Komet NEOWISE über den Schweizer Alpen

Komet C/2020 F3 NEOWISE ist auf der Nordhalbkugel derzeit zirkumpolar und geht dort niemals unter.

Bildcredit und Bildrechte: Philipp Salzgeber, foto-webcam.eu; Text: Adam Block

Beschreibung: Komet NEOWISE begeistert Fotografen auf der ganzen Welt in der Morgen- und Abenddämmerung, an der Schwelle zu Tag und Nacht. Doch für Bewohner im nördlichen Teil des Planeten Erde kreist der Komet um den Polarstern und geht niemals unter, was ihr auf diesem Kompositbild gut erkennt.

Das Bild zeigt den nächtlichen Teil dieses Kreisbogens. Es wurde aus den Aufnahmen einer Webkamera in einem Schigebiet in den Schweizer Alpen zusammengesetzt. Die ausgewählten Bilder entstanden in 30-Minuten-Abständen in der Nacht von 12. auf 13. Juli.

Komet NEOWISE (C/2020 F3) wird für Beobachterinnen auf der Nordhalbkugel weiterhin besser sichtbar, während er seine Abreise antritt und in den nächsten Wochen auf seiner Bahn am Himmel jeden Abend nach Sonnenuntergang weiter nach Norden steigt. Wie bei allen Kometen führt seine Abreise aus dem inneren Sonnensystem unausweichlich zu seinem Verblassen.

Ein Fernglas bietet die beste Möglichkeit, um den Kometen visuell zu finden und zu beobachten.

Interessante Bilder des Kometen NEOWISE, die bei APOD eingereicht wurden: || 14. Juli || 13. Juli || 12. Juli || 11. Juli || 10. Juli und früher ||

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Komet NEOWISE über Stonehenge

Komet C/2020 F3 NEOWISE über Stonehenge in England / Großbritannien / Vereinigtes Königreich.

Bildcredit und Bildrechte: Declan Deval

Beschreibung: Habt ihr schon einmal einen Kometen gesehen? Heute Nacht – und wahrscheinlich auch noch die nächsten Nächte – habt ihr eine gute Gelegenheit. Geht bei Sonnenuntergang hinaus und schaut nach Nordwesten. Je niedriger euer Horizont ist, desto besser. Ein Fernglas hilft, aber wenn euer Himmel dunkel und wolkenlos ist, braucht ihr nichts weiter als eure bloßen Augen und Geduld.

Wenn die Sonne untergeht, wird der Himmel dunkel, und ein ungewöhnlicher blasser Streifen taucht auf, der in der Nähe des Horizonts diagonal verläuft. Das ist der Komet NEOWISE. Es ist ein 5 Kilometer großer verdampfender schmutziger Schneeball, der uns aus dem äußeren Sonnensystem besucht und wieder dorthin zurückkehrt. Während sich die Erde dreht, wandert der Komet bald nach unten, also solltet ihr ein Foto machen. Dieses Bild zeigt den Kometen C/2020 F3 (NEOWISE) vor zwei Tagen, als er über Stonehenge in England sichtbar wurde.

Komet NEOWISE wurde Ende März mit dem NASA-Satelliten NEOWISE entdeckt und hat viele überrascht, indem er die größte Annäherung an die Sonne überlebte, drastisch heller wurde und eindrucksvolle Schweife – einen blauen Ionen- und einen weißen Staubschweif – entwickelte.

Interessante Bilder des Kometen NEOWISE, die bei APOD eingereicht wurden: || 13. Juli || 12. Juli || 11. Juli || 10. Juli und früher ||
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Komet NEOWISE geht über der Adria auf


Videocredit und -rechte: Paolo Girotti

Beschreibung: Dieser Anblick war es wert, frühmorgens aus dem Bett zu steigen. Komet C/2020 F3 (NEOWISE) ging letzte Woche vor der Morgendämmerung auf – sehr zur Freude nördlicher Himmelsfreunde, die früh genug munter waren.

Der Fotograf war vor Sonnenaufgang auf den Beinen und dokumentierte in dramatischer Weise einen der wenigen Kometen, die in diesem Jahrhundert bisher mit bloßem Auge sichtbar waren. Dieser Eindringling ins innere Sonnensystem bleibt vielleicht als der große Komet 2020 in Erinnerung.

