Zwölf Mondfinsternisse

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Credit und Bildrechte: Tunç Tezel (TWAN)

Beschreibung: Willkommen am Extra-Tag des Schaltjahres 2008 nach dem Gregorianischen Kalender! Betrachten Sie zur Feier des Tages diesen Raster von Mondfinsternis-Bildern, beginnend mit dem Schaltjahr 1996 mit der Finsternis vom Februar am Ende; die Daten sind numerisch nach dem Schema Jahr/Monat/Tag unter jedem Bild notiert. Die 3×4-Matrix, basierend auf der Sichtbarkeit an einem Beobachtungsort in der Türkei, zeigt elf der 13 totalen Mondfinsternisse in diesem Zeitraum und füllt das Gradnetz mit der partiellen Mondfinsternis vom September 2006 auf. Da die Bilder im gleichen Maßstab aufgenommen wurden, zeigen sie auch die merklichen Unterschiede des scheinbaren Durchmessers des verfinsterten Mondes, der vom Abstand zwischen Erde und Mond abhängt – dieser variiert entlang der elliptischen Mondbahn. Die totalen Phasen unterscheiden sich in Farbe und Dunkelheit. Diese Effekte hängen mit der unterschiedlichen Bewölkung und dem Staubgehalt der Atmosphäre zusammen, die das Sonnenlicht rötet und in den Erdschatten hineinlenkt. Die nächste Gelegenheit, diesem Gradnetz eine totale Mondfinsternis hinzuzufügen, kommt erst Ende des Jahrzehnts.

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Gemälde einer Sonnenfinsternis aus dem 18. Jahrhundert

Auf einem Altarbild im bayerischen Kloster Weltenburg beobachtet der heilige Benedikt eine Sonnenfinsternis samt Korona und Diamantring.

Gemälde: Cosmas Damian Asam; Digitalbild: Jay Pasachoff

Vielleicht ist dieses Gemälde die älteste realistische Darstellung einer totalen Sonnenfinsternis. Zumindest glauben das manche Historikerinnen*. Das Bild wurde 1735 von Cosmas Damian Asam fertiggestellt. Er war ein berühmter deutscher Maler und Architekt im frühen 18. Jahrhundert.

Deutlich erkennt man nicht nur eine totale Sonnenfinsternis, sondern auch die Sonnenkorona und den Diamantringeffekt. Er tritt auf, wenn das Sonnenlicht nur noch zwischen den Bergen am Mondrand hindurchfließt. Der Beobachter dieser Phänomene einer Finsternis ist der heilige Benedikt.

Roberta J. M. Olson und Jay Pasachoff vermuten, dass Asam eine der totalen Sonnenfinsternisse 1706, 1724 und 1733 selbst beobachtete. Alle drei Finsternisse fanden im Mai statt. Vielleicht sah er sie sogar alle. Viele Aspekte im astronomischen Universum, die heute als erwiesen gelten, wurden erst im letzten Jahrhundert bekannt oder genau erfasst.

Asams Gemälde hängt im Kloster Weltenburg in Bayern.

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Astronaut im Orbit spiegelt die Erde

Im Helm eines Raumanzugs spiegeln sich die ISS, die Erde, die Arme des Astronauten Clay Anderson von der Expedition 15 und die Kamera, mit der er das Foto machte.

Credit: Clayton C. Anderson, Besatzung Expedition 15, NASA

Selbstporträts von Leuten im All sind manchmal recht interessant. Dieses Bild zeigt – von außen nach innen – den verspiegelten Helm eines Raumanzuges, die Module der Internationalen Raumstation ISS, in der Mitte die Erde, dann die Arme des Astronauten Clay Anderson von der Expedition 15 und innen die Digitalkamera für den Schnappschuss.

