Komet Lemmon und sein veränderlicher Ionenschweif

Fünf Bilder des Kometen Lemmon sind nebeneinander aufgereiht. Unten sind Koma und Kern, der Schweif steigt jeweils nach oben auf. Beschreibung im Text.

Bildcredit und Bildrechte: Victor Sabet und Julien De Winter

Wie verändert sich ein Kometenschweif? Das hängt vom Kometen ab. Der Ionenschweif des Kometen C/2025 A6 (Lemmon) hat sich deutlich verändert. Das zeigt diese Bildreihe, die an fünf Tagen zwischen 25. September und 3. Oktober (von links nach rechts) in Texas (USA) aufgenommen wurde.

An manchen Tagen war der Ionenschweif des Kometen etwas komplexer als an anderen Tagen. Die Gründe für diese Veränderungen sind vielfältig. Es kommt darauf an, wie viel Material der Kometenkern gerade ausstößt. Auch die Stärke und Komplexität des Sonnenwinds, der vorbeiströmt, und die Rotationsrate des Kometen spielen eine Rolle. Im Laufe einer Woche kann sogar der veränderte Blickwinkel von der Erde zu scheinbaren Unterschieden im Anblick führen. Das Gas, das der Komet ausstößt, wird vom Sonnenwind hinausgedrückt. Daher zeigt der Ionenschweif immer von der Sonne weg.

Komet Lemmon ist derzeit erst auf dem Weg ins Sonnensystem hinein und wird noch heller. Am 21. Oktober kommt er der Erde am nächsten. Am 8. November passiert der Komet den sonnennächsten Punkt seiner Bahn.

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Ein langes Sturmsystem auf Saturn

Die orangefarbene Kugel mit weißem Äquator ist der Planet Saturn. Seine Ringe sind die dünne, waagrechte blaue Linie in der Mitte. Darunter sind die markanten Schatten der Ringe zu sehen. Oben verläuft ein langes Sturmsystem mit vielen Wirbeln.

Bildcredit: NASA, JPL, ESA, Cassini-Bildgebungsteam, SSI

Es war einer der ausgedehntesten und langlebigsten Stürme, die je in unserem Sonnensystem aufgezeichnet wurden. Diese Wolkenformation auf Saturns Nordhalbkugel wurde Ende 2010 entdeckt. Der Sturm war von Beginn an größer als die Erde. Bald umspannte er den gesamten Planeten. Er wurde nicht nur von der Erde aus beobachtet. Die NASA-Sonde Cassini war zu dieser Zeit im Orbit um Saturn und lieferte Nahaufnahmen der Sturmwolken.

Das Bild wurde im Infrarot aufgenommen. Hier ist es in Falschfarben dargestellt. Wolken in tiefen Schichten der Atmosphäre sind in Orange gefärbt. Hellere Farben weisen auf hoch liegende Wolken hin. Die Saturnringe sind fast genau von der Kante aus zu sehen. Sie erscheinen als dünne blaue Linie. Die gebogenen dunklen Bänder sind die Schatten der Ringe, die das Sonnenlicht auf die oberen Wolkenschichten wirft.

Blitze in dem Wettersystem erzeugten ein Rauschen in Radiowellen. Man vermutet, dass dieser heftige Sturm mit dem Frühlingsbeginn im Norden Saturns zusammenhängt. Nachdem der Sturm länger als sechs Monate lang gewütet hatte, umspannte er den ganzen Planeten. Schließlich versuchte er sein eigenes Ende zu überholen. Das führte überraschenderweise zu seiner langsamen Auflösung.

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Der rotierende Mond

Videocredit: NASA, Lunar Reconnaissance Orbiter, Arizona State U.

Von der Erde aus kann man nie sehen, wie sich der Mond auf diese Weise dreht. Das liegt daran, dass sich der Mond synchron mit seiner Umlaufbewegung dreht. Er zeigt den Bewohner*innen unseres Planeten deshalb immer dieselbe Seite. Man nennt sie gebundene Rotation.

Der Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) machte detaillierte Aufnahmen. Mit moderner Digitaltechnik entstand daraus ein hochauflösender virtueller Film der Mondrotation. Dieses Zeitraffervideo beginnt mit einer Ansicht der bekannten Vorderseite des Mondes. Schnell kommt dann das Mare Orientale ins Bild. Dabei handelt es sich um einen großen Krater mit einem dunklen Zentrum. Er ist von der Erde aus nur schwer zu sehen und befindet sich direkt unter dem Äquator.

