Cassini nähert sich Saturn

Videocredit und -rechte: Cassini-Bildgebungsteam, ISS, JPL, ESA, NASA, S. Van Vuuren et al.; Musik: Adagio for Strings (New Yorker Philharmoniker)

Wie sieht es aus, wenn man in einem Raumschiff zu Saturn fliegt? Das muss man sich nicht bloß vorstellen. Die Raumsonde Cassini tat das 2004. Sie machte unterwegs Tausende Bilder. Seit sie in die Umlaufbahn eingetreten ist, entstanden Hunderttausende weitere.

Einige von Cassinis frühen Bildern wurden digital justiert, beschnitten und zu diesem eindrucksvollen Video verarbeitet. Es gehört zu einem größeren IMAX-Filmprojekt. Es trägt den Namen Outside In und entsteht gerade. Im ersten Abschnitt wird Saturn beim Anflug immer größer. Unten zischt der bewölkte Titan vorbei.

Als Nächstes fliegt Cassini über Mimas. Darauf ist der riesige Krater Herschel gut sichtbar, während Saturn im Hintergrund rotiert. Dann bieten Saturns majestätische Ringe eine Schau, wenn Cassini die dünne Ringebene kreuzt. Die dunklen Schatten der Ringe fallen auf Saturn. Schließlich taucht in der Ferne der rätselhafte Mond Enceladus mit seinen Eisgeysiren auf. Das ist das Ende des Kurzfilms.

Die Raumsonde Cassini hat nur noch wenig Treibstoff. Am Freitag bringt sie ihre Mission zu Ende. Dann wird sie so nahe an Saturn gelenkt, dass sie hineinfällt und schmilzt.

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Saturns Ringe von innen gesehen

Das Bild zeigt eine Animation des Tauchgangs der Raumsonde Cassini durch die Ringebene. Der Einschub zeigt, was die Sonde dabei filmte.

Videocredit: NASA, JPL-Caltech, Institut für Weltraumforschung

Wie sehen Saturns Ringe aus, wenn man sie von Saturn aus sieht? Die robotische Raumsonde Cassini nähert sich dem Abschluss ihrer Mission. Ihre Bilder bieten uns eine beispiellose Aussicht. Vor Cassinis großen letzten Umläufen wurden alle Bilder von Saturns majestätischem Ringsystem außerhalb der Ringe mit Blick nach innen fotografiert.

Der Einschub rechts zeigt ein außergewöhnliches Video. Die Animation außen zeigt die Positionen der Raumsonde. Der kurze Ablauf in Zeitraffer zeigt zu Beginn Details der komplexen Ringe. Am Ende erkennt man, wie papieren dünn die Ringe sind. Die Bilder entstanden am 20. August. Cassini hat nur noch wenige Umläufe um Saturn. Ab 15. September wird sie auf Tauchgang in den Riesenplaneten gelenkt.

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Saturn in Blau und Gold

Der Planet Saturn ist links blau und rechts golden. Die beleuchtete Hälfte ragt von unten ins Bild. Die Ringe sind nur ein schmaler Strich, doch die Schatten fallen nach links auf die Wolken und sind sehr komplex.

Bildcredit: Cassini-Bildgebungsteam, SSI, JPL, ESA, NASA

Warum ist Saturn teilweise blau? Dieses Bild von Saturn zeigt in etwa, was ein Mensch in der Nähe der riesigen Ringwelt sehen würde. Es wurde im März 2006 von der Roboter-Raumsonde Cassini im Orbit um Saturn fotografiert. Hier bilden Saturns majestätische Ringe eine dünne senkrechte Linie. Die dunklen Schatten links im Bild zeigen die komplexe Struktur der Ringe. Der große Fontänenmond Enceladus bei Saturn ist nur zirka 500 Kilometer groß. Er ist die Beule in der Ringebene.

Saturns Nordhalbkugel erscheint teilweise blau. Das hat den gleichen Grund, weshalb der Himmel der Erde blau erscheint. Moleküle in den wolkenlosen Teilen der Atmosphäre beider Planeten streuen blaues Licht besser als rotes. Blickt man jedoch tief in Saturns Wolken, so dominiert der natürliche goldene Farbton von Saturns Wolken. Wir wissen nicht, warum der südliche Saturn nicht den gleichen blauen Farbton hat. Eine Vermutung lautet, dass die Wolken dort höher hinaufreichen. Es ist auch nicht bekannt, warum Saturns Wolken golden gefärbt sind.

