Gesamtkarte: Mars in Opposition

Globale Karte des Roten Planeten der Mars-Opposition 2020 vom Observatorium auf dem Pic du Midi.

Bildcredit und Bildrechte: F. Colas / J.L. Dauvergne / G. Dovillaire / T. Legault / G. Blanchard / B. Gaillard / D. Baratoux / A, Klotz / S2P / IMCCE / OMP / Imagine Optic

Beschreibung: Hier ist die vielleicht beste globale Marskarte, die je mit einem Teleskop auf der Erde erstellt wurde. Ein Beobachterinnen- und Beobachter-Team sammelte die Bilddaten im Laufe von sechs langen Nächten zwischen 8. Oktober und 1. November am Observatorium auf dem Gipfel des Pic du Midi. Der vierte Gesteinsplanet der Sonne war damals noch nicht viel von seiner Opposition 2020 und seiner größten, hellsten Erscheinung am Nachthimmel des Planeten Erde weitergewandert. Das große Teleskop, das dafür verwendet wurde, hat einen Durchmesser von einem Meter und eine Brennweite von 17 Metern. Es unterstütze seinerzeit auch die Apollo-Mondlandemissionen der NASA.

Nach ungefähr 30 Stunden Bearbeitung wurden die Daten kombiniert und diese außergewöhnlich scharfe projizierte Ansicht der Marsoberfläche erstellt. Sie reicht bis ungefähr 45 Grad nördlicher Breite. Die Bilddaten wurden auch auf eine rotierende Kugel und rotatierende Stereoansichten übertragen. Marsfreundinnen erkennen leicht ihre Lieblingsstrukturen auf dieser beschrifteten globalen Ansicht des Roten Planeten.

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Licht und Glanz über Kreta

Himmelspracht über Kreta mit den Planeten Jupiter und Saturn, Nachthimmellicht und dem Kometen NEOWISE.

Bildcredit und Bildrechte: Tomáš Slovinský

Beschreibung: Im Juli war der Himmel über der griechischen Insel Kreta spektakulär. Natürlich waren da die üblichen Sterne wie Polaris, Wega und Antares, aber auch ein bekannter Asterismus, den jeder kennt: der große Wagen. Doch der Himmel fing gerade erst an.

Das Band der Milchstraße faszinierte und wölbte sich über die Nacht wie eine Brücke aus Sternen und Staub, gesprenkelt mit roten Nebeln wie Süßigkeiten. Die Planeten Saturn und Jupiter waren so hell, dass man Leute am Strand aufhalten wollte, um sie ihnen zu zeigen. Die Luft leuchtete wie ein Regenbogen.

Doch den meisten Ruhm heimste ein Komet ein. Knapp über dem nördlichen Horizont breitete Komet NEOWISE seine Schweife aus wie nichts, was ihr je zuvor gesehen habt oder je wieder sehen werdet. Außer Staunen und Starren gab es nur eines zu tun: fotografieren.

Berichterstattung: SpaceX-Besatzung-1-Mission der NASA
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Venus, Merkur und der abnehmende Mond

Mond, Merkur, Venus und Spika in der Jungfrau über dem Meer bei Ortigia / Syrakus auf Sizilien / Italien.

Bildcredit und Bildrechte: Kevin Sargozza

Beschreibung: Gestern sahen Frühaufsteherinnen auf dem ganzen Planeten Erde den abnehmenden Mond tief im Osten, als der Himmel in der Dämmerung heller wurde. Dieser einfache Schnappschuss aus Ortigia (Syrakus) auf Sizilien (Italien) zeigt die schmale sonnenbeleuchtete Sichel kurz vor Sonnenaufgang.

Die inneren Planeten Merkur und Venus entfernen sich am Himmel des Planeten Erde niemals weit von der Sonne. Hier teilten sie sich den ruhigen Blick aufs Meer. Rechts neben der Anordnung von Mond und Planeten steht der helle Stern Spika, Alphastern im Sternbild Jungfrau und einer der 20 hellsten Sterne am Nachthimmel der Erde.

Morgen ist Neumond. Die dunkle Mondscheibe bringt meist dunkle Nächte auf dem Planeten Erde, und es gibt nächste Woche auch eine gute Gelegenheit, um den jährlichen Meteorstrom der Leoniden zu beobachten.

