Die Rückseite des Mondes

Foto der gesamten Rückseite des Erdmonds. Sie ist von vielen Kratern zernarbt und besitzt nur eine kleine Stelle, an der Lava aus dem Inneren zur Oberfläche gedrungen ist.
Bildcredit und Bildrechte: NASA / GSFC / Arizona State Univ. / Lunar Reconnaissance Orbiter

Der Mond zeigt uns auf der Erde stets die bekannte erdnahe Seite, weil er gebunden rotiert. Doch aus der Mondumlaufbahn kann man auch die erdferne Seite beobachten. In der Tat zeigt dieses scharfe Bild die Seite, die wir nicht sehen. Es ist ein Mosaik aus Bildern der Weitwinkelkamera des Lunar Reconnaissance Orbiter und Teil eines Mosaiks der gesamten Oberfläche des Monds. Dieses entstand zwischen November 2009 und Februar 2011. In der Version mit der höchsten Auflösung zeigt es Einzelheiten, die gerade einmal 100 Meter groß sind.

Es überrascht vielleicht, dass die raue, von Kratern übersäte Oberfläche der Mondrückseite ganz anders aussieht als die Vorderseite, die von glatten, dunklen Ebenen geprägt ist. Vermutlich liegt das daran, dass die Kruste auf der Rückseite dicker ist. Deswegen konnte geschmolzenes Material aus dem Inneren nicht so leicht zur Oberfläche fließen und die dunklen, glatten Maria bilden.

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Der Krater Stickney

Ein asteroidenähnlicher Körper ragt ins Bild. Oben ist ein riesiger Krater, halb so breit wie der Mond Phobos. Links oben ist ein kleinerer Krater, der trichterförmig wirkt. Kleine Krater und viele Rillen überziehen den Mond. Rechts ist eine Kante, über die Geröll gerutscht ist. Dort befinden sich keine Krater. Unten ist helles Material, das von Kratern und Rillen überzogen ist. Vermutlich wurde dort kürzlich eine tiefer gelegene Schicht freigelegt.
Bildcredit und Bildrechte: HiRISE, MRO, LPL (U. Arizona), NASA

Stickney ist der größte Krater auf dem Marsmond Phobos. Benannt wurde er nach der Mathematikerin Chloe Angeline Stickney Hall. Ihr Mann war der Astronom Asaph Hall, der im Jahr 1877 beide Monde des Roten Planeten entdeckte. Stickney ist mehr als 9 Kilometer breit, also fast halb so groß wie Phobos. Der Einschlag, der den Krater schlug, hätte den winzigen Mond wahrscheinlich fast gesprengt.

Dieses Bild zeigt Stickney und seine Umgebung in kontrastverstärkten Farben. Es stammt von der Kamera HiRISE. Sie befindet sich an Bord des Mars Reconnaissance Orbiter. Die Sonde flog im März 2008 in einer Distanz von nur 6000 km an Phobos vorbei.

Der Mond hat eine Ähnlichkeit mit Asteroiden. An der Oberfläche von Phobos ist die Gravitation 1000-mal geringer als auf der Erde. Dennoch lassen die Streifen im Bild vermuten, dass loses Material mit der Zeit die Wände im Krater hinabgerutscht ist. Helle, bläuliche Regionen nahe am Kraterrand zeigen eine Oberfläche, die vielleicht relativ frisch freigelegt ist.

Der Ursprung der seltsamen Rillen, die außen an der Oberfläche verlaufen, ist rätselhaft. Eine mögliche Ursache sind starke Gezeitenkräfte, denen Phobos auf seiner Bahn nahe am Planeten ausgesetzt ist. Vielleicht entstanden sie aber auch schon bei dem Einschlag, der den Krater schuf.

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McGetchin: ein neuer Mondkrater

Das Vorher-Bild zeigt eine Mondoberfläche, die von vielen kleinen Kratern übersät ist. Das Nachher-Bild zeigt denselben Ort. Doch er wird nun von einer großen, dunklen Vertiefung eingenommen, der von einem Grat umgeben ist, der zur Oberfläche hin abfällt.

Bildcredit: NASA/GSFC/Intuitive Machines; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Auf dem Mond entstand ein einzigartiger Krater! Ein Komet oder Planetoid stürzte irgendwann zwischen April und Mai 2024 auf den Mond. Er war etwa so groß wie ein Buckelwal (ungefähr 10-20 Meter).

Die Raumsonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) schickte diese Bilder der Mondoberfläche, die vor und nach dem Ereignis entstanden. LRO überwacht den Mond monatlich.

