Arp 273: Seltsame Galaxien

Mitten im Bild ist ein verzerrtes Galaxienpaar, das sehr seltsam aussieht. Über den beiden Galaxien leuchten zwei helle Sterne, ein gelber und ein blauer. Im restlichen Bild sind kleinere Sterne lose verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Dave Doctor

Die farbenprächtigen, stacheligen Sterne befinden sich im Vordergrund dieser Aufnahme, die mit einem kleinen erdgebundenen Teleskop gemacht wurde. Sie liegen innerhalb unserer eigenen Milchstraße.

Die beiden auffälligen Galaxien im Bild liegen jedoch weit jenseits der Milchstraße in einer Entfernung von über 300 Millionen Lichtjahren. Das verdrehte und verzerrte Erscheinungsbild der Galaxien ist auf gegenseitige Gravitationskräfte zurückzuführen, die auf das Paar bei ihren Begegnungen einwirken. In den Katalogen findet man sie als Arp 273 (auch als UGC 1810). Diese Galaxien sehen zwar eigenartig aus, aber heute weiß man, dass wechselwirkende Galaxien im Universum häufig vorkommen.

Näher bei uns liegt die große Spiralgalaxie Andromeda, die bekanntermaßen etwa 2 Millionen Lichtjahre entfernt ist und sich der Milchstraße unaufhaltsam nähert. Tatsächlich könnten die weit entfernten, eigenartigen Galaxien von Arp 273 einen Ausblick auf die ferne Zukunft der Begegnung von Andromeda und Milchstraße bieten.

Wiederholte Galaxienbegegnungen führen auf kosmischer Zeitskala letztendlich zu einer Verschmelzung zu einer einzigen Sterngalaxie. Aus unserer Perspektive sind die hellen Kerne der Arp 273 Galaxien nur etwas mehr als 100.000 Lichtjahre voneinander entfernt.

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Kollidierende Spiralgalaxien von Webb und Hubble

Zwei Galaxien, die an Augen erinnern, kollidieren. Sie sind von leuchtendroten Wolken strukturiert.

Bildcredit: NASA, ESA, CSA, STScI

In einigen Milliarden Jahren wird nur noch eine dieser beiden Galaxien übrig sein. Bis dahin werden sich die Spiralgalaxien NGC 2207 (im Bild rechts) und IC 2163 (im Bild links) langsam gegenseitig zerreißen. Dabei entstehen Gezeiten in der Materie, Stoßfronten im Gas, dunkle Staubbahnen, Ausbrüche von Sternentstehung und Ströme von ausgestoßenen Sternen.

Dieses Bild ist aus Hubble-Aufnahmen im sichtbaren Licht sowie aus Webb-Aufnahmen im Infrarotlicht zusammengesetzt. Die Farben wurden nach wissenschaftlichen Aspekten zugeordnet. Laut Vorhersage aus der astronomischen Forschung wird NGC 2207 letztendlich IC 2163 ganz in sich aufnehmen.

Ihre jüngste Begegnung erreichte vor etwa 40 Millionen Jahren den Höhepunkt. Dabei schwingt die kleinere Galaxie im Gegenuhrzeigersinn herum und befindet sich jetzt etwas hinter der größeren Galaxie. Der Abstand zwischen Sternen ist so riesig, dass bei der Kollision von Galaxien die Sterne normalerweise nicht kollidieren.

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Die verdrillte Scheibe von NGC 4753

Vor einem dunklen Hintergrund leuchtet ein längliches orangefarbenes Objekt, durch das einige dunkle und komplexe Staubwirbel verlaufen.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble; Bearbeitung: Alexander Reinartz

Was zeigt dieses Bild? Hier ist ein Hinweis: Es ist größer als ein Brotkasten. Sehr viel größer. Die Antwort ist, dass dieses Objekt NGC 4753 eine verdrillte Galaxienscheibe ist. Ungewöhnliche dunkle Staubfilamente darin geben Hinweise auf ihre Geschichte.

