All Hallows’ Eve und der Geisterkopfnebel

Die zwei hellen Flecken im Geisterkopfnebel sorgen dafür, dass NGC 2080 an ein Gesicht erinnert. Die schaurige Visage passt zum gruseligen Fest Halloween.

Bildcredit: NASA, ESA, Mohammad Heydari-Malayeri (Observatoire de Paris) et al.,

Der Ursprung von Halloween ist antik und astronomisch. Seit dem fünften Jahrhundert v. Chr. feiert man Halloween als Kreuzvierteltag. Er steht am Ende des Herbstes und am Beginn des Winterquartals. Dieser Tag liegt etwa in der Mitte zwischen dem Äquinoktium (gleicher Tag / gleiche Nacht) und der Sonnenwende. Auf der Nordhalbkugel ist es der kürzeste Tag mit der längsten Nacht.

Halloween findet zwar noch diese Woche zum Monatswechsel statt. Doch der wahre Quartalswechseltag ist im modernen Kalender erst eine gute Woche später. Ein anderer Kreuzvierteltag ist Mariä Lichtmess (in den USA ist es der „Murmeltiertag„). Der moderne Halloween-Brauch, bei dem man sich schaurig verkleidet, hat historische Wurzeln. Man wollte die Geister der Toten verscheuchen.

Zu diesem alten Feiertag passt das Bild des Geisterkopfnebels NGC 2080. Es wurde vom Weltraumteleskop Hubble aufgenommen. NGC 2080 sieht ähnlich aus wie ein fiktiver Geist. Doch er ist eine Region, in der Sterne entstehen, und liegt in der Großen Magellanschen Wolke, einer Satellitengalaxie der Milchstraße. NGC 2080 ist rund 50 Lichtjahre groß. Er wurde hier in repräsentativen Farben dargestellt.

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Webb zeigt Rho Ophiuchi

Mehrere helle Sterne mit langen Spitzen stehen in Staub- und Gaswolken, die rot, gelblich und bläulich leuchten.

Bildcredit: NASA, ESA, CSA, STScI, Klaus Pontoppidan (STScI)

In diesen Molekülwolken bei Rho Ophiuchi entstehen sonnenähnliche Sterne und neue Planetensysteme. In einer Entfernung von nur 390 Lichtjahren ist dies die uns am nächsten gelegene Sternentstehungsregion.

Die NIRCam an Bord des James-Webb-Weltraumteleskops fotografierte das Chaos der Entstehung. Sie nahm dieses Infrarotbild in einem beeindruckenden Maßstab auf. Das Bild zeigt weniger als ein Lichtjahr der Region um Rho Ophiuchi. Es enthält etwa 50 junge Sterne. An helleren Sternen könnt ihr deutlich das charakteristische Muster der Beugungsspitzen des Webb-Teleskops erkennen.

Riesige Strahlen aus verdichtetem molekularem Wasserstoff sind im Bild rot dargestellt. Sie schießen aus neugeborenen Sternen hervor. Ein energiereicher, junger Stern hat die große, gelbliche, staubige Aushöhlung nahe der Bildmitte geschaffen. In diesem atemberaubenden Bild sind bei einigen Sternen Schatten zu erkennen. Sie stammen von ihren protoplanetaren Scheiben.

Diese spektakuläre kosmische Schnappschuss wurde 2023 veröffentlicht. Mit ihm wurde das erfolgreiche erste Jahr der Erforschung des Universums mit dem Webb-Teleskop gefeiert.

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Saturn bei Nacht

Wir sehen auf die Nachtseite von Saturn. Oben ist der Planet sichelförmig von der Sonne beleuchtet. Sein Schatten fällt auf die Ringe, die ebenfalls im Sonnenlicht liegen. Die Cassini-Teilung ist eine markante dunkle Lücke in den Ringen.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, Institut für Weltraumforschung, Mindaugas Macijauskas

Saturn ist ein heller Planet am Nachthimmel. Sein Anblick im Teleskop macht den äußeren Gasplaneten mit seinen wunderschönen Ringen oft zum Höhepunkt bei Sternführungen. Doch diese fantastische Ansicht von Saturns Ringen und seiner Nachtseite ist für keine Teleskope auf der Erde nicht möglich. Aus dem inneren Sonnensystem sehen wir nur die Tagseite von Saturn.