Dieses Video zeigt detailreich, wie der Komet NEOWISE in Italien über der Adria aufgeht. Das Zeitraffervideo kombiniert mehr als 240 Bilder, die in einem Zeitraum von 30 Minuten aufgenommen wurden. Ihr seht, wie der Komet hinter einem Vordergrund heller, wogender leuchtender Nachtwolken und vor einem Hintergrund ferner Sterne aufgeht.

Komet NEOWISE blieb bisher unerwartet hell. Der Kern, aus dem Ionen- und Staubschweif ausströmen, ist – wie man herausfand – ungefähr fünf Kilometer groß. Zum Glück sehen schon in wenigen Tagen Beobachter im Norden mit einem klaren, dunklen Nordwesthorizont den interplanetaren Schneeball, der die Sonne reflektiert, abends kurz nach Sonnenuntergang.

Laufend aktualisiert: Interessante Bilder des Kometen NEOWISE, die an APOD gesendet wurden
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Die Schweife des Kometen NEOWISE

Komet NEOWISE (C/2020 F3) mit seinen Schweifen über Brünn in Tschechien.

Bildcredit und Bildrechte: Miloslav Druckmuller (Technische Universität Brünn)

Beschreibung: Komet NEOWISE (C/2020 F3) zieht derzeit über den nördlichen Himmel. Auf diesem Teleskopsichtfeld, das am 10. Juli vor Tagesanbruch in Brünn (Tschechien) fotografiert wurde, sind seine sich entfaltenden Schweife etwa sechs Grad lang.

Am besten sieht man den breiten, gelblichen Staubschweif des Kometen, den der Strahlungsdruck des Sonnenlichtes antreibt. Doch das Bild zeigt auch den blasseren, bläulicheren Ionenschweif, der sich vom reflektierenden Kometenstaub abhebt. Der blassere Schweif besteht aus Ionen aus der Koma des Kometen, die der Sonnenwind durch Magnetfelder hinauszieht, und die im Sonnenlicht fluoreszieren.

Die Schweife des Kometen NEOWISE auf diesem scharfen Porträt unseres neuen Besuchers aus dem äußeren Sonnensystem erinnern an die noch helleren Schweife des Kometen Hale Bopp, dem großen Kometen des Jahres 1997.

Komet NEOWISE weltweit: Interessante Bilder, die an APOD geschickt wurden

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Merkurs Natrium-Schweif

Dieser Schweif geht nicht von einem Kometen aus, sondern vom Planeten Merkur. Er besteht aus Natrium, das von der Sonne angeregt wird.

Bildcredit und Bildrechte: Andrea Alessandrini

Beschreibung: Welcher verschwommene Strom geht hier von Merkur aus? Lang belichtete Aufnahmen des innersten Planeten im Sonnensystem zeigen manchmal etwas Unerwartetes: einen Schweif. Merkurs dünne Atmosphäre enthält kleine Mengen Natrium, das leuchtet, wenn es von Sonnenlicht angeregt wird. Diese Moleküle werden durch Sonnenlicht freigesetzt und von der Merkuroberfläche fortgetrieben.

Vor allem das gelbe Leuchten von Natrium ist relativ hell. Hier ist Merkur mit seinem Natriumschweif auf einem detailreichen Bild zu sehen, das Ende Mai in Italien mit einem Filter fotografiert wurde, der vorwiegend das gelbe Licht durchlässt, das von Natrium abgestrahlt wird.

Ein Schweif bei Merkur wurde schon in den 1980er-Jahren prognostiziert, 2001 wurde er erstmals beobachtet. Viele Details des Schweifes wurden auf zahlreichen Beobachtungen der Roboter-Raumsonde MESSENGER der NASA festgehalten, die zwischen 2011 und 2015 Merkur umkreiste. Schweife treten normalerweise bei Kometen auf. Die Schweife des Kometen NEOWISE sind derzeit mit bloßem Auge am Morgenhimmel zu sehen.

Komet NEOWISE aus aller Welt: Interessante Bilder, die APOD geschickt wurden
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Kometen-PanSTARRs und die Galaxien

Komet PanSTARRS teilt sich ein Teleskopsichtfeld mit den Galaxien M81 und M82 im Großen Wagen.

