Der dunkle Wolf-Nebel

Vor einer rot leuchtenden Wolke zeichnet sich eine dunkle Form ab, die an einen Wolf erinnert. Solche dunklen Wolken sind Orte, an denen neue Sterne entstehen.
Bildcredit und Bildrechte: William Vrbasso; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Ein dunkler Wolf liegt im Gum. Nein, das ist kein Rätsel! Das heutige Bild zeigt den dunklen Wolf-Nebel, der auch Sandqvist–Lindroos 17 heißt. Er ist eine gruselige Staubwolke im Nebel Gum 55 (RCW 113), der im Sternbild Skorpion liegt.

Staub ist für uns eine Plage. Doch er spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, eine Umgebung zu schaffen, in der Sterne entstehen können. Der dunkle Wolf absorbiert das intensive ultraviolette und sichtbare Licht, das die jungen Sterne in Gum 55 abstrahlen. Später gibt er es in Form von längeren, vorwiegend infraroten Wellenlängen wieder ab. Das verhindert, dass Licht mit höherer Energie das Gas in der Region erwärmt.

Wenn eine Region aus Gas kühl genug ist, nimmt die Schwerkraft überhand. Das führt dazu, dass Gas zu einem Stern kollabiert. Nicht nur verhält sich Staub wie ein interstellarer Thermostat, er ist auch der Ort, an dem einzelne Wasserstoffatome molekularen Wasserstoff bilden. Diese Moleküle aus Wasserstoff sind die Bausteine der Sterne. Der scheinbar sinistre dunkle Wolf ist also ein Bote einer künftigen kosmische Existenz.

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NGC 2170: Der Engelnebel

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Bildcredit und Bildrechte: Jason Marriott

Ist das ein Gemälde oder ein Foto? Diese himmlische abstrakte Kunst ist mit einem kosmischen Pinsel gemalt. Der staubige Nebel  NGC 2170 wird auch Engelnebel genannt und leuchtet etwas oberhalb der Bildmitte. Er reflektiert das Licht von nahen heißen Sternen. NGC 2170 wird dabei von anderen bläulichen Reflexionsnebeln, rötlichen Emissonsregionen, dunklen Absorptionsnebeln und einem Hintergrund aus bunten Sternen begleitet. Wie die normalen Haushaltsgegenstände, die abstrakte Maler oft auswählen, kommen auch Wolken aus Gas, Staub und heiße Sterne oft in einer Szenerie wie dieser zusammen vor. Sie ist Teil einer riesigen Sternentstehungswolke im Sternbild des Einhorns (Monoceros).  Die gigantische Molekülwolke Mon R2 ist nur etwa 2400 Lichtjahre von uns entfernt. In dieser Entfernung wäre die Leinwand über 60 Lichtjahre groß.

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NGC 3169 ergründen

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Bildcredit und Bildrechte: Simone Curzi und das ShaRA-Team

Die Spiralgalaxie NGC 3169 sieht aus, als würde sie sich wie ein kosmischer Garnknäuel entwirren. Sie liegt etwa 70 Millionen Lichtjahre entfernt, südlich des hellen Sterns Regulus in Richtung des lichtschwachen Sternbilds Sextans.

Die fest gewundenen Spiralarme werden zu weit ausladenden Gezeitenschweifen auseinandergezogen, da NGC 3169 (links) und ihre Nachbarin NGC 3166 gravitativ miteinander interagieren. Langfristig werden diese beiden Galaxien zu einer einzigen verschmelzen, ein Schicksal, das im lokalen Universum selbst für helle Galaxien üblich ist. Langgezogene Sternbögen und Lichtfahnen sind deutliche Anzeichen für die laufenden gravitativen Wechselwirkungen in diesem farbenfrohen Gruppenfoto.

Der teleskopische Bildausschnitt umfasst etwa 20 Bogenminuten. Bei der geschätzten Entfernung der Gruppe entspricht dies einer Ausdehnung von etwa 400.000 Lichtjahren. Rechts im Bild ist zudem die kleinere, bläulich leuchtende Galaxie NGC 3165 zu sehen.
NGC 3169 ist nicht nur im sichtbaren Licht aktiv, sondern strahlt über das gesamte Spektrum, von Radiowellen bis hin zu Röntgenstrahlen. Sie beherbergt einen aktiven galaktischen Kern (AGN), in dessen Zentrum sich ein supermassereiches Schwarzes Loch befindet.

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NGC 1300: Balkenspiralgalaxie

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Bildcredit: NASA ESA, Hubble-Kulturerbe

Durch die Mitte des Zentrums dieser Spiralgalaxie geht ein Balken und in der Mitte dieses Balkens ist eine kleinere Spirale. Im Zentrum dieser Spirale wiederum befindet sich ein supermassives Schwarzes Loch.

Das alles spielt sich in der großen, schönen Balkenspirale ab, die als NGC 1300 katalogisiert ist. Die Galaxie liegt etwa 70 Millionen Lichtjahre entfernt in Richtung des Sternbilds des Flusses Eridanus.

Dieses Komposit aus Aufnahmen des Hubble Space Teleskops zeigt die großartige Sterneninsel und ist eines der detailreichsten Bilder, die Hubble jemals von einer kompletten Galaxie gemacht hat.

NGC 1300 durchmisst mehr als 100.000 Lichtjahre. Das Hubble-Bild enthüllt sensationelle Details in dem dominanten Zentralbalken der Galaxie und ihrer Spiralarme.

Wie die riesige Balken entstanden ist, wie er in Form bleibt und wie er die Sternentstehung beeinflusst, bleibt allerdings Gegenstand aktueller Forschung.

