Schwimmen auf Jupiter

In den malerischen Wolkenwirbeln auf Jupiter folgt die Raumsonde Juno einer Wolke, die wie ein Delfin aussieht.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, SwRI, MSSS; Bearbeitung: Brian Swift, Sean Doran

Am 29. Oktober wagte sich die Raumsonde Juno wieder einmal an die Oberflächen von Jupiters turbulenten Wolken heran. Bei diesem 16. Perijovium-Durchgang näherte sich Juno der größten Atmosphäre eines Planeten im Sonnensystem bis auf 3500 km.

Diese Bilder entstanden mit der JunoCam. Die Raumsonde flog 20 – 50.000 Kilometer über den mittleren südlichen Breiten des Planeten. Sie folgte scheinbar einem Wolkenwirbel, der auffällig wie ein Delfin aussieht. Der Delfin schwimmt Jupiters dunklen, gemäßigten südsüdlichen Gürtel entlang. Er ist selbst so groß wie ein Planet. Seine Länge beträgt einige Tausend Kilometer.

Am 21. Dezember ist Junos nächster Perijovium-Durchgang.

Zur Originalseite

Juno zeigt Wirbel und Farben auf Jupiter

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit: NASA, Juno, SwRI, MSSS; Bearbeitung und Lizenz: Matt Brealey, Seán Doran

Beschreibung: Wie entstehen die Farben in Jupiters Wolken? Das ist nicht sicher. Jupiters dicke Atmosphäre besteht hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium, doch diese Elemente sind bei den niedrigen Temperaturen in Jupiters Wolkenoberflächen farblos. Welche Spurenelemente die Farben liefern, wird weiterhin erforscht. Kleine Mengen Ammoniumhydrogensulfid sind ein vielversprechender Kandidat.

Was aus diesem farbverstärkten Bild – und vielen ähnlichen Bildern – hervorgeht, ist, dass hellere Wolken typischerweise höher oben sind als dunklere. Hier ist zu sehen, wie helle Wolken rechts unten um rötliche Regionen wirbeln, während sie anscheinend rechts oben über einige dunklere Bereiche wehen. Dieses Bild fotografierte die Roboter-Raumsonde Juno zu Beginn dieses Jahres bei ihrem 14. niedrigen Flug über Jupiter. Juno fährt mit ihren lang gezogenen elliptischen Umrundungen fort, schießt alle 53 Tage nahe am riesigen Planeten vorbei und erforscht bei jeder Runde einen leicht abweichenden Sektor.

Zur Originalseite

Hubble zeigt Jupiter in Ultraviolett

Bänder laufen um den Riesenplaneten Jupiter, doch sie sind - anders als sonst - rosa und hellblau gefärbt. Links unten sind zwei dunkle Ovale, es sind der Rote Fleck und ein weißes Oval. Die Bänder der Wirbelstürme verlaufen diagonal im Bild. Links oben steht der Mond Ganymed vor Jupiter.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble; Bearbeitung und Lizenz: Judy Schmidt

Jupiter sieht in UV-Licht anders aus. Das Weltraumteleskop Hubble bildet regelmäßig den ganzen Gasriesen ab. Dabei untersucht man die Bewegungen von Jupiters Wolken. Die Bilder helfen der robotischen NASA-Raumsonde Juno, den planetaren Zusammenhang mit den kleinen Bildausschnitten, die sie sieht, zu erkennen. Die Farben, die man bei Jupiter überwacht, reichen über das sichtbare Licht hinaus bis ins ultraviolette und infrarote Licht.

Das Bild entstand 2017 im nahen Ultraviolettlicht. Jupiter wirkt darauf anders als sonst, weil der Anteil an Sonnenlicht, das reflektiert wird, durch unterschiedlich hohe und breite Wolken zu verschiedenen Helligkeiten führt. Im nahen UV-Licht sind Jupiters Pole und sein großer Roter Fleck dunkel. Rechts ist ein kleines Oval, das in sichtbarem Licht weiß ist. Auch dieses ist recht dunkel. Weiter rechts sind Stürme auf einer Perlenschnur gereiht. In nahem UV-Licht sind sie am hellsten. Hier sind sie in rosaroten Falschfarben dargestellt. Links oben ist Ganymed, Jupiters größter Mond.

