Merkurs Natrium-Schweif

Dieser Schweif geht nicht von einem Kometen aus, sondern vom Planeten Merkur. Er besteht aus Natrium, das von der Sonne angeregt wird.

Bildcredit und Bildrechte: Andrea Alessandrini

Beschreibung: Welcher verschwommene Strom geht hier von Merkur aus? Lang belichtete Aufnahmen des innersten Planeten im Sonnensystem zeigen manchmal etwas Unerwartetes: einen Schweif. Merkurs dünne Atmosphäre enthält kleine Mengen Natrium, das leuchtet, wenn es von Sonnenlicht angeregt wird. Diese Moleküle werden durch Sonnenlicht freigesetzt und von der Merkuroberfläche fortgetrieben.

Vor allem das gelbe Leuchten von Natrium ist relativ hell. Hier ist Merkur mit seinem Natriumschweif auf einem detailreichen Bild zu sehen, das Ende Mai in Italien mit einem Filter fotografiert wurde, der vorwiegend das gelbe Licht durchlässt, das von Natrium abgestrahlt wird.

Ein Schweif bei Merkur wurde schon in den 1980er-Jahren prognostiziert, 2001 wurde er erstmals beobachtet. Viele Details des Schweifes wurden auf zahlreichen Beobachtungen der Roboter-Raumsonde MESSENGER der NASA festgehalten, die zwischen 2011 und 2015 Merkur umkreiste. Schweife treten normalerweise bei Kometen auf. Die Schweife des Kometen NEOWISE sind derzeit mit bloßem Auge am Morgenhimmel zu sehen.

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Dunkle Himmelsspiegelungen

Milchstraße, Planeten, Bäume und Stadtlichter am Ufer von Lake Bonney Riverland in Südaustralien.

Bildcredit und Bildrechte: Will Godward

Beschreibung: Als der See ruhig wurde, erschienen viele Naturwunder des Landes und des Himmels doppelt. Das Dramatischste am dunklen Himmel war vielleicht das zentrale Band unserer Milchstraße, die als diagonales Band zu sehen ist. Rechts lagen die Kleine (KMW) und die Große (GMW) Magellansche Wolke, beide sind Begleitgalaxien unserer Milchstraße.

Blasse, farbenfrohe Bänder aus Nachthimmellicht waren in dieser Nacht aufgefächert. Auch viele helle Sterne wurden sichtbar, darunter Antares. Knapp über der Bildmitte erscheint der helle Planet Jupiter.

Dieses Bild wurde aus Aufnahmen erstellt, die Mitte Mai allesamt in einem Zeitraum von 30 Minuten mit derselben Kamera an einem einzigen Ort aufgenommen wurden, und zwar am Ufer von Lake Bonney Riverland in Südaustralien. Tote Bäume, die aus dem See ragen, wurden als Silhouetten, aber auch als Spiegelung fotografiert, und man sah auch die Lichter der kleinen Stadt Barmera auf dem See.

Im Juli gehen Jupiter und Saturn genau dann im Osten auf, wenn die Sonne im Westen untergeht.

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Europa und Jupiter von Voyager 1

1979 fotografierte die Raumsonde Voyager 1 den Planeten Jupiter und den großen Roten Fleck sowie seine Monde Io und Europa.

Bildcredit: NASA, Voyager 1, JPL, Caltech; Bearbeitung und Lizenz: Alexis Tranchandon / Solaris

Beschreibung: Was sind diese Flecken auf Jupiter? Der größte und am weitesten entfernte ist der Große Rote Fleck rechts neben der Mitte. Er ist ein riesiges Sturmsystem, das schon lange auf Jupiter wütet – vielleicht seit Giovanni Cassini ihn vor 355 Jahren wahrscheinlich bemerkte. Es ist noch nicht bekannt, warum dieser große Fleck rot ist.

Der Fleck links unten ist einer der größten Jupitermonde: Europa. Voyager-Bilder aus dem Jahr 1979 stützen die aktuelle Hypothese, dass Europa unter der Oberfläche einen Ozean besitzt und daher ein geeigneter Ort ist, um nach außerirdischem Leben zu suchen.