Eine ganze Umdrehung des Mondes ist in dem Video auf 24 Sekunden verkürzt. Es zeigt deutlich, dass es auf der Vorderseite des Mondes, die zur Erde zeigt, eine Fülle von dunklen Mondmeeren gibt. Die Mondrückseite hingegen wird von hellen Mondhochländern geprägt.

Heute Abend ist die Internationale Mondbeobachtungsnacht (International Observe the Moon Night). Schließt euch bei hoffentlich klarem Himmel Leuten an, die den Mond beobachten, und schaut einfach den Teil der Mondvorderseite an, der von der Sonne beleuchtet ist!

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Pandoras Galaxienhaufen

Dieses Bild zeigt fast nur Galaxien. Ein Stern mit sechs Zacken rechts neben der Mitte ist eine Ausnahme, er liegt in der Milchstraße. Die Galaxien liegen entweder im Pandora-Galaxienhaufen Abell 2744 oder weit dahinter. Beschreibung im Text.

Bildcredit: NASA, ESA, CSA, Ivo Labbe (Swinburne), Rachel Bezanson (Universität von Pittsburgh), Bearbeitung: Alyssa Pagan (STScI)

Dieses detailreiche Mosaikbild zeigt den Galaxienhaufen Abell 2744. Die Aufnahmen stammen von der NIRCam, die am James-Webb-Weltraumteleskop montiert ist. Abell 2744 ist auch als Pandoras Galaxienhaufen bekannt. Er entsteht offenbar bei der schwerfälligen Verschmelzung von drei massereichen Galaxienhaufen. Abell 2744 ist etwa 3,5 Milliarden Lichtjahre entfernt im Sternbild Bildhauer (Sculptor) zu finden.

Dunkle Materie dominiert den Megahaufen. Sie krümmt und verzerrt die Raumzeit. Dabei werden Objekte, die noch weiter entfernt sind, durch Gravitationslinsen betont. Viele der Lichtquellen, die durch die Gravitationslinsen verstärkten werden, sind sehr ferne Galaxien im frühen Universum. Sie sind röter als die Galaxien in Pandoras Galaxienhaufen. Ihre Abbilder sind zu Bögen verzerrt.

Die markanten Lichtkreuze stammen von Sternen im Vordergrund in der Milchstraße. In der geschätzten Entfernung des Pandora-Galaxienhaufens ist dieser Ausschnitt etwa 6 Millionen Lichtjahre breit. Doch nur keine Panik! Man kann die faszinierende Region in einem 2-minütigen Video erforschen.

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Pluto bei Nacht

Vor einem schwarzen Hintergrund steht ein schwarzer Kreis, der von einem zarten grauen Verlauf umgeben ist. An der oberen Seite des Kreises sind auf seiner Oberfläche bergige Strukturen erkennbar.

Bildcredit: NASA, Johns Hopkins Univ./APL, Südwest-Forschungsinstitut

Diese Schattenszene zeigt die Nachtseite von Pluto. Die atemberaubende Perspektive wurde aus dem Weltraum aufgenommen. Die Sonne befand sich 4,9 Milliarden Kilometer hinter der fernen und dunklen Welt. Diese Entfernung entspricht fast 4,5 Lichtstunden.

Die weit entfernte Sonde New Horizons nahm das Bild im Juli 2015 auf. Zu dem Zeitpunkt war das Raumfahrzeug etwa 21.000 Kilometern von Pluto entfernt. Nur 19 Minuten zuvor war die Sonde noch näher am Pluto vorbeigeflogen. Pluto ist ein Himmelskörper im Kuipergürtel. Ihr könnt seine dünne, überraschend komplex geschichtete, dunstige Atmosphäre hier im Gegenlicht erkennen.

Im oberen Teil des Bildes seht ihr in der sichelförmigen dämmrigen Landschaft die südlichen Bereiche von Ebenen aus Stickstoffeis. Sie heißen heute offiziell Sputnik Planitia. Daneben befinden sich zerklüftete Gipfel der Tenzing Montes. Sie bestehen aus Wassereis.

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NGC 6960: Der Hexenbesennebel

Vor einem dunklen Hintergrund voll schwacher Sterne erstrecken sich mehrere gewellte Stränge quer durch das Bild. Einige sind rot, einige sind blaugrün.

