Die Beständigkeit des Sonnenlichts

Die Sonne sinkt langsam zum Horizont. Der Himmel dahinter ist intensiv orange und rot gefärbt und von vielen Kondensstreifen überzogen. Die Sonne wirkt stark verzerrt und erinnert an Dalís schmelzende Uhren.
Bildcredit und Bildrechte: Lorenzo Busilacchi

Dieser Sonnenuntergang wirkt surreal. Die Landschaft mit Himmel und Meer entstand an der Westküste von Sardinien. Das ist eine Insel auf dem Planeten Erde, die zu Italien gehört. Die Szene wirkt daliesk. Sie entstand aus mehreren Aufnahmen, die mit einem langen Teleobjektiv fotografiert wurden.

Doch die Sonne schmilzt nicht. Ihre flüssige, verschobene Erscheinung tritt auf, als sie sich dem Horizont nähert. Wir beobachten das, wenn sich die Brechung in der langen Sichtlinie verändert. Die veränderliche Brechung in der Atmosphäre entsteht durch Luftschichten, die eine verschiedene Dichte und Temperatur haben. So kommt es zu den verzerrten Bildern und Luftspiegelungen der rötlichen Sonnenscheibe.

Ein anderer berühmter, aber flüchtiger Effekt entsteht ebenfalls durch die atmosphärische Brechung entlang einer langen Sichtlinie zur Sonne. Wir sehen ihn, wenn die Sonne auf- oder untergeht. Es ist der Grüne Blitz.

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Junger Mond und Schwestersterne

Der Sichelmond wird von der Erde beschienen. Wolken dämpfen das helle Licht. Dadurch sieht man die Sterne der Plejaden besser unter dem Erdtrabanten. Durch die Wolkenschleier entsteht eine leichte Mondkorona.
Bildcredit und Bildrechte: Giorgia Hofer

Es scheint, als umarmte die Mondsichel die blasse Nachtseite des Mondes. Die dramatische Himmelsszene stammt vom Planeten Erde. Die Aufnahme entstand mit einem Teleobjektiv, das dem Himmel nachgeführt wurde. Sie entstand in der Nacht des 19. April, als der zwei Tage alte Mond auf seiner elliptischen Bahn nahe beim Perigäum stand. An dem Tag kam der junge Mond am Himmel dem Sternhaufen der Plejaden recht nahe.

Wolken dämpften das Mondlicht. Die Schwestersterne der Plejaden sammeln sich unter der hellen Mondsichel, die man hinter einer blassen, farbigen Mondkorona sieht. Erdschein beleuchtet die Nachtseite des Mondes, denn die Erde reflektiert das Sonnenlicht.

Manche nennen das aschfahle Mondlicht den „alten Mond in den Armen des jungen Mondes“. Es wirkt auf der Nordhalbkugel im Frühling heller. In der nächsten Zeit nähert sich der Mond auf seiner Bahn jeden Monat am Himmel der Erde den Plejaden. Die engen Begegnungen sieht man am besten bei Sichelmond.

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Artemis II: Der 6. Flugtag

Links ragt das Raumschiff Orion ins Bild. Der Mond rechts in der Mitte wirkt dunkel wie Kohle. Er ist seitlich von der Sonne beleuchtet. Ganz rechts steht die Erde als kleine Sichel am Mondrand.
Bildcredit: NASA, Artemis II

Am 6. Flugtag gelang der Mission Artemis II ein historischer Vorbeiflug. Bei dem Manöver umrundete sie am 6. April die Rückseite des Mondes. Es war der erste Vorstoß der Menschheit in die Tiefen des Alls seit dem Jahr 1972. Damals reiste Apollo 17 zum Mond.

Das Orion-Raumschiff Integrity erreichte dabei die größte Distanz zur Erde. Sie betrug fast 407.000 km. Die Besatzung der Artemis II bestand aus Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen. Sie brachen den Rekord für die größte Distanz zur Erde, die je ein Mensch erreicht hat. Den früheren Rekord stellte die Besatzung von Apollo 13 im Jahr 1970 auf.

Am 6. Flugtag entstand dieses Selbstporträt aus dem Weltraumzeitalter hinter dem Mond. Es zeigt das Raumschiff und die Rückseite des Mondes. Die Kamera war an einem Sonnensegel befestigt. Der Planet Erde, die Heimat der Besatzung von Artemis II, ist die kleine helle Sichel hinter dem Mond.

