Der interstellare Eindringling 2I/Borisov

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Bildcredit: NASA, ESA und D. Jewitt (UCLA) et al.

Beschreibung: Nach der Entdeckung von 1I/’Oumuamua im Jahr 2017 ist der Komet 2I/Borisov der zweite interstellare Eindringling, der als solcher erkannt wurde. Wie bei ‚Oumuamua bestätigen Borisovs vermessene hyperbolische Bahn sowie die Geschwindigkeit, mit der er zur Sonne fällt, dass sein Ursprung außerhalb unseres Sonnensystems liegt. Detaillierte Beobachtungen lassen den Schluss zu, dass ‚Oumuamua ein Gesteinskörper ist, der sich von bekannten Objekten des Sonnensystems unterscheidet. Hingegen ist Borisov definitiv ein weit wandernder Komet.

Dieses Bild von Borisov wurde am 12. Oktober 2019 mit dem Weltraumteleskop Hubble aufgenommen. Es zeigt eine vertraute kometenartige Aktivität und Staubkonzentration um seinen Kern, der im Bild nicht aufgelöst ist. Einige Schätzungen lassen vermuten, dass der Durchmesser des Kerns zwischen 2 und 16 Kilometer beträgt. Als das Hubblebild aufgenommen wurde, war der Komet 2I/Borisov etwa 418 Millionen Kilometer entfernt. Borisov kommt jedoch noch näher und erreicht seine größte Annäherung an die Sonne am 7. Dezember in einer Entfernung von etwa 300 Millionen Kilometern (2 Astronomische Einheiten).

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Komet 46P/Wirtanen

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Bildcredit und Bildrechte: Alex Cherney (Terrastro, TWAN)

Beschreibung: Der periodische Komet 46P/Wirtanen ist derzeit der hellste Komet am Nachthimmel, für das bloße Auge ist er jedoch zu blass. Doch an Orten mit dunklem Himmel könnte er knapp hell genug werden, weil er bei seinem 5,4 Jahre dauernden Umlauf Mitte Dezember den erdnächsten und sonnennächsten Punkt seiner lang gezogenen Bahn erreicht.

Seine kugelförmige Koma fluoresziert im Sonnenlicht, ihre Winkelgröße beträgt auf dieser Teleskopansicht, die am 7. November auf der Südhalbkugel fotografiert wurde, ungefähr die Hälfte des Vollmondes. Der Komet war zirka 2 Lichtminuten oder 35 Millionen Kilometer von erdgebundenen Teleskopen entfernt, somit ist die hübsche grünliche Koma, die man hier sieht, ungefähr 150.000 Kilometer groß, das ist etwa die Größe von Jupiter. Der Stapel digitaler Bilder zeigt auch einen sehr blassen Schweif auf der 4-Uhr-Position und eine ferne Galaxie im Hintergrund, die links oben erkennbar ist. Als regelmäßiger Besucher des inneren Sonnensystems war Komet 46P/Wirtanen einst das bevorzugte Ziel der ESA-Kometenforschungsmission Rosetta.

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Salz, Pfeffer und Eis


Videocredit und -rechte: Maroun Habib (Moophz)

Beschreibung: Derzeit wandert ein „Kamera“-Komet über den Himmel. Komet 21P / Giacobini-Zinner ist etwas zu blass für das bloße Auge, doch er entwickelte einen langen Schweif, der ein schöner Anblick für Ferngläser und empfindliche Kameras ist.

Die Bewegung des Kometen 21P am Himmel wurde letzte Woche auf diesem Zeitraffervideo, das 90 Minuten zu etwa 2,5 Sekunden komprimiert, festgehalten. Es wirkt vielleicht seltsam, dass der Schweif von 21P nicht der Bewegung des Kometen folgt. Der Grund dafür ist, dass Kometenschweife immer von der Sonne weggerichtet sind, und der Komet wanderte in dem Zeitraum, als er fotografiert wurde, nicht zur Sonne. Weit im Hintergrund sieht man links oben M37, den Salz-und-Pfeffer-Sternhaufen. Der helle rote Stern V440 Aurigae steht über der Bildmitte.