Dieses Bild entstand bei der Mission der Raumfähre Endeavour letzten August. Dabei wurde die Raumstation ausgebaut. Die starke Krümmung der kugelförmigen Erde, die man in der Reflexion des Visiers sieht, zeigt nicht die tatsächliche Krümmung. Sie ist ein Artefakt, das durch die Krümmung des Helmes entsteht. Wenn man den Horizont der Erde aus der Höhe der ISS betrachtet, erscheint nur sanft gekrümmt. Die ISS ist nur ungefähr 400 Kilometer von der Erde entfernt.

Nächsten Monat ist wieder eine Mission eines Spaceshuttles zur Raumstation geplant. Dabei wird das Wissenschaftslabor Columbus installiert.

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Tyrrhenisches Meer und Sonnwendhimmel

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Credit und Bildrechte: Danilo Pivato

Beschreibung: Heute findet die Sonnenwende um 0608 universelle Zeit statt – zu diesem Zeitpunkt erreicht die Sonne ihre südlichste Deklination am Himmel des Planeten Erde. Wie immer markiert die Dezember-Sonnenwende den Beginn des Winters auf der Nordhalbkugel und des Sommers im Süden. Von nördlichen Breiten aus beobachtet macht die Sonne ihren niedrigsten Bogen am Himmel entlang des südlichen Horizonts. Daher vergeht am Sonnwendtag im Norden die kürzeste Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, und wir haben die wenigsten Stunden Tageslicht. Dieses eindrucksvolle Kompositbild folgt dem Pfad der Sonne während der Dezember-Sonnenwende 2005 an einem herrlich blauen Himmel mit Blick auf die Küste des Tyrrhenischen Meeres von Santa Severa in Richtung Fiumicino in Italien. Das Panorama erstreckt sich über etwa 115 Grad und besteht aus 43 einzelnen, gut geplanten Aufnahmen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.

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Apollo 17: Panorama des Kraters Shorty

Das breite Panorama zeigt die Mondoberfläche. Am Horizont ragen Berge hoch, dahinter ist die Schwärze des Weltraums. In der Bildmitte steht das Mondauto mit einem Astronauten, rechts daneben ist der Krater Shorty.

Credit: Apollo 17-Besatzung, NASA; Panorama-Montage: Mike Constantine

Beschreibung: Im Dezember 1972 verbrachten die Apollo 17-Astronauten Eugene Cernan und Harrison Schmitt etwa 75 Stunden auf dem Mond im Taurus-Littrow-Tal, während ihr Kollege Ronald Evans über ihnen im Mondorbit blieb. Dieses hoch aufgelöste Panorama wurde digital aus Bildern zusammengefügt, die Cernan aufnahm, als er und Schmitt über die Talsohle wanderten. Wenn ihr von der Sicht auf das beeindruckende Südmassiv ausgehend das Bild von links nach rechts betrachtet, seht ihr im Panorama Schmitt und den Mond-Rover am Rande des Kraters Shorty. In der Nähe liegt der Ort, an dem der Geologe Schmitt orangefarbenes Mondgestein entdeckte. Die Besatzung von Apollo 17 kehrte mit 110 Kilogramm Gesteins- und Bodenproben zurück – mehr, als von allen anderen Mond-Landeplätzen zurückgebracht wurden. Heute – 35 Jahre später – sind Cernan und Schmitt immer noch die letzten Menschen, die den Mond betreten haben.

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Kaguya zeigt einen Erdaufgang über dem Mond

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Credit und Bildrechte: SELENE-Team, JAXA, NHK

Beschreibung: Wie sieht die Erde vom Mond aus betrachtet aus? Eine neue Version dieser Perspektive des Raumfahrtzeitalters wurde kürzlich von der robotischen Sonde Kaguya im Mondorbit aufgenommen. Diese Wissenschaftsmission des Selenological and Engineering Explorer (SELENE) mit dem Spitznamen Kaguya, der vor zwei Monaten in Japan gestartet wurde, soll den Ursprung und die Entwicklung des Mondes untersuchen. Im letzten Monat erreichte Kaguya die Mondumlaufbahn und begann Daten und Bilder zu übermitteln. Dieses Bildfeld stammt von der HDTV-Kamera an Bord von Kaguya. Ein Astronaut, der auf der Mondoberfläche steht, würde niemals einen Erdaufgang beobachten können, da der Mond der Erde immer die gleiche Seite zuwendet. Sowohl dieser als auch der berühmte Erdaufgang, der vor 40 Jahren von der Besatzung von Apollo 8 aufgenommen wurde, geschieht nur für Beobachter in der Mondumlaufbahn.

