Henize 70: Eine Superblase in der GMW

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Bildcredit und Bildrechte: Josep M. Drudis

Beschreibung: Massereiche Sterne beeinflussen ihre galaktische Umgebung tiefgreifend. Indem sie interstellare Wolken aus Gas und Staub aufwühlen und durchmischen, hinterlassen diese Sterne – vor allem jene mit mehr als zig Sonnenmassen – ihre Markierung in der Zusammensetzung und an den Orten künftiger Sterngenerationen.

Spektakuläre Hinweise darauf befinden sich in diesem Nebel, Henize 70, auch bekannt als N70 und DEM301, der sich in unserer Nachbargalaxie, der Großen Magellanschen Wolke (GMW) befindet. Henize 70 ist eine leuchtstarke, etwa 300 Lichtjahre große Superblase aus interstellarem Gas, die von den Winden heißer, massereicher Sterne und Supernovaexplosionen aufgeblasen wird. Ihr Inneres ist mit dünnem, heißem Gas gefüllt, das sich ausdehnt. Weil Superblasen sich in einer ganzen Galaxie ausdehnen können, bieten sie der Menschheit eine Möglichkeit, die Verbindung zwischen den Lebenszyklen von Sternen und der Entwicklung von Galaxien zu erforschen.

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Milchstraßen-Wasserfall

Über einen Hang plätschert ein Wasserfall. Darüber steigt die Milchstraße auf. Es wirkt, als strömte der Wasserfall daraus hervor. Rechts leuchten die Große und die Kleine Magellansche Wolke.

Bildcredit und Bildrechte: Yuri Beletsky (Carnegie Las Campanas Observatory, TWAN)

Sie kann der trockenste Ort auf dem Planeten Erde sein. Dennoch fließt in der chilenischen Atacamawüste hoch in den Bergen noch Wasser. Nachdem der Fotograf dieses kleinen Baches mit fließendem Wasser entdeckt hatte, kehrte er an den Ort zurück und beobachtete, wie die Milchstraße am dunklen Südhimmel aufging. Er berechnete den Zeitpunkt, wann die Milchstraße und das fließende Wasser einander begegnen.

Das Panorama einer Landschaft mit Nachthimmel zeigt Sterne und Nebel, die in das Leuchten der Milchstraße getaucht sind. Sie teilen sich den Anblick mit den Begleitgalaxien der Milchstraße, der Großen und Kleinen Magellanschen Wolke. Sie leuchten rechts über dem Horizont. Der helle Stern Beta Centauri posiert über dem Wasserfall. Darüber liegen die dunkle Fläche des Kohlensack-Nebels und die Sterne im Kreuz des Südens.

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HESS-Teleskope erforschen den Hochenergiehimmel


Videocredit und -rechte: Vikas Chander, H.E.S.S.-Arbeitsgemeinschaft; Musik: Emotive Piano von Immersive Music

Beschreibung: Sie sehen aus wie moderne mechanische Dinosaurier, doch sie sind gewaltige schwenkbare Augen, die den Himmel beobachten. Das Observatorium High Energy Stereoscopic System (H.E.S.S.) besteht aus vier 12-Meter-Spiegelteleskopen, die ein größeres Teleskop mit einem 28-Meter-Spiegel umgeben. Sie wurden entwickelt, um seltsames Flackern aus blauem Licht – Tscherenkowstrahlung zu erkennen. Diese wird abgestrahlt, wenn geladene Teilchen sich etwas schneller bewegen, als die Lichtgeschwindigkeit in der Luft beträgt. Das Licht wird ausgesendet, wenn ein Gammastrahl von einer fernen Quelle ein Molekül in der Erdatmosphäre trifft und einen Schauer geladener Teilchen auslöst.