Der Krater, der beim Einschlag entstand, ist etwa so groß wie zwei Fußballfelder. Er wurde nach McGetchin benannt, einem Mondwissenschaftler aus der Apollo-Ära. So große Krater erwartet man nur ungefähr alle 132 Jahre!

Nach dem Einschlag wurden Wärmebilder aufgenommen. Sie zeigten einen großen kalten Fleck um den warmen Krater. Einschläge auf der Oberfläche wirbeln Mondgestein auf. Dadurch wird es weniger dicht und kann Wärme schlechter speichern. Die losen Mondsedimente nennt man Regolith.

Das Ereignis betraf also eine deutlich größere Fläche als den Krater, den wir sehen. Er wird uns helfen, die Mondoberfläche deutlich besser zu verstehen. Außerdem erinnert er uns daran, dankbar zu sein, dass die Erde eine Atmosphäre hat.

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Cassini nähert sich Saturn

Videocredit und -rechte: Cassini-Bildgebungsteam, ISS, JPL, NASA, ESA, S. Van Vuuren et al.; Musik: Adagio for Strings (New Yorker Philharmoniker)

Wie sieht es aus, wenn man sich dem riesigen Planeten Saturn nähert? Man muss darüber nicht phantasieren, denn der Raumsonde Cassini gelang das 2004. Sie nahm beim Anflug Tausende Bilder auf. Weitere Hunderttausende folgten beim Eintritt in den Orbit.

Einige von Cassinis frühen Bildern wurden digital bearbeitet, beschnitten und zu diesem Video kombiniert. Es ist Teil des IMAX-Filmprojekts „In Saturn’s Rings„. Ein Abschnitt zeigt, wie Saturn bei der Annäherung immer größer wird, während Titan unten vorbeirauscht.

Saturn wirbelt im Hintergrund herum, während Cassini über den Mond Mimas fliegt. Der große Krater Herschel ist klar erkennbar. Saturns majestätische Ringe werden immer breiter, während Cassini die sehr dünne Ringebene durchquert. Die Ringe werfen dunkle Schatten auf Saturn. Schließlich kommt der rätselhafte Mond Enceladus mit seinen eisigen Geysiren ins Bild. Mit dem Manöver der Annäherung endet der Flug.

Die Raumsonde Cassini forschte mehr als ein Jahrzehnt bei Saturn. Dabei gelangen viele Entdeckungen. Im Jahr 2017 ging der Treibstoff zur Neige. Daher wurde die Sonde gezielt in Saturns Atmosphäre versenkt, wo sie bestimmt geschmolzen ist.

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Mare Tranquillitatis und Serenitatis

Ein Detail der Mondoberfläche füllt das Bild. In der Mitte ist links ein dunkler, grauer Krater mit wenig Einschlägen, rechts daneben ist eine bläulich gefärbte dunkle Ebene, die mehr Einschläge enthält als der Krater links, aber weniger als die hellere graue Landschaft außen.
Bildcredit und Bildrechte: Nyêrdson Ferreira

Die Meere der Ruhe und der Heiterkeit sind tatsächlich ruhig. Das sind sie allerdings fast immer, denn sie sind Mondmeere, also basaltische Lavaströme, die große Einschlagbecken auf dem Mond gefüllt haben.

Die Aufnahme entstand mit einem Teleskop. Die glatten, dunklen „Meere“ im Bild tragen auch lateinische Namen. Rechts ist das Mare Tranquillitatis, links das Mare Serenitatis. Beide bilden einen starken Kontrast zu den hellen Mondhochländern, die sie umgeben, und die von Kratern übersät sind. Ihre Namen basieren auf den historischen Bezeichnungen für Mondmeere aus einer Zeit vor der Erfindung des Teleskops. Diese weitläufigen Strukturen auf der Vorderseite des Mondes sind mit bloßem Auge gut zu erkennen. Daher stellte man sie sich ähnlich wie die weiten Ozeane der Erde vor.

Am 20. Juli 1969 landete die Mondlandefähre Eagle der Mission Apollo 11 im Mare Tranquillitatis. Die Landestelle liegt rechts unten. Dort errichteten Astronauten die Tranquility-Basis. Sie ist erste menschliche Präsenz auf dem Mond.

