Bitte lächeln! Rosettas Selbstporträt

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Bildcredit und Bildrechte: ESA/Rosetta/Philae/CIVA

Dieses Selfie der Raumsonde Rosetta entstand am 7. Oktober 2014. Zu dieser Zeit war die Sonde etwa 472 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, aber nur 16 Kilometer von der Oberfläche des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko. Hinter der Raumsonde, am oberen Bildrand, ist der zweiteilige Kometenkern zu sehen. Staub und Gas strömen von ihm weg. Eines der 14 Meter langen Sonnensegel von Rosetta funkelt im hellen Sonnenlicht.

Tatsächlich wurde hier eine kurze und eine lange Belichtung zu einem Bild kombiniert. So konnte diese Szene mit starken Kontrasten aufgenommen werden. Dazu wurde das CIVA Kamerasystem der noch angedockten Landesonde Philae verwendet. Es war die letzte Aufnahme von Philaes Kamera bevor die Sonde am 12. November von Rosetta abgetrennt wurde. Kurz nach der Trennung machte Philae ein weiteres Bild, das auf den Orbiter zurückblickte. Dann begann der Abstieg der Landesonde zum Kern des Kometen. Die ausgewählte primäre Landezone war auf der sichtbaren Seite des kleineren Teils des Kometenkerns.

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Andromeda im südlichen Frühling

Die nächtliche Landschaft mit Hügeln und Bäumen liegt in Australien. Über dem Horizont steht die Andromeda-Galaxie M31. Auch ihre Begleiterinnen M32 und M110 sind gut erkennbar. Die Galaxie erscheint im Vergleich zur Landschaft riesig. Sie ist so breit wie sechs Vollmonde.
Bildcredit und Bildrechte: Lucy Yunxi Hu

Wenn man von Mullion in Australien nach Norden blickt, findet man dort die Andromeda-Galaxie. Sie steigt am Himmel nie mehr als ein paar Grad über den Horizont. Auf der Südhalbkugel steht Andromeda im Frühling um Mitternacht am höchsten. Dieses Bild entstand in der Nacht von 10. auf 11. Oktober mit einem Teleobjektiv. Viele einzelne Bilder wurden kombiniert, damit die Spiralgalaxie all ihre reizvollen Details zeigt, während sie über den Hügeln Australiens aufgeht.

Die große Galaxie in Andromeda ist auch als M31 bekannt. Sie ist eines der hellsten Objekte im Messier-Katalog. Doch mit freiem Auge ist sie nur ein kleines, verwaschenes Fleckchen. Das Komposit der Andromeda-Galaxie wurde mit einer separaten Aufnahme der Landschaft kombiniert. Das demonstriert ihre riesige Ausdehnung am Nachthimmel. Die große Spiralgalaxie ist unserer Milchstraße am nächsten gelegen. Am südlichen Frühlingshimmel ist sie etwa so breit wie sechs Vollmonde.

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WD J1330+6435 ist der erste grüne Stern

Ein grünlich leuchtender Stern ist von einer nebeligen Scheibe umgeben, in der im Vordergrund Teile fliegen, manche davon vor dem Stern.
Bildcredit und Bildrechte: Mark Garlick

Sternlein, Sternlein, hell und fein – kann es heut Nacht ein grüner sein?

Ganz anders als die Sonne sehen wir alle Sterne, die weiter von uns entfernt sind, als kleine Lichtpunkte am Nachthimmel. Die meisten davon leuchten weiß, manche aber auch bläulich oder rötlich. Ihre Farbe entspricht dabei immer einer bestimmten Temperatur. Blaue Sterne sind heißer als rote Sterne. Und wie sieht es mit anderen Farben aus?

Diese Illustration zeigt WD J1330+6435. Er ist ein Weißer Zwerg, also ein kleiner, lichtschwachen Stern. Weiße Zwerge bleiben übrig, wenn ein Stern wie unsere Sonne seinen Kernbrennstoff aufgebraucht hat.

Kürzlich fanden Forschende heraus, dass einige dieser Weißen Zwerge – trotz ihres Namens – gelb, grün, türkis, rosa oder violett schimmern. Das tun sie, wenn sie uns so nahe sind, dass wir mehr als nur einen Lichtpunkt sehen. In diesen Fällen sehen wir die Signatur von Spurenelementen, die sich auf den Sternen angesammelt haben. Sie wechselwirken mit der Sternatmosphäre. Das verändert deren Farbe, die normalerweise Weiß ist.

