Komet NEOWISE geht über der Adria auf

Bildcredit und Bildrechte: Paolo Girotti

Für diesen Anblick lohnte es sich früh aufzustehen. Vor sechs Jahren ging der Komet C/2020 F3 (NEOWISE) vor der Morgendämmerung auf – sehr zur Freude himmelsbegeisterter Morgenmenschen. Am 8. Juli 2020 stand der Fotograf dieses Bilds vor Sonnenaufgang auf. So konnte er auf dramatische Art und Weise einen der wenigen Kometen einfangen, die sich in diesem Jahrhundert mit bloßem Auge beobachten ließen. Der Komet ist ein Eindringling ins innere Sonnensystem. Er wurde als Großer Komet von 2020 bekannt. Dieses in Italien entstandene Video zeigt wie Komet NEOWISE über dem Adriatischen Meer aufgeht. Das Zeitraffervideo setzt sich aus mehr als 240 Bildern zusammen. Sie wurden im Verlauf von 30 Minuten aufgenommen. Der Komet ging hinter hellen, wellenförmigen leuchtenden Nachtwolken und vor weit entfernten Sternen auf. Einen Monat lang blieb Komet NEOWISE heller als erwartet. Sein Plasma- und sein Staubschweif entsprangen aus einem Kern, der rund fünf Kilometer groß war.

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Der Komet 220P bricht aus

Vor einem Hintergrund mit blassen Nebeln und dünn verteilten Sternen protzt der Komet McNaught mit einer grünlichen Koma und einem breiten Schweif, der in der Mitte einen geraden hellen Streifen hat.
Bildcredit und Bildrechte: Spilios Asimakopoulos

Der Komet 220P ist unerwartet hell. Normalerweise leuchtet der periodische Komet 220P/McNaught eher schwach. Um ihn zu beobachten, benötigt man daher meistens ein Teleskop. Doch in diesem Jahr hatte er gleich zwei Ausbrüche an Helligkeit. Der Komet ist dadurch 20.000-mal heller als sonst. Somit sieht man ihn auch mit einem Fernglas. Fotografieren kann man ihn mit einer einfachen Kamera und Langzeitbelichtung.

Die Bahn des Kometen 220P um die Sonne verläuft zwischen den Planeten Mars und Jupiter. Er umrundet die Sonne in 5 Jahren. Diese Langzeitaufnahme entstand vor 10 Tagen in Südafrika. Sie zeigt den hellen grünen Kopf und den kurzen Staubschweif des Kometen.

Wir wissen nicht, warum die Helligkeit des Kometen 220P so eindrucksvoll anstieg. Eine mögliche Erklärung wäre ein Beben auf dem Kometen oder freigesetztes Gas, das sich unter der Oberfläche angesammelt hat. Im Oktober zieht der Komet 220P an der Erde vorbei. Sein Abstand entspricht dann der Distanz zwischen der Erde und der Sonne. Danach verliert er voraussichtlich stark an Helligkeit, denn er macht sich auf den Weg zum äußeren Teil seiner Umlaufbahn.

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Messier-Moment für Tempel 2

Am Himmel, der von Sternen übersät ist, steht links ein grüner, verwaschener Fleck, von dem ein schwacher, verwaschener Streif nach rechts zieht. Am Ende des Streifens steht eine Kugel dicht gepackter, blasser Sterne, die ähnlich groß wie der grüne Fleck ist.
Bildcredit und Bildrechte: Dan Bartlett

Was ist hier kein Komet? Ihr habt es erraten: Das Objekt rechts ist ein Kugelsternhaufen. Links im Bild seht ihr die diffuse, grünliche Koma des periodischen Kometen 10P/Tempel 2.

Der Kugelsternhaufen ist Messier 30, auch bekannt als M30. Er ist der 30. Eintrag in Charles Messiers Katalog von Objekten, die keine Kometen sind. Der bekannte Astronom des 18. Jahrhunderts stellte eine Liste der Objekte auf, die er beobachtete. Er notierte solche, die relativ zu den Sternen im Hintergrund still standen. Diese konnten nicht die Kometen sein, die er suchte. Heute ist seine Liste berühmt. Es ist der Messier-Katalog von Nebeln und Sternhaufen.

So hätte auch der berühmte Kometenjäger hier die richtige Antwort gefunden. Allerdings hätten in seinem Teleskop 10P/Tempel 2 und der ferne Sternhaufen ähnlich lichtschwach und verwaschen ausgesehen.