Bildcredit und Bildrechte: Dan Bartlett

Beschreibung: Komet PanSTARRs – auch C/2017 T2 – teilte sich in der Nacht vom 22. auf 23. Mai dieses atemberaubende Teleskopsichtfeld mit den Galaxien M81 und M82. Sie alle waren am Himmel des Planeten Erde im Sternbild Großer Wagen zu sehen. Die Galaxien waren etwa 12 Millionen Lichtjahre und der Komet ungefähr 14 Lichtminuten entfernt.

Der Komet PanSTARRs, ein neuer Besucher aus der Oortschen Wolke, wurde 2017 vom Durchmusterungsteleskop PanSTARRs entdeckt, als er mehr als 1 Lichtstunde von der Sonne entfernt war – fast so weit wie die Umlaufbahn des Planeten Saturn. Mit einer schönen Koma und ausgeprägtem Schweif war dieser Komet auf der Nordhalbkugel ein verlässlicher Darsteller für Kometenbeobachter mit Teleskop, die seine größte Annäherung an die Sonne am 4. Mai verfolgten.

Auf diesem detailreichen Bild vom dunklen kalifornischen Himmel entwickelt der abreisende Komet scheinbar einen kurzen Gegenschweif, während er das innere Sonnensystem verlässt.

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Komet SWAN mit langem Schweif

Komet SWAN (C/2020 F8) mit seinem riesigen Ionenschweif ist endlich mit bloßem Auge sichtbar und wechselt auf den nördlichen Himmel.

Bildcredit und Bildrechte: D. Peach, Chilescope team

Beschreibung: Der Sonnenwind weht den spektakulären Ionenschweif des Kometen SWAN (C/2020 F8), der sich weit über dieses 10 Grad breite Teleobjektivbild vom 2. Mai ausdehnt. Die grünliche Koma war nur wenige Lichtminuten von der Erde entfernt. Das hübsche Sternenfeld im Hintergrund liegt nahe der Grenze zwischen den Sternbildern Walfisch und Wassermann.

Der Komet SWAN wurde zu Hause entdeckt, als der australische Amateur Michael Mattiazzo Bilder der Kamera SWAN (Solar Wind ANisotropies) an Bord der Sonnenbeobachtungs-Raumsonde SOHO durchsuchte. Der Komet ist seit Kurzem mit bloßem Auge zu sehen und wandert vom südlichen zum nördlichen Himmel.

Komet SWAN erscheint in der Morgendämmerung am östlichen Horizont, er erreicht am 12. Mai seine größte Annäherung an den Planeten Erde und am 27. Mai sein Perihel.

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Der Ionenschweif des neuen Kometen SWAN

Der neu entdeckte Komet C/2020 F8 SWAN wird vielleicht im Juni hell genug für eine Beobachtung mit bloßem Auge; Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Gerald Rhemann

Beschreibung: Der neu entdeckte Komet SWAN entwickelte bereits einen eindrucksvollen Schweif. Der Komet kam aus dem äußeren Sonnensystem und befindet sich seit Kurzem innerhalb der Erdumlaufbahn. Dieser ausgasende interplanetare Eisberg wird offiziell als C/2020 F8 (SWAN) bezeichnet, er passiert am 13. Mai seinen erdnächsten und am 27. Mai seinen sonnennächsten Punkt.

Ende März entdeckte ein Sternfreund den Kometen, als er Bilder der NASA-Raumsonde SOHO in der Sonnenumlaufbahn durchsuchte. Der Komet SWAN ist nach der Sonnenwind-Anisotropien-Kamera der Raumsonde benannt.

Dieses Bild wurde Mitte April am dunklen Himmel von Namibia fotografiert, es zeigt die grün leuchtende Koma und den unerwartet langen, detailreichen blauen Ionenschweif des Kometen SWAN. Obwohl die Helligkeit von Kometen bekanntermaßen schwer vorhersagbar ist, wird Komet SWAN laut einigen Modellen im Juni hell genug für das bloße Auge.