H.E.S.S. ist empfindlich für manche der energiereichsten Photonen (TeV), die das Universum durchkreuzen. H.E.S.S. ist seit 2003 in Namibia in Betrieb, suchte nach Dunkler Materie und entdeckte mehr als 50 Quellen, die energiereiche Strahlung abstrahlen, darunter Supernovaüberreste und die Zentren von Galaxien, die sehr massereiche Schwarze Löcher enthalten. Die H.E.S.S.-Teleskope wurden letzten September in Zeitrafferabläufen fotografiert. Während sie schwenkten und starrten, zischten gelegentlich Satelliten in der Erdumlaufbahn vor unserer Milchstraße und den Magellanschen Wolken vorbei.

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NGC 1898: Kugelsternhaufen in der Großen Magellanschen Wolke

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Bildcredit und Bildrechte: ESA/Hubble und NASA

Beschreibung: Juwelen strahlen nicht so hell – das tun nur Sterne. Und fast jeder Punkt in dieser glitzernden Schmuckschatulle dieses Bildes, das mit dem Weltraumteleskop Hubble aufgenommen wurde, ist ein Stern.

Nun sind einige Sterne rötlicher als unsere Sonne, manche sind bläulicher – doch sie sind alle viel weiter entfernt. Obwohl Licht nur ungefähr 8 Minuten braucht, um von der Sonne zur Erde zu gelangen, ist NGC 1898 so weit entfernt, dass Licht zirka 160.000 Jahre bis hierher unterwegs ist. Diese riesige Sternenkugel NGC 1898 wird als Kugelsternhaufen bezeichnet und befindet sich im Zentralbalken der Großen Magellanschen Wolke (GMW), einer Begleitgalaxie unserer großen Milchstraße.

Dieses vielfarbige Bild vereint Licht von Infrarot bis Ultraviolett und wurde fotografiert, um herauszufinden, ob die Sterne von NGC 1898 alle gleichzeitig entstanden sind oder nicht. Es gibt immer mehr Hinweise, dass die meisten Kugelsternhaufen etappenweise Sterne bildeten, und dass insbesondere die Sterne in NGC 1898 kurz nach Begegnungen vor sehr langer Zeit mit der Kleinen Magellanschen Wolke (KMW) und unserer Milchstraße entstanden sind.

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Urzeitliches im Meer und am Himmel

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Bildcredit und Bildrechte: Jingyi Zhang

Beschreibung: Sie sehen zwar wie runde Steine aus, sind aber lebendig. Zudem sind sie moderne Versionen einer der ältesten Lebensformen, die wir kennen: Stromatolithen. Aus Fossilienfunden vermuten wir, dass Stromatoliten vor etwa 3,7 Milliarden Jahren auf der Erde entstanden – noch bevor viele der vertrauten Sterne am heutigen Nachthimmel auftauchten.

Auf diesem Bild, das in Westaustralien fotografiert wurde, ist nur der urzeitliche zentrale Bogen unserer Milchstraße älter. Sogar die Magellanschen Wolken – Begleitgalaxien unserer Milchstraße, die auf diesem Bild unter dem Bogen der Milchstraße zu sehen sind – gab es nicht in ihrer heutigen Form, als die Stromatoliten erstmals auf der Erde wuchsen.

Stromatoliten nehmen Biofilme von Milliarden Mikroorganismen auf, die langsam zum Licht wandern können. Urzeitliche Stromatoliten setzten mithilfe dieses Lichtes Sauerstoff in der Luft frei und halfen, die Erde für andere Lebensformen bewohnbar zu machen, darunter schließlich auch Menschen.

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Im Zentrum des Tarantelnebels

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Bildcredit: ESA, NASA, Hubble, ESO; Bearbeitung: Danny LaCrue

Beschreibung: Im Zentrum des ungeheuren Tarantelnebels liegen riesige Blasen aus energiereichem Gas, lange Fasern aus dunklem Staub und ungewöhnlich massereiche Sterne. In der Mitte des Zentrums befindet sich ein Knoten aus Sternen, der so dicht ist, dass man ihn früher für einen einzigen Stern hielt. Dieser Sternhaufen wird als R136 oder NGC 2070 bezeichnet, er ist über der Mitte dieses Bildes zu sehen und enthält eine große Anzahl heißer junger Sterne. Das energiereiche Licht dieser Sterne ionisiert laufend Nebelgas, während ihr kräftiger Teilchenwind Blasen aushöhlt und verschlungene Fasern ausbildet.