Dieses Bild entstand am 29. Juli mit einem heutigen Teleskop. Es zeigt den periodischen Kometen Tempel 2, als er am Himmel nah an M30 vorbeizog. Es sieht aus, als würde der schwache, schmale Staubschweif des periodischen Kometen den Kugelsternhaufen aufspießen. Allerdings ist Tempel 2 gerade einmal 3,5 Lichtminuten von der Erde entfernt. Die Distanz zu Messier 30 beträgt hingegen 28.000 Lichtjahre.

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Die Staubspur des Kometen Tempel 2

Vor einem dicht besetzten Sternenhintergrund steht ein grüner unscharfer Fleck mit einer deutlichen Zunahme der Helligkeit zur Mitte. Genau durch den Fleck und links und rechts von ihm verläuft eine schmale, leicht unscharfe Linie fast waagrecht durchs Bild.
Bildcredit und Bildrechte: Dan Bartlett

Der Komet 10P/Tempel 2 umrundet die Sonne in 5,4 Jahren. Derzeit könnt ihr ihn mit einem Fernglas oder kleinen Teleskopen im Sternbild Steinbock (Capricornus) sehen. Dieses Bild entstand am 11. Juli mit einem Teleskop. Es zeigt den periodischen Kometen mit einem hellen Kernbereich und einer ziemlich grünen Koma.

Erstaunlicherweise verläuft zudem eine dünne Staubspur östlich und westlich des Kerns von Tempel 2. Diese Staubspur ist kein typischer Staubschweif. Der Staubschweif eines Kometen fächert sich in der Regel nur vorübergehend auf und weist dabei von der Sonne weg. Diese Staubspur ist anders. Sie besteht aus Resten von Staub, die der periodische Komet bei vielen früheren Umläufen entlang seiner Bahn ausstieß.

Der Staubschweif von Tempel 2 könnte aus unserer irdischen Perspektive bald etwas schmaler und heller werden. Denn am 20. Juli durchquert die Erde die Bahnebene des Kometen. Komet 10P/Tempel 2 erreicht sein Perihel (den sonnennächsten Punkt) am 2. August und den erdnächsten Punkt (das Perigäum) am 3. August.

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Der Komet R3 PANSTARRS im Wandel der Zeit

Der Komet C/2025 R3 (PANSTARRS) zieht auf diesem Kompositbild von unten nach oben an den leuchtenden Nebeln im Sternbild Orion vorbei. Die Barnard-Schleife leuchtet rot, darin befinden sich der Orionnebel und viele weitere ionisierte Staubwolken. Rechts unten ist die markante V-Form der Hyaden im Sternbild Stier.
Bildcredit und Bildrechte: Jakub Kuřák und Martin Mašek (FZU der Tschechischen Akademie der Wissenschaften)

Wenn ein Komet ins innere Sonnensystem kommt, wird das normalerweise von großen Ankündigungen und Hoffnungen begleitet. Wird er besonders hell und fotogen? Doch was passiert, wenn der Komet das Sonnensystem wieder verlässt? Die Sonne erwärmt den Kometenkern nicht mehr so stark. Er stößt dann weniger Gas und Staub aus. Die Koma um den Kern schrumpft und verliert an Helligkeit, und der Kometenschweif wird kürzer.

Viele Kometen ziehen in die äußeren Bereiche des Sonnensystems. Von dort kehren sie oft erst nach Hunderten oder Tausenden Jahren wieder. Doch manche Kometen schleudert die Gravitation der Planeten hinaus. Sie verlassen dann das Sonnensystem für immer. Zu diesen Kometen gehört Komet C/2025 R3 (PANSTARRS).

Der Komet R3 (PANSTARRS) wurde für diese Aufnahme in vielen Nächten lange belichtet. Die Bilder entstanden in der ersten Mai-Hälfte nahe dem Cerro Paranal in Chile. Die oberen Aufnahmen entstanden später. Der Ionenschweif wird dort immer kürzer.

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C/2025 R3 (PANSTARRS): Ein Komet im Orion

In einem Sternenfeld mit vielen hellen Sternen schimmern rote Nebel und ein Komet. Vorne ragen schneebedeckte Berge auf. Der Komet links oben hat einen Schweif, der nach rechts oben zieht. Dort trifft er auf einen hellen Stern.