Heute zusehen: kommerzielle Besatzung startet zur ISS
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Angst und Schrecken: Die Monde des Mars

Der Planet Mars mit seinen Monden Phobos und Deimos.

Kompositbild-Credit und -Rechte: Dennis Simmons

Beschreibung: Am Abend vor Allerheiligen lauern Angst und Schrecken an eurem Nachthimmel, auch bekannt als Phobos und Deimos, die Monde des Mars. Die Marsopposition 2020 fand am 13. Oktober statt, daher geht der Rote Planet immer noch kurz nach Sonnenuntergang auf. Zu Halloween steht sein seltsames gelbliches Leuchten am Himmel in der Nähe des Vollmondes und überstrahlt die anderen Sterne während der ganzen Nacht.

Die beiden winzigen Marsmonde sind sehr blass und kreisen auf engen Bahnen, daher sind sie sogar mit einem kleinen Teleskop schwer erkennbar. Ihr findet sie jedoch auf diesem genau beschrifteten Kompositbild. Das überbelichtete Leuchten des Planeten wurde reduziert. Die Umlaufbahnen des inneren Mondes Phobos und des äußeren Mondes Deimos wurden über diese digital kombinierten Bilder vom 6. Oktober gelegt.

Der Astronom Asaph Hall entdeckte die winzigen Marsmonde im August 1877 mit dem 26-Zoll-Alvan-Clark-Refraktor „Great Equatorial“ am US-Marineobservatorium.

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Illustration eines Venus-Vulkans

Künstlerische Darstellung eines ausbrechenden Vulkans auf der Venus.

Illustrationscredit: NASA, JPL-Caltech, Peter Rubin

Beschreibung: Wie sieht wohl ein ausbrechender Vulkan auf der Venus aus? Zu Beginn dieses Jahres wurden Hinweise auf aktuell aktive Vulkane auf der Venus veröffentlicht, nachdem Regionen, in denen nur urzeitliche Vulkane vermutet wurden, unerklärbar warm wurden. Es gibt zwar großflächige Aufnahmen der Venus mit Radar, doch die dicken Schwefelsäurewolken verhindern Abbildungen in sichtbarem Licht.

Nichtsdestotrotz seht ihr hier einen ausbrechenden Vulkan auf der Venus in Form einer künstlerischen Darstellung.

Vulkane könnten eine wichtige Rolle im Lebenszyklus auf der Venus spielen, indem sie chemische Nährstoffe in die kühlere obere Atmosphäre schleudern, wo vielleicht hungrige Mikroben schweben. Das Bild zeigt, wie die Rauchwolke eines ausbrechenden Vulkans aufsteigt, während ein gewaltiges Lavafeld einen Teil der heißen, rissigen Oberfläche des überhitzten Zwillings der Erde bedeckt.

Die Möglichkeit mikrobieller Venusianer in der Atmosphäre ist natürlich reizvoll, aber derzeit umstritten.

Beschreibung eines APOD auf TikTok von astrokirsten

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Saturn und Jupiter über italienischen Gipfeln

Begegnung der Planeten Jupiter und Saturn über den Drei Zinnen in den italienischen Alpen.

Bildcredit und Bildrechte: Giorgia Hofer

Beschreibung: Saturn und Jupiter kommen einander näher. In den nächsten zwei Monaten kommen diese beiden hellen Planeten jede Nacht, in der Sie hinausgehen und nachsehen, am Himmel einander immer näher.

Mitte Dezember findet schließlich eine große Konjunktion statt – wenn die beiden Planeten nur noch 0,1 Grad voneinander getrennt erscheinen – nur ein Fünftel des Winkeldurchmessers des Vollmondes. Das ist nicht bloß irgend eine große KonjunktionSaturn (links) und Jupiter (rechts) kamen einander seit 1623 nicht mehr so nahe, und bis 2080 erreichen sie nicht mehr annähernd diese Nähe.

Dieses Himmelsereignis ist ziemlich leicht zu sehen – schon jetzt sind die beiden Planeten im Südwesten knapp nach Sonnenuntergang leicht zu sehen – und schon jetzt stehen sie auffällig nahe beisammen. Auf dem Bild betrachteten der Astrofotograf und sein Partner vor ungefähr zwei Wochen das planetare Duo über den Drei Zinnen des Lavaredo (Tre Cime di Lavaredo)  in den italienischen Alpen.

