Fuchsfell, Kegel und Weihnachtsbaum

Ein Sternenfeld mit buntem Gas und dunklem Staub zeigt oben im Bild einen kegelförmigen Nebel. In der Mitte befindet sich eine Nebelstruktur, die an ein Fuchsfell erinnert. Ein breiter Bereich ähnelt der Form eines Christbaums.

Bildcredit und Bildrechte: Tim White

Was haben diese Dinge gemeinsam: ein Kegel, ein Fuchsfell und ein Weihnachtsbaum? Antwort: Es gibt sie alle im Sternbild Einhorn (Monoceros).

Dieser Trödel-Komplex aus kosmischem Gas und Staub ist als NGC 2264 katalogisiert. Er gilt als Sternentstehungsgebiet und ist rund 2700 Lichtjahre entfernt. Auf Fotos erscheint er als Ansammlung von dunklen Wolken aus interstellarem Staub und rötlichen Emissionsnebeln, die von energiereichem Licht einiger neu entstandener Sterne zum Leuchten angeregt werden.

Der Winkeldurchmesser dieses Bildes ist breiter als der Vollmond. Das entspricht in der Entfernung von NGC 2264 einem Durchmesser von über 50 Lichtjahren.

Die Auswahl an kosmischen Charakteren hierin enthält (a) den Fuchsfell-Nebel. Seine verschlungene Fellstruktur liegt links neben der Bildmitte. (b) den hellen veränderlichen Stern S Mon genau rechts neben dem Fuchsfell und (c) den Kegelnebel am oberen Bildrand.

Die ganze leuchtende Region mit dem Konusnebel an der Spitze trägt auch den Namen Weihnachtsbaumhaufen. Die Sterne bilden den Baumschmuck.

Portal ins Universum: APOD-Zufallsgenerator

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Christbaum-Polarlicht

Das grüne Polarlicht über einer verschneiten Bergkette reicht hoch in den Himmel hinauf. Seine Form erinnert an einen Christbaum.

Bildcredit und Bildrechte: Jingyi Zhang

Es war Dezember, und am Himmel erstrahlte ein Christbaum. Ein Polarlicht in leuchtend grünen, blauen und lila Farben bildete eine Erscheinung, die an einen Baum erinnerte. Das Licht entstand in den hohen Schichten der Atmosphäre. Dort reagierten Sauerstoff und Stickstoff mit einem Sturm aus Elektronen. Die Zusammenstöße hoben Elektronen in den Atomen und Molekülen auf ein höheres Energieniveau. Als die Elektronen in ihren ursprünglichen Zustand zurückfielen, strahlten sie sichtbares Licht ab.

Das Bild wurde im Dezember 2023 in Djúpivogur auf Island aufgenommen.

Unsere Sonne ist derzeit in der energiereichsten Phase ihres Zyklus, der 11 Jahre dauert. In dieser Phase hat sie viele Sonnenflecken und aktive Regionen. Sie dauert wohl noch bis nächstes Jahr. Auf unserer Sonne gab es das ganze Jahr um das Maximum Ausbrüche. Manchmal führten sie zu spektakulären Polarlichtern auf der Erde.

Bildbearbeitung: Astrofotografie-Wettbewerb der NASA

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Die lokale Flocke

Die Grafik zeigt das interstellare Medium in der Umgebung der Sonne. Es wird auch als Lokale Flocke bezeichnet. Die blauen Pfeile zeigen die Bewegung des Gases, der gelbe Pfeil zeigt die Bewegung der Sonne. Zu den Sternen in der Umgebung zählen Sirius und Alpha Centauri.

Illustrationscredit: NASA, SVS, Adler, U. Chicago, Wesleyan

Die Sterne sind nicht allein. In der Scheibe unserer Galaxis, der Milchstraße, besteht etwa 10 Prozent der sichtbaren Materie aus Gas. Es wird als interstellares Medium (ISM) bezeichnet. Das ISM ist nicht überall gleich verteilt, sondern etwas fleckig, sogar in der Nähe der Sonne.

Es kann ziemlich schwierig sein, das lokale ISM zu messen, denn es ist sehr schwach und sendet wenig Licht aus. Dieses Medium besteht überwiegend aus Wasserstoff. Es absorbiert einige charakteristische Farben aus dem Licht der nächstgelegenen Sterne.

