolke ist das? Es ist eine abziehende Cumulonimbus. Allgemein bezeichnet man sie Gewitterwolke. Diese Wolke ist etwas seltsam, da sie an ihrem vorderen Ende ungewöhnlich buckelig ist, wie eine Mammatuswolke. Gleichzeitig regnet es am hinteren Ende. Die Wolke wurde Mitte 2013 im Süden von Alberta in Kanada fotografiert. Sie bewegte sich in die Ferne nach Osten, während die Sonne hinter der Kamera im Westen unterging.

Die Farben des Sonnenuntergangs am Himmel prägen das Bild. Sie verleihen der fotogenen Wolke markante Farbtöne von Rosa und Orange. Hinten verdunkelt sich der blaue Himmel. Rechts geht der zunehmende Dreiviertel–Mond in weiter Ferne auf.

Zur Originalseite

Planetenanordnung über Italien

Venus, Saturn, Jupiter, Mond und Uranus am Abendhimmel bei San Fermo in Bergamo.

Bildcredit und Bildrechte: Antonio Finazzi

Beschreibung: Es ist kein Zufall, dass Planeten in einer Reihe stehen. Es liegt daran, dass alle Planeten fast genau in einer gemeinsamen Ebene der Ekliptik um die Sonne kreisen. Wenn man sie von innerhalb dieser Ebene aus betrachtet, was Erdbewohnerinnen und -bewohner tun dürften, liegen alle Planeten in einem schmalen Band.

Es ist jedoch Zufall, wenn drei der hellsten Planeten fast in derselben Richtung erscheinen. Ein solches Zusammentreffen wurde zu Beginn des Monats fotografiert. Die oben gezeigten Planeten in einer Linie sind (von rechts nach links) Venus, Saturn und Jupiter, das Bild entstand kurz nach Sonnenuntergang in den Hügeln von San Fermo in Bergamo (Italien). Die Anordnung wird vom Erdmond und dem weiter entfernten Uranus ergänzt.

Wolkenbänder ziehen in Richtung Sonnenuntergang Streifen am Himmel. Komet Leonard wird bereits blasser, doch diese Planetenanordnung bleibt – ohne den Mond – noch den Rest des Monats bestehen.

Zur Originalseite

Papermoon-Sonnenfinsternis

Dieses fantastische Bild vom Sonnenuntergang in Xilin Gol in der Inneren Mongolei in China zeigt Sonne und Mond bei der partiellen Sonnenfinsternis.

Bildcredit und Bildrechte: Wang Letian (Augen bei Nacht)

Beschreibung: Es erinnert an einen Papiermond, der an einer gemalten Sonne vorbei segelt. Doch es sind keine Kartonwolken. Und es ist kein Fantasiebild. Dieses Bild eines orangefarbenen Himmels ist echt – es ist ein digitales Komposit aus zwei Aufnahmen der Sonnenfinsternis, die Anfang des Monats stattfand. Die erste Aufnahme wurde mit einem gewöhnlichen Teleskop gemacht, das die überbelichtete Sonne und den unterbelichteten Mond erfasste. Das zweite Bild wurde mit einem Sonnenteleskop fotografiert, um Details der Chromosphäre der Sonne im Hintergrund zu zeigen.

Die leinwandähnliche Struktur der Sonne entstand durch die Abbildung in einem besonderen Rotton, der von Wasserstoff abgestrahlt wird. Am Sonnenrand seht ihr mehrere Protuberanzen. Das Bild wurde kurz vor Sonnenuntergang in Xilin Gol in der Inneren Mongolei in China fotografiert. Die Idee, dass der Mond aus dichtem Gestein, die Sonne aus heißem Gas und Wolken aus schwebenden Wasser- und Eiströpfchen bestehen, ist ebenfalls keine Fantasie.

Zur Originalseite

Totale Mondfinsternis in Sydney

Dieses Teleskopbild vom 26. Mai 2021 zeigt die Mondfinsternis in der Nähe von Sidney in New South Wales in Australien.

Bildcredit und Bildrechte: Peter Ward (Barden Ridge Observatory)

Beschreibung: Der gerötete Schatten des Planeten Erde wandert auf diesem Teleskopbild, das am 26. Mai in der Nähe von Sidney in New South Wales in Australien aufgenommen wurde, über die Mondscheibe.

In der kühlen, klaren Herbstnacht glitt der Perigäums-Vollmond durch den nördlichen Rand des dunklen Kernschattens. Die totale Phase, die für eine Mondfinsternis kurz war, dauerte nur ungefähr 14 Minuten. Der Erdschatten wurde jedoch nicht ganz dunkel, sondern er wurde vom zarten roten Licht aller Sonnenauf- und -untergängen des Planeten durchflutet, die aus der Perspektive des verfinsterten Mondes sichtbar waren. Es ist gerötetes Sonnenlicht, das in der Erdatmosphäre gestreut wird.

Das HDR-Komposit aus sechs Aufnahmen zeigt auch eine große Bandbreite an Helligkeitsvariationen im Kernschatten der Erde vor einem zarten Sternenhintergrund.

Zur Originalseite