Zur Erde fallen

Videocredit und -rechte: Red Bull Stratos, GoPro; Musik: Wilderness is Their Home Now und Satellites (East of the River), ExtremeMusic

Wie fühlt es sich an, wenn man aus großer Höhe zur Erde fällt? 2012 stellte Felix Baumgartner einen neuen Rekord für den höchsten Sprung auf. Er brach damit den früheren Sturzflug-Rekord von 31,3 Kilometern. Baumgartner sprang bei einem kommerziell organisierten Projekt von einer Ballonplattform, die 39 Kilometer über New Mexico in den USA schwebte. Er zeichnete den ganzen Sturz auf Video auf.

Baumgartner trug einen Druckanzug, der ihn mit atembarer Luft und Wärme versorgte, während er im Ballon aufstieg. Später kühlte er ihn, als beim Sturz Reibungshitze entstand. Im freien Fall stürzte Baumgartner 36,4 Kilometer tief, ehe er seinen Fallschirm öffnete. Er erreichte dabei eine Geschwindigkeit von über 1000 Kilometern pro Stunde und durchbrach die Schallmauer.

Dieses Video zeigt seinen freien Fall in Echtzeit. Er dauerte vier Minuten und 19 Sekunden. Bei dem waghalsigen Kunststück trat in der zweiten Minute eine etwas unerwartete, potenziell gefährliche Rotation auf. Sie hätte Baumgartner bewusstlos machen oder ihn zumindest desorientieren können. Nach dem packenden Sturz öffnete Baumgartner die Fallschirme und landete sicher.

Zur Originalseite

Hayabusa zeigt den Asteroiden Itokawa ohne Krater

Die Raumsonde Hayabusa fotografierte den Asteroiden Itokawa. Dieses Bild zeigt einen Himmelskörper ohne Krater. Der längliche Asteroid hat einige sehr glatte Oberflächenteile, der Rest ist von Geröll und Felsbrocken übersät.

Bildcredit und Bildrechte: ISAS, JAXA

Wo sind die Krater des Asteroiden Itokawa? Sie fehlen – unerwartet. Die japanische Robotersonde Hayabusa näherte sie sich 2005 dem Asteroiden, der die Erdbahn kreuzt. Sie schickte Bilder seiner Oberfläche. Eine solche Landschaft wurde nie zuvor auf einem anderen Körper des Sonnensystems fotografiert. Sie ist vielleicht völlig frei von Kratern.

Die wahrscheinlichste Annahme für das Fehlen der üblichen runden Dellen besagt, dass der Asteroid Itokawa ein Geröllhaufen ist. Vielleicht ist er ein Haufen aus Gesteins- und Eisbrocken, die durch eine geringe Gravitation nur lose zusammengehalten werden. Wenn das stimmt, entstehen Krater vielleicht nicht so leicht. Oder sie werden gefüllt, wenn ein vorbeiziehender Planet an dem Asteroiden rüttelt oder er von einem massereichen Meteor getroffen wird.

Der Asteroid Itokawa wird auch von der Erde aus beobachtet. Neue Ergebnisse zeigen, dass ein Teil des Inneren eine höhere mittlere innere Dichte aufweist als der andere Teil. Das ist noch eine unerwartete Entdeckung.

Die Mission Hayabusa brachte Bodenproben von Itokawa zur Erde. Sie liefern Hinweise auf die urzeitliche Geschichte des ungewöhnlichen Asteroiden und unser ganzes Sonnensystem.

Zur Originalseite

NGC 5101 und Freunde

Links unten und rechts oben sind zwei markante Galaxien, die linke untere ist von der Seite zu sehen, darunter ist eine kleinere Galaxie. Die Galaxie rechts oben sehen wir von oben.

Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh

Dieses scharfe Teleskop-Sichtfeld enthält zwei helle Galaxien. Es sind die Balkenspirale NGC 5101 rechts oben und die fast von der Seite sichtbare Galaxie NGC 5078. Beide sind am Himmel etwa 0,5 Grad voneinander entfernt. Das ist die scheinbare Breite eines Vollmondes. Sie liegen im gewundenen Sternbild Hydra (Wasserschlange).