Diese 2 Kilometer große Kugel aus Staub schleuderndem Eis passierte letzte Woche ihren sonnen- und erdnächsten Punkt und verblasst nun, während sie zum Südhimmel weiterzieht. Komet 21P sollte jedoch weiterhin sichtbar sein und noch ungefähr einen Monat lang ein fotogenes Ziel für Kameras auf Stativ bleiben.

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Komet Hale-Bopp über dem Valparolapass

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Bildcredit und Bildrechte: A. Dimai, (Col Druscie Obs.), AAC

Beschreibung: Komet Hale-Bopp, der große Komet des Jahres 1997, wurde viel heller als die Sterne in seiner Umgebung. Er war sogar über hellen Stadtlichtern zu sehen. Abseits der Stadtbeleuchtung bot er eine ziemlich spektakuläre Schau. Hier wurde Komet Hale-Bopp über dem Valparolapass in den Dolomiten fotografiert, in der Umgebung von Cortina d’Ampezzo in Italien. Komet Hale-Bopps blauer Ionenschweif besteht aus Ionen aus dem Kometenkern und wird vom Sonnenwind getrieben.

Der weiße Staubschweif zieht auf der Bahn dem Kometen hinterher und besteht aus größeren Staubteilchen aus dem Kern, die vom Sonnenlicht gestoßen werden. Komet Hale-Bopp (C/1995 O1) blieb 18 Monate lang mit bloßem Auge sichtbar – länger als jeder andere Komet seit Beginn der Geschichtsschreibung. Heuer ist der 20. Jahrestag der letzten Reise des Kometen Hale-Bopp ins innere Sonnensystem. Der große Komet kehrt voraussichtlich um das Jahr 4385 zurück.

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Fast drei Schweife für Komet Encke

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Bildcredit und Bildrechte: Fritz Helmut Hemmerich

Beschreibung: Wie kann ein Komet drei Schweife haben? Normalerweise hat ein Komet zwei Schweife: einen Ionenschweif aus geladenen Teilchen, die vom Kometen abgegeben und vom Sonnenwind fortgetrieben werden, und einen Staubschweif aus kleinen Teilchen, der hinter dem Kometen herzieht, dieser kann bis zu einem gewissen Grad ebenfalls vom Sonnenwind hinausgetrieben werden. Häufig scheint ein Komet nur einen Schweif zu besitzen, weil der andere Schweif von der Erde aus nicht leicht sichtbar ist. Auf diesem ungewöhnlichen Bild scheint Komet 2P/Encke drei Schweife zu besitzen, weil der Ionenschweif etwa zu der Zeit, als das Bild fotografiert wurde, sich geteilt hat. Der komplexe Sonnenwind ist manchmal turbulent und erzeugt im Ionenschweif ungewöhnliche Strukturen. Sehr selten wurden sogar Trennungen des Ionenschweifs beobachtet. Ein Bild des Kometen Encke, das zwei Tage später fotografiert wurde, zeigt eine vielleicht weniger verwirrende Perspektive.

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Der breite Schweif von PanSTARRS

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Bildcredit und Bildcredit: Lorenzo ComolliModell-Einblendung: Marco Fulle (INAF)

Beschreibung: Für Beobachter auf der Nordhalbkugel hängt der Komet PanSTARRS (C/2011 L4) die nächsten Tage immer noch nach Sonnenuntergang, aber vor Mondaufgang über dem Westhorizont. Seine Perspektive vom Planeten Erde enthüllt weiterhin den breiten Staubschweif des Kometen.

Diese Langzeitbelichtung vom 21. März folgt dem Kometen und wurde verstärkt, um die auffallende, zarte Streifenbildung in PanSTARRS‘ Schweif zu zeigen. Schieben Sie den Mauspfeil über das Bild (oder klicken Sie hier), um eine Einblendung des Staubschweifes mit einem Modellgeflecht von Isochronen und Isodynen zu zeigen. Isochronen (lange gestrichelte Linien) zeigen die Lage von Staubkörnchen, die sich gleichzeitig mit der Geschwindigkeit null vom Kometenkern lösen.

Die aufeinanderfolgenden isochronen Linien liegen einen Tag auseinander und beginnen unten, zehn Tage vor dem Periheldurchgang des Kometen am 10. März. Isodynen (durchgezogene Linien) zeigen die Lage von Staubkörnchen gleicher Größe, die sich ebenfalls mit der Geschwindigkeit null lösen.

