NGC 7293 – der Helixnebel

Mitten im Bild leuchtet ein ringförmiger Nebel. In der Mitte ist eine dunkelblaue Scheibe, darum herum ist ein fliederfarbener Nebel mit starken karmesinroten Rändern.

Bildcredit und Bildrechte: Don Goldman

Im Sternbild Wassermann vergeht ein sonnenähnlicher Stern. Er ist an die siebenhundert Lichtjahre von der Erde entfernt. In den letzten paar Tausend Jahren erzeugte er den Helixnebel (NGC 7293). Er ist ein gut untersuchtes und nahes Beispiel eines planetarischen Nebels. Der Helixnebel ist typisch für diese Schlussphase der Sternentwicklung.

Die Gesamtbelichtungszeit betrug 28,5 Stunden. Sie führte zu dieser detailreichen Ansicht des Nebels. Das Bild ist eine Kombination von Schmalband-Bilddaten. Es zeigt die Emissionslinien von Wasserstoffatomen in roten und Sauerstoffatomen in blaugrünen Farbtönen. In der hellen inneren Region der Helix mit einem Durchmesser von etwa 3 Lichtjahren zeigt es beachtliche Details. Es folgt auch den blasseren äußeren Strukturen im Halo. Mit dem Hof hat der Nebel eine Breite von mehr als sechs Lichtjahren.

Der weiße Punkt in der Mitte der Helix ist der heiße Zentralstern des planetarischen Nebels. Die Helix ist ein auf den ersten Blick einfacher Nebel. Neue Erkenntnisse zeigen eine überraschend komplexe Geometrie.

Zur Originalseite

Die Kaulquappen in IC 410

Das Nebelbild erinnert an einen Tümpel, in dem zwei Kaulquappen schwimmen. Der Hintergrund ist blau und wird links von nebelförmigen Ranken eingehüllt. Rechts unten schwimmen zwei geschlängelte Nebel mit Köpfchen.

Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh

Diese Nahaufnahme wurde mit einem Teleskop aufgenommen. Sie zeigt den sonst sehr blassen Emissionsnebel IC 410 in markanten Falschfarben. Rechts unter der Mitte schwimmen zwei Bewohner des kosmischen Tümpels aus Gas und Staub. Es sind die Kaulquappen von IC 410.

Das Bild wurde aus Bildern kombiniert, die mit Schmalbandfiltern fotografiert wurden. Die Schmalbanddaten zeigen Atome im Nebel: Emissionen von Schwefelatomen in Rot, die der Wasserstoffatome in Grün und der Sauerstoffatome in Blau. Der Nebel ist teilweise von Vordergrundstaub verdeckt. Er umgibt NGC 1893, einen jungen galaktischen Sternhaufen, der das leuchtende Gas anregt.

Die Kaulquappen bestehen aus dichterem, kühlerem Gas und Staub. Sie sind etwa 10 Lichtjahre lang. Möglicherweise entstehen darin Sterne. Ihre Schweife werden vom Wind und der Strahlung der Haufensterne geformt. Sie sind von der Zentralregion des Haufens fortgerichtet. IC 410 ist etwa 12.000 Lichtjahre entfernt. Er liegt im Sternbild Fuhrmann (Auriga).

Zur Originalseite

Sonnenflecken bei Sonnenuntergang

Die Sonne ist von der Lufthülle der Erde stark verzerrt. Links ist eine große Sonnenfleckengruppe, oben ein blauer Rand, unten ein roter.

Bildcredit und Bildrechte: Jürg Alean

Sonnenuntergänge sind ein häufig beobachtetes Himmelsereignis. Kürzlich boten Sonnenuntergänge eine Zugabe. Ein Sonnenfleck zog von links nach rechts mitten über die Sonnenscheibe. Die Sonne war hier von der Erdatmosphäre gedämpft und verzerrt. Der Fleck war so groß, dass er mit bloßem Auge sichtbar war. Er wurde am 5. Jänner bei Sonnenuntergang in der Schweiz fotografiert.

Detailansichten zeigen eine große aktive Sonnenregion. Die Sonnenflecken sind teilweise größer als der Planet Erde. Die Gruppe wurde als Aktive Region AR 1944 katalogisiert. Am 7. Jänner stieß sie eine beachtliche Sonneneruption und einen koronalen Massenauswurf (Coronal Mass Ejection, CME) aus. Er könnte die Erde erreichen und am 9. Jänner einen geomagnetischen Sturm mit Polarlichtern auslösen.

Zur Originalseite

M7: Offener Sternhaufen im Skorpion

Der Hintergrund ist orangebraun gefärbt und ist dicht mit Sternen gefüllt, dazwischen sind einige Dunkelnebel. Mitten im Bild leuchtet ein Sternhaufen mit bläulichen Sternen, nur einer ist auffallend orange.

Bildcredit und Bildrechte: Lorand Fenyes

M7 ist einer der markantesten offenen Sternhaufen am Himmel. Er besteht vorwiegend aus hellen, blauen Sternen. Bei dunklem Himmel sieht man ihn mit bloßem Auge im Schweif des Sternbildes Skorpion.

M7 enthält insgesamt etwa 100 Sterne. Er ist ungefähr 200 Millionen Jahre alt, 25 Lichtjahre breit und zirka 1000 Lichtjahre von uns entfernt. Dieses detailreiche Bild wurde letzten Juni mit einem kleinen Teleskop in Ungarn fotografiert. Es wurde aus mehr als 60 Zwei-Minuten-Belichtungen zusammengesetzt.

Der Sternhaufen M7 ist seit dem Altertum bekannt. Schon Ptolemäus erwähnte ihn im Jahr 130 n. Chr. Auch eine dunkle Staubwolke und buchstäblich Millionen unzusammenhängender Sterne sind in Richtung des galaktischen Zentrums zu sehen.