Aktuell: Live-Berichterstattung des heutigen Aufsetzversuchs von OSIRIS-REx auf dem Asteroiden Bennu

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Flug über Jupiter nahe dem Großen Roten Fleck


Videocredit: NASA/JPL-Caltech/SwRI/MSSS; Videobearbeitung und Lizenz: Kevin M. Gill; Musik: Vangelis

Beschreibung: Sind Sie bereit, auf das größte, älteste bekannte Sturmsystem im Sonnensystem zu warten? In diesem 5-Minuten-Video taucht Jupiters großer Roter Fleck nach 2 Minuten und 12 Sekunden auf. Davor genießen Sie den ständig wechselnden Anblick von Jupiters scheinbar ruhigen Wolken, eventuell bei gedämpftem Licht und lauter Musik.

Die 41 Einzelbilder, aus denen das Video besteht, wurden im Juni fotografiert, als die Roboter-Raumsonde Juno knapp über dem größten Planeten unseres Sonnensystems vorbeizog. Der Zeitrafferablauf dauerte in Wirklichkeit länger als vier Stunden.

Seit Juno 2016 Jupiter erreichte, machte sie zahlreiche Entdeckungen, darunter unerwartet tiefe atmosphärische Strahlströme, die mächtigsten Polarlichter, die je beobachtet wurden, sowie wasserhaltige Wolken, die sich um Jupiters Äquator häufen.

Live-Berichterstattung über den Aufsetzversuch von OSIRIS-REx auf dem Asteroiden Bennu

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Marsannäherung 2020

Der Planet Mars nähert sich seiner Opposition.

Bildcredit: Jonathan T. Grayson

Beschreibung: Wenn wir heute Abend nach Sonnenuntergang nach Osten blicken, sehen wir einen sehr eindrucksvollen Mars. Heute Nacht erreicht der Mars seine größte und hellste Erscheinung des Jahres, wenn die Erde dem Roten Planeten näher kommt als sonst je in den letzten zwei Jahren – aber auch in den nächsten beiden Jahren.

In einer Woche ist der Mars fast genauso hell – aber in Opposition, was bedeutet, dass er direkt gegenüber der Sonne steht. Wegen der leicht ovalen Form der Bahnen von Mars und der Erde liegen die größte Annäherung und die Opposition ein paar Tage auseinander.

Diese Bildfolge zeigt, wie der Winkeldurchmesser des Mars während seiner Annäherung in den vergangenen Monaten größer wurde. Der merklich orangefarbene Mars ist nun fast die ganze Nacht sichtbar und  reflektiert mehr Sonnenlicht zur Erde als Saturn oder Jupiter. Doch sogar bei seiner größten Annäherung erscheint der Mars immer noch mehr als 100 Mal kleiner als der Vollmond.

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Solis Lacus: Das Auge des Mars

Solis Lacus, das Auge des Mars, beobachtet uns.

Bildcredit und Bildrechte: Damian Peach

Beschreibung: Während sich der Mars seiner Opposition am 13. Oktober 2020 nähert, wird er am Nachthimmel heller. Teleskope auf dem ganzen Planeten Erde beobachten ihn, doch auf dieser Ansicht vom 22. September sieht der Rote Planet aus, als würde er auch uns beobachten.

Für Teleskope auf der Erde hat die Marsscheibe schon fast das Maximum ihrer scheinbaren Größe erreicht, diese beträgt weniger als 1/80 des scheinbaren Vollmond-Durchmessers. Die jahreszeitlich schrumpfende Südpolkappe ist unten, und oben sind nebelige nördliche Wolken.

Links unter der Scheibenmitte befindet sich ein rundes, dunkles Albedomerkmal: Solis Lacus (der Sonnensee). Solis Lacus liegt in einer hellen Region südlich von Valles Marineris und sieht aus wie eine planetare Pupille, die als Auge des Mars bekannt ist.