Nächsten Monat beendet Cassini ihre Mission. Die Sonde rast mit einem letzten dramatischen Tauchgang in die Atmosphäre von Saturn.

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Cassini zeigt Dichtewellen in Saturns Ringen

Das Wellenmuster in den Saturnringen ist erstaunlich regelmäßig. Es entsteht durch Störungen, die von Saturnmonden ausgelöst werden.

Bildcredit und Lizenz: NASA/JPL/SSI; Digitalkomposit: Emily Lakdawalla (Planetary Society)

Wie entstehen die Muster in den Ringen um Saturn? Die Raumsonde Cassini schickte wieder ein beispiellos detailreiches Bild von Saturns gewaltigem Ringsystem. Die physische Ursache einiger Strukturen in den Saturnringen kann man noch immer nicht erklären.

Hier seht ihr eine schöne geometrische Struktur in den Saturnringen. Der Grund dafür ist sicherlich eine Verdichtungswelle. Ein kleiner Mond stört systematisch die Bahnen der Ringteilchen, die in unterschiedlichen Entfernungen um Saturn kreisen. Das führt zu wellenförmigen Verdichtungen. Rechts unten im Bild verläuft eine Biegewelle. Es ist eine senkrechte Welle in den Ringteilchen. Auch sie entsteht durch die Gravitation eines Mondes in der Nähe.

Bald beendet die Sonde ihre 13-jährige Aktivität im Saturnorbit. Bei Cassinis letzten Umläufen wird eine Serie neuartiger wissenschaftlicher Messungen möglich. Wir erwarten auch Bilder des prächtigsten Ringsystems im Sonnensystem.

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Nudelmosaik von Saturn

137 niedrig aufgelöste Bilder der Raumsonde Cassini wurden zu einem Mosaik kombiniert, das an eine Nudel erinnert. Es zieht von links oben nach rechts unten. Links oben ist der Nordpol.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute, Hampton-Universität

Am 26. April sauste die Raumsonde Cassini zwischen Saturn und den Ringen durch. Es war ein Saturn-Tauchgang beim Großen Finale. Das lange, dünne Mosaik erinnert an eine Nudel. Es zeigt die Reise über die wirbelnden Oberflächen der Wolken auf dem Gasriesen.

Das Mosaik ist eine schnelle Folge aus 137 Bildern mit niedriger Auflösung. Sie wurden mit Cassinis Weitwinkelkamera fotografiert. Die Mosaikprojektion kartiert den Bogen von Saturns gekrümmter Atmosphäre auf eine flache Bildebene. Das oberste Mosaikfeld ist auf 90 Grad Nord zentriert. Dort ist der dunkle Wirbel am Nordpol. Cassini flog dabei etwa 72.400 km über Saturn.

Nach unten hin wird das Mosaik schmäler. Das Maß schrumpft von 8,7 Kilometer auf 1 Kilometer pro Bildpunkt. Im letzten Bildfeld war die Raumsonde 8374 Kilometer von einer Region entfernt, die 18 Grad nördlich von Saturns Äquator liegt. Die Ausrichtung der Bilder ändert sich am unteren Rand, weil Cassini rotiert, um ihre große schüsselförmige Hochleistungsantenne nach vorne zu richten. Die Antenne diente als Schutzschild, als Cassini die Ringebene kreuzte.

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Nördlicher Sommer auf Titan

Der Saturnmond Titan ist von Wolken überzogen. Auf der Oberfläche befinden sich Seen aus Kohlenwasserstoffen.

Bildcredit: Cassini-Bildgebungsteam, SSI, JPL, ESA, NASA

Die Sonnenwende brachte gestern auf der Nordhalbkugel der Erde den Sommer. Hingegen erreichte der Ringplanet Saturn die nördliche Sonnenwende im Sommer am 24. Mai. Das war vor fast einem Monat.

