Das neue, schärfste Bild der Sonne zeigt Instabilität

Gelbe, glatte Flächen sind stark zerfurcht von dunklen braunen Wirbeln. Es sind Kelvin-Helmholtz-Instabilitäten.
Bildcredit und Bildrechte: NSFNSOAURAMPSInouye Telescope

Was zeigt uns das neue schärfste Bild unserer Sonne? Instabilität. Genauer gesagt: Es zeigt einen ganz bestimmten interaktiven Prozess namens Kelvin-Helmholtz-Instabilität (KHI). Diese Instabilität erzeugt Wellen und Wirbel, wenn zwei Strömungen aneinander vorbeifließen. In diesem Fall sind das veränderliche Ströme im magnetischen Plasma der Sonne.

Schon lange vermutete man Strudel und Ströme der KHI auf der Sonne. Jetzt konnten wir sie endlich in dieser dramatischen Aufnahme in hoher Auflösung nachweisen. Das Bild wurde soeben veröffentlicht. Es wurde mit dem Sonnenteleskop Inouye auf Hawaii in den USA aufgenommen. Das gelbe Falschfarbenbild ist eigentlich blau. Es ist das am höchsten aufgelöste Bild der Sonne im sichtbaren Licht.

Der Bildausschnitt ist etwa so groß wie die Erde. Doch die feinsten Details sind nur so breit wie eine Stadt. Wir sehen glatte Oberflächen in der körnigen Struktur der Sonne, die wir als Granulen bezeichnen. An den Rändern der blumenartigen Strukturen liegen zahlreiche KHI-Wirbel. Zukünftige Forschung könnte erklären, wie diese Kelvin-Helmholtz-Instabilitäten Energie und Magnetfelder bewegen. Vielleicht heizen sie sogar die Korona der Sonne auf.

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Rote Sonne hinter dem Rauch der Waldbrände

Die Szene wirkt wie die Animation eines roten Zwergsterns, den man auf einem fiktiven Exoplaneten sieht. Doch der Stern ist unsere Sonne. Sie leuchtet rot, weil die Rauchwolken eines Waldbrandes sie verdunkeln.
Bildcredit und Bildrechte: Debra Ceravolo; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Das könnte die Aussicht auf einem Exoplaneten sein, der um einen roten Zwergstern kreist. Doch es ist unsere Sonne. Dieses Bild entstand am 22. Juli 2026 in der Region Okanagan. Sie liegt in der Provinz British Columbia in Kanada. Der Rauch der Waldbrände im pazifischen Nordwesten wirkt wie ein Sonnenfilter. So konnte die Fotografin die Sonne direkt fotografieren.

Das schaurige Bild zeigt mehrere Sonnenflecken. Der Rauch besteht aus winzigen Teilchen, die Licht mit kurzer Wellenlänge blockieren und streuen. Daher ist das Licht, das von der Sonne kommt, dunkler und röter als sonst. Doch es ist niemals sicher, direkt zur Sonne zu blicken! Der Rauch macht die Auf- und Untergänge der Sonne farbiger.

In etwa ungefähr 6 Milliarden Jahren wird die Sonne tatsächlich röter. Sie erreicht dann die Phase eines Roten Riesen.

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Die riesige Sonnenfleckengruppe AR 447828

Eine riesige Gruppe an Sonnenflecken überzieht den Ausschnitt der Sonne, der hier abgebildet ist. Man sieht sie sogar ohne Teleskop mit Finsternisbrillen.
Bildcredit und Bildrechte: Alfredo Vidal Pérez

Aktuell zieht eine der größten Sonnenfleckengruppen der letzten Zeit über die Sonne. Die Aktive Region 4478 ist nicht einfach nur groß, sie ist gewaltig. Ihre verschlungenen Magnetfelder können riesige Wolken aus geladenen Teilchen ins Sonnensystem schleudern. Man nennt diese Wolken koronale Massenauswürfe (KMA). Einige dieser KMA könnten die Erde treffen.

Im Extremfall führen solche Sonnenstürme dazu, dass Satelliten in der Erdumlaufbahn ausfallen. Sie können auch die Erdatmosphäre leicht verzerren, und es kann zu Überspannungen in Stromnetzen kommen. Wenn diese Teilchen auf die obere Atmosphäre der Erde treffen, lösen sie prachtvolle Polarlichter aus.

