Der Mond geht hinter dem Vulkan Teide unter

Videocredit und -rechte: Daniel López (El Cielo de Canarias); Musik: Piano della Moon (Dan Silva)

Diese Menschen sind nicht in Gefahr. Was hier von links oben kommt, ist nur der weit entfernte Mond. Luna sieht hier so groß aus, weil ihr sie durch ein Teleobjektiv seht. Die Erde verursacht den Großteil der Bewegung. Weil sie sich dreht, verschwindet der Mond langsam hinter dem Berg Teide. Der Teide ist ein Vulkan auf den Kanarischen Inseln. Diese gehören zu Spanien und liegen vor der Nordwestküste Afrikas. Die Menschen im Film sind 16 Kilometer entfernt. Viele blicken in Richtung der Kamera, weil die Sonne hinter dem Fotografen aufgeht. Es ist kein Zufall, dass der Vollmond genau dann aufgeht, wenn die Sonne untergeht. Das liegt daran, dass die Sonne stets gegenüber dem Vollmond am Himmel steht. Dieses Video entstand 2018 während eines Vollmonds im Frühling. Im Englischen trägt dieser die Bezeichnung „Milk Moon“ (Milchmond). Das Video ist kein Zeitraffer. Der Mond ging wirklich so schnell unter.

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Komet R3 PANSTARRS und Orion

Komet C/2025 R3 (PANSTARRS) zieht mit einem langen Schweif durch ein Sternfeld. Der Schweif reicht von unten nach links oben. Links neben dem Kometen leuchtet der helle Stern Rigel. Rechts über dem Kometen schimmert der rot-weiße Orionnebel.

Bildcredit und Bildrechte: Luc Perrot (TWAN)

Noch nie hatte Orion so ein Schwert. Der Komet C/2025 R3 (PANSTARRS) zieht nun aus dem inneren Sonnensystem ab. Dabei bietet er ein wahres Spektakel, wenn man ihn lange mit einer Kamera belichtet. Gerade sieht man ihn beim Sternbild des Jägers Orion. Rechts oben schimmert der ferne Orionnebel.

Komet R3 PANSTARRS hat nun zwei getrennte Schweife. Ein kurzer Staubschweif zeigt zum oberen Bildrand und ein langer, sehr welliger Ionenschweif zieht nach links oben. Der Ionenschweif zeigt von der Sonne fort. Er leuchtet blau, weil die Sonne das Kohlenmonoxid darin anregt (ionisiert). Große Teilchen im Staubschweif widerstehen dem Strahlungsdruck, der sie von der Sonne forttreibt. Daher sie folgen dem Kometen kurze Zeit auf seiner Bahn. Der Staubschweif glänzt, weil er Sonnenlicht reflektiert.

Dieses Bild wurde vor ein paar Tagen auf der französischen Insel Reunion fotografiert. Sie liegt im südlichen Indischen Ozean.

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Messier-Krater in Stereo

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Bildcredit: Apollo 11, NASA; Rechte am Stereobild: Patrick Vantuyne

Viele helle Nebel und Sternhaufen am Nachthimmel finden sich im berühmten Katalog des Astronomen Charles Messier wieder. Aber auch zwei große und beeindruckende Krater tragen seinen Namen: Sie sind als deutliche Strukturen im ansonsten flachen Mare Fecunditatis (Meer der Fruchtbarkeit) zu sehen. Der Krater Messier (links) ist 15 mal 8 Kilometer groß, während Messier A Ausmaße von 16 mal 11 Kilometern hat.

Die leicht längliche Form wurde durch einen Einschlag im flachen Winkel verursacht. Dieser Einschlag verursachte auch zwei helle Spuren aus Auswurfsmaterial, welche sich über die Mondoberfläche (rechts vom Bild) erstrecken. Das Bild soll mit 3D Brillen (rot-blau, wobei rot am linken Auge sein soll) betrachtet werden. Es entstand aus hochaufgelösten Scans zweier Bilder (AS11-42-6304 und AS11-42-6305) die während der Apollo 11 Mission zum Mond aufgenommen wurden.