Doch was ist der dunkle Fleck rechts oben? Das ist ein Schatten eines anderen großen Jupitermondes: Io. Voyager 1 fand heraus, dass Ios Vulkanismus so aktiv ist, dass der Mond keine Einschlagkrater besitzt.

Sechzehn Bilder vom Vorbeiflug der Raumsonde Voyager 1 an Jupiter im Jahr 1979 wurden kürzlich neu bearbeitet und zu diesem Bild kombiniert. Vor etwa 43 Jahren verließ Voyager 1 die Erde und brach zu einer der bisher größten Forschungsreisen des Sonnensystems auf.

Kostenlos herunterladen: Voyager-Plakate

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Mond bedeckt Venus

Der Mond bedeckt den Planeten Venus am Morgenhimmel.

Bildcredit und Bildrechte: Dzmitry Kananovich

Beschreibung: Es sieht wie ein Erdaufgang aus, doch es ist eigentlich ein Venusuntergang. Vor zwei Tagen gingen kurz vor Sonnenaufgang auch Mond und Venus auf. Doch dann erfasste der Mond die Venus. Auf dieser Bilderreihe, die auf den Mond fixiert ist, wird der Winkelabstand der Venus zum Mond immer geringer.

Das Bild des berühmten Erdaufgangs wurde vor etwas mehr als 50 Jahren von der Apollo-8-Besatzung aufgenommen, als diese den Mond umkreiste. Es zeigt, wie die Erde scheinbar über dem Mondrand aufging. Dieses Bild eines Venusuntergangs ist sehr ähnlich und wurde natürlich auf der Erde fotografiert, nämlich in Estland.

Die Venus ist nur als schmale Sichel zu sehen, weil sie letzte Woche von der Erde aus gesehen knapp über der der Sonne vorbeizog. Der Mond ist nur eine dünne Sichel, weil er von der Erde aus gesehen bald vor der Sonne vorbeizieht. Heute – zwei Tage nach diesem Bild – verursachte der Mond eine Sonnenfinsternis, bei der man auf einem schmalen Pfad auf Erde eine ringförmige Sonnenfinsternis beobachten konnte.

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Atmosphärenring um die Venus

Sonnenlicht wird bei der unteren Konjunktion der Venus durch die Atmosphäre gebrochen.

Bildcredit und Bildrechte: Pete Lawrence (Digital Sky)

Beschreibung: Warum ist die Venus von einem hellen Ring umgeben? So ein seltener Ring wird manchmal als Feuerring bezeichnet. Er entsteht, wenn Sonnenlicht rund um ein Objekt sichtbar ist. Ein Feuerring ist normalerweise bei einer ringförmigen Sonnenfinsternis um den Mond zu sehen, man sieht ihn aber auch, wenn Venus oder Merkur vor unserer Sonne vorbeiziehen.

Auf diesem Bild von letzter Woche zog die Venus jedoch nicht direkt vor der Sonne vorbei. Der vollständige Atmosphärenring entstand, indem Sonnenlicht durch die dicke Atmosphäre der Venus gebrochen wurde. Die Venus näherte sich bei ihrer unteren Konjunktion der Sonne weniger als 1 Grad, während sie vom Abend- zum Morgenhimmel wechselte.

Die extreme Helligkeit der nahen Sonne machte die Aufnahme des Bildes sehr schwierig. Dieses Bild zu fotografieren war nur mit einem temporären Filter möglich, der das direkte Sonnenlicht abschirmte. Das Foto entstand in Thorton in Leicestershire im Vereinigten Königreich. Das allgegenwärtige blaue Himmelsleuchten zeigt, dass das Bild tagsüber aufgenommen wurde.

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Der Tanz von Venus und Erde


Video- und Textcredit: James O’Donoghue (JAXA); Daten: NASA, New Horizons; h/t: Josef Chlachula

Beschreibung: Jedes Mal, wenn die Venus an der Erde vorbeizieht, sehen wir sie von der gleichen Seite. Diese faszinierende Tatsache ist erst seit etwa 50 Jahren bekannt – seit damals können Radioteleskope hinter die dicken Wolken der Venus spähen und ihre langsam rotierende Oberfläche verfolgen.