Bildcredit und Bildrechte: Brian Meyers

Noch vor Beginn der Geschichtsschreibung erschien vor zehntausend Jahren ein neues Licht am Nachthimmel. Es verblasste nach einigen Wochen wieder. Heute wissen wir, dass dieses Licht von einer Sternexplosion – einer Supernova – stammte. Der Überrest der Supernova heißt Schleiernebel. Er ist die sich ausbreitende Trümmerwolke der Explosion.

Diese scharfe, mit einem Teleskop gemachte Aufnahme zeigt den westlichen Teil des Schleiernebels. Er trägt die Katalogbezeichnung NGC 6960. Weniger förmlich ist er als Hexenbesen-Nebel bekannt. Bei der gewaltigen Explosion entstand eine Stoßwelle. Sie pflügt durch den Weltraum zwischen den Sternen. Dabei nimmt sie interstellares Material mit und bringt es zum Leuchten. Die leuchtenden Stränge sind mit Schmalbandfiltern aufgenommen. Sie ähneln Kräuselungen in einem fast von der Seite betrachteten Laken. Ihr könnt atomares Wasserstoffgas (rot) und Sauerstoffgas (blaugrün) erstaunlich gut getrennt erkennen.

Der gesamte Supernova-Überrest liegt etwa 1400 Lichtjahre entfernt in Richtung des Sternbilds Schwan (Cygnus). Dieser Hexenbesen ist rund 35 Lichtjahre lang. Der helle Stern im Bild ist 52 Cygni. Ihr könnt ihn mit bloßem Auge an einem dunklen Ort gut sehen. Er hat aber nichts mit dem alten Supernova-Überrest zu tun.

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Komet Lemmon wird heller

Links unten ist die grünliche Koma des Kometen C/2025 A6 (Lemmon) abgebildet. Nach rechts oben verläuft sein leicht aufgefächerter Ionenschweif.

Bildcredit und Bildrechte: Victor Sabet und Julien De Winter

Der Komet Lemmon wird immer heller und bewegt sich Richtung Morgenhimmel der Nordhalbkugel. Neben den Kometen SWAN25B und ATLAS, ist C/2025 A6 (Lemmon) inzwischen schon der dritte Komet, den man mit Ferngläsern oder auf länger belichteten Aufnahmen sieht.

Der Komet wurde Anfang des Jahres entdeckt. Er befindet sich derzeit noch auf seinem Weg in das innere Sonnensystem. Am 8. November wird er die Sonne umrunden – nachdem er am 21. Oktober seinen erdnächsten Punkt erreicht hat. An diesem Tag ist er immer noch knapp halb so weit von der Erde entfernt wie die Sonne.

Auch wenn die Helligkeit von Kometen sehr schwer vorhersagbar ist, so gehen manche optimistischen Schätzungen davon aus, dass Lemmon dann tatsächlich mit dem bloßen Auge sichtbar wird. Bis Mitte des Monats Oktober findet man den Kometen am besten vor der Morgendämmerung. Danach ist er auch am Abend zu sehen.

Das Bild zeigt den Kometen mit seinem gespaltenen Ionenschweif, der sich rasch verändert. Es wurde Ende letzter Woche in Texas in den USA fotografiert.

Galerie: Komet Lemmon 2025

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Zwei fotogene Kometen am Himmel

Zwei Kometen ziehen nebeneinander über den Himmel. Von ihren grünlichen Köpfen zeigt ein Ionenschweif nach links oben. Der Schweif des rechten Kometen ist viel länger als der des linken. Er ist auch viel näher.

Bildcredit und Bildrechte: Luc Perrot (TWAN)

Es wirkt zwar, als würden diese Kometen um die Wette rasen, doch das tun sie nicht. Auf diesem Bild standen die Kometen C/2025 K1 ATLAS (links) und C/2025 R2 SWAN (rechts) zufällig nahe beisammen. Es wurde letzte Woche auf der französischen Insel Reunion im südlichen Indischen Ozean fotografiert.

Der blassere Komet ATLAS nähert sich der Sonne. Er erreicht die größte Annäherung und wohl auch seine größte Helligkeit Anfang Oktober. Wahrscheinlich sieht man ihn trotzdem nur auf lang belichteten Aufnahmen.

Der hellere Komet mit der Bezeichnung SWAN25B entfernt sich nun von unserer Sonne. Er erreicht seine größte Annäherung an die Erde Mitte Oktober. Es gibt optimistische Schätzungen, dass er hell genug für das bloße Auge wird. Beide Kometen haben eine grünliche Koma aus verströmtem Gas und einen Ionenschweif, der von der Sonne wegweist.

Galerie: Komet SWAN25B

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