Diese Menschen sind nicht in Gefahr. Was hier von links oben kommt, ist nur der weit entfernte Mond. Luna sieht hier so groß aus, weil ihr sie durch ein Teleobjektiv seht. Die Erde verursacht den Großteil der Bewegung. Weil sie sich dreht, verschwindet der Mond langsam hinter dem Berg Teide. Der Teide ist ein Vulkan auf den Kanarischen Inseln. Diese gehören zu Spanien und liegen vor der Nordwestküste Afrikas. Die Menschen im Film sind 16 Kilometer entfernt. Viele blicken in Richtung der Kamera, weil die Sonne hinter dem Fotografen aufgeht. Es ist kein Zufall, dass der Vollmond genau dann aufgeht, wenn die Sonne untergeht. Das liegt daran, dass die Sonne stets gegenüber dem Vollmond am Himmel steht. Dieses Video entstand 2018 während eines Vollmonds im Frühling. Im Englischen trägt dieser die Bezeichnung „Milk Moon“ (Milchmond). Das Video ist kein Zeitraffer. Der Mond ging wirklich so schnell unter.
Orion über dem Teide
Bildcredit und Bildrechte: Marcin Rosadziński
Orion kann man selten so sehen. Für so einen majestätischen Anblick benötigt man eine Kamera, die so lange Belichtungszeiten ermöglicht, dass auch schwache Strukturen am Nachthimmel sichtbar werden.
Zu den bekannten Nebeln im Bild gehören der Orionnebel, der Flammennebel und die Barnardschleife. Für den Kontrast ist es zudem hilfreich, wenn im Vordergrund ein Vulkan steht. In diesem Fall ist es der Vulkan Teide auf Teneriffa, einer der Kanarischen Inseln Spaniens. Wenn der Teide jedoch auch noch schneebedeckt sein soll, dann braucht man auch das richtige Timing. Dies ist in der Regel nur an wenigen Tagen im Jahr der Fall.
Zum richtigen zeitlichen Planung gehört auch, darauf zu warten, dass Orion direkt hinter dem Teide aufgeht. Dies geschah Ende letzten Jahres nach Sonnenuntergang. Dieses Bild ist das Ergebnis einer Serie von Fotos, die nacheinander mit derselben Kamera am selben Standort entstanden sind.
PanSTARRS und die Planeten
Bildcredit und Bildrechte: Luc Perrot (TWAN)
Komet C/2025 R3 PanSTARRS steht vor Sonnenaufgang am Horizont im Osten, und er wird heller. Man sieht ihn schon mit einem Fernglas oder kleinen Teleskop. Bei sehr dunklem Himmel erkennt man ihn vielleicht gerade schon mit freiem Auge.
Die Aufnahme entstand am 16. April auf dem Gipfel eines Vulkans auf der französischen Insel Reunion. PanSTARRS ist gut zu sehen, obwohl er mit freiem Auge nicht auffällig war. Der Komet teilt sich den Morgenhimmel im Osten mit den Planeten Mars und Merkur. Beide sieht man mit bloßem Auge. Dazwischen ist der blasse Neptun. Saturn versteckt sich hinter einer Wolkenbank. Dort blinzelt auch der abnehmende Sichelmond hervor.
Dieses Wochenende ist günstig für Leute auf der Nordhalbkugel, um den Kometen PanSTARRS zu beobachten. Die beste Zeit dafür ist etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang. Der Komet wird nun heller und nähert sich seinem sonnennächsten Punkt, den er am 19. April erreicht. Am 26. April steht der Komet der Erde am nächsten, doch er geht wohl im Glanz der Sonne unter. Ende April und Anfang Mai sollte man PanSTARRS auf der Südhalbkugel gut sehen.
Tagundnachtgleiche im Frühling am Teide-Observatorium

Der exakte astronomische Moment der Tagundnachtgleiche ist heute, am 20. März um 14:46 Uhr UTC. Dann überquert die Sonne auf ihrer jährlichen Reise den Himmelsäquator nach Norden. Das markiert auf der Nordhalbkugel den Beginn des Frühlings. Auf der Südhalbkugel beginnt der Herbst. Tag und Nacht sind rund um den Globus nahezu gleich lang.
Das Bild entstand aus Aufnahmen, die an einem Tag und einer Nacht zur Tagundnachtgleiche im Frühling am Observatorio del Teide auf Teneriffa fotografiert wurden. Teneriffa ist eine Kanarische Insel. Sie gehört zu Spanien. Das ambitionierte Projekt entstand aus mehr als 1000 Bilder, die mit einem Fischaugenobjektiv aufgenommen und dann kombiniert wurden.
Zur Tagundnachtgleiche geht die Sonne am Himmelsäquator unter. Ihre scheinbare Bewegung zieht die helle, gerade Spur aus den Tagesaufnahmen. Sie entstanden in den 6 Stunden vor dem Sonnenuntergang. Nach Einbruch der Dunkelheit wurden die Spuren der Sterne aufgezeichnet. Der Himmelsäquator läuft auf der geraden Linie.
Die konzentrischen Bögen stammen von Sternen, die beim Himmelspol im Norden um den Polarstern kreisen. Er steht rechts oben. Die Strichspuren links neben dem Himmelsäquator stammen von Sternen, die um den südlichen Himmelspol kreisen. Er liegt links unten außerhalb des Bildes (und unter dem Horizont des Teide).
Vorne steht ferne Gipfel des Vulkans Teide. Rechts ragt das pyramidenförmige Gebäude des Sonnenlabors am Observatorium ins Bild.
Io in Echtfarben

