Kondensstreifen und Sonnenhalo

Die Sonne ist von einem kreisrunden 22-Grad-Halo in Regenbogenfarben umrundet. Innen ist der Halo dunkler als außen. Quer über die Sonne verläuft ein dunkler Streifen, der in der Mitte hell wird, nach oben steigt und einen Schatten wirft. Links unten ist die Silhouette des Horizonts.

Bildcredit und Bildrechte: Alexandros Maragos

Was ist am Himmel passiert? Hier sind mehrere alltägliche Elemente am Tageshimmel auf ungewöhnliche Art und Weise kombiniert. Weit hinter den Silhouetten von Hügeln steht die wie üblich helle Sonne. Vor der Sonne liegen dünne Wolken. Solche Wolken enthalten manchmal eine Schicht sechseckiger Eiskristalle. Diese Kristalle erzeugen den 22-Grad-Halo aus Licht um die Sonne.

Die ungewöhnliche gekrümmte Linie, die das Bild kreuzt, ist ein Kondensstreifen. Das ist eine Art Wolke, die von Flugzeugen ausgestoßen wird. Ein Großteil des Kondensstreifens liegt hinter den dünnen Wolken. Er wirft von dort einen Schatten auf die Wolke. Das verleiht dem Bild eine ungewöhnliche Dreidimensionalität. Das Bild wurde Ende Jänner in der Stadt Patras im Westen von Griechenland fotografiert.

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Meteore versus Supermond

Über einem Stausee leuchtet der helle Vollmond. Links steht das Sternbild Orion blass am Horizont. Am Himmel blitzen einige wenige sehr helle Meteore.

Bildcredit und Bildrechte: Wang, Letian

Meteore der Geminiden kämpften in der Nacht von 13. auf 14. Dezember mit dem Licht eines Supermondes. Das Bild zeigt den Nachthimmel über dem Planeten Erde im Licht des Vollmondes. Die Staubstückchen des rätselhaften Asteroiden 3200 Phaethon führen zu den Meteorspuren. Sie sind schneller als eine Gewehrkugel, denn sie rasten mit 35 Kilometern pro Sekunde dahin.

Trotzdem sah man nur die hellsten Meteore, denn der letzte Vollmond beim Perigäum 2016 schien die ganze lange Nacht. Im Laufe von mehreren Stunden wurden einige Meteore fotografiert. Man kann sie auf dieser Nachtlandschaft zum Radianten in den Zwillingen (Gemini) zurückverfolgen. Am Horizont leuchtet das Sternbild Orion. Die Mondscheibe ist überbelichtet. Sie scheint über dem ruhigen Wasser des Miyun-Stausees. Er liegt nordöstlich von Stadt Peking in China.

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Reise durch Frankreich und Leuchtende Nachtwolken

Der Himmel verläuft von Orangerot bis zu Nachtblau. Dazwischen ist ein feines Geäst weißer leuchtender Nachtwolken über dem Horizont.

Bildcredit und Bildrechte: Simon Lericque (GAAC)

Im Norden von Frankreich sind helle Leuchtende Nachtwolken kein vertrauter Anblick. Diese elektrisch blauen Wellen jagten am 6. Juli über der kleinen Stadt Wancourt in Pas-de-Calais kurz vor der Dämmerung über den Himmel. Sie liegen etwa 80 Kilometer über der Erdoberfläche. Dort reflektieren die eisigen Wolken am Rand des Weltraums noch Sonnenlicht, obwohl die Sonne am Boden unter dem Horizont steht.

Die transluzente Erscheinung sieht man meist in den Sommermonaten in hohen Breiten. Man kennt sie auch als polare Mesosphärenwolken. Die saisonalen Wolken entstehen anscheinend, wenn Wasserdampf in die kalte obere Atmosphäre gelangt und an den feinen Staubteilchen kondensiert. Der Staub stammt von zerfallenden Meteoren oder Vulkanasche. Die NASA-Mission AIM liefert aus dem Weltraum eine Vorschau für leuchtende Nachtwolken.

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Halo über der Atacama

Über den Magellan-Zwillingsteleskopen in der Atacama leuchtet der Mond. Er ist von einem mächtigen Hof umgeben, der durch fallende Eiskristalle in der Atmosphäre entsteht.

Bildcredit und Bildrechte: Yuri Beletsky (Carnegie Las-Campanas-Observatorium, TWAN)

Der starke El Nino im Pazifik führte dazu, dass diese Saison mehr Wolken über den Himmel der hohen Atacama in Chile zogen. Die Wüste genießt den Ruf, ein Paradies für Astronomie zu sein. Sie ist einer der trockensten und dunkelsten Orte auf dem Planeten Erde.

Am 13. Mai waren die Kuppeln der Magellan-Zwillingsteleskope am Las-Campanas-Observatorium, das in dieser Region steht, geschlossen. Die Teleskope haben einen Durchmesser von 6,5 Metern.

Auf diesem Panorama mit Nachthimmel leuchten der Halbmond und helle Sterne. Der Mond hatte einen hellen Halo mit einem Winkelradius von 22 Grad. Dieser Winkel hat nichts mit der Helligkeit oder Phase des Mondes zu tun. Er wird von der sechsseitigen Geometrie der Eiskristalle festgelegt, die in der Atmosphäre das Mondlicht reflektieren und brechen. In dieser Nacht war das hellste Gestirn im Halo der Planet Jupiter. Links neben dem Hof steht der helle Stern Sirius, rechts daneben Arkturus.

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Nebenmonde über Alaska

Über den Bergen am Lower Mill Creek in Alaska geht der Mond unter. Er ist von einem Hof umgeben, der links und rechts von Paraselena oder Nebenmonden flankiert sind.

