NGC 188: Alter Sternhaufen im New General Catalog

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Bildcredit und Bildrechte: Neven Krcmarek

Der „Neue Allgemeine Katalog“ (New General Catalog, NGC) in welchem Sternhaufen und Nebel aufgelistet sind, ist eigentlich gar nicht mehr neu. Er wurde bereits 1888 von J.L.E. Dreyer veröffentlicht. Der Katalog vereint die Beobachtungen und Messungen der Astronomen William, Caroline und John Herschel in einem einzigen, kompletten Werk. Dreyers Werk ist noch immer einer der bedeutendsten Kataloge: fast jedem Astronomen ist die Abkürzung „NGC“ in Verbindung mit einem hellen Sternhaufen, Galaxie oder Nebel schon einmal untergekommen. Ein berühmtes Beispiel ist der Sternhaufen NGC 188 (also der 188 Eintrag). Er befindet sich etwa 6000 Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Kepheus. Bei dem galaktischen offenen Sternhaufen handelt es sich um ein altes Objekt – NGC 188 ist ungefähr 7 Milliarden Jahre alt! Seine alten, schon weit fortgeschrittene Rote Riesensterne zeigen in dieser farbenfrohen Langzeitbelichtung einen gelblichen Schimmer. NGC 188 ist auch in einem anderen Katalog zu finden – dort unter der Bezeichnung Caldwell 1. Da er sich deutlich über der Scheibe der Milchstraße befindet in Richtung Erdnordpol trägt er auch den Namen Polarissima Haufen.

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Supernova in einer gekippten Spirale

Videocredit: Hunter Outten und Kaleb Jordan; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Vor langer Zeit in einer fernen Galaxie zerstörte eine Supernova-Explosion einen massereichen Stern. Das Licht dieses Ereignisses reiste zig Millionen Jahre lang. Letzte Woche erreichte es die Erde als Supernova 2026kid.

Das Video präsentiert einen Zeitraffer über drei Nächte der Heimatgalaxie NGC 5907, während die Supernova erscheint und heller wird. NGC 5907 ist eine spiralförmige Galaxie, die wir von der Kante sehen. Sie ist auch als „Splitter-“ oder „Messerschneiden-Galaxie“ bekannt. Die gelegentlichen Lichtstreifen sind Satelliten in der Erdumlaufbahn.

Zu ihrem Höhepunkt kann eine Supernova die Gesamtheit aller anderen Sterne in ihrer Galaxie überstrahlen. Supernova 2026kid erscheint relativ schwach, wahrscheinlich weil wir sie hinter der staubigen Scheibe der Galaxie betrachten. Solche Explosionen ereignen sich in Galaxien, die der Milchstraße ähneln, typischerweise etwa einmal in hundert Jahren. Es kann Monate dauern, bis ihr Licht wieder verblasst. Die hellste Supernova der aufgezeichneten Geschichte war SN 1006. Es gibt Berichte, dass sie heller war als die Venus. Man sah sie sogar am Tageshimmel.

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Saturn und Neptun tanzen rückwärts

Zwei parallele Schleifen aus hellen Punkten verlaufen am Nachthimmel. Dieses Kompositbild zeigt die Positionen von Saturn und Neptune. Die Kamera folgte ihnen von Mai 2025 bis JÄnner 2026. Der hellere Ring vorne ist Saturn, der blassere Ring dahinter ist Neptun.

Bildcredit und Bildrechte: Tunç Tezel (TWAN); Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Was bedeutet es, wenn Saturn und Neptun rückläufig sind? Das Bild wurde aus Aufnahmen zusammengesetzt, die in 34 Nächten von Mai 2025 bis Februar 2026 entstanden sind. Sie zeigen Saturn (er ist vorne und heller) und Neptun (schwächer und hinten). In dieser Zeit bewegten sich beide Planeten am Himmel rückwärts – das nennt man rückläufige Bewegung.