Zur Originalseite

Drei CubeSats freigesetzt

Aus einer Vorrichtung rechts wurden drei würfelförmige Kleinsatelliten ausgestoßen, am rechten Bildrand ist die Silhouette der Erde mit blauem Rand zu sehen.

Bildcredit: Besatzung der Expedition 38, NASA

Würfel kreisen um die Erde. CubeSats sind Würfelsatelliten. Sie haben eine Kantenlänge von zehn Zentimetern. Also sind sie ungefähr so groß wie eine große Kaffeetasse. Sie werden gebaut, um beim Bau und beim Start Kosten zu sparen. Das Bild zeigt, wie letzten November drei CubeSats auf der Internationalen Raumstation (ISS) mit dem Arm des japanischen Labormoduls Kibō ausgesetzt wurden.

CubeSats werden meist von Studenten im Rahmen universitärer Forschung oder Ingenieursprojekten konstruiert. Dazu gehören Missionen wie die das Sammeln von Weitwinkelbildern der Erde oder das Testen von Radiokommunikation im Orbit. Manche dieser Satelliten überwachen das Erdmagnetfeld oder erforschen die Strahlung um die Erde. Nach Monaten oder Jahren treten CubeSats wieder in die Erdatmosphäre ein, je nachdem, in welcher Höhe sie ausgesetzt werden.

Zur Originalseite

Die Galaxie NGC 474: Schalen und Sternströme

Die beiden Galaxien im Bild sind von komplexen Höfen umgeben, die wahrscheinlich ein Hinweis auf Gezeiten bei einer engen Begegnung sind.

Bildcredit und Bildrechte: P.-A. Duc (CEA, CFHT), Atlas-3D-Zusammenarbeit

Was passiert mit der Galaxie NGC 474? Die vielschichtigen Absonderungen wirken seltsam komplex. Angesichts der relativ strukturlosen Erscheinung der elliptischen Galaxie auf weniger detailreichen Bildern ist das unerwartet. Die Ursache der Schalen ist noch unbekannt. Es sind vielleicht Gezeitenschweife, die beim Aufsaugen zahlreicher kleiner Galaxien im Laufe der letzten Milliarde Jahre entstanden sind.

Die Hüllen sind ähnlich wie Wellen in einem Teich. Die Kollision mit der Spiralgalaxie über NGC 474 ist noch im Gange. Sie verursacht Dichtewellen, die durch den galaktischen Riesen wogen. Unabhängig von der tatsächlichen Ursache zeigt das Bild eine zunehmende Einigkeit darüber, dass zumindest einige elliptische Galaxien in jüngster Vergangenheit entstanden sind.

Die äußeren Höfe der meisten großen Galaxien sind eigentlich nicht gleichförmig, sondern komplex. Das wird durch häufige Wechselwirkungen mit – und die Aufnahme von – kleineren Galaxien in der Nähe verursacht. Der Hof unserer Milchstraße ist ein Beispiel für so eine unerwartete Komplexität. NGC 474 ist etwa 250.000 Lichtjahre groß. Sie liegt ungefähr 100 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild Fische (Pisces).

Zur Originalseite

Wolken und Sicheln

Am blauen Himmel in der Abenddämmerung stehen oben die sehr schmale Mondsichel und unten die Sichel der Venus. Dazwischen fliegt ein Flugzeug.

Bildcredit und Bildrechte: Christoph Malin (TWAN)

Die Sichel der Venus leuchtet am westlichen Horizont in der Abenddämmerung, als der Himmel aufklarte. Der Schwesterplanet der Erde lächelte am 2. Jänner bei einer Konjunktion mit dem schmalen, jungen Sichelmond zwischen den tiefen Wolken am unteren Bildrand.

Die Begegnung der Sicheln von Mond und Venus sah man zu Neujahr auf der ganzen Welt am Himmel. Der doppelte Kondensstreifen gehörte zu einem Flugzeug über Appenzell in der Schweiz. Bald verschwindet die Venus vom Abendhimmel. Am 11. Jänner erreicht sie ihre untere Konjunktion. Ende Jänner kehrt sie als Morgenstern zum Himmel des Planeten Erde zurück. Auch der Mond ist dann wieder jung.

Zur Originalseite

Lovejoy im neuen Jahr

Vor den blassen Sternen im Sternbild Herkules, die dicht über den Hintergrund verteilt sind, zieht Komet Lovejoy mit einem langen dünnen Schweif und einer grünen Koma diagonal durchs Bild.

Bildcredit und Bildrechte: Damian Peach

Komet Lovejoy (C/2013 R1) war 2013 ein Rivale des Kometen ISON. Er zieht noch immer über den frühen Morgenhimmel. Diese sternklare Szenerie zeigt ihn am Neujahrstag. Das Bildfeld ist etwa 3,5 Grad breit, im Hintergrund sind blasse Sterne im Sternbild Herkules.

Komet Lovejoy ist vor der Morgendämmerung an dunklen Orten nur knapp mit bloßem Auge sichtbar. Er bleibt auf der Nordhalbkugel ein gutes Ziel für Leute mit Fernglas. Diese detailreiche Aufnahme bringt Lovejoys schöne Schweife und die grünliche Koma besser zur Geltung als der Blick durchs Fernglas.

Komet Lovejoy ist kein Sonnenstreifer. Er erreichte seine größte Annäherung an die Sonne am 22. Dezember und zog seine Schleife hoch über der Ebene der Ekliptik. Nun ist Lovejoy unterwegs ins äußere Sonnensystem. Er begann das neue Jahr etwa 6,7 Lichtminuten vom Planeten Erde entfernt.

Zur Originalseite