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Tunguska: Der größte Einschlag der jüngeren Vergangenheit

Wie Streichhölzer sind Bäume im Bild geknickt, dazwischen stehen wenige abgebrochene Baumstämme.

Credit: Expedition Leonid Krulik, Wikipedia

Beschreibung: Kann ein Meteor so etwas verursachen? Am 30. Juni 1908 ereignete sich die mächtigste natürliche Explosion der jüngsten Erdgeschichte. Damals ein explodierte ein Meteorit über dem russischen Fluss Tunguska in Sibirien. Die Energie der Explosion war etwa 1000-mal größer als die der Atombombe, die über Hiroshima abgeworfen wurde. Der Tunguska-Einschlag knickte Bäume in einem Umkreis von mehr als 40 Kilometern und verursachte ein gewaltiges Erdbeben. Es gab erstaunliche Berichte von Augenzeugen.

Dieses Bild entstand bei einer russischen Expedition in die Tunguska. Diese brach fast 20 Jahre nach dem Ereignis auf. Die Teilnehmenden fanden Bäume, die auf dem Boden verstreut lagen wie Zahnstocher. Schätzungen zur Größe des Meteors reichen von 60 bis mehr als 1000 Meter. Man vermutet sogar, dass der nahe gelegene Tscheko-See beim Einschlag entstanden ist.

Ein Meteor von der Größe des Tunguska-Meteorits kann eine Stadt einebnen. Weil aber Großstädte und ihre Umgebung nur einen kleinen Teil der Erdoberfläche bedecken, ist ein direkter Einschlag auf eine Stadt relativ unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist ein Einschlag auf dem Wasser in der Nähe einer Stadt, bei dem ein gefährlicher Tsunami entsteht.

Heute sucht die Astronomie nach Objekten im Sonnensystem, die so eine Verwüstung hervorrufen könnten, bevor sie auf der Erde einschlagen.

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Die Sloan Great Wall: Das größte bekannte Gebilde?

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Credit und Bildrechte: W. Schaap (Kapteyn Institute, U. Groningen) et al., 2dF Galaxy Redshift Survey

Beschreibung: Was ist das größte uns bekannte Gebilde? Die Antwort könnte davon abhängen, wie man „Gebilde“ definiert. Eine Gruppierung von Galaxien, bekannt als die Sloan Great Wall, wurde im Zuge der Sloan Digital Sky Survey entdeckt und ist ein viel versprechender Kandidat. Die Sloan Great Wall ist auf dieser digital umgestalteten Umrisskarte von Galaxien auf der Zwei-Grad-Feld-Galaxien-Durchmusterung zu sehen. Dargestellt sind Galaxien, die weniger als eine Milliarde Lichtjahre entfernt sind, mit einer Rotverschiebung von etwa 0.1. Die etikettierte Sloan Great Wall erstreckt sich über eine Milliarde Lichtjahre, weiter als jedes Gefüge, das je vermessen wurde. Kritiker merken besorgt an, dass die Sloan Great Wall nicht als zusammenhängendes Gefüge bezeichnet werden sollte, weil es derzeit nicht gravitativ aneinander gebunden ist. Teile davon könnten niemals gravitativ gebunden werden. Ungeachtet dessen ist die Schönheit des örtlichen Universums von Galaxien auf dem Bild offensichtlich, wo auch mehrere riesige Superhaufen von Galaxien – das sind Anhäufungen von Galaxienhaufen – zu sehen sind. Darin enthalten sind der Shapley-Superhaufen aus Galaxien, ein Teil des Pisces-Cetus-Superhaufens und ein Teil des Horologium-Reticulum-Superhaufen.

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