Niemand weiß, was wirklich passierte. Aber die meisten glauben an das sogenannte Hauptmodell. Demnach hat eine einigermaßen normale Galaxie eine staubige Satellitengalaxie durch Gravitation zerrissen. Die Präzession hat dabei wohl die Ebene der Akkretionsscheibe während der Rotation verzerrt. So entstand dieses entstellte Bild. Man nimmt an, dass diese kosmische Kollision ungefähr vor einer Milliarde Jahren begann.

NGC 4753 ist von der Seite sichtbar. Sie würde vielleicht wie eine normale Spirale ausschauen, wenn wir sie von oben sehen könnten. Der helle orangefarbene Halo besteht aus vielen älteren Sternen, die möglicherweise der Dunklen Materie folgen.

Dieses Hubble-Bild wurde so bearbeitet, dass die Emissionen im Ultraviolett und im roten Licht besonders hervorgehoben sind.

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Die prachtvolle Spiralgalaxie NGC 5643

Die Seyfertgalaxie NGC 5643 Sternbild Wolf ist von oben zu sehen. Das Porträt aus Daten des Weltraumteleskops Hubble zeigt die inneren 40.000 Lichtjahre der Sterneninsel.

Bildcredit: ESA / Hubble und NASA

Die prachtvolle Spiralgalaxie NGC 5643 ist von oben sichtbar. Das farbige kosmische Porträt ist ein festlicher Anblick. Die Galaxie ist an die 55 Millionen Lichtjahre entfernt und mehr als 100.000 Lichtjahre breit. Sie liegt im südlichen Sternbild Wolf (Lupus).

Dieses Komposit entstand aus Bilddaten des Weltraumteleskops Hubble. Es zeigt die inneren 40.000 Lichtjahre sehr scharf und detailreich. Die prachtvollen Spiralarme der Galaxie winden sich von einer gelblichen Zentralregion fort. Das Zentrum wird von alten Sternen gefärbt. Die Spiralarme dagegen sind von Staubbahnen, jungen blauen Sternen und rötlichen Sternbildungsregionen gesäumt.

Der helle, kompakte Kern von NGC 5643 ist eine starke Quelle von Radiowellen und Röntgenstrahlung. NGC 5643 ist eines der nächstliegenden Beispiele einer Klasse von Galaxien: der Seyfertgalaxien. Bei diesen fallen vermutlich riesige Mengen an Staub und Gas in ein zentrales, massereiches Schwarzes Loch.

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Die Polarringgalaxie NGC 660

Um die Galaxie NGC 660 im Sternbild Fische ist ein Ring aus Sternen und Staubwolken gewickelt.

Bildcredit und Bildrechte: Mike Selby

Was ist das für eine seltsame Galaxie? Diese seltene Struktur ist eine Polarring-Galaxie. Sie hat anscheinend zwei verschiedene Ringe aus Sternen. In der Galaxie NGC 660 erscheint ein Ring aus hellen Sternen, Gas und dunklem Staub fast senkrecht. Ein zweiter ähnlicher, aber kürzerer Ring verläuft diagonal von links oben.

Wie polare Ringgalaxien ihr auffälliges Aussehen erhalten, wird noch erforscht. Doch eine führende Theorie besagt, dass sie in der Regel bei der Kollision zweier Galaxien mit unterschiedlichen zentralen Ringebenen entstehen.

NGC 660 ist etwa 50.000 Lichtjahre breit. Sie liegt etwa 40 Millionen Lichtjahren entfernt im Sternbild Fische (Pisces). Dieses Bild wurde kürzlich vom Observatorio El Sauce in Chile aufgenommen.

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M51: Gezeitenströme und H-alpha- Klippen

Die Galaxie M51 mit ihrer Begleiterin ist auf diesem Bild von diffusen Hüllen umgeben, rechts leuchtet eine rot leuchtende Wasserstoffklippe.

Bildcredit und Bildrechte: Das Deep-Sky-Kollektiv – Tim Schaeffer, Carl Björk, Steeve Body, Fabian Neyer, Aki Jain, Ryan Wierckx, Paul Kent, Brian Valente, Antoine und Dalia Grelin, Nicolas Puig, Stephen Guberski, Mike Hamende, Julian Shapiro, John Dziuba, Mikhail Vasilev, Bogdan Borz, Adrien Keijzer

M51 ist ein faszinierendes Paar wechselwirkender Galaxien. Es ist der 51. Eintrag im berühmten Katalog von Charles Messier. Die große Galaxie mit wirbelartiger Spiralstruktur galt ursprünglich als Spiralnebel. Sie ist fast von vorne zu sehen und auch als NGC 5194 katalogisiert.