Am 10. Flugtag kehrte die Mission Artemis II mit dem Raumschiff Orion sicher zur Erde zurück.

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Die Erde geht unter

Über dem Horizont des dunklen Mondes, der von Kratern bedeckt ist, steht die Erde als breite Sichel. Man erkennt weiße Wolken und blaue Meere.
Bildcredit: NASA; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

„Ihr alle da unten auf der Erde und außen herum, wir lieben euch. Grüße vom Mond! Wir sehen euch auf der anderen Seite“, sendete Victor Glover, Pilot von Artemis II, am 6. April um 11:45 UTC. Dann verschwanden 8,3 Milliarden minus vier Leute und eine Erde hinter dem Horizont des Mondes.

Die Orion-Raumkapsel Integrity reiste bei ihrem Vorbeiflug am Mond hinter den Trabanten der Erde. Das dauerte sieben Stunden. Integrity entfernte sich dabei 406.771 km von der Erde. Noch nie zuvor ist jemand so weit gereist. Die Besatzung kartierte Regionen auf der Rückseite des Mondes, die noch nie so zu sehen waren. Es gibt dort auffallend weniger vulkanische Aktivität als auf der vorderen Seite, die zur Erde zeigt.

Nun gibt es neue Beobachtungen der Krater mit ihren Gipfeln und Böden, Terrassen und Ringen, die auf der Oberfläche des Mondes erhalten geblieben sind. Das hilft vielleicht, die Geschichte der Einschläge im Sonnensystem zusammenzustückeln. Zu diesen Gebieten gehört das Mare Orientale. Es ist das am besten erhaltene Becken auf dem Mond, die in einer Zeit heftiger Kollisionen mit Asteroiden entstanden sind. Man nennt diese Periode spätes schweres Bombardement. Auch zwei neue Krater wurden entdeckt.

Als die Erde über dem Horizont des Mondes wieder aufging, leitete Integrity die Heimkehr ein. Christina Koch ist Missions-Spezialistin von Artemis II. Sie fasste diese bedeutende Mission der Menschheit mit starken Worten zusammen: „… Wir entscheiden uns immer für die Erde. Wir wählen immer einander.“

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Abflug! Zurück zum Mond

Artemis II und Orion: Eine Rakete hebt von einer Startrampe ab. Während sie aufsteigt, stößt sie nach unten einen gleißenden Feuerstrahl aus. Am Boden breiten sich dichte Staubwolken aus.
Bildcredit und Bildrechte: NASA/Bill Ingalls; Text: Ogetay Kayali (MTU)

Wir sind der Rückkehr zum Mond einen kleinen Schritt näher gekommen. Gestern begann mit dem Start der NASA-Mission Artemis II ein neues Kapitel bei der Erforschung des Weltraums. Artemis II startete an der Spitze des Weltraum-Startsystems (SLS) vom Kennedy-Raumfahrtzentrum. Vier Astronautys reisen an Bord des Raumschiffs Orion.

Der geplante Vorbeiflug am Mond ist der erste seit mehr als einem halben Jahrhundert. Dieser historische Testflug knüpft an den Erfolg von Apollo an und übertrifft ihn sogar. Er bringt eine Besatzung weiter von der Erde fort als Menschen jemals seit 1972 gelangten. Sie umrunden den Mond und kehren dann zur Erde zurück.

Die Reise dauert etwa zehn Tage. Dabei werden die Systeme der Orion im Weltraum getestet – von der Lebenserhaltung bis zur Navigation. Die Astronautys beobachten die Mondoberfläche. Dazu zählen auch beschattete Gebiete auf der Rückseite, die man nur aus dieser Perspektive direkt sieht. Nach der Umrundung des Mondes kehren sie zur Erde zurück. Ihre Reise endet mit einer Wasserung im Pazifischen Ozean.

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Robert Goddard und Nell

Goddard posiert neben der 3 Meter hohen Rakete und hält den Rahmen des Startgestells. Die Landschaft ist verschneit.
Bildcredit: Esther Goddard, aus dem Archiv der Clark-Universität

Robert H. Goddard gilt als Begründer moderner Raketentechnik. Er wurde 1882 in Worcester in Massachusetts geboren. Mit 16 Jahren las Goddard den Science-Fiction-Klassiker „Krieg der Welten“ von H.G. Wells und träumte von der Raumfahrt. 1926 hatte er bereits die erste Flüssigrakete der Welt entworfen, gebaut und gestartet.