So eine untere Konjunktion – wenn Venus der Erde am nächsten kommt – tritt heute auf. Diese Animation zeigt die Positionen von Sonne, Venus und Erde von 2010-2023, basierend auf Daten der NASA. An der Venusoberfläche wurde ein gelber Pseudo-Arm angebracht, der ihre Rotation anzeigt. Der Grund für diese ungewöhnliche 1,6-jährige Resonanz ist der gravitative Einfluss, den die Erde auf die Venus ausübt, und der überraschenderweise den Gezeiteneinfluss der Sone übertrifft.

Wenn man heute die Venus hinter dem grellen Licht der Sonne sehen könnte, wäre sie nur ein sehr schmaler Teil einer Sichel. Obwohl die Venus bisher am Abendhimmel sichtbar war, erscheint sie ab morgen am Morgenhimmel – von der Erde aus gesehen auf der anderen Seite der Sonne.

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Grüne Blitze: Sonne, Mond, Venus, Merkur

Grüner Blitz bei Sonne, Mond, Venus und Merkur, fotografiert auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien.

Bildcredit und Bildrechte: Marcella Giulia Pace

Beschreibung: Wenn Sie an einem klaren Tag am fernen Horizont einen Sonnenuntergang beobachten, erspähen Sie vielleicht in dem Augenblick, in dem die Sonne verschwindet, einen grünen Schimmer. Der grüne Blitz entsteht durch die Brechung von Lichtstrahlen, die einen langen Weg durch die Atmosphäre zum Auge zurücklegen. Kürzere Wellenlängen werden stärker gebrochen als lange, und die Trennung von Farben verleiht dem letzten sichtbaren Rest der Sonnenscheibe einen grünen Farbton.

Es ist schwieriger, einen grünen Blitz beim Mond zu sehen, ganz zu schweigen von den winzigen Scheibchen von Venus und Merkur. Doch ein Teleskop oder ein Teleobjektiv und eine Kamera können helfen, dieses faszinierende Ergebnis der Luftbrechung festzuhalten, wenn die Himmelskörper nahe am Horizont stehen.

Die oberen Bildfelder wurden in Sizilien fotografiert – die Sonne am 18. März 2019 und der Mond am 8. Mai 2020. Auch die unteren Bilder von Venus und Merkur in der Nähe des westlichen Horizonts wurden auf der mediterranen Insel fotografiert – am 24. Mai in der Dämmerung.

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Merkur trifft die Venussichel

Die sichelförmige Venus und der innerste Planet Merkur teilen sich ein Teleskopsichtfeld in Civitavecchia in Italien.

Bildcredit und Bildrechte: Marco Meniero

Beschreibung: Was man hier zwischen den Zweigen eines Eukalyptusbaumes sieht, ist kein heller Stern neben einem Sichelmond. Es sind die Venus in einer Sichelphase und Merkur. Nach Sonnenuntergang teilten sich die beiden inneren Planeten am 22. Mai dieses Teleskopsichtfeld nahe am westlichen Horizont, das in Italien auf einem Balkon in Civitavecchia beobachtet wurde.

Die Venus, das sehr helle Himmelslicht, sinkt in der Abenddämmerung immer tiefer. Ihre scheinbare Größe wächst, und ihre Sichel wird dünner, während sie sich der unteren Konjunktion nähert. Am 3. Juni steht sie zwischen Erde und Sonne.

Der Merkur befindet sich in einer volleren Phase und steigt am westlichen Himmel höher. Am 4. Juni erreicht er seine größte Winkeldistanz von der Sonne. Durch diese besonders enge Begegnung mit der gleißenden Venus war Merkur, der normalerweise am Himmel in der hellen Dämmerung leicht übersehen wird, vom Planeten Erde aus leichter zu finden.