Ach, wär ich doch dem Stern ganz nah – doch leider ist er nicht zum Greifen da!

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Neue „Geister“ in Kassiopeia

Der Himmel ist von Sternen übersät. Helle Flecken von Emissionsnebeln ziehen sich über den Äquator des Bildes. Auch Bögen und Flecken aus ionisiertem Sauerstoff sind zu sehen.

Bildcredit und Bildrechte: Louis Leroux-Géré, Thibault Rouillée, Vincent Martin, Cédric de Decker (Starfront Observatories)

Schaut euch all diese Geister an! 100 Stunden Belichtungszeit und ein spezieller Sauerstoff-Filter waren nötig, um die drei schwachen Nebel auf diesem Bild einzufangen. Sie sind im Sternbild Kassiopeia verborgen. IC 59 und IC 63 sind die ursprünglichen Geister der Kassiopeia. Sie spuken in der Region nahe dem Mehrfachsternsystem γ Cassiopeiae. Das energiereiche Licht, das γ Cassiopeiae ausstrahlt, lässt den Wasserstoff in IC 59 und IC 63 rot leuchten. Ihr Staub reflektiert und streut einen Teil des bläulich-weißen Sternlichts.

Die neu entdeckten Objekte 1, 2 und 3 erscheinen als blaue Phantome. Sie verraten, dass es dort ionisierten Sauerstoff gibt. Doch was hat ihn ionisiert? Vielleicht sammelt sich bei γ Cassiopeiae Material an, während sich das System durch interstellares Gas und Staub bewegt. Der Effekt ist ähnlich wie am Bug eines Motorboots.

Das Objekt 3 ist vielleicht der komprimierte und erhitzte Sauerstoff so einer Bugwelle. Objekt 1 ist eventuell ein planetarischer Nebel. Dazu sucht man allerdings noch nach einem zentralen Weißen Zwerg. Die Ursprünge dieser astronomischen Erscheinungen bleiben ein Rätsel, das es noch zu lösen gilt.

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Ein Gegendämmerungs-Regenbogenfächer

Am Horizont ragen teils bewaldete Berge auf. Aus einem Einschnitt strahlt ein Fächer aus Licht nach oben, in dem ein Regenbogen schillert. Der Himmel ist von Wolken verhangen. Das Phänomen entsteht durch Gegendämmerungsstrahlen, kombiniert mit einem Regenbogen.
Bildcredit und Bildrechte: Aurelia degli Esposti

Dieser Regenbogen ist ungewöhnlich. Er ist unvollständig und leuchtet in einem Fächer aus Sonnenlicht. Doch das ist nicht das einzig Besondere an diesem Bild. Noch überraschender ist die Position der Sonne. Sie steht scheinbar direkt vor der Fotografin, also hinter der Hügelkette. Das ist aber unmöglich! Für einen Regenbogen muss die Sonne hinter dem Beobachter stehen. Ihr Licht wird dann in den Regentropfen gebrochen und reflektiert.

Die Strahlen der untergehenden Sonne drangen durch Lücken in den Wolken. Sie liefen über den ganzen Himmel und trafen sich scheinbar gegenüber der Beobachterin. Das ungewöhnliche Phänomen heißt Gegendämmerungsstrahlen, diese sind eine Art von Strahlenbüscheln. Das Foto entstand letzte Woche mit einer Handykamera, als die Sonne gerade in Presenzano in Italien unterging. Die Fotografin bemerkte den besonderen Regenbogen, als sie die Wäsche aufhängte.

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Die Radioquelle Treble Clef ist in Röntgen ungewöhnlich heiß

Die blaue Wolke im Hintergrund leuchtet in Röntgenstrahlen. Darin zeichnet sich eine rot leuchtende Form ab, die in Radiowellenlängen abgebildet wurde. Ihre Form erinnert an einen Notenschlüssel oder einen Drachen.
Bildcredit: Röntgen: NASA/CXC/INAF-IRA/A. Botteon et al.; Infrarot: UKIDSS–GPS ; Radio: ASTRON–LOFAR; Bildbearbeitung: NASA/CXC/SAO/N. Wolk

Was ist Treble Clef? Es ist eine ungewöhnliche Radioquelle, und sie ist größer als zwei Millionen Lichtjahre! Ihre Form erinnert an ein Symbol aus der Musik. Leider verschluckt unsere Milchstraße das sichtbare Licht dieses Objekts, das auch als VLSS J0328.9+5755 bekannt ist. Als man Treble Clef im Jahr 2004 genauer unter die Lupe nahm, wusste man nichts über seine Natur.