Bildcredit und Bildrechte: Sebastian Saarloos

Was ist mit dem Himmel passiert? Mondlicht leuchtet auf die verschneite Szene dieser Nachtlandschaft mit Himmel. Sie wurde im Jänner 2013 am Lower Miller Creek im US-Bundesstaat Alaska fotografiert. Der zunehmende Halbmond ist überbelichtet. Er leuchtet im Westen über dem gebirgigen Horizont. Ein eisiger Hof umgibt ihn. Links und rechts ist der Hof von Nebenmonden flankiert. Die Lichterscheinung wird wissenschaftlich Paraselenae (plural) genannt.

Eine Paraselene entsteht ähnlich wie eine Nebensonne, die auch Parhelion genannt wird. Dabei wird Mondlicht von dünnen, sechseckigen Eiskristallplättchen in Zirruswolken gebrochen, die hoch oben schweben. Durch die Geometrie der Kristalle sind Paraselenae mindestens 22 Grad vom Mond entfernt. Neben der hellen Mondscheibe wirken Nebenmonde blass. Daher sind sie leichter zu erkennen, wenn der Mond tief steht.

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Lichtsäulen über Alaska

Hinter einer verschneiten Landschaft steigen bunte Lichtsäulen zu einer grauen Wolkendecke auf.

Bildcredit und Bildrechte: Allisha Libby

Was passiert hinter diesen Häusern? Das sind keine Polarlichter, sondern Lichtsäulen. Sie sind ein nahes Phänomen, können aber wie ein fernes aussehen. An den meisten Orten auf der Erde kann man mit etwas Glück eine Sonnensäule sehen. Das ist eine Säule aus Licht, die scheinbar von der Sonne aufsteigt. Solche Sonnensäulen entstehen durch flache, flatternde Eiskristalle, die in der oberen Atmosphäre Sonnenlicht reflektieren.

Für gewöhnlich verdampfen diese Eiskristalle, bevor sie den Boden erreichen. Doch wenn die Temperatur unter null sinkt, können in Bodennähe flache, flatternde Eiskristalle entstehen. Sie sind dann eine Art leichter Schnee oder Kristallnebel. Solche Eiskristalle könnten Licht vom Boden auf eine Art reflektieren, die wie Sonnensäule aussehen.

Dieses Bild wurde in Fort Wainwright bei Fairbanks in Alaska fotografiert.

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Schillernde Bögen über Buenos Aires

Am heiteren Himmel über Buenos Aires leuchtet ein seltener Zirkumhorizontalbogen. Eiskristalle in Federwolken zerlegen Sonnenlicht in seine Spektralfarben.

Bildcredit und Bildrechte: Sergio Montúfar (Planetario Ciudad de La Plata, pna)

Was sind diese schillernden Bögen am Himmel? Regenbögen treten bei Regen auf. Doch auch wenn Eiskristalle in der Erdatmosphäre schweben, entstehen Bögen aus Sonnenlicht, das in seine Farben zerlegt wird. Die Eiskristalle verhalten sich gemeinsam wie ein riesiges Prisma. Der obere Farbbogen entsteht häufiger als Teil eines 22-Grad-Halos um die Sonne. Dabei brechen sechsseitige Eiskristalle Sonnenlicht zwischen zwei ihrer sechs Kanten.

Der untere Farbbogen ist jedoch sehr ungewöhnlich. Es ist ein Zirkumhorizontalbogen. Das Phänomen wird manchmal als Feuerregenbogen bezeichnet. Es entsteht aber auch durch Eis, nicht durch Feuer oder Regen. Dabei lenkt eine Reihe waagrechter, dünner, flacher Eiskristalle das Sonnenlicht zwischen der oberen und der unteren Seitenfläche zu uns. Die Eiskristalle schweben die in hohen Federwolken. Solche Bögen entstehen nur, wenn die Sonne mehr als 58 Grad über dem Horizont steht.

Dieser Himmel war letzten Monat am frühen Nachmittag zu sehen, und zwar im Nordwesten über einer Diagonale von La Plata im argentinischen Buenos Aires.

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Antarktisches Analemma

Am blauen Himmel über der Antarktis zieht die Sonne eine Schleife. Die Einzelbilder wurden in Abständen von je 1 Woche immer zur selben Zeit fotografiert.

Bildcredit und Bildrechte: Adrianos Golemis

Kehrt die Sonne jeden Tag zum selben Punkt am Himmel zurück? Nein. Eine bessere, anschaulichere Antwort auf diese Frage ist ein Analemma. Das ist ein Kompositbild, für das ein Jahr lang in gleichmäßigen Abständen immer am selben Ort und zur gleichen Uhrzeit fotografiert wird.

Dieses wöchentliche Analemma entstand bei der Station Dome Concordia in der Antarktis trotz niedriger Temperaturen und großer Windstärke. Das digitale Kompositbild ist vermutlich das erste Analemma aus der Antarktis. An mehreren Tagen wurde die 16-Uhr-Position der Sonne fotografiert. Das Bild zeigt die Sonne nur von September bis März, weil sie den Rest des Jahres unter dem Horizont stand.

Heute ist Äquinoktium. Die Sonne geht nach sechs Monaten Dunkelheit am Südpol auf und bleibt bis zum nächsten Äquinoktium im März 2016 über dem Horizont. Die Lichtbrechung der Atmosphäre ist dort stark. Umgekehrt geht die Sonne heute am Nordpol nach einem halben Jahr Tageslicht unter. Für den Rest der Erde dauern heute am Äquinoktium Tag und Nacht 12 Stunden (es gibt Abweichungen).

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