Dieses Bild zeigt Saturns schmale Sichel, die von der Sonne beschienen wird, und die Schatten der Nacht über seinem weiten und komplexen Ringsystem. Es stammt von der Raumsonde Cassini. 13 Jahre lang war das Raumfahrzeug, das von der Erde aus ferngesteuert wurde, in einer Umlaufbahn um Saturn. Am 15. September 2017 wurde Cassini schließlich in die Atmosphäre des Gasriesen gelenkt.

Dieses schöne Mosaik entstand aus Bildern von Cassinis Weitwinkelkamera. Sie wurden erst zwei Tage vor Cassinis endgültigem Eintauchen in Saturn aufgenommen. Wir sehen Saturns Nacht erst wieder, wenn das nächste Raumschiff von der Erde dem Planeten einen Besuch abstattet.

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SWAN, Schwan, Adler

Vor den dichten Sternwolken der zentralen Milchstraße posiert der Komet C/2025 R2 (SWAN). Die roten Nebel im Bild sind der Adlernebel und der Schwanennebel. Sie sind auch als M16 und M17 bekannt.

Bildcredit und Bildrechte: Adam Block

Komet C/2025 R2 (SWAN) zeigt eine grünliche Koma und einen schwachen Schweif. Diese Teleskopaufnahme vom 17. Oktober ist 7 Grad breit. Darauf steht der Komet vor einer Ansammlung von Sternen und staubigen interstellaren Wolken.

An diesem Tag posierte der neue Besucher im inneren Sonnensystem mit zwei anderen „Himmelsvögeln“ vor dem Zentrum unserer Milchstraße. Messier 16 am unteren Bildrand und Messier 17 sind auch als Adlernebel bzw. Schwanennebel bekannt.

Das grünliche Leuchten der Koma des Kometen entsteht, wenn zweiatomiges Kohlenstoffgas im Sonnenlicht fluoresziert. Die rötlichen Farbtöne in den Nebeln stammen von ionisiertem Wasserstoff. Sie zeigen Gebiete mit Sternentstehung, diese sind etwa 5000 Lichtjahre entfernt.

Komet SWAN zieht nun wieder aus dem inneren Sonnensystem hinaus. Er bleibt aber weiterhin ein gutes Ziel für Ferngläser und kleine Teleskope. In den frühen Abendstunden kann man ihn am Nordhimmel nahe am südlichen Horizont beobachten. C/2025 R2 (SWAN) kam unserem schönen Planeten am 20. Oktober am nächsten. Er war damals nur 2,2 Lichtminuten entfernt.

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Komet Lemmon über der Hohen Tatra

Vorne ragt eine Bergkette auf. Darüber ist der ein heller Komet zu sehen. Der Komet hat lange, helle Schweife, der der längere Schweif schimmert hellblau.

Bildcredit und Bildrechte: Tomáš Slovinský und Constantine Themelis

Komet Lemmon liefert Kameras auf der ganzen Welt eine ziemliche Schau. Diese Woche erreichte er den erdnächsten Punkt seiner Bahn. Der fotogene Komet C/2025 A6 (Lemmon) fächert nun zwei lange Schweife auf: einen blauen Ionenschweif und einen weißen Staubschweif.

Der allgegenwärtige Sonnenwind, der sich ständig verändert, treibt den Ionenschweif hinaus ins All. Das energiereiche Sonnenlicht ionisiert den ihn, daher leuchtet er. Die Struktur im Ionenschweif wird davon bestimmt, wie viel Gas jeden Augenblick ausgestoßen wird. Der Staubschweif wird vom Sonnenlicht vom Kometen fort getrieben. Er leuchtet, weil er Sonnenlicht reflektiert.

Dieses Bild ist ein verstärktes Komposit aus 50 Aufnahmen. Sie wurden vor zwei Tagen im slowakischen Mlynica fotografiert. Die Berge im Vordergrund sind die Hohe Tatra, die teilweise die Slowakei von Polen trennt. Am besten sieht man Komet Lemmon auf lang belichteten Aufnahmen mit Kamera. Doch am nördlichen Himmel wird die Eiskugel, die sich auflöst, sogar mit bloßem Auge zart sichtbar, wenn der Himmel im Westen nach Sonnenuntergang dunkel ist.

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IC 1805: Der Herznebel

Mitten im Bild ist ein herzförmiger Nebel mit einem blauen Hintergrund. Rechts darüber ist der Fischkopfnebel.

Bildcredit und Bildrechte: Toni Fabiani

Was lädt den Herznebel auf? Beginnen beim großen Emissionsnebel links. Er ist als IC1805 katalogisiert und ähnelt ein bisschen einem menschlichen Herzen. Der Nebel leuchtet in einem hellen Rot, das vom Wasserstoff ausgesendet wird, der das häufigste Element im Nebel ist. Doch dieses lang belichtete Foto zeigt auch das Licht der Elemente Silizium (Gelb) und Sauerstoff (Blau).