Dieses Bild der Raumsonde Cassini entstand am 9. Juni. Es zeigt seinen großen Mond Titan, der Saturns Jahreszeiten folgt. Die Ansicht im nahen Infrarot entstand aus einer Entfernung von 507.000 Kilometern. Sie zeigt helle Methanwolken, die über Titans nördlichen Sommerhimmel ziehen. Unter Titans Wolken breiten sich nahe beim beleuchteten Südpol des Mondes dunkle Seen aus Kohlenwasserstoff aus.

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Cassinis Aussicht bei Saturn

Credit: Bilder: Cassini-Bildgebungsteam, ISS, JPL, ESA, NASA; Zusammenstellung des Videos: Chris Abbas; Musik-Credit und Lizenz: Ghosts I-IV (Nine Inch Nails)

Was sah die Raumsonde Cassini bei Saturn? Dieses Musikvideo zeigt einige der frühen Höhepunkte. Es läuft in Zeitraffer. Im ersten Abschnitt (00:07) erscheint eine senkrechte Linie. Es sind Saturns dünnen Ringe, die man von der Seite sieht. Bald zischen einige Saturnmonde vorbei.

Der nächste Abschnitt (00:11) zeigt Saturns ungewöhnlich welligen F-Ring. Er wird von den beiden Schäfermonden eingegrenzt, die ihn ständig stören. Bald blitzt ein Großteil von Saturns weitem Ringsystem vorbei, manchmal zusammen mit dem gewaltigen Planeten.

Wolkenmuster auf Titan (00:39) und Saturn (00:41) werden betont. Danach sieht man Ausschnitte von Vorbeiflügen an mehreren Saturnmonden. Dazu zählen Phoebe, Mimas, Epimetheus und Iapetus. An anderen Stellen fliegen die Saturnmonde scheinbar aneinander vorbei, während sie um Saturn kreisen. Cassini sah auch Sternfelder im Hintergrund. Sie dringen manchmal über hellen vorbeiziehenden Monden ein.

Die robotische Raumsonde Cassini revolutioniert seit 2004 unser Wissen über Saturn und seine Monde. Im September endet Cassinis Mission dramatisch. Dann wird die Raumsonde auf Tauchgang in den Ringriesen gelenkt.

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Saturn nahe der Opposition

Der runde Saturn ist von markanten kreisförmigen Bändern überzogen. Außen herum verlaufen weißgraue breite Ringe mit Lücken.

Bildcredit und Bildrechte: D. Peach, E. Kraaikamp, F. Colas, M. Delcroix, R. Hueso, G. Therin, C. Sprianu, S2P, IMCCE, OMP

Saturn erreichte am 16. Juni die Opposition von 2017. Bei Opposition steht er am irdischen Himmel gegenüber der Sonne. Um die Opposition ist Saturn die ganze Nacht sichtbar, leuchtet am hellsten und steht uns am nächsten.

Dieses scharfe Bild zeigt den Ringplaneten. Es wurde vor wenigen Tagen – am 11. Juni – mit einem 1-Meter-Teleskop am Observatorium auf dem Pic du Midi fotografiert. Der Nordpol des Riesenplaneten badet im Sonnenlicht. Dort befindet sich ein Sturmsystem mit einem seltsamen Sechseck. Doch auch Saturns breites Ringsystem ist sehr detailreich abgebildet.

Die schmale Encke-Teilung verläuft um den ganzen äußeren A-Ring. Im blasseren inneren C-Ring sind kleine Ringe erkennbar. Durch die breitere Cassiniteilung sieht man Saturns Südhalbkugel. Zur Opposition leuchten die Saturnringe besonders hell. Das ist der sogenannte Oppositionseffekt, er ist auch als Seeliger-Effekt bekannt. Die eisigen Ringteilchen werden von der Erde aus gesehen direkt beleuchtet. Sie werfen keine Schatten und streuen Sonnenlicht stärker zurück. Dadurch nimmt die Helligkeit drastisch zu.

Doch die beste Sicht auf den Ringplaneten hat derzeit die Raumsonde Cassini im Saturnorbit. Derzeit taucht Cassini bei ihrem aktuellen 9. Orbit des großen Finales tief in die Ringe.

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