Die Galaxien sind ungefähr 90 Millionen Lichtjahre entfernt und ähnlich groß wie unsere Milchstraße. Falls sie tatsächlich gleich weit von uns entfernt sind, beträgt der Abstand zwischen ihnen nur etwa 800.000 Lichtjahre. Das ist weniger als die halbe Entfernung der Milchstraße zur Andromedagalaxie.

NGC 5078 wechselwirkt mit einer kleineren Begleitgalaxie. Sie ist als IC 879 katalogisiert. Im Bild liegt links unter dem hellen Kern der größeren Galaxie. Im farbigen Bildfeld sind noch weiter entfernte Galaxien im Hintergrund verteilt. Manche sieht man sogar durch die von oben sichtbare Scheibe von NGC 5101 hindurch. Die markanten Zackensterne liegen im Vordergrund in unserer Milchstraße.

Zur Originalseite

Die Nacht verbirgt die Welt

Über dem stillen Turkanasee in Kenia leuchten Sterne und die Milchstraße hinter dunklen Wolken. Links oben gleißt die Venus als Abendstern.

Bildcredit und Bildrechte: Babak Tafreshi (TWAN)

Die Sterne blinkten auf, als die Abenddämmerung verblasste. Diese stille Himmelslandschaft erinnert an ein persisches Sprichwort: „Die Nacht verbirgt die Welt, doch sie enthüllt ein Universum.“ Die Szene wurde letzten November in Kenia fotografiert.

Im Norden ging die Sonne unter. Bald verbarg die Nacht das Ufer des Turkanasees. Dort gibt es viele Nilkrokodile. Die Region ist bekannt für ihren Reichtum an menschlichen Fossilien. Sie gilt als Wiege der Menschheit.

Die gleißende Venus war damals der Abendstern der Welt. Sie bestimmte die sternklare Nacht. Im zierlichen Bogen unserer Milchstraße waren auch zarte Sterne, kosmische Staubwolken und leuchtende Nebel zu sehen.

Zur Originalseite

Die Terrassen-Nacht

Über bewässerten Reisterrassen in der chinesischen Privinz Yuanyang leuchtet ein intensives Nachthimmellicht am sternklaren Himmel.

Bildcredit und Bildrechte: Cui Yongjiang

Am 25. Jänner flutete lang nach Sonnenuntergang ein ungewöhnlich intensives rotes Nachthimmellicht den Himmel dieser Landschaft. Die Szenerie mit Blick nach Süden wurde lange belichtet. Die Fotografie entstand mit einer Digitalkamera in der Provinz Yunnan im Südwesten von China.

Das schwelende Nachthimmellicht war mit bloßem Auge bestenfalls schwach sichtbar. Es entstand durch Chemilumineszenz. Das Luftleuchten entsteht etwa in der Höhe von Polarlichtern, wenn Luft durch Licht chemisch angeregt wird. Es ist auf der ganzen Erde zu beobachten. Die chemische Energie stammt von der extremen Ultraviolettstrahlung der Sonne.

Trotz der leuchtenden Atmosphäre stieg das Band der Milchstraße in dieser Nacht deutlich vom Horizont auf. Am oberen Bildrand gleißt der helle Stern Sirius. Das Luftleuchten und der sternklare Himmel spiegeln sich lieblich in den gewässerten Reisterrassen von Yuanyang.

Zur Originalseite

NGC 2683, eine von der Seite sichtbare Spiralgalaxie

Die Spiralgalaxie NGC 2683 im Sternbild Luchs verläuft diagonal durchs Bild. Sie hat die Form einer Spindel, weil wir sie von der Seite sehen. Vorne verlaufen sehr markante dunkle Staubbahnen.