Einen Mikrometer große Staubkörnchen liegen entlang der oberen Isodyne. Die Körnchengröße wächst entlang der Isodynen fast parallel zur Kometenbahn (kurz gestrichelte Linie durch den Kern) gegen den Uhrzeigersinn auf 500 Mikrometer große Körnchen. Im Modell wird angenommen, dass die Kräfte, die auf die Staubkörnchen wirken, die Gravitation und der Strahlungsdruck des Sonnenlichts sind. Die periodische Streifenbildung in PanSTARRS‘ Schweif scheint den isochronen Modelllinien zu folgen.

Abbildungsmaßstab: Am 21. März war Komet PanSTARRS etwa 180 Millionen Kilometer entfernt. In dieser Entfernung wäre dieses Bild fast 4 Millionen Kilometer groß.

„Mir kommen keine Weiber mehr ins All“Walentina Tereschkowas Weg ins All
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Komet McNaught wandert an NGC 1245 vorbei

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Bildcredit und Bildrechte: Rich Richins

Beschreibung: Von den vielen Kometen, die nach ihrem Entdecker Robert McNaught benannt wurden, ziert jener mit der Bezeichnung C/2009 R1 diesen Monat den Dämmerungshimmel für Beobachter auf der Nordhalbkugel. Hier war am 13. Juni im Süden New Mexicos zu sehen, wie der lange Ionenschweif des Kometen McNaught durch die Teleskopansicht streift (ein Negativbild ist eingefügt).

Bemerkenswert ist, wie der Ionenschweif sich leicht über den Hintergrundsternhaufen NGC 1245 (oben links) im Sternbild Perseus ausdehnt, der etwa 1,5 Grad vom hübschen grünlichen Kopf oder Koma entfernt ist. Die Koma zeigt auch einen kurzen, stummelartigen Staubschweif.

Natürlich ziehen Komet und Hintergrundsterne mit verschiedenen Geschwindigkeiten über den Himmel des Planeten Erde. Doch eine digitale Bearbeitung vieler kurz belichteter Aufnahmen erlaubte dem Fotografen eine Trennung der Bilder des Kometen und der Sterne, er reihte die Bilder neu und kombinierte sie zu diesem abschließenden Bild. Um den Kometen von den Hintergrundsternen getrennt zu sehen, schieben Sie einfach den Mauspfeil über das Bild. Die wieder zusammengefügten Bilder zeigen sowohl ein reichhaltiges Sternfeld als auch zarte Details des Kometen.

McNaught, der inzwischen mit dem Fernglas leicht erkennbar ist, wird in den kommenden Tagen am östlichen Horizont ins Zwielicht sinken, wenn er sich 2. Juli das Perihel (die größte Annäherung an die Sonne) erreicht.

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Komet Enckes Schweif reißt ab

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Credit: Angelos Vourlidas (NRL) et al., SECCHI / STEREO, NASA

Beschreibung: Der periodische Komet Encke, der innerhalb der Merkurbahn pendelt, traf am 20. April auf eine Stoßwelle von der Sonne in Form eines koronalen Massenauswurfs (CME). Wenn CMEs – riesige Wolken energiereicher Partikel, die von der Sonne ausgestoßen werden – auf die Magnetosphäre der Erde treffen, lösen sie häufig Polarlichter aus. Doch in diesem Fall trug die Kollision den Schweif des Kometen fort. Der Schweif wurde wahrscheinlich eher von wechselwirkenden Magnetfeldern abgerissen als durch den mechanischen Druck der Kollision. Wenn Sie auf das zweigeteilte Bild klicken, wird ein Gif-Fim des bemerkenswerten Ereignisses abgespielt, der vom Heliospheric Imager an Bord der Raumsonde STEREO A aufgezeichnet wurde. Die Zeit zwischen den Einzelbildern des Films beträgt etwa 45 Minuten, während die Bilder in der Entfernung des Kometen etwa 14 mal 20 Millionen Kilometer umspannen. Natürlich haben sich auch früher schon ähnliche Kollisionen ereignet, da der alte Komet alle 3,3 Jahre seine Sonnenbahn durchläuft. Also keine Sorge, Enkes Schweif wächst nach!

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