Bildcredit: NASA, JPL, Projekt Galileo
Der seltsamste Mond in unserem Sonnensystem leuchtet in hellem Gelb. Dieses Bild zeigt, wie Io in „echten Farben“ aussehen würde – also so, wie das menschliche Auge ihn wahrnehmen würde. Die Aufnahme stammt von der Raumsonde Galileo und wurde im Juli 1999 aufgenommen. Die Raumsonde umkreiste Jupiter von 1995 bis 2003.
Ios Farben stammen von Schwefel und geschmolzenem Silikatgestein. Ein System aktiver Vulkane hält die ungewöhnliche Oberfläche des Mondes Io sehr jung.
Jupiters gewaltige Gezeitenkräfte ziehen Io in die Länge. Außerdem gleichen sie die Schwankungen durch die anderen galileischen Monde aus. Dabei entsteht Reibung. Sie erhitzt das Innere von Io so stark, dass geschmolzenes Gestein durch die Oberfläche bricht. Ios Vulkane sind so aktiv, dass sie den Mond Io quasi von innen nach außen kehren. Seine Lava ist teilweise so heiß, dass sie im Dunkeln leuchtet.
Zodiakalstraße

Bildcredit und Bildrechte: Ruslan Merzlyakov (astrorms)
Was ist das für ein seltsames Licht am Ende der Straße? Es ist Staub, der die Sonne umkreist. Zu bestimmten Zeiten im Jahr sieht man deutlich ein Staubband im inneren Sonnensystem, das Sonnenlicht reflektiert. Dieses sogenannte Zodiakallicht ist nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang zu beobachten.
Der Ursprung des Staubs wird noch erforscht. Laut der führenden Hypothese stammt er hauptsächlich von schwachen Kometen der Jupiterfamilie und bewegt sich in einer Spirale auf die Sonne zu. Neueste Analysen von Staub des Kometen 67P unterstützen diese Hypothese. Der Komet 67P wurde von der ESA-Sonde Rosetta besucht.
Das Bild entstand am 21. Juni 2019 auf der Straße hinauf zum Teide-Nationalpark. Er befindet sich auf den spanischen Kanarische Inseln. Das helle Dreieck des Zodiakallichts erschien kurz nach Sonnenuntergang in der Ferne. Regulus, der Hauptstern im Sternbild Löwe (Leo), steht links über der Mitte. Den Sternhaufen M44 (auch Krippe oder Praesepe) findet man näher beim Horizont, er ist in das Zodiakallicht eingehüllt.
Gewitter über dem Volcán de Agua (Wasservulkan)

Bildcredit und Bildrechte: Sergio Montúfar (Pinceladas Nocturnas)
Habt ihr schon einmal ehrfürchtig ein Gewitter beobachtet? Damit seid ihr nicht allein. Die genauen Ursachen für Blitze werden noch erforscht. Doch man weiß, dass Aufwinde in manchen Wolken zu Kollisionen zwischen Eis und Schnee führen. Dabei werden langsam die Ladungen zwischen den Ober- und Unterseiten der Wolken getrennt.
Blitze verlaufen in der Regel gezackt. Sie erhitzen eine dünne Luftsäule schnell auf etwa das Dreifache der Temperatur an der Oberfläche der Sonne. Dabei entsteht eine Stoßwelle. Sie beginnt als Überschallknall, der in ein lautes Geräusch zerfällt, das wir als Donner kennen. Im Durchschnitt entstehen weltweit etwa 6.000 Blitze pro Minute zwischen den Wolken und der Erde.
Die Aufnahme entstand im Juli 2019. Der Blitz im Bild geht von Antennen für Kommunikation in der Nähe des Volcán de Agua (Wasservulkan) in Guatemala aus.
Himmlische Überraschung: Welches Bild zeigte APOD zum Geburtstag? (ab 1995, deutsch ab 2007)
Die Milchstraße über dem Mauna Kea

Bildcredit und Bildrechte: Marzena Rogozinska
Habt ihr schon mal das Band der Milchstraße gesehen? Bei klarem Himmel seht ihr an einem dunklen Ort und zur richtigen Zeit ein schwaches Lichtband am Himmel. Sobald sich eure Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, könnt ihr es zum ersten Mal erahnen. Dann erkennt ihr es immer deutlicher, bis es schließlich spektakulär wirken kann. Ein Grund für das wachsende Erstaunen ist vielleicht, wenn ihr versteht, dass dieser unscharfe Streifen – die Milchstraße – Milliarden Sterne enthält.
Auf diesem Bild steht der Bogen der Milchstraße hoch oben am nächtlichen Himmel. Rechts erkennt ihr die bunten Wolken um Rho Ophiuchi. Der rote, kreisförmige Nebel um Zeta Ophiuchi steht rechts über der Mitte. Das Bild entstand Ende Februar auf dem Mauna Kea auf Hawaii in den USA. Vorne steht das 2,2-Meter-Teleskop der Universität von Hawaii.
Zum Glück müsst ihr nicht auf den Gipfel eines hawaiianischen Vulkans reisen, um die Milchstraße zu sehen.