Oben seht ihr die Region AR 4478 und ihre dunklen Flecken in sichtbarem Licht. Sie wurde vor wenigen Tagen im spanischen Barcelona fotografiert. Die Gruppe AR 4478 ist fast so groß wie AR 3664, die im Jahr 2024 die Sonne schmückte. Man sieht sie sogar ohne Teleskop mit Brillen für Sonnenfinsternisse. Weltweit verfolgen Leute diese Woche nicht nur AR 4478. Sie haben auch gute Chancen, am Nachthimmel helle Polarlichter zu sehen, die damit einhergehen.

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SDO beobachtet einen koronalen Massenauswurf

Videocredit: NASA, SDO, AIA; Bearbeitung: Richard Petarius III (MTU); Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Warum schleudert die Sonne Materie auf uns? Die Oberfläche der Sonne brodelt. Sie ist ein Mix aus energiereichen Elektronen und Ionen, den man als Plasma bezeichnet. Die geladenen Teilchen folgen Schleifen im Magnetfeld, die größer sind als die Erde. Diese Schleifen verdrehen und verformen sich und schließen Plasma ein.

Die Aufnahme in Zeitraffer entstand am 24. April 2026. Zwei Stunden lang filmte das Solar Dynamics Observatory (SDO). Das Video zeigt, was passiert, wenn diese Magnetfelder überdehnt werden: Sie reißen und schleudern Milliarden Tonnen Plasma in den Weltraum (also Billionen an Kilogramm). Das Plasma hat dabei eine Geschwindigkeit von Millionen km/h. So ein Phänomen nennt man koronalen Massenauswurf (KMA). Wenn die Sonne den Höhepunkt ihres Aktivitätszyklus erreicht, setzt sie täglich einige KMA frei. Der letzte Höhepunkt an Aktivität fand im Jahr 2025 statt.

Wenn so eine Eruption die Erde trifft, kann sie Stromnetze stören oder Satelliten außer Betrieb setzen. Manchmal sind sogar Astronautinnen und Astronauten in Gefahr. Deshalb ist es so wichtig, das Wetter im Weltraum zu überwachen.

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Keogramm: Der Himmel im Jahr 2025

Im Jahr 2025 wurde alle 15 Minuten in den Niederlanden ein Bild des Himmels fotografiert. Dieses Bild kombiniert all diese Aufnahmen. Wir sehen Nacht, Tag, Sonnenwenden, Tagundnachtgleichen, Mondschein, die blaue Stunde und vieles mehr. Das Bild ist waagrecht gestreift, die Nächte zeichnen sich links neben der Mitte als sanduhrförmiges Gebilde ab, das von Blau umgeben ist.

Bildcredit und Lizenz: Cees Bassa (Niederländisches Institut für Radioastronomie)

Was wäre, wenn man den ganzen Himmel – auf einen Blick – ein ganzes Jahr lang sehen könnte? Ungefähr das sieht man hier. 2025 fotografierte eine Allsky-Kamera in den Niederlanden alle 15 Sekunden den ganzen Himmel. Die Zeilen in der Mitte all dieser Bilder wurden ausgerichtet und zu einem Keogramm kombiniert. Oben ist Januar und Dezember ist unten. Die Mitte der Nacht läuft senkrecht links neben der Bildmitte.

Was sehen wir? Das Offensichtlichste ist, dass der Tageshimmel meist blau ist. Die Nachtstunden erscheinen überwiegend schwarz. Zwölf helle Bänder kreuzen den Nachthimmel. Sie stammen vom Schein des Mondes. Zur Sommersonnenwende ist die schwarze Sanduhrform am schmalsten – wie z. B. heute, wenn die Tage am längsten sind. Der breiteste Teil tritt zur Wintersonnenwende auf.

Auch Tagundnachtgleichen sind im Keogramm erkennbar. Beispielsweise liegt das Äquinoktium im Frühling von letztem Jahr auf der Nordhalbkugel bei ungefähr drei Vierteln der Höhe.

