Eisfischen nach kosmischen Neutrinos

Blick in ein Bohrloch, in dessen Mitte eine lange Stange verschwindet. Das Schmelzloch führt tief ins Eis und ist oben mit silbrig reflektierendem Material ausgekleidet.
Bildcredit: NSF, B. Gudbjartsson, IceCube Collaboration

Forschende schmelzen Löcher in das Ende der Welt. Es sind fast 100 Löcher nahe dem Südpol. Sie dienen als astronomisches Observatorium. Hier senkt sich gerade ein langes Seil im IceCube Neutrino Observatorium in einen senkrechten See. Es ist mit Detektoren für Licht besetzt, die so groß sind wie Basketbälle. Das Wasser in jedem Loch gefriert schnell wieder.

Die Messgeräte am Seil sind besonders empfindlich für blaues Licht. Es wird im klaren Eis der Umgebung abgestrahlt. Das Licht stammt von Sekundärteilchen, die sich schnell bewegen. Sie werden freigesetzt, wenn sehr ergiereiche Neutrinos mit den Molekülen im Eis kollidieren. Die Neutrinos entstehen bei gewaltigen Vorgängen im Universum. Inzwischen wies IceCube viele dieser erhellenden Neutrinos nach.

Auf diesem Bild wird im Jahr 2010 eine der letzten Detektorketten für den IceCube in den eisigen Abgrund gesenkt. IceCube ist damit der größte Neutrino-Detektor der Welt. Nun werden die beispiellosen Entdeckungen gewürdigt. Diese Woche wurde bekannt gegeben, dass ein Gründungsmitglied der IceCube Collaboration den Nobelpreis in Physik erhält.

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