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NGC 188: Alter Sternhaufen im New General Catalog

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Bildcredit und Bildrechte: Neven Krcmarek

Der „Neue Allgemeine Katalog“ (New General Catalog, NGC) in welchem Sternhaufen und Nebel aufgelistet sind, ist eigentlich gar nicht mehr neu. Er wurde bereits 1888 von J.L.E. Dreyer veröffentlicht. Der Katalog vereint die Beobachtungen und Messungen der Astronomen William, Caroline und John Herschel in einem einzigen, kompletten Werk. Dreyers Werk ist noch immer einer der bedeutendsten Kataloge: fast jedem Astronomen ist die Abkürzung „NGC“ in Verbindung mit einem hellen Sternhaufen, Galaxie oder Nebel schon einmal untergekommen. Ein berühmtes Beispiel ist der Sternhaufen NGC 188 (also der 188 Eintrag). Er befindet sich etwa 6000 Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Kepheus. Bei dem galaktischen offenen Sternhaufen handelt es sich um ein altes Objekt – NGC 188 ist ungefähr 7 Milliarden Jahre alt! Seine alten, schon weit fortgeschrittene Rote Riesensterne zeigen in dieser farbenfrohen Langzeitbelichtung einen gelblichen Schimmer. NGC 188 ist auch in einem anderen Katalog zu finden – dort unter der Bezeichnung Caldwell 1. Da er sich deutlich über der Scheibe der Milchstraße befindet in Richtung Erdnordpol trägt er auch den Namen Polarissima Haufen.

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Supernova in einer gekippten Spirale

Videocredit: Hunter Outten und Kaleb Jordan; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Vor langer Zeit in einer fernen Galaxie zerstörte eine Supernova-Explosion einen massereichen Stern. Das Licht dieses Ereignisses reiste zig Millionen Jahre lang. Letzte Woche erreichte es die Erde als Supernova 2026kid.

Das Video präsentiert einen Zeitraffer über drei Nächte der Heimatgalaxie NGC 5907, während die Supernova erscheint und heller wird. NGC 5907 ist eine spiralförmige Galaxie, die wir von der Kante sehen. Sie ist auch als „Splitter-“ oder „Messerschneiden-Galaxie“ bekannt. Die gelegentlichen Lichtstreifen sind Satelliten in der Erdumlaufbahn.

Zu ihrem Höhepunkt kann eine Supernova die Gesamtheit aller anderen Sterne in ihrer Galaxie überstrahlen. Supernova 2026kid erscheint relativ schwach, wahrscheinlich weil wir sie hinter der staubigen Scheibe der Galaxie betrachten. Solche Explosionen ereignen sich in Galaxien, die der Milchstraße ähneln, typischerweise etwa einmal in hundert Jahren. Es kann Monate dauern, bis ihr Licht wieder verblasst. Die hellste Supernova der aufgezeichneten Geschichte war SN 1006. Es gibt Berichte, dass sie heller war als die Venus. Man sah sie sogar am Tageshimmel.

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Saturn und Neptun tanzen rückwärts

Zwei parallele Schleifen aus hellen Punkten verlaufen am Nachthimmel. Dieses Kompositbild zeigt die Positionen von Saturn und Neptune. Die Kamera folgte ihnen von Mai 2025 bis JÄnner 2026. Der hellere Ring vorne ist Saturn, der blassere Ring dahinter ist Neptun.

Bildcredit und Bildrechte: Tunç Tezel (TWAN); Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Was bedeutet es, wenn Saturn und Neptun rückläufig sind? Das Bild wurde aus Aufnahmen zusammengesetzt, die in 34 Nächten von Mai 2025 bis Februar 2026 entstanden sind. Sie zeigen Saturn (er ist vorne und heller) und Neptun (schwächer und hinten). In dieser Zeit bewegten sich beide Planeten am Himmel rückwärts – das nennt man rückläufige Bewegung.