Ihre Spiralarme und Staubbahnen ziehen über ihre kleinere Begleitgalaxie NGC 5195. M51 ist etwa 31 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie befindet sich im Sternbild Jagdhunde (Canes Venatici). Bei direkter Betrachtung mit dem Teleskop erscheint sie schwach und unscharf.

Diese Aufnahme zeigt jedoch erstaunliche Details der auffälligen Farben und schwächeren Gezeitenströme des Galaxienpaars. Das Bild enthält umfangreiche Schmalbandaufnahmen. Sie heben eine riesige rötliche Wolke aus ionisiertem Wasserstoff hervor, die kürzlich im M51-System entdeckt wurde. Einigen ist sie als H-alpha-Klippen bekannt.

Die Weitwinkelaufnahme zeigt auch Staubwolken im Vordergrund der Milchstraße und weit entfernte Hintergrundgalaxien. Eine Arbeitsgemeinschaft von Astrofotografen hat über 3 Wochen Belichtungszeit mit Teleskopen auf der Erde zusammengetragen, um dieses vergrößerbare Porträt von M51 zu erstellen.

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Die Hüllen und Strahlen der Galaxie Centaurus A

Mitten im Bild ist eine Galaxie zu sehen. Um sie herum sind blasse Hüllen angeordnet. Rechts unten strömt ein roter Strahl aus der Galaxie.

Bildcredit: Rolf Olsen

Welche ist die erdnächste aktive Galaxie? Das ist Centaurus A, die auch als NGC 5128 katalogisiert ist. Sie ist nur 12 Millionen Lichtjahre entfernt.

Centaurus A entstand durch die Kollision zweier an sich normaler Galaxien. Die Galaxie hat mehrere markante Merkmale. Dazu zählen eine dunkle Staubspur in der Mitte, äußere Schalen aus Sternen und Gas sowie Teilchenstrahlen, die von einem sehr massereichen Schwarzen Loch im Zentrum ausströmen.

Dieses Bild zeigt all diese Merkmale an einem Komposit aus Bildern in sichtbarem Licht. Sie wurden in den letzten 10 Jahren in über 310 Stunden mit einem selbst gebauten Teleskop aufgenommen, und zwar in Auckland in Neuseeland. Die Strahlung von Cen A reicht von energiearmen Radiowellen bis zu sehr energiereichen Gammastrahlen. Die Helligkeit des Zentrums ist ein Merkmal einer aktiven Galaxie.

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NGC 300: Eine Galaxie voller Sterne

Vor der bildfüllend dargestellten Galaxie NGC 300 glitzern Sterne in unserer Milchstraße.

Bildcredit und Bildrechte: Daniel Stern

Diese Galaxie ist ungewöhnlich, weil anscheinend so viele Sterne zu sehen sind.

Die Sterne sind in dieser detailreichen Aufnahme der Spiralgalaxie NGC 300 deshalb so deutlich zu sehen, weil viele dieser Sterne hellblau sind und sich zu auflösbaren, hellen Sternhaufen gruppieren. Außerdem ist NGC 300 so deutlich zu sehen, weil sie eine der erdnächsten Spiralgalaxien ist, denn das Licht braucht nur etwa 6 Millionen Jahre, um hierher zu gelangen.

Natürlich bestehen Galaxien aus viel mehr schwachen als hellen Sternen, und ein noch größerer Teil der Masse einer Galaxie ist auf unsichtbare Dunkle Materie zurückzuführen. NGC 300 bedeckt fast die gleiche Himmelsfläche wie der Vollmond. Sie ist mit einem kleinen Teleskop im südlichen Sternbild Bildhauer zu sehen.

Dieses Bild wurde letzten Monat in Rio Hurtado, Chile, aufgenommen. Es ist ein Komposit aus über 20 Stunden Belichtung.

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