Im Zentrum des Herznebels befinden sich die jungen Sterne des offenen Sternhaufens Melotte 15. Mit ihrer energiereichen Strahlung und Sternenwind tragen sie die Säulen aus Staub ab.

Der Herznebel ist 7500 Lichtjahre von uns entfernt. Er liegt in Richtung des Sternbildes Kassiopeia. Rechts oben sieht man den Fischkopfnebel, er liegt neben dem Herznebel. Das detailgetreue Foto zeigt deutlich, wie das leuchtende Gas den Herznebel in alle Richtungen umgibt.

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Komet Lemmon finden

Über einem ruhigen See schimmert der Komet Lemmon. Rechts daneben ist der Große Wagen, der sich im Wasser spiegelt. Links biegt sich das Ufer mit Geröll und einem Wald. Das Bild entstand in der violett leuchtenden Dämmerung.

Bildcredit und Bildrechte: Petr Horalek / Institut für Physik Opava

Wenn ihr heute Abend den Großen Wagen am Himmel entdeckt, habt ihr gute Chancen, auch den Kometen Lemmon zu erspähen. Nach Sonnenuntergang lohnt sich ein Blick nach Nordwesten. Dort, knapp unter der Deichsel des bekannten Sternbilds, zeigt sich der schwache, aber ausgedehnte Komet C/2025 A6 (Lemmon).

Mit bloßem Auge kann man den Besucher im inneren Sonnensystem nur schwer erkennen. Die Kamera kann hier hilfreich sein, denn sie kann lichtschwache Objekte oft besser sichtbar machen. Haltet Ausschau nach einem verschwommenen, grünlichen „Stern“ mit Schweif. Auch wenn dieser vermutlich nicht so lang erscheint wie hier, lohnt sich der Blick. Dieses beeindruckende Foto wurde vor zwei Nächten an der Talsperre Seč in Tschechien aufgenommen.

Aktuelle Aufnahmen des Kometen C/2025 A6 (Lemmon) zeigen einen dynamischen Ionenschweif. Er ist länger als der Teil, den das menschliche Auge erfassen kann. Der Komet hat derzeit fast seine größte Annäherung an die Erde erreicht. Anfang November erreicht er seinen sonnennächsten Punkt. Das ist ein idealer Zeitpunkt, um diesen Besucher aus dem inneren Sonnensystem zu beobachten.

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Komet Tschurjumow-Gerassimenko bildet Schweife

Der dunkle Kern des Kometen Tschurjumow-Gerassimenko leuchtet hier hell in der Sonne. Von seiner Oberfläche steigen Ströme aus Staub und Gas auf. Die Aufnahme stammt von der ESA-Raumsonde Rosetta.

Bildcredit und Lizenz: ESA, Rosetta, NAVCAM

Wo entsteht ein Kometenschweif? Normalerweise gibt es auf den Kernen von Kometen keine offensichtlichen Orte oder Poren, aus denen die Strahlen kommen, die den Kometenschweif bilden. Dieses Bild ist der besten, das Strahlen aus einem Kometen zeigt. Es wurde 2015 von der robotischen ESA-Sonde Rosetta gewonnen. Rosetta flog um den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. Sie befand sich von 2014 bis 2016 im Orbit.

Das Bild zeigt viele Wolken aus Staub und Gas, die aus dem Kern von Komet Tschurjumow-Gerassimenko strömen, der sich der Sonne näherte und erwärmte. Der Komet hat zwei auffällige Lappen. Der größere ist etwa 4 Kilometer lang. Er ist mit dem kleineren durch einen engen Hals verbunden, der 2,5 Kilometer lang ist.

Analysen zeigten, dass die Ausdünstung direkt von der Kometenoberfläche kommen muss. Sie wird zu Strömen aus Gas, Staub und Eis gebündelt, die aus der Oberfläche austreten. Komet Tschurjumow-Gerassimenko (auch Komet 67P genannt) verliert dadurch bei jedem Umlauf um die Sonne an der Oberfläche etwa einen Meter an Dicke. Ein Umlauf dauert 6,44 Jahre. Bei diesem Verlust an Material verschwindet er binnen einiger tausend Jahre komplett.

2016 endete die Mission Rosetta. Dabei stürzte die Raumsonde kontrolliert auf die Oberfläche des Kometen 67P.

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