Diese scheinbare Rückwärtsbewegung entsteht, wenn die Erde die langsameren äußeren Planeten auf ihrer Bahn um die Sonne innen überholt. Man stelle sich das Sonnensystem wie eine Laufbahn vor: Die Erde läuft auf der Innenbahn schneller als die äußeren Planeten. Die Erde nähert sich, überholt und „überrundet“ die äußeren Planeten. Sie liegen aus unserer Perspektive dann scheinbar hinter uns. Durch die veränderte Perspektive wechseln die äußeren Planeten am Nachthimmel ihre Position.

Zum heutigen Bild gibt es auch eine Animation. Sie zeigt den monatelangen „Tanz“ von Saturn und Neptun am nördlichen Nachthimmel. Saturn wechselte dabei vom Sternbild Fische in den Wassermann und wieder zurück. Neptun blieb in den Fischen. Seit ihrer letzten Konjunktion im Jahr 1989 waren sich Saturn und Neptun nicht mehr am Himmel.

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Orion über dem Teide

Über dem Teide, einem Vulkan auf der Kanarischen Insel Teneriffa, schimmern die rötlichen Emissionsnebel im Sternbild Orion: der Orionnebel, der Flammennebel, die Barnardschleife und der Nebel, in den der dunkle Pferdekopf gekerbt ist.

Bildcredit und Bildrechte: Marcin Rosadziński

Orion kann man selten so sehen. Für so einen majestätischen Anblick benötigt man eine Kamera, die so lange Belichtungszeiten ermöglicht, dass auch schwache Strukturen am Nachthimmel sichtbar werden.

Zu den bekannten Nebeln im Bild gehören der Orionnebel, der Flammennebel und die Barnardschleife. Für den Kontrast ist es zudem hilfreich, wenn im Vordergrund ein Vulkan steht. In diesem Fall ist es der Vulkan Teide auf Teneriffa, einer der Kanarischen Inseln Spaniens. Wenn der Teide jedoch auch noch schneebedeckt sein soll, dann braucht man auch das richtige Timing. Dies ist in der Regel nur an wenigen Tagen im Jahr der Fall.

Zum richtigen zeitlichen Planung gehört auch, darauf zu warten, dass Orion direkt hinter dem Teide aufgeht. Dies geschah Ende letzten Jahres nach Sonnenuntergang. Dieses Bild ist das Ergebnis einer Serie von Fotos, die nacheinander mit derselben Kamera am selben Standort entstanden sind.

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Riesige Schwaden im Inneren der Erde

Bildcredit und Lizenz: Sanne Cottaar via Wikimedia Commons

Warum gibt es im Inneren der Erde ausgedehnte, ungewöhnliche Massen? Das weiß niemand. Die Menschheit beobachtet, wie Erdbeben im Inneren unseres Planeten grollen. Dabei entdeckte man zwei Strukturen in der Tiefe. Es scheint, als hätten sie eine ungewöhnliche Temperatur, oder ihre chemische Zusammensetzung weicht ab. Vielleicht trifft sogar beides zu.

Eine Hypothese lautet, dass die Superschwaden aus Geröll bestehen, das absank. Es blieb vielleicht von der Kollision übrig, bei der vor ca. 4,5 Milliarden Jahren die Ur-Erde zerbrach. Dabei entstand auch der Erdmond. Eine andere Theorie besagt, dass sie die Schutthalden alter tektonischer Platten sind, die im Laufe der letzten paar Milliarden Jahre langsam untereinander glitten.

Ungeachtet ihres Ursprungs können wir davon ausgehen, dass sich die Superschwaden auf den Vulkanismus an der Erdoberfläche auswirken. Vielleicht führen sie sogar dazu, dass Inseln entstehen, z. B. der Inselkette von Hawaii.

Die riesigen Schwaden in der Erde beschreibt man auch als „große Gebiete mit geringer Schergeschwindigkeit1. Hier sind sie als Animation visualisiert.

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  1. Large Low-Shear-Velocity Provinces, LLSVPs ↩︎