Hier ist eine Arbeitskarte des lokalen ISM in einem Bereich von 20 Lichtjahren. Sie basiert auf laufenden Beobachtungen und Teilchenfunden des Satellitenteleskops Interstellar Boundary Exporer satellite (IBEX) im Erdorbit.

Diese Beobachtungen zeigen, dass sich unsere Sonne durch eine Lokale Interstellare Wolke bewegt. Diese Wolke fließt aus der Scorpius-Centaurus-Assoziation. Das ist ein Gebiet, in dem Sterne entstehen. In den nächsten 10.000 Jahren verlässt unsere Sonne vermutlich die Lokale Wolke. Sie wird auch Lokale Flocke genannt.

Am lokalen ISM gibt es noch viel zu erforschen. Dazu gehören Details wie die Frage nach seiner Verteilung. Wir wissen auch wenig über seinen Ursprung und darüber, wie es die Sonne und die Erde beeinflusst. Die Messungen des Weltraumteleskops IBEX zeigen auch etwas, das überrascht: Die Richtung, aus der neutrale interstellare Teilchen durch unser Sonnensystem fließen, ändert sich stetig.

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Ein Jahr in Sonnenuntergängen

Das Bild zeigt 12 Sonnenuntergänge in einem Jahr. Die Position der Sonne am Horizont verändert sich im Lauf des Jahres.

Bildcredit und Bildrechte: Wael Omar

Diese Serie von Panoramabildern zeigt die Sonnenuntergänge am westlichen Horizont während eines Jahres. Die Bildfolge wurde im Voraus geplant. Die Bilder dafür wurden um den 21. Tag des jeweiligen Monats von April 2023 bis März 2024 aufgenommen, und zwar immer am selben Standort mit Blick auf die ägyptische Hauptstadt Kairo.

An jedem Ort auf der Erde zwischen den Polarkreisen markieren die nördlichen und südlichen Extrempunkte der untergehenden Sonne (im Bild rechts und links) die Tage der Sonnenwende. Der lateinische Begriff dafür lautet Solstitium. Das bedeutet „Stillstand der Sonne“. Am Tag der Sonnenwende hält die jahreszeitliche Verschiebung des täglichen Sonnenwegs am Himmel scheinbar inne. Dann kehrt die Verschiebung um, und die tägliche Sonnenbahn steigt am Himmel wieder höher.

Auch heute steht die Sonnenbahn still. Am 21. Dezember 2024 um exakt 09:21 UTC erreicht die Sonne die südlichste Deklination. Das ist der astronomische Beginn des Winters auf der Nordhalbkugel und des Sommers im Süden.

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Der lange Nachtmond

Foto des Vollmondaufgangs über schneebedeckten Gipfeln am Horizont. Der Himmel ist von einer dünnen Wolkendecke überzogen, durch den der Mond leuchtet. Er ist von einem farbigen Hof (innen bläulich und außen rotbräunlich) umgeben. Ein Kondenstreifen eines Flugzeugs verläuft von links unten nach rechts oben quer über den Mond. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Giorgia Hofer und Dario Giannobile (Pictores caeli)

In der Nacht des 15. Dezembers war der Vollmond hell. Im englischen Sprachraum ist er auch als „Kalter Mond“ oder „Mond der Langen Nacht“ bekannt. Er war der Vollmond, der am nächsten an der nördlichen Wintersonnenwende lag. Es war auch der letzte Vollmond des Jahres 2024.

Dieser Vollmond fand auch bei einer großen Mondwende statt. Eine große Mondwende ist ein Extremwert in der monatlichen Nord-Süd-Spanne von Mondaufgang und -untergang. Sie entsteht alle 18,6 Jahren durch die Präzession der Mondumlaufbahn. Dieser Vollmond befand sich in der Nähe des nördlichsten Aufgangs und Untergangs des Mondes am Horizont.

Dieses zusammengesetzte Bild zeigt den Aufgang des Vollmonds im Dezember. Es ist eine Kombination verschieden belichteter Aufnahmen. Sie bilden die den Helligkeitsumfang, den das Auge sieht, in dieser nördlichen Winternacht ab.

Dieser „Mond der Langen Nacht“ ist von einer bunten Korona umgeben. Er leuchtet mit dem Kondensstreifen eines Flugzeugs am kalten Himmel. Darunter ragen die schroffen, schneebedeckten Gipfeln der italienischen Dolomiten auf.