Juno zieht weiterhin in langen Schleifen in je 53 Tage pro Umlauf um Jupiter. Hubble erholt sich im Erdorbit vom Verlust eines Gyroskops, das der Stabilisierung diente.

Zur Originalseite

Der komplexe Planet Jupiter

Die Raumsonde Juno zeigt ihren Blick auf Jupiter. Um den Pol, der vorne liegt, sind größere Wirbel in den Wolken. Zum Äquator hinten, der heller ist, werden die Wirbel gleichmäßiger. Oben ist ein großes Sturmgebiet.
Bildcredit:  NASA, Juno, SwRI, MSSS; Komposition: David Marriott

Wie komplex ist Jupiter? Die NASA-Mission Juno führte zu Jupiter. Sie zeigt, dass der jovianische Riese komplexer ist als erwartet. Man fand heraus, dass sich Jupiters Magnetfeld ganz anders aufgebaut ist als das einfache bipolare Feld unserer Erde. Mehrere Pole sind in ein komplexes Netzwerk verstrickt. Es ist im Norden stärker verschachtelt als im Süden.

Juno vermisst Jupiter auch in den Wellenlängen von Radio. Diese Messungen zeigen, dass es in Jupiters Atmosphäre Strukturen gibt, die tief unter der oberen Wolkendecke liegen. Sie reichen Hunderte Kilometer in die Tiefe.

Jupiters neu entdeckte Komplexität tritt auch bei südlichen Wolken auf, wie man auf diesem Bild sieht. Zonen und Gürtel reichen den ganzen Planeten umkreisen und prägen das Bild nahe am Äquator. Sie zerfallen dort in ein komplexes Wunderwerk aus wirbelnden Stürmen, die so groß sind wie Kontinente auf der Erde. Juno zieht weiterhin ihre Bahnen in elliptischen Schleifen. Alle 53 Tage saust sie an dem riesigen Planeten vorbei. Bei jeder Runde erforscht sie einen leicht abweichenden Sektor.

Zur Originalseite

Jupitersaison, hawaiianischer Himmel

Der Blick reicht zum Kīlauea und dem Krater Halemaʻumaʻu im Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalpark. Aus neu entstandenen Schloten steigt eine feurig leuchtende Schwade auf, die nach links zieht. Am sternklaren Himmel strahlt der Planet Jupiter.
Bildcredit und Bildrechte: Tunç Tezel (TWAN)

Diese Nachtlandschaft auf Hawaii entstand Anfang des Jahres. Seither nahm die vulkanische Aktivität dort zu. Das Panorama blickt auf die Caldera des Kīlauea und den Krater Halemaʻumaʻu. Sie befinden sich im Nationalpark Hawaiʻi-Volcanoes. Etwa 30 Kilometer östlich von den ziehenden Schwaden aus Rauch und Dampf liegen neue Schlote und Lavaströme.

Heuer im späten Frühling und zu Beginn des Sommers strahlt Jupiter hell am Himmel. Er ist das gleißende Himmelslicht hoch im Süden der Szene. Dort geht die Wölbung der Milchstraße über Dämpfen und Wolken auf. Antares ist der gelbliche, helle Stern am Ende der dunklen Staubflüsse beim Zentrum unserer Galaxis. Nahe am Horizont leuchten die Sterne Alpha und Beta Centauri sowie das kompakte Kreuz des Südens hinter dem Vulkanrauch, der fast zu hell ist.

Zur Originalseite

Der Fall Asteroiden 2015 BZ509, der rückwärts kreist

Credit und Rechte am Illustrationsvideo: Western U., Athabasca U., Großes binokulares Teleskop (LBT)

Warum kreist der Asteroid 2015 BZ509 rückwärts um die Sonne? Diese Animation zeigt, wie Jupiters Trojaner-Asteroiden in zwei Hauptgruppen um die Sonne kreisen. Eine Gruppe zieht vor Jupiter her, die andere wandert dahinter. Alle wandern in die gleiche Richtung um die Sonne wie Jupiter.