Erst kürzlich beobachteten die Röntgenteleskope Chandra und eRosita die Wolke vom Weltraum aus. Dabei fand man Hinweise, dass ein sehr massereiches Schwarzes Loch im Zentrum einer Galaxie die geladenen Teilchen ausstieß. Die Radiostrahlung war bereits verblasst, als anscheinend bei der Kollision zweier Galaxienhaufen eine Stoßwelle entstand. Diese Welle regte das Leuchten der Teilchen erneut an. Das Bild ist ein Komposit aus Aufnahmen in Radiowellenlängen (rot) und Röntgenstrahlung (blau).

Dieses Video zeigt die Erkenntnisse zu Treble Clef (englisch). Ungewöhnliche Objekte wie Treble Clef bieten uns unerwartete Hinweise, wie Galaxienhaufen miteinander in Wechselwirkung treten. Sie zeigen aber auch, wie sich das Universum allgemein entwickelt.

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Die Säulen des Adlernebels als Klangbild

Bildcredit: NASA, ESA und das Hubble-Vermächtnis-Projekt (STScI/AURA); Vertonung: NASA, CXC, SAO, K. Arcand, M. Russo und A. Santaguida

Wie kann man den Adlernebel mit den Ohren erfahren? Der berühmte Nebel in M16 ist wohl eher als Augenschmaus bekannt. Wir kennen ein paar junge Sterne, die in den dunklen, turmartigen Säulen entstehen. Diese Strukturen aus kaltem Gas und Staub sind Lichtjahre lang und etwa 6500 Lichtjahre entfernt. Wir sehen sie im Sternbild Schlange (Serpens).

Der Sternhaufen M16 enthält massereiche Sterne. Diese verströmen energiereiches ultraviolettes Licht und mächtige Winde. Das formt und erodiert die kosmischen Säulen, die dabei zerfallen. Die turbulente Umgebung im Sternbildgsgebiet von M16 ist wahrscheinlich der Umgebung, in der unsere Sonne einst entstanden ist, sehr ähnlich.

Das detailreiche Bild kombiniert Aufnahmen der Weltraumteleskope Hubble (sichtbares Licht) und Chandra (Röntgenstrahlung). Im Video erklingen Sterne und Staub, während sich die Linie der Sonifikation von links nach rechts schiebt. Die senkrechte Position zeigt die Tonhöhe.

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67P in drei Dimensionen

Der Kern des Kometen Tschurjumow-Gerassimenko ist hier in Rot und Cyan dargestellt, sodass man ihn mit rot-blauen Brillen dreidimensional sieht. Der zweilappige Himmelskörper wirkt rau und schuppig. Nach links und oben strömen weiße Strahlen aus.
Bildcredit und Bildrechte: ESA, Rosetta, MPS, OSIRIS – Stereo-Anaglyphe: Philippe Lamy und ein Team

Setzt eure rot-blaue Brille auf, dann schwebt ihr neben dem zerklüfteten, zweigeteilten Kern des Kometen Tschurjumow-Gerassimenko. Er ist auch als Komet 67P bekannt. Das Bild ist eine Stereo-Anaglyphe. Es entstand aus zwei Aufnahmen der Telekamera von OSIRIS. Beide wurden am 25. Juli 2015 aus einer Entfernung von 184 Kilometern aufgenommen und später kombiniert. OSIRIS ist ein Experiment der Raumsonde Rosetta.

Aus der aktiven Oberfläche des kleinen Körpers im Sonnensystem strömen viele Strahlen. Der größere Teil des Kometen ist ca. 4 Kilometer breit. Er ist über einen schmalen Hals mit einem kleineren Teil verbunden, der nur etwa halb so groß ist.

Die Mission Rosetta endete im September 2016, als die Sonde kontrolliert auf die Oberfläche des Kometen prallte. Setzt eure 3D-Brille noch nicht ab. Über diese Website findet ihr einen Katalog mit fast 1.400 Stereo-Anaglyphen zum Ansehen. Sie entstanden aus den Bilddaten von Rosetta.

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