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Messier 2

Bildfüllend ist ein Kugelsternhaufen gezeigt. In der Mitte sind die Sterne sehr dicht und kaum einzeln zu erkennen. Der Sternhaufen wirkt wegen vieler roter und blauer Sterne sehr bunt.

Bildcredit: ESA/Hubble und NASA, G. Piotto et al.

Dieser riesige Sternhaufen ist der zweite Eintrag in der berühmten Liste des Astronomen Charles Messier, nach dem Krebsnebel. Die Liste ist ein Katalog aus dem 18. Jahrhundert mit Dingen, die keine Kometen sind.

M2 ist einer der größten Kugelsternhaufen, von denen heute bekannt ist, dass sie im Halo unserer Milchstraße wandern. Messier beschrieb ihn ursprünglich als einen Nebel ohne Sterne. Doch auf dieser beeindruckenden Hubble-Aufnahme sind die Sterne in den zentralen 40 Lichtjahren des Haufens abgebildet.

Seine Population beläuft sich auf fast 150.000 Sterne. Diese konzentrieren sich in einem Durchmesser von insgesamt etwa 175 Lichtjahren. Dieser uralte Bewohner der Milchstraße ist auch als NGC 7089 bekannt und 13 Milliarden Jahre alt. Er ist etwa 55.000 Lichtjahre entfernt und befindet sich im Sternbild Wassermann. Kürzlich wurde ein ausgedehnter stellarer Trümmerstrom in Verbindung mit Messier 2 entdeckt. Er ist ein Hinweis auf eine vergangene gravitative Gezeitenstörung.

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Die Polarringgalaxie NGC 660

Um die Galaxie NGC 660 im Sternbild Fische ist ein Ring aus Sternen und Staubwolken gewickelt.

Bildcredit und Bildrechte: Mike Selby

Was ist das für eine seltsame Galaxie? Diese seltene Struktur ist eine Polarring-Galaxie. Sie hat anscheinend zwei verschiedene Ringe aus Sternen. In der Galaxie NGC 660 erscheint ein Ring aus hellen Sternen, Gas und dunklem Staub fast senkrecht. Ein zweiter ähnlicher, aber kürzerer Ring verläuft diagonal von links oben.

Wie polare Ringgalaxien ihr auffälliges Aussehen erhalten, wird noch erforscht. Doch eine führende Theorie besagt, dass sie in der Regel bei der Kollision zweier Galaxien mit unterschiedlichen zentralen Ringebenen entstehen.

NGC 660 ist etwa 50.000 Lichtjahre breit. Sie liegt etwa 40 Millionen Lichtjahren entfernt im Sternbild Fische (Pisces). Dieses Bild wurde kürzlich vom Observatorio El Sauce in Chile aufgenommen.

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In der Nähe des Herznebels

Das Bild zeigt ein weites Sternenfeld mit mehreren Nebeln, die auf dem Rollover-Bild beschriftet sind. Links oben ist ein großer herzförmiger Nebel, der Herznebel.

Bildcredit und Bildrechte: Jeff Horne und Drew Evans

Was bringt den Herznebel zum Strahlen? Dieser große Emissionsnebel ist auch als IC 1805 bekannt. Er befindet sich in dieser Langzeitaufnahme links oben und ähnelt einem menschlichen Herz. Weil das häufigste Element, das darin vorkommt, Wasserstoff ist, leuchtet der Herznebel im roten Licht besonders hell. Dieses Bild ist eine Komposit-Aufnahme. Es wird zudem mit dem Licht, das Schwefel (gelb) und Sauerstoff (blau) abstrahlen, überlagert.

Im Zentrum des Herznebels befinden sich die jungen Sterne im offenen Sternhaufen Melotte 15. Ihre Sternenwinde und ihr energiereiches Licht zersetzen nach und nach die malerisch schönen Staubsäulen.

Der Herznebel ist etwa 7500 Lichtjahre entfernt. Man findet ihn im Sternbild Kassiopeia. Diese Weitwinkelaufnahme zeigt aber noch viel mehr: Direkt unter dem Herznebel ist der Fischkopfnebel. Links unten findet sich ein Supernovaüberrest und rechts sind gleich drei planetarische Nebel. Das Bild entstand durch Aufnahmen aus insgesamt 57 Nächten. Das ermöglicht es, lange, komplexe und lichtschwache Filamente deutlich zu sehen.

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