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Polarlichter verzaubern den Himmel

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Bildcredit: Jack Fischer, Expedition 52, NASA

Wie Salsa Verde auf deinem Lieblings-Burrito überzieht eine grüne Aurora den Himmel. Dieses Bild wurde am 25. Juni 2017 von der Internationalen Raumstation aus aufgenommen. Mit ca. 400 Kilometern Bahnhöhe befindet sich die erdumkreisende Station selbst im oberen Bereich der Polarlichter.

Polarlichter weisen die charakteristischen Farben angeregter Moleküle und Atome auf, wie sie bei den geringen Dichten in extremen Höhen vorkommen. Die Emission von atomarem Sauerstoff dominiert dieses Bild. Das faszinierende Leuchten ist in niedrigeren Höhen grün. Seltenere rötliche Streifen erstrecken sich über den Horizont der Raumstation hinaus.

Die Aufnahme entstand, während die Raumstation einen Punkt südlich und östlich von Australien überflog. Die Sterne über dem Horizont auf der rechten Seite gehören zum Sternbild Canis Major, dem Großen Hund des Orion. Sirius ist als hellster Stern des Großen Hundes knapp über dem Erdhorizont zu sehen.

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R3 PANSTARRS: Ein Komet im Orion

In einem Sternenfeld mit vielen hellen Sternen schimmern rote Nebel und ein Komet. Vorne ragen schneebedeckte Berge auf. Der Komet links oben hat einen Schweif, der nach rechts oben zieht. Dort trifft er auf einen hellen Stern.

Bildcredit und Bildrechte: Chester Hall-Fernandez

Der Komet C/2025 R3 (PANSTARRS) dürfte vor allem als Orion-Komet in Erinnerung bleiben. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass der Komet gerade dann am spektakulärsten war – was die Sichtbarkeit seines Schweifs angeht – als er vor dem bekannten Sternbild vorbeizog.

Es kommt zwar nur selten vor, aber auch andere helle Kometen haben sich schon in den Orion gewagt. Dazu gehören Lovejoy im Jahr 2015, Hale-Bopp im Jahr 1997 und der Große Komet von 1264. Auf lang belichteten Bildern werden sie deutlich sichtbar.

Dieses Bild wurde letzte Woche von der Craigieburn-Bergkette in Neuseeland aus aufgenommen. Im Hintergrund des Bildes stehen der Orionnebel und die Barnardschleife. Der Schweif des Kometen trifft den hellen Stern Saiph. Er ist der sechsthellste Stern im Sternbild Orion.

C/2025 R3 (PANSTARRS) wird langsam schwächer. Dabei bewegt er sich weiter nach Süden und tritt in den nächsten Tagen in das Sternbild Einhorn (Monoceros).

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Messier-Katalog im gleichen Maßstab

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Bildcredit: Sylvain Villet; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Was sind einige der interessantesten astronomischen Objekte, die man am Nachthimmel sehen kann? Mit einem guten Fernglas oder einem kleinen Teleskop könnt ihr, wenn ihr auf der Nordhalbkugel lebt, nach den sehr beliebten Objekten im Messier-Katalog suchen. Die meisten davon, aber nicht alle, sind auch von der Südhalbkugel aus sichtbar.

Das gezeigte Bild stellt alle 110 Objekte des Katalogs im gleichen Maßstab dar. Charles Messier erstellte den Katalog im 18. Jahrhundert, weil er sich für Kometen interessierte. Sein Katalog war eine Liste bekannter kometenähnlicher Objekte, die man vermeiden sollte, wenn man Kometen beobachtete oder nach ihnen suchte.

Die Deep-Sky-Objekte im Katalog umfassen unter anderem einen Supernovaüberrest, den Krebsnebel M1, Galaxien wie die Andromeda-Galaxie M31, Nebel wie den Orionnebel M42, der eine Sternentstehungsregion ist, sowie Sternhaufen wie die Plejaden M45, die ein heller, junger offener Sternhaufen sind.

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NGC 188: Alter Sternhaufen im New General Catalog

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Bildcredit und Bildrechte: Neven Krcmarek

Der New General Catalog der Sternhaufen und Nebel ist eigentlich gar nicht so neu. Er wurde 1888 von J. L. E. Dreyer herausgegeben. Dreyer wollte damit die Arbeit von William, Caroline und John Herschel sowie einigen anderen Astronomen in einem brauchbaren, kompletten Katalog von astronomischen Entdeckungen und Messungen zusammenführen. Seine Arbeit war höchst erfolgreich und ist bis heute wichtig. Der berühmte Katalog ist nach wie vor in Verwendung und verleiht hellen Sternhaufen, Galaxien und Nebeln die Bezeichnung „NGC“.

Ein Beispiel ist der Sternhaufen NGC 188 (Eintrag Nr. 188 in der NGC Sammlung). Der offene Sternhaufen liegt in etwa 6000 Lichtjahren Entfernung im nördlichen Sternbild Cepheus. Mit ca. 7 Milliarden Jahren ist NGC 188 relativ alt für einen offenen Sternhaufen. Seine alten, weit entwickelten Roten Riesensterne zeigen sich in dieser Farbaufnahme in Gelbtönen.

In einer modernen Sammlung von Deep Sky Objekten hat NGC 188 die Bezeichnung Caldwell 1. Der Sternhaufen liegt weit abseits der Ebene der Milchstraße. Er ist in Richtung des Himmelsnordpols der Erde zu sehen. Deshalb wird er auch manchmal Polarissima genannt.

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