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Komet eines Fuhrmanns

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Rolando Ligustri (CARA Project, CAST)

Beschreibung: Komet Iwamoto (C/2018 Y1) rast immer noch über den Nachthimmel des Planeten Erde und teilt sich dieses hübsche Teleskopsichtfeld mit den Sternen und Nebeln des nördlichen Sternbilds Fuhrmann (Auriga). Am 27. Februar wurde Iwamoto fotografiert, seine grünliche Koma und der blasse Schweif liegen zwischen einem Komplex rötlicher Emissionsnebel und dem offenen Sternhaufen M36 (rechts unten). Das rötliche Licht stammt von Wasserstoff, der durch die Ultraviolettstrahlung heißer Sterne in der Nähe der etwa 6000 Lichtjahre entfernten riesigen Molekülwolke in der Region ionisiert wurde.

Das grünliche Leuchten des Kometen, der weniger als 5 Lichtminuten entfernt ist, stammt überwiegend von der Emission zweiatomiger Kohlenstoffmoleküle, die im Sonnenlicht fluoreszieren. M36, einer der vertrauteren Sternhaufen im Fuhrmann, ist ein Hintergrundobjekt und liegt weit außerhalb des Sonnensystems, er ist etwa 4000 Lichtjahre entfernt. Komet Iwamoto passierte am 12. Februar den erdnächsten Punkt und entfernt sich auf einer stark elliptischen Bahn, die ihn über den Kuipergürtel hinausbringen wird. Seine Umlaufzeit wird auf 1317 Jahre geschätzt, somit sollte er im Jahr 3390 ins innere Sonnensystem zurückkehren.

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Komet 46P/Wirtanen

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Alex Cherney (Terrastro, TWAN)

Beschreibung: Der periodische Komet 46P/Wirtanen ist derzeit der hellste Komet am Nachthimmel, für das bloße Auge ist er jedoch zu blass. Doch an Orten mit dunklem Himmel könnte er knapp hell genug werden, weil er bei seinem 5,4 Jahre dauernden Umlauf Mitte Dezember den erdnächsten und sonnennächsten Punkt seiner lang gezogenen Bahn erreicht.

Seine kugelförmige Koma fluoresziert im Sonnenlicht, ihre Winkelgröße beträgt auf dieser Teleskopansicht, die am 7. November auf der Südhalbkugel fotografiert wurde, ungefähr die Hälfte des Vollmondes. Der Komet war zirka 2 Lichtminuten oder 35 Millionen Kilometer von erdgebundenen Teleskopen entfernt, somit ist die hübsche grünliche Koma, die man hier sieht, ungefähr 150.000 Kilometer groß, das ist etwa die Größe von Jupiter. Der Stapel digitaler Bilder zeigt auch einen sehr blassen Schweif auf der 4-Uhr-Position und eine ferne Galaxie im Hintergrund, die links oben erkennbar ist. Als regelmäßiger Besucher des inneren Sonnensystems war Komet 46P/Wirtanen einst das bevorzugte Ziel der ESA-Kometenforschungsmission Rosetta.

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Komet, Haufen und Nebel

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Mohammad Nouroozi

Beschreibung: Komet 21P / Giacobini-Zinner ist hell genug für die Beobachtung mit Fernglas und ist sogar auf diesem detailreichen Telefoto-Mosaik des Sternbildes Fuhrmann (Auriga), das reich Sternhaufen und Nebeln ist, gut erkennbar. In der Nacht des 9. September bildeten seine grünliche Koma und der diffuse Schweif einen Kontrast zu den farbenprächtigen Sternen und den rötlichen Emissionsnebeln im fast 10 Grad großen Sichtfeld in der Milchstraße.

Der Komet stand nahe dem Perihel und seiner größten Annäherung an die Erde, er war etwa 200 Lichtsekunden entfernt. Über den fernen Hintergrund reiten die bekannten Fuhrmann-Sternhaufen M38 (links über der Mitte) und M36 (rechts) etwa 4000 Lichtjahre entfernt über dem Kometenschweif. Die Emissionsregion IC 405 inks oben ist nur 1500 Lichtjahre entfernt und auch unter dem dramatischeren Namen Flammensternnebel bekannt. Rechts daneben liegt der 12.000 Lichtjahre entfernte IC 410, der für seine Sterne bildenden kosmischen Kaulquappen berühmt ist.

Giacobini-Zinner, ein Kind unseres Sonnensystems, ist ein periodischer Komet, der die Sonne alle 6,5 Jahren umrundet, und der Ursprungskörper des Draconiden-Meteorstroms im Oktober.

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