Doch der Asteroid BZ509 zieht rückwärts um die Sonne und vollführt einen komplexen Gravitationstanz mit Jupiter. Der Grund dafür ist noch unbekannt und wird erforscht. Die Lösung könnte uns mehr über das frühe Sonnensystem verraten. BZ509 wurde 2015 entdeckt und hat noch keinen Namen.

Eine aktuelle Hypothese sagt, dass BZ509 aus dem interstellaren Raum kam und vor Milliarden Jahren von Jupiter eingefangen wurde. Es gibt auch noch eine andere Vermutung: BZ509 kam vielleicht in jüngerer Zeit aus der fernen Oortschen Kometenwolke um das Sonnensystem. Vielleicht finden wir die Antwort, wenn es detaillierte Modelle zur Wahrscheinlichkeit und Stabilität von Bahnen in der Nähe von Jupiter gibt. Eine andere Möglichkeit wäre, wenn wir die Eigenschaften dieses ungewöhnlichen Objekts direkt beobachten.

Zur Originalseite

Juno zeigt Jupiters Wolken in Bewegung

Videocredit: NASA, JPL-Caltech, SwRI, MSSS; Bearbeitung: Gerald Eichstädt

Wie bewegen sich Jupiters Wolken? Um das herauszufinden, analysierte man Bilder der NASA-Sonde Juno von ihrem letzten Vorbeiflug an Jupiter und kombinierte sie digital zu einem Zeitraffervideo. Es dauert acht Sekunden. Die Bilder entstanden im Abstand von neun Minuten. Sie wurden digital extrapoliert. Das Video zeigt die Bewegung von Jupiters Wolken in 29 Stunden.

Die Animation entstand mit Computern. Sie erinnert an ein psychedelisches Paisleymuster und zeigt den Forschenden, dass runde Stürme wirbeln. Die Bänder und Zonen hingegen fließen. Diese Bewegung ist nicht überraschend. Schon zuvor konnte man sie auf Zeitraffervideos von Jupiter zu beobachten, aber noch nie so detailreich wie hier.

Die Region ist etwa viermal so breit wie Jupiters großer Roter Fleck. Junos Ergebnisse zeigen, dass Wetterphänomene auf Jupiter bis tief unter die Oberfläche der Wolken reichen können. Diese Erkenntnis ist neu und anders als erwartet.

Zur Originalseite

Milchstraße und Nachthimmellicht

Der ganze Himmel über der chilenischen Atacama ist von orange gefärbtem Nachthimmellicht geflutet. Links verläuft die Milchstraße nach oben. Unten steht das Las-Campanas-Observatorium. Der helle Planet Jupiter leuchtet oben. Links sind die Magellanschen Wolken.

Bildcredit und Bildrechte: Yuri Beletsky (Carnegie Las-Campanas-Observatorium, TWAN)

Das Nachthimmellicht war eindrucksvoll. Letzte Woche flutete es nach Sonnenuntergang den ganzen Himmel von Horizont zu Horizont. Es bedeckte in einer Herbstnacht den Himmel über dem Las-Campanas-Observatorium in der chilenischen Atacamawüste. Das Leuchten war so intensiv, dass es sogar Teile der Milchstraße abschwächte.

Nachthimmellicht (Airglow) entsteht, wenn die UV-Strahlung der Sonne Atome in der Luft ionisiert. Es schimmert in ähnlicher Höhe wie Polarlichter. Meist fotografiert man Nachthimmellicht mit empfindlichen Digitalkameras in Farbe. Hier wirkt es fast feurig. Der größte Teil stammt von Sauerstoffatomen, die extrem dünn verteilt sind. In den letzten Jahren trat es häufig nachts auf der Südhalbkugel auf.

In dieser dunklen Nacht sah man außer der Milchstraße auch das starke Nachthimmellicht mit bloßem Auge, nur ohne Farbe. Doch das hellste Himmelslicht ist Jupiter. Er steht gegenüber der Sonne nahe bei der zentralen Wölbung der Milchstraße. Hier strahlt er über dem östlichen Horizont (oben). Die Große und Kleine Magellansche Wolke glänzen links unter der galaktischen Ebene am südlichen Horizont.

Zur Originalseite