Galerie: bei APOD eingereichte Bilder der Venus-Merkur-Konjunktion 2020
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Die Milchstraße über dem schneebedeckten Himalaja

Die Milchstraße wölbt sich über den schneebedeckten Bergen des Himalaja in Nepal.

Bildcredit und Bildrechte: Tomas Havel

Beschreibung: Was ist höher als der Himalaja? Zwar ist der Himalaja das größte Gebirge auf dem Planeten Erde, doch er kann sich nicht mit der Milchstraße messen. Über den schneebedeckten Bergen wölbt sich auf diesem Bild das zentrale Band unserer Heimatgalaxis. Der helle Fleck über der zentralen Ebene ist der Planet Jupiter, der hellste orangefarbene Punkt rechts oben ist der Stern Antares.

Der Astrofotograf harrte bei Temperaturen unter Null in einer Höhe von fast 4000 Metern aus, um die Bilder zu fotografieren, aus denen dieses Bild entstand. Es ist ein Zusammenschnitt aus acht Aufnahmen, die mit derselben Kamera am selben Ort im April 2019 nach Sonnenuntergang in der Nähe eines Sees in Bimthang in Nepal im Laufe von mehr als drei Stunden aufgenommen wurden.

Über weiten Teilen des Planeten Erde sieht man diese Woche nach Sonnenuntergang die Planeten Merkur (blass) und Venus (hell).

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Valles Marineris, der Grand Canyon des Mars

Das Valles Marineris auf dem Planeten Mars ist die größte Schlucht des Sonnensystems.

Bildcredit: NASA, USGS, Viking-Projekt

Beschreibung: Die größte Schlucht des Sonnensystems schneidet eine breite Schneise über die Vorderseite des Mars. Das große Tal wird Valles Marineris genannt, es ist mehr als 3000 Kilometer lang, ganze 600 Kilometer breit und 8 Kilometer tief. Zum Vergleich: Der Grand Canyon auf der Erde in Arizona (USA) ist 800 Kilometer lang, 30 Kilometer breit und 1,8 Kilometer tief.

Die Entstehung des Valles Marineris ist nicht bekannt, doch eine führende Hypothese besagt, dass es vor Milliarden Jahren als Riss begann, als der Planet abkühlte. In der Schlucht wurden mehrere geologische Prozesse nachgewiesen. Das Mosaik entstand aus mehr als 100 Marsbildern, die in den 1970er Jahren mit den Viking-Orbitern aufgenommen wurden.

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Phasen der Venus

Galileo Galilei beobachtete mit seinem Teleskop, dass der Planet Venus ähnliche Phasenformen annimmt wie der Mond.

Bildcredit und Bildrechte: Richard Addis

Beschreibung: So wie der Mond Phasen durchläuft, nimmt auch die sichtbare sonnenbeleuchtete Halbkugel der Venus zu und ab. Dieser Zusammenschnitt aus Hinterhof-Teleskopbildern zeigt die stetige Veränderung der Venus während ihres aktuellen Auftritts als Abendstern, bei dem der innere Planet größer wird und zu einer Sichel schrumpft. Die Bilder  wurden 2020 fotografiert, und zwar – von unten nach oben – am 27. Februar, am 20. März, am 14. und am 24. April sowie am 8. und am 14. Mai.

Während die Venus auf ihrer Bahn zwischen Erde und Sonne dahinglitt, wurde sie in dieser Zeit größer, weil sie dem Planeten Erde näher kam. Ihre Sichel wurde jedoch schmäler, weil sie sich unserer Sichtlinie zur Sonne näherte. Am 3. Juni kommt die Venus der Linie zwischen Erde und Sonne am nächsten, doch sie zieht – von uns aus gesehen – ungefähr 1/2 Grad nördlich über der Sonne vorbei und erreicht (wertfrei) eine innere Konjunktion. Bald danach leuchtet die Venus in der Morgendämmerung als Morgenstern hell über dem östlichen Horizont des Planeten Erde.

Halten Sie heute nach Sonnenuntergang über dem westlichen Horizont Ausschau nach der Venus, dann sehen Sie auch den flüchtigen innersten Planeten Merkur.

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