Am 16. März 1926, also vor 100 Jahren, startete die Rakete mit dem Spitznamen „Nell“ auf der Farm seiner Tante Effie in Auburn (Massachusetts). Der Flug dauerte etwa 2 1/21/2 Sekunden. Dabei erreichte die Rakete eine Höhe von nicht einmal 14 Metern. Auf dem Foto posiert Goddard neben der 3 Meter hohen Rakete und hält den Rahmen des Startgestells. Damit ein stabiler Flug ohne Finnen gelang, montierte er den Raketenmotor oben. Leitungen speisten den Motor mit flüssigem Sauerstoff und Benzin aus den Tanks am unteren Ende.

Goddard gilt weithin als genialer Experimentator und Ingenieur. Seine Raketen waren ihrer Zeit viele Jahre voraus. Er erhielt über 200 Patente für Raketentechnik, die meisten davon nach seinem Tod im Jahr 1945. Im Jahr 1969 landeten Menschen auf dem Mond. Dabei kam eine Flüssigrakete zum Einsatz, die nach den von Goddard entwickelten Prinzipien konstruiert wurde.

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Der einsame Baum beim Schwan

Hinter einem einsamen Baum am Horizont ist der dunkle Himmel von einer leuchtenden Gaswolke flammend rot gefärbt.
Bildcredit und Bildrechte: 2025 Horacio Lander / AstroHoracio; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Im spanischen Guadalajara steht ein Baum allein auf einer stillen Wiese. Seine Silhouette zeichnet sich vor der feurigen Cygnus-Region ab, die dahinter wie Flammen am Nachthimmel aufragt. Die detailreiche Landschaft am Nachthimmel entstand aus mehreren Aufnahmen. Sie zeigt eine Bandbreite an Helligkeit und Farbe, die Menschen mit bloßen Augen so nicht sehen können.

Die Region ist am Himmel so breit wie tausend Vollmonde. Der Schwan entfacht ein Feuer aus aktiver Sternbildung. Wolken aus Gas und Staub kollabieren dort unter dem Druck ihrer Schwerkraft, bis die Kernfusion zündet und neue Sterne entstehen. Diese Sterne ionisieren den Wasserstoff in ihrer Umgebung und entfachen ein tiefrotes Leuchten. Ranken aus interstellarem Staub absorbieren einen Teil dieses Lichts und ziehen dunkle Schatten.

Der Schwan ist eine wahre Fundgrube himmlischer Schätze. Dazu gehören der Schleier-, der Sichel– und der Pelikannebel sowie Cygnus X-1, das erste bestätigte Schwarze Loch. Aus der Region im Schwan kommen weiterhin neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Dazu zählt ein neues 3D-Modell der Cygnus-Schleife. Das Röntgenteleskop Chandra machte es möglich.

Portal ins Universum: APOD-Zufallsgenerator

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Flug über den Nordpol des Mars

Videocredit: ESA, Mars Express, VMC; Bearbeitung und Lizenz: Simeon Schmauß

Was sehen wir bei einem Flug über den Nordpol des Mars? Dieses Video zeigt so eine Reise. Es entstand aus Bildern der ESA-Sonde Mars Express aus dem Jahr 2019. Zuerst sehen wir unten eine Landschaft aus fein gemahlenem Boden, die vom rostigen Eisen rot getönt ist. Ein Teil davon erscheint dunkler. Dort ist Fels und Gestein freigelegt.

Bald kommt die nördliche Polkappe in Sicht. Sie ist fast weiß, weil sie aus gefrorenem Wasser besteht, das reflektiert. Um die Polkappe verläuft das Borealis-Becken. Es ist eine geschichtete Senke, die mit Staub und Sand bedeckt ist. Die Einzelbilder im Video entstanden im nördlichen Marsfrühling, als sich das Kohlendioxideis verflüchtigte. Darunter liegt Wassereis in der Kappe, das übrig blieb.

Mars Express erkundet weiterhin die Oberfläche des Mars. Dabei sucht die Sonde nach Hinweisen auf das frühe Klima des Roten Planeten und sein Potenzial für Leben.

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