Dieses Bild in stellvertretenden Farben ist eine digitale Kombination aus Bildern des Weltraumteleskops Hubble der NASA und ESA sowie des bodengebundenen New Technology Telescope der ESO. Es zeigt viele Details des turbulenten Nebelzentrums in der GMW. Der Tarantelnebel ist auch als 30 Doradus bekannt. Er ist eine der größten Sternbildungsregionen, die wir kennen, und brachte alle paar Millionen Jahre phasenweise ungewöhnlich starke Sternbildung hervor.

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Milchstraße und südliches Nachthimmellicht

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Bildcredit und Bildrechte: Yuri Beletsky (Carnegie Las Campanas Observatory, TWAN)

Beschreibung: Letzte Woche wurde in einer chilenischen Herbstnacht nach Sonnenuntergang ein außergewöhnliches Nachthimmellicht fotografiert, das diese Ganzhimmelsansicht vom Las-Campanas-Observatorium flutet. Das Nachthimmellicht war so intensiv, dass es Teile der Milchstraße abschwächte, als es sich über der hohen Atacamawüste von Horizont zu Horizont wölbte.

Das leuchtende Nachthimmellicht entsteht in einer ähnlichen Höhe wie Polarlichter durch Chemolumineszenz – dabei entsteht Licht durch chemische Anregung. Nachthimmellicht wird meist mit empfindlichen Digitalkameras in Farbe aufgenommen und hat hier eine feurige Erscheinung. Es stammt überwiegend von Sauerstoffatomen in der Atmosphäre mit extrem geringer Dichte. In den letzten Jahren kam es nachts auf der Südhalbkugel häufig vor.

In dieser dunklen Nacht war neben der Milchstraße auch das starke Nachthimmellicht mit bloßem Auge gut zu sehen, jedoch ohne Farbe. Das hellste Himmelslicht ist jedoch Jupiter, er steht gegenüber der Sonne in der Nähe der zentralen Wölbung der Milchstraße über dem östlichen (oberen) Horizont. Die Große und Kleine Magellansche Wolke leuchten links unten durch das Nachthimmellicht in der galaktischen Ebene am südlichen Horizont.

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Rotation der Großen Magellanschen Wolke

Die Große Magellansche Wolke im Bild wurde mit überzeichneten Strichspuren versehen. Die Messdaten dafür stammen vom Satelliten Gaia.

Bildcredit und Lizenz: ESA, Gaia, DPAC

Dieses Bild ist nicht verschwommen. Es zeigt sehr detailreich, dass die größte Begleitgalaxie unserer Milchstraße rotiert. Es ist die Große Magellansche Wolke (GMW). Die Rotation der GMW wurde erstmals mit Hubble erkannt. Hier wurde sie anhand der Feindaten des Satelliten Gaia in der Sonnenumlaufbahn abgebildet. Gaia vermisst die Sternpositionen so genau, dass spätere Messungen leichte Eigenbewegungen von Sternen erkennen lassen, die früher nicht messbar waren.

Dieses Bild zeigt die exakten, überzeichneten Strichspuren von Millionen blasser GMW-Sterne. Eine Bildanalyse zeigt auch das Zentrum der Rotation im Uhrzeigersinn. Es liegt am oberen Ende des Zentralbalkens der GMW. Die GMW ist am Südhimmel sehr markant. Sie ist eine kleine Spiralgalaxie, die bei Begegnungen mit der größeren Milchstraße und der Kleinen Magellanschen Wolke (KMW) verzerrt wurde.

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