Diese scheinbare Rückwärtsbewegung entsteht, wenn die Erde die langsameren äußeren Planeten auf ihrer Bahn um die Sonne innen überholt. Man stelle sich das Sonnensystem wie eine Laufbahn vor: Die Erde läuft auf der Innenbahn schneller als die äußeren Planeten. Die Erde nähert sich, überholt und „überrundet“ die äußeren Planeten. Sie liegen aus unserer Perspektive dann scheinbar hinter uns. Durch die veränderte Perspektive wechseln die äußeren Planeten am Nachthimmel ihre Position.

Zum heutigen Bild gibt es auch eine Animation. Sie zeigt den monatelangen „Tanz“ von Saturn und Neptun am nördlichen Nachthimmel. Saturn wechselte dabei vom Sternbild Fische in den Wassermann und wieder zurück. Neptun blieb in den Fischen. Seit ihrer letzten Konjunktion im Jahr 1989 waren sich Saturn und Neptun nicht mehr am Himmel.

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Orion über dem Teide

Über dem Teide, einem Vulkan auf der Kanarischen Insel Teneriffa, schimmern die rötlichen Emissionsnebel im Sternbild Orion: der Orionnebel, der Flammennebel, die Barnardschleife und der Nebel, in den der dunkle Pferdekopf gekerbt ist.

Bildcredit und Bildrechte: Marcin Rosadziński

Orion kann man selten so sehen. Für so einen majestätischen Anblick benötigt man eine Kamera, die so lange Belichtungszeiten ermöglicht, dass auch schwache Strukturen am Nachthimmel sichtbar werden.

Zu den bekannten Nebeln im Bild gehören der Orionnebel, der Flammennebel und die Barnardschleife. Für den Kontrast ist es zudem hilfreich, wenn im Vordergrund ein Vulkan steht. In diesem Fall ist es der Vulkan Teide auf Teneriffa, einer der Kanarischen Inseln Spaniens. Wenn der Teide jedoch auch noch schneebedeckt sein soll, dann braucht man auch das richtige Timing. Dies ist in der Regel nur an wenigen Tagen im Jahr der Fall.

Zum richtigen zeitlichen Planung gehört auch, darauf zu warten, dass Orion direkt hinter dem Teide aufgeht. Dies geschah Ende letzten Jahres nach Sonnenuntergang. Dieses Bild ist das Ergebnis einer Serie von Fotos, die nacheinander mit derselben Kamera am selben Standort entstanden sind.

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Riesige Schwaden im Inneren der Erde

Bildcredit und Lizenz: Sanne Cottaar via Wikimedia Commons

Warum gibt es im Inneren der Erde ausgedehnte, ungewöhnliche Massen? Das weiß niemand. Die Menschheit beobachtet, wie Erdbeben im Inneren unseres Planeten grollen. Dabei entdeckte man zwei Strukturen in der Tiefe. Es scheint, als hätten sie eine ungewöhnliche Temperatur, oder ihre chemische Zusammensetzung weicht ab. Vielleicht trifft sogar beides zu.

Eine Hypothese lautet, dass die Superschwaden aus Geröll bestehen, das absank. Es blieb vielleicht von der Kollision übrig, bei der vor ca. 4,5 Milliarden Jahren die Ur-Erde zerbrach. Dabei entstand auch der Erdmond. Eine andere Theorie besagt, dass sie die Schutthalden alter tektonischer Platten sind, die im Laufe der letzten paar Milliarden Jahre langsam untereinander glitten.

Ungeachtet ihres Ursprungs können wir davon ausgehen, dass sich die Superschwaden auf den Vulkanismus an der Erdoberfläche auswirken. Vielleicht führen sie sogar dazu, dass Inseln entstehen, z. B. der Inselkette von Hawaii.

Die riesigen Schwaden in der Erde beschreibt man auch als „große Gebiete mit geringer Schergeschwindigkeit1. Hier sind sie als Animation visualisiert.