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Dreifache Stoßwelle einer Rakete vor der Sonne

Die Sonne hat ein paar Flecken. Davor rauscht eine Rakete vorbei. Sie ist so rasend schnell, dass sie die Schallmauer durchbricht. Vorne schiebt sie mehrere Bugwellen vor sich her, hinten kräuselt die Abgasschwade die Sonnenscheibe.
Bildcredit und Bildrechte: John Winkopp (WAI Media)

Was passiert mit dieser Rakete, während sie die Sonne kreuzt? Links oben ist eine Falcon-9-Rakete von SpaceX. Sie startete nur etwa eine Minute vor Aufnahme dieses erstaunlichen Bildes. Ende Mai startete die Rakete von Cape Canaveral in Florida (USA) in den niedrigen Erdorbit. Sie brach durch die Schallmauer, ehe sie – aus der gut gewählten Sicht des Fotografen – die Scheibe der fernen Sonne kreuzte.

Weil die Rakete so schnell war, entstanden an der Spitze bogenförmige Stoßwellen aus komprimierter Luft. Mindestens drei davon sah man sogar außerhalb der Sonnenscheibe, weil sie das Sonnenlicht brachen. Die Rakete zog eine Schwade aus Abgasen hinter sich her. Diese führten rechts unten zu Turbulenzen.

Aber nichts davon fügte der robotischen Starlink-Mission 10-53 Schaden zu. Die Mission brachte wie geplant 29 Kommunikations-Satelliten in den niedrigen Erdorbit. Und als ob das nicht schon erstaunlich genug wäre, hatte die Sonne auch noch Flecken!

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Die Beständigkeit des Sonnenlichts

Die Sonne sinkt langsam zum Horizont. Der Himmel dahinter ist intensiv orange und rot gefärbt und von vielen Kondensstreifen überzogen. Die Sonne wirkt stark verzerrt und erinnert an Dalís schmelzende Uhren.
Bildcredit und Bildrechte: Lorenzo Busilacchi

Dieser Sonnenuntergang wirkt surreal. Die Landschaft mit Himmel und Meer entstand an der Westküste von Sardinien. Das ist eine Insel auf dem Planeten Erde, die zu Italien gehört. Die Szene wirkt daliesk. Sie entstand aus mehreren Aufnahmen, die mit einem langen Teleobjektiv fotografiert wurden.

Doch die Sonne schmilzt nicht. Ihre flüssige, verschobene Erscheinung tritt auf, als sie sich dem Horizont nähert. Wir beobachten das, wenn sich die Brechung in der langen Sichtlinie verändert. Die veränderliche Brechung in der Atmosphäre entsteht durch Luftschichten, die eine verschiedene Dichte und Temperatur haben. So kommt es zu den verzerrten Bildern und Luftspiegelungen der rötlichen Sonnenscheibe.

Ein anderer berühmter, aber flüchtiger Effekt entsteht ebenfalls durch die atmosphärische Brechung entlang einer langen Sichtlinie zur Sonne. Wir sehen ihn, wenn die Sonne auf- oder untergeht. Es ist der Grüne Blitz.

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Das Ende des Kometen C/2026 A1 (MAPS)

Video Credit: Brian Day, SOHO, SDO, JHelioviewer; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Während die Besatzung der Mission Artemis II diese Woche zum Mond reiste, erreichte der Komet C/2026 A1 (MAPS) am Montag seinen sonnennächsten Punkt. Dabei kam er der Sonne näher als die halbe Distanz zwischen Erde und Mond. Der Komet überstand das nicht. Dieses Video entstand aus 40 Stunden Datenmaterial. Es zeigt, wie der Komet direkt in die Sonne stürzt wie eine Motte ins Licht.

Damit man einen Kometen so nah an unserem hellen Stern beobachten kann, braucht man einen Koronografen. Das ist ein Instrument, das die Sonnenscheibe abdeckt. Damit kann man die Korona untersuchen.

Das Video kombiniert – von außen nach innen – Aufnahmen von Koronografen mit Weitwinkelobjektiv (blau) und Teleobjektiv (rot). Die beiden Instrumente sind an Bord des Sonnen- und Heliosphären-Observatoriums SOHO. Die Aufnahmen des Solar Dynamics Observatory SDO sind innen schwarz dargestellt. Der Komet nähert sich der Sonne, zieht sich in die Länge und verschwindet hinter der Abdeckscheibe der Koronografen. Danach taucht er als Trümmerwolke wieder auf, die sich kurz darauf auflöst.

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