An der Wende zum 20. Jahrhundert assoziierte der Astronom und passionierte Marsbeobachter Percival Lowell das Auge des Mars mit einem Knotenpunkt von Kanälen, die er auf seinen Zeichnungen des Roten Planeten eingezeichnet hatte. Anhand hoch aufgelöster Oberflächenbilder werden umfassende, sichtbare Veränderungen der Größe und Form des Marsauges heute als Staub betrachtet, der von Winden in der dünnen Marsatmosphäre transportiert wird.

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ISS überquert den Mars

Seltener Anblick: Die Internationale Raumstation ISS zieht vor dem Roten Planeten vorbei.

Bildcredit und Bildrechte: Tom Glenn

Beschreibung: Habt ihr schon einmal die Raumstation so gesehen? Wenn ihr wisst, wann und wo ihr hinsehen müsst, ist es faszinierend zu beobachten, wie die helle Internationale Raumstation ISS über euren Nachthimmel zieht – aber das ist nicht besonders ungewöhnlich.

Es gibt Bilder der ISS, wie sie vor dem einen halben Winkelgrad großen Mond oder der Sonne vorbeizieht. Solche Bilder sind schon seltener, weil man dafür viel Planung und Geduld braucht. Doch die ISS zu fotografieren, während sie vor dem winzigen Mars vorbeizieht, ist auf einem ganz anderen Niveau.

Mithilfe einer online verfügbaren Software erfuhr der Fotograf dieses Bildes, dass er den ungewöhnlichen Transit einen kurzen Moment auf einem sehr schmalen, nur 90 Meter breiten Landstrich in der Nähe sehen könnte. Auf diesem Landstrich hätte das vorüberziehende Bild der ISS eine Bodengeschwindigkeit von 7,4 Kilometern pro Sekunde.

Doch mit einer Standardkamera, einem kleinen Teleskop und einer genauen Position, um die Ausrüstung aufzubauen, sowie der exakten Ausrichtung für das Teleskop und einer zeitlichen Planung im Sub-Millisekundenbereich schuf er ein Video, aus dem diese 0,00035-Sekunden-Belichtung stammt. Auf dem so entstandenen Bildausschnitt seht ihr Details sowohl des Mars als auch der ISS.

Dieses Bild wurde letzten Montag um 05:15:47 Ortszeit nordöstlich von San Diego in Kalifornien (USA) aufgenommen. Der Winkeldurchmesser des Mars ist meist viel kleiner als die ISS, doch Mars erreicht in den nächsten Wochen seine größte Winkelgröße, weil der Blaue Planet (Erde) und der Rote Planet (Mars) auf ihren jeweiligen Bahnen um die Sonne die kürzeste Entfernung erreichen.

Portal ins Universum: APOD-Zufallsgenerator
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Biomarker Monophosphan in der Venusatmosphäre entdeckt

Könnte Monophosphat in der Venusatmosphäre von Leben stammen?

Bildcredit: ISAS, JAXA, Akatsuki; Bearbeitung: Meli thev

Beschreibung: Könnte in der Venusatmosphäre schwebendes Leben geben? Vermutlich ist die Oberfläche auf dem Nachbarplaneten der Erde zu extrem für jegliche bekannte Art von Leben, doch vielleicht ist die obere Atmosphäre der Venus mild genug für winzige schwebende Mikroben. Diese meist verpönte Ansicht erfuhr gestern einen unerwarteten Aufschwung, als die Entdeckung von Monophosphan auf der Venus bekannt gegeben wurde.

Die chemische Verbindung Monophosphan (PH3) gilt als Biomarker, weil es anscheinend nur sehr schwer durch jene chemischen Prozesse entsteht, von denen man annimmt, dass sie auf einer Gesteinswelt wie der Venus stattfinden. Doch man weiß, dass Monophosphan durch Mikroben auf der Erde entsteht.

Dieses Bild der Venus mit ihren dichten Wolken wurde in zwei Spektralbereichen des ultravioletten Lichtes vom japanischen Roboter-Satelliten Akatsuki im Venusorbit fotografiert, der seit 2015 um die wolkenverhüllte Welt kreist.

Falls die Entdeckung von Monophosphat bestätigt wird, führt das vielleicht zu neuem Interesse bei der Suche nach weiteren Anzeichen für Leben, das hoch oben in der Atmosphäre des zweiten Planeten unseres Sonnensystems schwebt.

Expertendiskussion: Wie findet die Menschheit erstmals außerirdisches Leben?
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