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  1. Large Low-Shear-Velocity Provinces, LLSVPs ↩︎

Säulen und Strahlen im Trifid

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Bildcredit: NASA, ESA, STScI; Bearbeitung: J. DePasquale (STScI)

Staubsäulen sind wie interstellare Berge. Sie überleben, weil sie dichter sind als das Material um sie herum, aber sie werden von einer feindlichen Umgebung langsam weg erodiert. Sichtbar im gezeigten Bild des Hubble Weltraumteleskops ist das Ende einer riesigen Gas- und Staubsäule im Trifidnebel (M20). Punktiert von einer kleineren Säule, die nach oben zeigt und ein ungewöhnlicher Jet, der nach oben links zeigt.

Viele der hellen Punkte sind neu entstandene Sterne. Ein Stern nahe dem Ende der kleinen Säule wird von der Strahlung eines hellen Sterns langsam seines akkretierenden Gases beraubt. Der hellere Stern befindet sich außerhalb des oben Bildrandes.

Der Jet erstreckt sich über ungefähr ein Lichtjahr und wäre ohne externe Beleuchtung nicht sichtbar. Weil von den Säulen Gas und Staub abdampft, wird sie versteckte stellare Quelle des Jets wahrscheinlich innerhalb der nächsten 20.000 Jahre freigelegt werden.

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Titan sehen

Sieben Bilder des Mondes Titan. In der Mitte als gelblich-verwaschene Scheibe. Außenrum als Kugel mit vielen Oberflächendetails, gesehen aus sechs verschiedenen Richtungen.
Bildcredit: VIMS Team, Univ. Arizona, U. Nantes, ESA, NASA

Eine dichte Atmosphäre verhüllt die Oberfläche des größten Saturnmonds Titan. Deswegen ist sie sehr schwierig zu sehen. In der oberen Atmosphäre von Titan schweben kleine Teilchen. Sie bilden einen fast undurchdringlichen Nebel. Er streut sichtbares Licht und verbirgt Details auf der Oberfläche vor neugierigen Blicken. Die Oberfläche von Titan lässt sich besser im Infraroten beobachten. Dort ist die Streuung schwächer und die Atmosphäre verschluckt weniger Strahlung. In der Mitte seht ihr ein Bild von Titan im sichtbaren Licht. Um es herum seht ihr einige der bislang klarsten Aufnahmen des faszinierenden Mondes im Infraroten. Die sechs Bilder sind in Falschfarben dargestellt. Sie sind das Ergebnis der konsistenten Verarbeitung von vielen Bildern im Infraroten. Das Visual and Infrared Mapping Spectrometer (VIMS) an Bord der Sonde Cassini nahm sie über 13 Jahre auf. Die Sonde umrundete den Saturn zwischen 2004 und 2017. Die Bilder zeigen einen atemberaubenden Vergleich mit Cassinis Foto im sichtbaren Licht. Eine revolutionäre Quadrocopter-Mission der NASA soll 2027 zum Titan starten.

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Markarjans Kette

Eine Kette aus Galaxien verläuft diagonal durchs Bild - von rechts unten nach links oben. Sie wird Markarjans Kette genannt, zu der auch Markarjans Augen gehört.
Bildcredit und Bildrechte: Chuck Ayoub

Diese Teleskopansicht zeigt eine Kette von Galaxien, die nahe beim Zentrum des Virgo-Galaxienhaufens verläuft. Man nennt sie Markarjans Kette. Sie beginnt bei den markanten linsenförmigen Galaxien M84 (im Bild unten) und M86 (rechts unten). Von dort lässt sich der sanfte Bogen der Kette nach links oben verfolgen. Mitten im Bild befinden sich die beiden Galaxien NGC 4438 und NGC 4435, die miteinander wechselwirken. Man nennt sie auch Markarjans Augen.

Die Entfernung zum Virgo-Haufen wird auf 50 Millionen Lichtjahre geschätzten. Damit ist er der am nächsten gelegene Galaxienhaufen. Er enthält bis zu etwa 2000 Galaxien und übt einen spürbaren gravitativen Einfluss auf unsere Lokale Galaxiengruppe aus.

Mindestens sieben Galaxien in Markarjans Kette bewegen sich anscheinend gemeinsam durch den Virgo-Haufen. Andere Mitglieder sind womöglich nur zufällig Teil der Kette.

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