Der Röntgenhimmel von eROSITA

Erste Ganzhimmelsdurchmusterung im Röntgenlicht des Weltraumteleskops eROSITA an Bord des Satelliten Spektr-RG.

Bildcredit und Bildrechte: J. Sanders, H. Brunner und eSASS Team (MPE); E. Churazov, M. Gilfanov (IKI)

Beschreibung: Was wäre, wenn Sie Röntgenstrahlen sehen könnten? Der Nachthimmel wäre ein seltsamer, fremdartiger Ort. Röntgenstrahlen haben ungefähr 1000-mal mehr Energie als die Photonen von sichtbarem Licht. Sie entstehen durch gewaltige Explosionen sowie in astronomischen Umgebungen mit hoher Temperatur. Statt der vertrauten ruhigen Sterne wäre der Himmel voller exotischer Sterne, aktiver Galaxien und heißer Supernovaüberreste.

Dieses Röntgenbild zeigt den ganzen Himmel beispiellos detailreich in Röntgenlicht, abgebildet vom Weltraumteleskop eROSITA an Bord des Satelliten Spektr-RG, der letztes Jahr in einen L2-Orbit gestartet wurde.

Die Ebene unserer Milchstraße verläuft quer über die Mitte. Das Bild zeigt einen diffusen, überall vorhandenen Röntgenhintergrund und die heiße interstellare Blase, die als Nordpolar-Sporn bezeichnet wird. Auch glühend heiße Supernovaüberreste wie Vela, die Cygnus-Schleife und Cas A oder energiereiche Doppelsterne wie Cyg X-1 und Cyg X-2 sind abgebildet, weiters die GMW und die Galaxienhaufen in Coma, Virgo und Fornax.

Dieses erste Ganzhimmelsbild von eROSITA zeigt mehr als eine Million Röntgenquellen, von denen manche noch nicht erklärbar sind und daher sicherlich weiter erforscht werden.

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Die Tulpe und Cygnus X-1

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Bildcredit und Bildrechte: Ivan Eder

Beschreibung: Diese Teleskopansicht rahmt eine helle Emissionsregion und blickt entlang der Ebene unserer Milchstraße zum nebelreichen Sternbild Schwan (Cygnus). Die rötlich leuchtende Wolke aus interstellarem Gas und Staub wird allgemein Tulpennebel genannt und ist auch im 1959er-Katalog des Astronomen Stewart Sharpless als Sh2-101 zu finden. Etwa 8000 Lichtjahre entfernt und 70 Lichtjahre groß blühen die komplexen, schönen Nebelblüten in der Mitte dieses Kompositbildes. Die Ultraviolettstrahlung junger, energiereicher Sterne am Rand der Cygnus-OB3-Assoziation mit dem O-Stern HDE 227018 ionisiert die Atome und sorgt für die Emissionen des Tulpennebels. HDE 227018 ist der helle Stern nahe der Mitte des Nebels. Das Sichtfeld umrahmt auch den Mikroquasar Cygnus X-1, eine der stärksten Röntgenquellen am Himmel des Planeten Erde. Ihre blassere, gekrümmte Stoßfront, die von den mächtigen Strahlen aus der Akkretionsscheibe eines Schwarzen Lochs getrieben wird, liegt rechts über und hinter den kosmischen Blütenblättern.

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Antares-Raketenstart

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Bildcredit: NASA, Bill Ingalls

Beschreibung: Dunkel wirkt der Himmel dieser Szene, die den Mid-Atlantic Regional Spaceport (MARS) der Wallops Flight Facility der NASA in Virginia zeigt. Am Mittwoch, 18. September, wurde fotografiert, wie eine Antares-Rakete der Orbital Sciences Corporation die Startrampe 0A verließ, mit dem Raumtransporter Cygnus an Bord. Obwohl scheinbar Nacht ist, wurde das Foto um 10:58am EDT bei hellem, klarem Morgenhimmel fotografiert, und zwar mit einer für Infrarotfotografie umgebauten Digitalkamera. Die Sonne selbst steht links über dem Bild und erzeugt starke Blendreflexe im Inneren der Kameralinse im nahen Infrarot. Auf der Falschfarbendarstellung nehmen Vegetation und Reflexionen im Wasser eine fremdartige Blässe an. Das Raumfahrzeug Cygnus erreichte die Umlaufbahn und ist nun auf dem Weg zu einem Sonntagstreffen mit der Internationalen Raumstation. Das Raumfahrzeug liefert etwa 589 Kilogramm Nutzlast für die Besatzung der Expedition 37.

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Die Tulpe im Schwan

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Bildcredit und Bildrechte: Michael Joner, David Laney (West Mountain Observatory, BYU); Bearbeitung: Robert Gendler

Beschreibung: Diese Teleskopansicht zeigt eine helle Emissionsregion in der Ebene unserer Milchstraße im nebelreichen Sternbild Schwan (Cygnus). Die leuchtende Gaswolke aus interstellarem Gas und Staub, die allgemein Tulpennebel genannt wird, ist auch im Katalog des Astronomen Stewart Sharpless aus dem Jahr 1959 als Sh2-101 zu finden. Der Nebel ist etwa 8000 Lichtjahre entfernt nachvollziehbarerweise nicht die einzige kosmische Wolke, die das Bild von Blumen heraufbeschwört. Der komplexe, schöne Nebel ist hier auf einem Kompositbild zu sehen, das die Emissionen ionisierter Atome von Schwefel, Wasserstoff und Sauerstoff in roten, grünen und blauen Farben abbildet. Ultraviolette Strahlung des jungen, energiereichen O-Sterns HDE 227018 ionisiert die Atome und sorgt für die Emissionen des Tulpennebels. HDE 227018 ist der helle Stern neben dem blauen Bogen in der Bildmitte.

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