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Westlicher Mond, östliches Meer

Der Mond ragt von links unten ins Bild. Unten am linken Bildrand ist ein kleiner heller Krater, der von Strahlen umgeben ist. Dunkle Strukturen zeichnen sich oben am Mondrand ab. Dort liegt das Mare Orientale, das man von der Erde aus nur selten sieht.
Bildcredit und Bildrechte: Guy Bardon

Das Mare Orientale, das östliche Meer, ist eine der auffälligsten großen Strukturen auf dem Mond. Es ist das jüngste der großen Einschlagbecken. Allerdings sieht man es von der Erde aus nur sehr schwer. Doch am 7. Juli gelang eine Aufnahme mit dem Teleskop während einer günstigen Neigung oder Libration des Mondes. Das östliche Meer liegt in diesem Bild am oberen Rand. Das große Mare läuft den westlichen Mondrand entlang und erscheint extrem verkürzt.

Das Becken mit fast 1000 Kilometern Durchmesser entstand vor mehr als 3 Milliarden Jahren, als ein Asteroid einschlug. Seine konzentrischen Kreisstrukturen bilden Wellen in der Mondkruste. Nur auf direkten Aufnahmen aus dem Orbit um den Mond erkennt man sie etwas leichter.

Doch warum liegt das östliche Meer am westlichen Mondrand? Das Mare Orientale wurde vor 1961 benannt. In diesem Jahr wurde der Standard der Beschriftung von Ost und West auf Mondkarten umgedreht.

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Iapetus: Saturns bemalter Mond

Der Saturnmond Iapetus füllt das Bild. Rechts (Osten) ist er dunkel gefärbt. Es wirkt, als wäre er bespritzt worden. Unten ist ein riesiger Krater mit Zentralberg, der von einem älteren Krater überlagert wird. Oben ist der Mond am hellsten.
Bildcredit: NASA, ESA, JPL, SSI, Cassini-Bildgebungsteam

Was ist mit dem Saturnmond Iapetus geschehen? Weite Regionen dieser fremdartigen Welt sind dunkel wie Kohle, andere schimmern hell wie Schnee. Um diesen ungewöhnlich getönten Mond besser zu verstehen, schickte die NASA im Jahr 2007 die robotische Sonde Cassini bei Saturn dorthin. Sie näherte sich dem Mond bis auf 2000 km.

Das Bild zeigt die Seite von Iapetus, die beim Umlauf stets hinten liegt, aus einer Entfernung von ca. 75.000 km. Der große Einschlagskrater im Süden ist 500 km groß. Ein älterer Krater, der ähnlich groß ist, überlagert ihn.

Das dunkle Material bedeckt nach Osten hin mehr und mehr von Iapetus. Es verdunkelt dort Krater und Hochländer gleichermaßen. Eine führende Hypothese lautet, dass das dunkle Material auf dem Boden viel Kohlenstoff enthält. Es blieb vermutlich übrig, als relativ warmes, mit dem Material vermengtes Eis sublimierte. Eine erste Schickt des dunklen Materials stammt vielleicht von Trümmern, die durch Einschläge von Meteoriten auf anderen Monden ausgeschleudert wurden und sich auf Iapetus ablagerten.

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Seltsame glatte Flächen auf dem Asteroiden Itokawa

Der Asteroid im Bild ist länglich und leicht gebogen. Seine Oberfläche ist rau, doch einige Stellen sind sehr glatt.
Bildcredit: JAXA, ISAS

Warum sind einige Stellen auf der Oberfläche dieses Asteroiden so glatt? Sehr wahrscheinlich liegt es an seiner inneren Dynamik. Denn er gleicht eher einem Haufen aus losem Geröll als einem festen Felsbrocken.

Die japanische Raumsonde Hayabusa besuchte im Jahr 2005 den ungewöhnlichen Asteroiden Itokawa. Sie fotografierte und dokumentierte die seltsame Struktur seiner Oberfläche und das rätselhafte Fehlen von Kratern. An den Übergängen zwischen glatten und rauen Bereichen finden sich Hinweise auf Bewegungen im Asteroiden. Diese könnten der Grund dafür sein, dass die großen Felsbrocken nahe der Oberfläche von den kleinen getrennt auftreten – ähnlich wie beim Paranuss-Effekt.

Der Astroid misst ca. 500 Meter. Die Roboter-Sonde Hayabusa landete auf einer glatten Stelle, die nun MUSES Sea genannt wird. Das ist ein Wortspiel mit dem früheren Namen der Raumsonde: „MUSES-C“. Hayabusa nahm Proben vom Gestein, die zur Erde gebracht werden. Sie verraten uns einiges darüber, wie der eigenartige Asteroid entstanden ist. Wir lernen auch etwas über die frühen Jahre unsers Sonnensystems. Simulationen mit Computern zeigen, dass der Asteroid Itokawa in ein paar Millionen Jahren mit der Erde zusammenstößt.

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