Bildcredit und Bildrechte: Chester Hall-Fernandez

Der Komet C/2025 R3 (PANSTARRS) bleibt wohl vor allem als Orion-Komet in Erinnerung. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass der Komet gerade dann am spektakulärsten war – was die Sichtbarkeit seines Schweifs angeht – als er vor dem bekannten Sternbild vorbeizog. Es kommt zwar nur selten vor, aber auch andere helle Kometen haben sich schon in den Orion gewagt. Dazu gehören Lovejoy im Jahr 2015, Hale-Bopp im Jahr 1997 und der große Komet von 1264.

Dieses Bild wurde letzte Woche von der Craigieburn-Bergkette in Neuseeland aus aufgenommen. Im Hintergrund des Bildes stehen der Orionnebel und die Barnardschleife. Der Schweif des Kometen trifft den hellen Stern Saiph. Er ist der sechsthellste Stern im Sternbild Orion. C/2025 R3 (PANSTARRS) wird langsam schwächer. Dabei bewegt er sich weiter nach Süden und tritt in den nächsten Tagen in das Sternbild Einhorn (Monoceros).

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Konjunktion von Komet R3 PANSTARRS und Orionnebel

Das Panorama zeigt links den rosa-lila Orionnebel, rechts fächert sich der Schweif des Kometen PANSTARRS nach unten auf.
Bildcredit und Bildrechte: Julien De Winter, Sascha Ebeler; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Diese Fotomontage zeigt etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes und etwas Blaues.1 Komet R3 PANSTARRS zieht sich rechts durch das Bild. Er kommt vermutlich aus der Oortschen Wolke. Das heißt, er ist ein altes Objekt, das im Sonnensystem vor Milliarden von Jahren entstand. Sein heller, langer Ionenschweif leuchtet blau, weil das Gas, das aus dem Kern des Kometen austritt, vom Sonnenlicht ionisiert wird.

Kometen faszinieren aus mehreren Gründen. Sie sind unberührte Zeitkapseln und enthalten die Bausteine der Planeten im Sonnensystem. Kometen brachten womöglich Wasser auf die junge Erde. Das Verhalten des Kometenschweifs lässt auf Wechselwirkungen mit dem Wind und der Strahlung der Sonne schließen.

Im Hintergrund zeigt das Bildmosaik den Orionnebel (M42). Es wurde im Laufe von zwei Beobachtungsnächten aufgenommen. Der Komet wurde in der dritten Nacht fotografiert. Der Orionnebel ist das uns am nächsten gelegene Gebiet, in dem Sterne entstehen. Es ist mit etwa 2 Millionen Jahren noch relativ neu bzw. jung.

Der Komet R3 PANSTARRS ist nur geborgt. Er ist nun etwa 127,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt und verlässt unser Sonnensystem wieder.

  1. Der Reim lautet:
    Something old,
    something new,
    something borrowed,
    something blue,
    and a sixpence in her shoe.
    ↩︎

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Komet R3 PANSTARRS und Orion

Komet C/2025 R3 (PANSTARRS) zieht mit einem langen Schweif durch ein Sternfeld. Der Schweif reicht von unten nach links oben. Links neben dem Kometen leuchtet der helle Stern Rigel. Rechts über dem Kometen schimmert der rot-weiße Orionnebel.

Bildcredit und Bildrechte: Luc Perrot (TWAN)

Noch nie hatte Orion so ein Schwert. Der Komet C/2025 R3 (PANSTARRS) zieht nun aus dem inneren Sonnensystem ab. Dabei bietet er ein wahres Spektakel, wenn man ihn lange mit einer Kamera belichtet. Gerade sieht man ihn beim Sternbild des Jägers Orion. Rechts oben schimmert der ferne Orionnebel.

Komet R3 PANSTARRS hat nun zwei getrennte Schweife. Ein kurzer Staubschweif zeigt zum oberen Bildrand und ein langer, sehr welliger Ionenschweif zieht nach links oben. Der Ionenschweif zeigt von der Sonne fort. Er leuchtet blau, weil die Sonne das Kohlenmonoxid darin anregt (ionisiert). Große Teilchen im Staubschweif widerstehen dem Strahlungsdruck, der sie von der Sonne forttreibt. Daher sie folgen dem Kometen kurze Zeit auf seiner Bahn. Der Staubschweif glänzt, weil er Sonnenlicht reflektiert.

Dieses Bild wurde vor ein paar Tagen auf der französischen Insel Reunion fotografiert. Sie liegt im südlichen Indischen Ozean.

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