Bildcredit: Subaru -Teleskop (NAOJ), Weltraumteleskop Hubble; Bildmontage, Bearbeitung und Bildrechte: Robert Gendler

Hat die Spiralgalaxie NGC 2683 einen Balken in der Mitte? Sie ist unserer Balken-Galaxis so ähnlich, dass man einen Balken vermuten könnte. Doch wir sehen sie fast von der Seite. Daher ist das schwer zu erkennen. Jedenfalls ist dieses prächtige Inseluniversum als NGC 2683 katalogisiert. Es ist etwa 20 Millionen Lichtjahre von uns entfernt und liegt im nördlichen Sternbild Luchs (Lynx).

Diese kosmische Aussicht entstand aus Daten und Bildern des erdgebundenen Subaru-Teleskops und des Weltraumteleskops Hubble. NGC 2683 ist fast von der Seite zu sehen. Hinten sind weiter entfernte Galaxien verstreut. Das gemischte Licht einer großen Population alter gelblicher Sterne bildet den markanten hellen Kern der Galaxie.

Vor dem Sternenlicht verlaufen die Silhouetten der Staubstraßen in den gewundenen Spiralarmen. Sie werden vom verräterischen blauen Leuchten junger Sternhaufen der Sternbildungsregionen in der Galaxie gesäumt.

Zur Originalseite

Der Teilchenstrahl von HH 24

Im Bild sind gelb und orange leuchtende Nebel vor einem dunklen Hintergrund verteilt. Links schießt ein Strahl aus einer hellen Stelle hervor, er bildet ein Herbig-Haro-Objekt.

Bildcredit: Hubble-Nachlassarchiv, NASA, ESABearbeitung: Judy Schmidt

Wenn ihr HH 24 besucht, bleibt weg vom Teilchenstrahl! Mögliche Zukunftsreisende brauchen diesen Rat. Der mächtige Strahl enthält wahrscheinlich Elektronen und Protonen, die mit Hunderten Kilometern pro Sekunde dahinrasen.

Dieses Bild wurde mit dem Weltraumteleskop Hubble im Infrarotlicht fotografiert. Es soll stürmische Sternbildungsregionen besser erklären. Sie werden als junge stellare Objekte (Young Stellar Objects, YSO) bezeichnet.

Wenn ein Stern entsteht, kreist häufig eine Scheibe aus Staub und Gas um das YSO. Dabei entsteht ein mächtiger zentraler Strahl. Hier erzeugen energiereiche Strahlen an beiden Enden das Herbig-Haro-Objekt 24 (HH 24), indem sie in das umgebende interstellare Gas schießen.

Die ganze Sternbildungsregion ist etwa 1500 Lichtjahre entfernt. Sie liegt im Orion-B-Molekülwolkenkomplex. Strahlen wie jener, der HH 24 bildet, kommen sehr selten vor. Daher vermutet man, dass sie nur wenige Tausend Jahre bestehen.

Zur Originalseite

Rover Yutu auf einem Zeitrafferpanorama vom Mond

Das Panorama zeigt die Mondlandschaft beim Landegebiet des chinesischen Mondrovers Yutu im Mare Imbrium. Der Jadehase ist an drei Positionen abgebildet.

Bildcredit: CNSA, Chinanews, Kenneth Kremer und Marco Di Lorenzo

Wo war der Rover Yutu auf dem Mond? Der chinesische Roboter-Rover Yutu erreichte Mitte Dezember 2013 den Erdmond. Einen Teil der letzten eineinhalb Monate erforschte er das Mare Imbrium. Weil er mit Sonnenenergie arbeitet, geht der mechanische Jadehase in einen Schlafmodus, um die zwei Wochen lange Mondnacht zu überstehen.

Dieses digitale Zeitraffer-Kompositpanorama zeigt die Region um die Landestufe Chang’e 3. Der Rover, der so groß ist wie ein Tisch, ist an drei Positionen zu sehen. Rechts fährt Yutu nach Süden, um grünere Weiden zu erforschen. Wahrscheinlich kehrt er nie wieder zu seinem Landegerät zurück.

Zur Originalseite